Accustic Arts Pre Amp Tube II MK II und Accustic Arts Mono II im Test

Die Gebrüder Schunk widmen sich mit viel Akribie und Geschmack dem Wohlklang, und schaffen musikalische Kleinode, wie sie nicht allzu oft in dieser Perfektion am Markt zu finden sind. Denn selten wird so eine perfekte Symbiose zwischen technischer Ausgereiftheit und außergewöhnlichen Klangeigenschaften erreicht, gepaart mit tadelloser Verarbeitung bis ins letzte Detail. So sieht High-end „Made in Germany“ aus.

Kurz gesagt...

Geradezu als Paradebeispiel für edelste HiFi-Lösungen der High-end Klasse kann die Kombination Accustic Arts Tube Preamp II MK II und Accustic Arts Mono II dienen.

Wir meinen...

Selbst bei genauer Betrachtung kann man in diesem Gespann keinen Makel finden. Weder in der Verarbeitung, noch in den klanglichen Leistungen. Ein in sich stimmiges erzstabiles Kraftwerk, dass so ziemlich jeden Lautsprecher gekonnt mit Finesse und Spielwitz an die Leine nimmt, und dabei der Musik die Freiheit belässt und ein Klangfarbenfeuerwerk abbrennt.

Von Jürgen Weber-Rom (jwr)
17.11.2013

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sempre-audio.at Empfehlung der Redaktion
Der Name Accustic Arts erschien erstmals 1997 und ist tief verwurzelt mit bestem Ingenieurswesen, und zwar dem Konzern Fritz Schunk GmbH, Weltmarktführer in der Industrie für Robotik und Handhabungstechnik. Martin und Steffen Schunk widmen sich seit dem Jahr 1997 eigenen Wegen, und zwar der Entwicklung und Fertigung feinster HiFi-Lösungen. Ihr Unternehmen firmiert unter SAE - SCHUNK AUDIO ENGINEERING GmbH & Co. KG. Und zwar derart erfolgreich, dass dieser Name bereits seit geraumer Zeit geradezu als Synonym für edles HiFi, das klanglich ganz weit oben eine bestimmende Rolle spielt, steht.

Accustic Arts hat eine Reihe edler Verstärker-Kombinationen, wie auch kräftige gut klingende integrierte Vollverstärker im Portfolio. Während der Preiseinstieg, und die sogenannte Volumensklasse mit der Evolution Serie und der darüber positionierten Top Line verfolgt wird, stellt die gegenständliche Reference Line eine Kampfansage an die versammelte audiophile Elite dar. Eine Klang-Elite, die nichts Geringeres im Sinne führt als den geneigten High-ender und audiophilen Musikgenießer mit perfekter Musik die spärliche Freizeit zu versüßen. Die aktuelle Referenz Hybrid-Vorstufe und die brandneuen Mono-Endverstärker Mono II sollen diesmal ihre Stärken beweisen, wobei dieser Testbericht als erster Teil einer zweiteiligen Accustic Arts Reihe zu verstehen ist. Denn schließlich gilt es, auch die passenden Quellen für diese beiden Prachtstücke zu definieren.

Mit welchen Fähigkeiten möchte sich also diese feine Verstärker-Kombination aus Lauffen am Neckar in die Herzen der Musikliebhaber spielen? Dies sollen die folgenden Erläuterungen darlegen.

Der gegenständliche Vorverstärker Tube Preamp II und die Monoverstärker Mono II aus der edlen Reference Line präsentieren sich dem Musikliebhaber in massivem Aluminium, sowie in Hochglanz verchromten präzisionsgefrästem Messing. Geschliffen und gebürstet kann man die Geräte in Alu Natur, aber auch gegen einen erfreulich geringen Aufpreis in Schwarz ordern, wobei hier zu vermerken sei, dass die Bedienelemente immer verchromt ausgeführt werden. Besonders in der schwarzen Variante erhalten die Geräte einen besonders edlen Bicolor Look.

Auch wenn sich der erfahrene Musikliebhaber, und selbstverständlich wir Redakteure, mit viel Freude den musikalischen Genüssen hingeben, so wollen die Testprobanden auch von der technischen Seite vorgestellt und erläutert werden. Also erst die Pflicht, dann die Kür und das Vergnügen. Der Vorverstärker, der doch sehr viele aufwändige Lösungen und Details aufweist, soll hier den Beginn darstellen, zumal auch Walter Kircher, Repräsentant und Vertriebsleiter für die Marke Accustic Arts in Österreich, im Vorverstärker die Schlüsselkomponente in einer hochwertigen HiFi-Anlage sieht.

Der Vorverstärker Accustic Arts Tube Preamp II ist als röhrenbestückte vollsymmetrische Class A Line-Vorstufe, also ohne Phono Eingang, aufgebaut. Vinyl-Liebhaber müssen hier auf passende externe Lösungen setzen. Vollsymmetrisch bedeutet, dass hier vier eigenständige Verstärkerzüge, ausgestattet mit je einer nach Militär-Spezifikationen hergestellten Röhre, vom Eingang bis zum Vorstufen-Ausgang arbeiten, und je einen invertierten und nicht-invertierten Signalpfad in der Signalverarbeitung je Kanal bilden. Um die extreme Kanaltrennung zu ermöglichen, wird zudem auch ein Highgrade vierfach Potentiometer zum Einsatz gebracht. Eingangsseitig bietet der Vorverstärker drei vollsymmetrische und zwei unsymmetrische RCA (Cinch) Eingänge. Die Eingangsempfindlichkeit ist hier praxisnah ausgelegt, sodass bei keiner angeschlossenen Quell-Komponente und keiner Kabellänge Probleme oder Einschränkungen zu erwarten wären. Das Schaltungslayout zeigt sich als sogenanntes „Röhren-Hybrid-Konzept“, welches die Stärken der Transistoren mit den Vorteilen der altehrwürdigen Röhren vereint.

Sobald eine Schaltung eine Spannungsverstärkung aufweist, setzt der Entwickler idealerweise auf die Röhrentechnik, welche die idealen Spannungsverstärker darstellen. Ist zum Beispiel Impedanzwandlung gefragt, geht es unweigerlich um Stromlieferfähigkeit. Accustic Arts bringt hier die bestens bewährten und edlen Premium-ICs OPA627 von Burr Brown/Texas Instruments zum Einsatz. Die Kombination aus Röhren, welche den strengen militärischen Spezifikationen gerecht werden, und den bewährten Transistor-ICs führen zu niederohmigen Ausgängen, die sich durch eine hohe Stromlieferfähigkeit auszeichnen. Ein weiterer und sehr wichtiger Aspekt sind die Baugruppen rund um die Ausgänge, an welche die Leistungsverstärker angeschlossen werden. Üblicherweise werden hier unsymmetrische, sogenannte Cinchbuchsen verbaut, alternativ dazu manchmal symmetrische (XLR) Anschlüsse, welche wiederum über Symmetrierstufen laufen. Das bedeutet konkret, dass meist, auch wenn manche Hersteller hier solide Qualitätsarbeit leisten, trotzdem nur eine zusätzliche Verstärkerstufe verbaut wird, die ohne erkennbaren Nutzen nur eine Art Anschlussvariante offerieren. Denn eine technisch korrekte symmetrische Vorstufe hat im Grunde bei einem Zweikanalgerät, vier vollständige Verstärkerbaugruppen, und ist richtig kostspielig. Der Tube Preamp II von Accustic Arts ist eine solche vollsymmetrische Vorstufe, welche zudem mit insgesamt vier (!!!) analogen Vorverstärker-Ausgängen ausgestattet ist.

Entgegen der Vorgängerversion dieses Vorverstärkers haben die Herren Martin und Steffen Schunk die aktuelle MK II Version auf Kundenanfragen nun mit einer weiteren unsymmetrischen Ausgangsvariante ausgestattet, um dem vielfachen Wunsch zu entsprechen, auf jegliche Anschlussart Bi-Amping zu ermöglichen. So hat der Kunde nun die Möglichkeit, zwei Stereo-Endverstärker, oder eben vier Monoverstärker, wahlweise per XLR oder RCA Verbindungen anzudocken, und so den nachgelagerten Lautsprechern ordentlich musikalischen Dampf zu machen. Zusätzlich sind die Anschlüsse wahlweise als AC- und DC-Gekoppelt ausgeführt. Bei bestimmten Verstärkern macht eine AC-Kopplung Sinn, da hier über einen Kondensator (hier 5%ige MKH Typen 2,2 µF) und einen Widerstand die Signalpfade verbunden werden. Fallweise kann es zu sogenannten Arbeitspunkt-Verschiebungen kommen, welche auf unvermeidbaren Gleichstromanteil im Stromnetz zurückzuführen sind. Zudem werden hochfrequente Störungen durch den Kondensator zuverlässig gefiltert, bietet Schutz bei Defekten in den angeschlossenen Verstärkern und sorgt zudem für Induktionsarmut in den Ausgangsstufen des Vorverstärkers und den Eingangsstufen der Endverstärker.

Auf die Frage, wie es nun besser klingt, gibt es leider keine Empfehlung seitens Hersteller. Hier sind die eigenen Erfahrungen gefragt, zumal es sich hierbei um keine Tuningmaßnahme handelt, sondern um höchst effiziente Elektrophysik. Der Hersteller spricht hier allerdings die Empfehlung, bei unsymmetrischem Anschluss die DC-Koppelung (OUT 4) zu verwenden, was sich in einem filigraneren und etwas weicherem Klangbild zeigen soll. Bei Fremdfabrikaten (OUT 3) also AC-gekoppelt. Setzt der Musikliebhaber auf Bi-Amping, so sind natürlich zwei analoge Ausgänge für Endstufen notwendig, und hier lautet die Empfehlung, die Bassendstufen über die DC-gekoppelten Ausgänge, also OUT 2 und OUT 4, zu führen. Sowie den Mittel/Hochton Bereich über die AC-gekoppelten Ausgänge OUT 1, respektive OUT 3. Inwieweit die klanglichen Signaturen über die unterschiedlichen Schaltungen zum Tragen kommen, hängt maßgeblich von der eingesetzten Endstufe oder Mono-Endverstärker ab. Hier eröffnet sich eine höchst interessante Testmöglichkeit für den geneigten und technisch begeisterten Musikhörer.

Aber auch der Kopfhörer-Liebhaber kann von der Vorstufe profitieren und auch ohne eigenen Kopfhörerverstärker feinste Klänge erwarten. Ein integrierter Kopfhörerverstärker macht externe High-end Lösungen in den meisten Fällen obsolet. Hierzu bedient der Anwender den linke Chromschalter „Phones ON“ und nimmt bei Bedarf den kompletten Verstärkerschaltkreis aus- beziehungsweise in Betrieb. Auch hier erarbeiteten die Gebrüder Schunk konsequent eine praktikable und intelligente Lösung, getreu dem Motto „was nicht benötigt wird, soll auch vollständig abgeschaltet sein“. Die übliche 6,3 mm Klinkenbuchse befindet sich übrigens unter einer staubdicht verschließenden verchromten Messingabdeckung mit der Beschriftung „Phones“. Für die High-Ender, die noch das letzte Quäntchen Wohlklang ausreizen möchten, oder eben eine hochspezialisierte Lösung für den Lieblingskopfhörer in Verwendung haben, bietet sich ein eigener „fixed OUT“ Ausgang an, welcher ebenfalls über die Funktion Phones ON angewählt wird. Ein Ausgang, der die bestmöglichen Voraussetzungen bietet, um auch die anspruchsvollsten Kopfhörer-Verstärker treiben zu können.

Last but not least ist in heutigen multimedialen Zeiten auch die Einbindung in ein Surround-System eine essentielle Grundbedingung für viele Musikliebhaber. So genießt man auf der einen Seite Konzerte aber auch so manchen Blockbuster über ein ausgefeiltes System für Mehrkanalwiedergabe. Auch wenn in dieser Sparte bereits ausgefeilte und wohl klingende Systeme angeboten werden, so kann auch das teuerste Mehrkanal-Equipment den erfahrenen und anspruchsvollen Zweikanal-Liebhaber meist nicht überzeugen. So sähe eine perfekte Ergänzung vor, ein High-End Stereo Set-Up in die bestehende Surround-Anlage zu integrieren, ohne dabei klangliche Kompromisse eingehen zu müssen. Der Tube Preamp II bietet hier einen weiteren analogen “Surround Bypass” Eingang an, und eröffnet die Möglichkeit, das Signal des Surround-Prozessors ohne weitere Verarbeitung im Vorverstärker durchzuschleifen. Konkret bedeutet das, dass der Surround-Prozessor hier die Steuerung und Regelung des Signales vornimmt, und die bestehende High-end Musikanlage ohne Qualitätsverlust in die Surround-Konfiguration eingebunden wird.

Weiters findet sich auf der Habenseite des außergewöhnlichen Vorverstärkers aus dem Hause Accustic Arts eine angemessene Stromversorgung. Neben der Tatsache, dass hier bereits von den Geräte-Entwicklern viel versäumt werden kann, stellt gerade ein Hybrid-System, wie dieser ausgefeilte Vorverstärker, besondere Anforderungen an die Stromversorgung. Röhren benötigen nicht nur verschiedene Niederspannungen, sondern auch eine stabile Hochspannung, hier ca. 300 Volt, für die Versorgung der Anodenspannung der eingesetzten Röhren. Damit eine Röhre perfekt verstärken kann, muss die Anoden-Versorgungsspannung hochpräzise und absolut störfrei geregelt werden. Hierzu verfügt die Tube Preamp II Vorstufe neben seinen zwei getrennten Premium-Transformatoren (einer nur für die Versorgung der Röhrenschaltungen) mehrere getrennte Netzteil-Bereiche.

Zum Einsatz kommen hier beste Ringkern-Transformatoren aus der Schweiz. Selbst die Siebung stünde einem Netzteil eines kapitalen Endverstärkers gut zu Gesicht, allein die Spannungsversorgung für die Halbleiter-Baugruppen beträgt schon 20.000 µF. Eine ausgefeilte und absolut stabile Stromversorgung für die Röhren- als auch Transistorschaltungen ist aber nur die Grundlage für das eigentliche Thema Röhrenverstärker. Auch wenn die Röhrentechnik selbst die älteste Form der Signalverstärkung darstellt, ist auch diese dem Wandel der Zeit unterworfen. Sogenannte „New old Stock“ abgekürzt NOS-Röhren haben nicht zu Unrecht ihren exzellenten Ruf, haben aber den entscheidenden Nachteil, dass hier oft Liebhaberpreise aufgerufen werden, und zudem die Verfügbarkeit für einen Gerätehersteller eine problematische Bedeutung bekommen kann. Ungeachtet der Tatsache, dass man als Hersteller auf ein grundsolides Ausgangsmaterial setzen muss, so entsteht noch weiterer Handlungsbedarf. Verbaut wird der Röhrentyp „Doppeltriode Typ E83CC“, welche zu der Gruppe der 12AX7 gehört. Auf der klanglichen Seite ist ein differenzierter harmonischer warmer Klang zu vermerken, welcher zudem mit einem straffen differenzierten Bassbereich zu begeistern weiß. Accustic Arts kauft hier bei einem renommierten europäischen Hersteller zu, der die geforderten Toleranzen und Qualitätsmerkmale strikt einhalten kann. Trotzdem sieht Accustic Arts auch hier noch den Bedarf, die eingekauften Röhren noch ein zweites Mal streng paarweise zu selektieren und einem Dauertestlauf von über 100 Stunden zu unterwerfen. Davor, und nach der Einbrenn-Prozedur, werden die technischen Parameter noch einmal gemessen, protokolliert und für den Einbau noch eimal geräteindividuell selektiert.

Aber auch das fertig aufgebaute Gerät wird einem Dauertest über 100 Stunden unterzogen, und gelangt erst nach einem strengen Vergleich der Parameter mit den Werten vor der Einbrenn-Prozedur zur Auslieferung, sofern die Grenzwerte innerhalb definierter Toleranzen liegen. Mit anderen Worten – ein fertiges Gerät in der Hand eines Kunden hat insgesamt viermal die prüfenden Anlagen und Hände der Techniker bei Accustic Arts durchlaufen. Ein weiterer Vorteil ist die Tatsache, dass bei einem eventuell fällig werdenden Röhrentausch auf die Originalparameter zurückgegriffen werden kann, und so die benötigten Ersatz-Röhren ermittelt und bereitgestellt werden können.

Abschließend sei noch zu vermerken, dass der feine und wertigst verarbeitete Vorverstärker mit seinem penibel hergestelltem Aluminiumgehäuse gut 12 Kilogramm auf die Waage bringt, und dabei 48,2 Zentimeter in der Breite, 37,5 Zentimeter in der Tiefe, sowie 10 Zentimeter in der Höhe misst. So unscheinbar der Vorverstärker wirken mag, so beeindruckend erscheint das Gerät bei genauer Betrachtung. Die Spaltmaße sind schlicht perfekt, die Oberflächengüte schmeichelt bei jeder Berührung. Die verchromten Bedienelemente, da wären ein Quellenwahlschalter, der die Eingänge satt rastend und dezent klickend der Reihe nach durchschaltet, ein Volumenregler, den man getrost auch „Satisfaction Scale“ nennen könnte, einen Phones ON Schalter, und seine dazu gehörige Abdeckung für die Kopfhörer-Buchse, sowie die beiden Schalter für die Phasenumkehr und den Standby, offenbaren perfekt glänzende Oberflächen. Satte Schaltpunkte und ein angemessenes haptisches „Feedback“ der Schalter runden das Bild ab. Da stört es vermutlich kaum, dass die Fernbedienung nur mit einer Lautstärkenregelung aufwartet, wie sonst kämen Sie in den Genuss, die perfekten Schaltelemente zu bedienen. Natürlich ist der vorgestellte Vorverstärker aus dem Hause Accustic Arts kein Sonderangebot, allerdings relativiert sich der Preis schnell. Denn klanglich betritt man mit dieser edlen Hybrid Line Vorstufe eine eigene Welt. Aber dazu später mehr.

Es steht nun der Spielpartner in Gestalt neuer Mono-Endverstärker an, welche auf die pragmatische Bezeichnung „Mono II“ hören. Es mutet in diesen Leistungsklassen schon akademisch an, über die Vor- oder Nachteile des Bauprinzips zu diskutieren. Ob Sie nun die gewaltigen Stereo Endverstärker, oder eben diese beeindruckenden Mono Endverstärker ordern, ist allerdings mitnichten nebensächlich. Einzelne optimierte Verstärker für jeden Kanal haben einen entscheidenden Vorteil, dass Sie im Idealfall, und davon können Sie bei Accustic Arts in jedem Falle ausgehen, eine nahezu unschlagbare Kanaltrennung aufweisen. Zudem hat der Entwickler das thermische Verhalten im Gehäuse wesentlich besser im Griff. Dieser Aufbau bietet für einen Kanal die doppelte Fläche Kühlkörper, bei gleichzeitig noch verträglicher Komponentengröße.

Vergleichen Sie die Gehäusekonstruktionen eines Stereo-Verstärkers mit dem einer Mono-Endstufe. Während bei einer Stereo-Endstufe je Kanal nur eine Kühlkörperseite zur Verfügung steht, verdoppelt sich die nutzbare Kühloberfläche bei einem Mono-Aufbau im Idealfall. Eine Maßnahme, die sich im laufenden Testbetrieb bei genussvollen hohen Lautstärken, immerhin versehen je Verstärker 12 streng selektierte Hochleistungs-MOSFET-Transistoren ihren Dienst, sofort mit einem einfachen Handauflegen überprüfen lässt. Die Kühlrippen und Gehäusedeckel werden in der Tat bestenfalls leicht handwarm. Der Hersteller legt hier großen Wert auf den Umstand, dass die Treiber-Transistoren immer im perfekten thermischen Arbeitsbereich betrieben werden. Dies kommt nicht nur dem Klang zugute, sondern auch der Lebensdauer, um damit einem weiteren wichtigen Ziel der Gebrüder Schunk Rechnung zu tragen.

Denn ein Accustic Arts Gerät geht einfach nicht kaputt. Aber auch die Resonanzoptimierung der Gehäuse selbst spielt eine zentrale Rolle bei der Entwicklung. Intensiv wurde an dem optimalen Resonanzverhalten der Kühlkörper und der Gehäuse gearbeitet und entwickelt. Ein Vorgang, für den viel Erfahrung vonnöten ist. Ein weiterer wesentlicher Vorteil ist die „Nähe“ zu den jeweiligen Lautsprechern. Der Musikliebhaber kann die Verstärker nahe zu den Lautsprechern rücken, und so kürzere und optimierte Lautsprecher-Anschlussleitungen zum Einsatz bringen.

Aber auch auf der elektrischen Seite sind beeindruckende Daten aufzuweisen, immerhin ist eine Endstufe mit den Maßen von 35 Zentimetern in der Höhe, 24 Zentimeter in der Breite, und 73 Zentimetern in der Tiefe und einem Gewicht von etwa 25 Kilogramm pro Stück ein stattlicher Koloss, der ausreichend Platz für leistungsfähige Transformatoren und Siebkapazitäten bietet. Immerhin werkt ein Transformator mit einer maximalen Leistung von 1.200 VA (Watt), beherbergt Siebkapazitäten von 80.000 µF aus deutscher Fertigung, und bietet ausreichend dimensionierte Kühlflächen für die bereits erwähnten zwölf Hochleistungs-MOSFET-Transistoren. Aber auch die Schutzschaltung ist ein enorm wichtiges Thema, Sie erinnern sich, ein Accustic Arts Gerät geht nicht kaputt. So bietet eine professionelle trickreiche Schaltung ausreichenden Schutz vor Clipping, Hochfrequenz-Schwingungen und zu hohem DC-Offset. Auf der Rückseite findet der Musikliebhaber zwei verschiedene Anschluss-Formate, um das Signal des Vorverstärkers einzuspeisen. Auf der einen Seite der ideale symmetrische XLR Anschluss, und auf der anderen Seite der sogenannte Single-Ended (RCA/Cinch) Eingang. Anwählbar durch einen kleinen Kippschalter, welcher direkt neben den Anschlüssen positioniert ist, stellt man derart flexibel aufgestellt den musikalischen Bluttransfer zu den Kraftwerken her. Die Lautsprecher finden ihrerseits Anschluss an stabilen vollvergoldeten Lautsprecher-Drehverschlüssen, welche sowohl Bananenstecker als auch Gabelschuhe sicher aufnehmen. Angenehmes Detail am Rande – die Klemmen sind griffsicher und ausreichend groß dimensioniert, um auch sperrige und schwere Lautsprecher-Anschlusskabel mit ausreichend Kraft zu befestigen.

Auch wenn es in diesen Klassen eigentlich schon nahezu irrelevant ist, es sei dennoch nicht auf die reinen, nüchternen Leistungsdaten verwiesen. Die Accustic Arts Mono II entfaltet an Systemen mit einer Impedanz von 8 Ohm bis zu 300 Watt. Bei einer Impedanz von 4 Ohm sind es satte 500 Watt und bei lediglich 2 Ohm Impedanz stehen bis zu 700 Watt zur Verfügung.

Der Anschluss an das Stromnetz ist ebenfalls auf der Rückseite herzustellen. Zugunsten des Klanges hat Accustic Arts auf eine Stand-By Schaltung verzichtet, und verlangt vom Anwender einen Griff auf die Frontplatte, auf welcher der entsprechende Tastschalter zum Einschalten der Kraftwerke positioniert ist. Allerdings versüßt Accustic Arts den banalen Einschaltvorgang mit einem Haptik-Erlebnis der Sonderklasse. Der massive Metall-Schaltknopf vermittelt ein feines Gefühl beim Betätigen, und erweckt den Eindruck, dass der Schalter beim Überwinden des Druckpunktes freiwillig sanft nachhilft. Nachdem die Schaltkreise geschlossen sind, und der „Anlaufstrom“ hochläuft - Ja, in der Tat - es fahren tatsächlich Kraftwerke hoch, schalten nach einigen Gedenksekunden die Relais das Signal zu den Lautsprechern durch und signalisieren über Leuchtdioden die Einsatzbereitschaft.

Auch wenn wir hier von einem Kaltstart sprechen, liegt die Messlatte gleich zu Beginn unglaublich hoch. Hybrid-Konstruktionen leben dem Musikliebhaber aber auch die Schattenseite einer Röhren-Konstruktion vor. Der Vorverstärker, etwas weniger die Mono-Endverstärker, benötigt eine kleine Zeitspanne, um auf Betriebstemperatur zu kommen. Ein Umstand, der bei einer Hörprobe entsprechend berücksichtig werden will. Allerdings sind hier keine merkwürdigen langen Warmlaufzeiten zu vermerken. Der Hersteller, wie auch der eigene Sachverstand, verweisen auf eine Warmlauf-Dauer von ca. einer halben Stunde. So haben wir das auch in einem ersten Hörtest nach der Aufstellung der Komponenten erlebt. Eine anfängliche geringfügig vernommene Ungelenkigkeit wich sehr schnell einem runden stimmigen Klangbild, das sich gleichermaßen detailreich-analytisch, wie warm und gefällig darstellt. Ein Procedere, das eingehalten werden will, und den Musikhörer mit einem reichen Kosmos feinster Klanggemälde, aber auch mit einem brachialen Antritt - sofern auf der Konserve vorhanden - verwöhnt.

Walter Kircher ist ein sehr charmanter Mensch, der aber auch eine ironische Seite aufweist. Ich werde das schweigsame Aufstell-Procedere und sein währenddessen offen zur Schau getragenes „wissendes“ Schmunzeln nicht vergessen. Genauso grinst man offenbar, wenn man nur zu gut weiß, wie es dem Redakteur kurz darauf ergehen wird. Ich möchte nicht verhehlen, dass ich mich als Pragmatiker sehe, der eine ausgedehnte „Warmlaufphase“ eher skeptisch betrachtet, als mit Wohlwollen voraussetzt. Denn ein Gerät, das nicht innerhalb kürzester Zeit optimale Betriebstemperaturen- und -bedingungen erreicht, hat kein Temperaturverhalten, sondern ein Temperaturproblem. Nun, dass es hier einen sehr breiten Graubereich gibt, den mir die Accustic Arts Komponenten treffsicher vermittelten, versuchte ich mir mit „Marketing-Empfinden“ noch irgendwie zu erklären, aber das eigene Erstaunen und die Genugtuung in Walter Kirchers Lächeln, und meine anschließende Erkenntnis, das es sich genauso verhielt, waren mir dann doch zuviel. Aber man ist offen und aufgeschlossen - und Walter Kircher soll ja auch seinen Spaß mit mir haben.

Was danach stattfindet, treibt dem unvorbereiteten Musikliebhaber und Redakteur die Gänsehaut rauf und runter.

Schnell verschaffte ich mir einen ersten Überblick, und ließ auch meine Ohren mit unterschiedlichem Musikmaterial warm laufen. Der ebenso vorgewärmte Accustic Arts Drive II, das Referenz CD-Laufwerk, welches die Nullen und Einsen an den Spielpartner Tube DAC II weiterreichte, servierten im ersten Moment unverständliche Musik. Als ob jemand herzhaft am Pitch-Control gespielt hat, und mal nebenher die Gangart beschleunigte, klang der Soundtrack „Lake Placid“ von John Ottman beschleunigt hoch drei, und dabei auch noch glasklar wie durch eine Riesenlupe vergrößert, während man gleichzeitig 200 Milligramm pures Adrenalin in den Adern hat. Fast schien ich Angst bekommen zu müssen. War das High-End reinsten Wassers, oder doch nur mein Unverständnis und die Erkenntnis, dass man auch auf ganz anderer Ebene von Qualität sprechen kann, oder vielleicht eher, sollte.

Ich meine, mich erinnern zu können, dass es jener Moment war, zu dem ich Walter aus meinen Augenwinkeln so „wissend“ grinsend sah. Der Soundtrack „Lake Placid“ ist alles andere als ein allgemeinverträgliches Werk, oder so geläufig und fluffig wie die Fluch der Karibik Hookline. Es ist genau genommen überhaupt nicht verträglich oder irgendwie angenehm. Während der Opener noch eine „hübsche“ emotionale Hymne darstellt, geht es im restlichen Werk sogar richtig brachial zugange. Brachial leider auch für die Anlage, die das Werk wiedergibt, denn die Durchhörbarkeit und Authenzität ist schlicht grenzwertig. Natürlich nicht durch irgendeine genannte Hochformat-Aufnahme, sondern durch eine unfassbar gute Produktionsqualität, wie man sie bedauerlicherweise nur sehr selten antrifft. Einige Tracks offenbaren einen Tiefbass, der gewaltige, aber nicht zu laute Wogen durch den Raum jagt, während kleinste Klangverästelungen und die eigentliche „Melodie“ schwebend und unbeirrt von den Bassgewittern felsenfest im Raum steht. Die Basswogen eröffnen über die brachialen Monos ihren wahren Charakter. Hinter den Synthowellen verbergen sich einzelne sich überlagernde Schläge, deren Ausschwingverhalten sich gekonnt zu einem Teppich mit feinsten Abstufungen ausbildet. Hier spielt wohl das enorme Kontrollverhalten eines mehr als adäquaten Dämpfungsfaktors der Endstufen die tragende Rolle.

Sofern ein Lautsprecher nicht über hart eingespannte Papiermembranen und einem Riesenvolumen im Rücken verfügt, giert er nach Kontrolle seitens der vorgelagerten Verstärker, um die weichen und auslenkungsfreudigen Sicken im Zaum zu halten, und unbeugsam der Membran ihren Willen aufzuzwingen. Wie sehr hier das dreiteilige Verstärkergespann im positiven Sinne kontrolliert, zeigen weitere musikalische Schmankerln auf. Einmal mehr muss meine geschätzte Amanda McBroom herhalten, und ihre kostbare und eindrucksvolle Stimme zu einem Messinstrument mutieren. Ihr brachialer und gewaltiger Mezzo kann den Zuhörer peinigen, oder wie hier dargeboten, zerschmelzen lassen. Der Track „Carusell“ führt den Zuhörer an seine Belastungsgrenzen, wobei hier festzuhalten sei, das dies mitnichten eine Pein darstellt. Am Höhepunkt dieses Varieté-Liedes führt Accustic Arts den Zuhörer die enorme Vielfarbigkeit einer Stimme vor, die zielsicher kurz vor dem Aufbrechen noch immer zu einem Stimmfarbenkosmos fähig ist. Während andere Verstärker und Quellen die Stimme gut und kraftvoll darstellen, sicherlich auch die Tonalität wahren, beginnt über die Accustic Arts erst die Kür. Zartheit und Fragilität, eingebettet in ein minimalistisches aber brachial dargestelltes schillerndes Klangbett.

Was anfänglich unverständlich erschien, klärte sich schonungslos auf. Walter Kircher benutzt hier gerne den Begriff „Straight“. Ich habe beim gefühlten zehnten Male aufgehört zu zählen. Ich bin geneigt, diesen Begriff hier auch mindestens zehnmal zu verwenden, denn er bringt es auf den Punkt. Straight bedeutet aber auch einen extrem schmalen Grat zwischen nahezu perfekter Neutralität und Geradlinigkeit, oder am Ziel vorbei entwickelt. Dann nämlich, wenn die tief in der Musik sitzende Intimität nicht mehr beim Musikliebhaber ankommt und stattdessen einen perfekten aber charakterlosen technischen Musikauslesevorgang abarbeitet.

Ob man nun von einem Stück verstärkenden Draht sprechen möchte? Nun, ich mag es nicht so gerne, denn so gänzlich ohne eigenen Charakter gefällt es erfahrungsgemäß auch nicht jedem, mir erst recht nicht. Aber sich dieser Metapher annähern darf man schon, erst recht, wenn es wie hier – gemessen an der Qualität und Klangperformance – noch bezahlbar ist. Es gibt eine Reihe phantastischer Marken, die Großartiges zustande bringen. Der eine Marktteilnehmer setzt auf Brachialgewalt und Finesse, während der andere die perfekte Messgeräteperformance in sein Pflichtenheft schreibt. Die großen amerikanischen Namen können das vorzüglich, wogegen viele deutsche Hersteller auf die absolute Neutralität setzen. Für was man sich entscheiden mag, Accustic Arts geht hier einen nur sehr schwer zu greifenden Mittelweg. Die Neutralität ist grenzwertig genial, und doch behält sich der Markenauftritt der Gebrüder Schunk das Anrecht auf Charakter und Farbigkeit, wie es sie vermutlich kein zweites Mal gibt.

Ich bin Ihnen, verehrte Leserinnen und Leser, noch die Erklärung schuldig, warum ich verständnislos nach einer Pitch Control suchte. Es ist die entschlackte Spielweise, diese ansatzlose Explosivität im Klangbild, die meine Wahrnehmung etwas entrückte. Selbst feine intime Klänge, wie etwa auf der CD Klangbilder 2 vom deutschen Pianisten Martin Vatter, profitieren von der straightness dieser Verstärker-Kombo. Ein Klavieranschlag ist kein simpler Klavieranschlag, sondern ein Kosmos an Klangfarben und Pointierungen. Auf der einen Seite die unfassbaren Vielschichtigkeiten, die niemals in den Verdacht kommen, auch nur ansatzweise röhrig weich zu spielen (ob hier das mehrmalige gnadenlose Selektieren durchschlägt), auf der anderen Seite die nur schwer zu erklärende Kontrollfähigkeit der Mono Endverstärker, die hier den Lautsprecher an die Leine nehmen, und bedingungslos das Ein- und Ausschwingverhalten vorgeben, ohne den Spielfluss und die Intimität einer gelungenen Musikproduktion zu beeinträchtigen.

Ich habe mehrmals erwähnt, wie angetan ich von der Verarbeitungsqualität dieser Komponenten bin. Zudem überzeugt das geradezu schlichte, aber überaus elegante Design dieser Produkte. Der Vollständigkeit wegen sei abschließend erwähnt, dass man diese Lösungen nicht nur in Silber, sondern ebenso in Schwarz erwerben kann. Wer sich für die Ausführung in Silber entscheidet, der muss für den Vorverstärker Accustic Arts Tube Preamp II MK II € 7.990,- budgetieren. Die Ausführung in Schwarz ist zum Preis von € 8.190,- zu haben, wobei es sich hierbei um eine in Schwarz eloxierte Oberfläche handelt. Der Accustic Arts Mono II schlägt in Silber mit € 12.500,- zu Buche, wobei es sich hierbei um einen Paarpreis handelt. In schwarzer Ausführung kostet das Pärchen € 12.900,-

Unser Fazit lautet somit: Das Gespann aus Lauffen am Neckar erhält eine uneingeschränkte Empfehlung der Redaktion, selbst für die verwöhntesten Klanggourmets.

Selbst bei genauer Betrachtung kann man in diesem Gespann keinen Makel finden. Weder in der Verarbeitung, noch in den klanglichen Leistungen. Ein in sich stimmiges erzstabiles Kraftwerk, dass so ziemlich jeden Lautsprecher gekonnt mit Finesse und Spielwitz an die Leine nimmt, und dabei der Musik die Freiheit belässt und ein Klangfarbenfeuerwerk abbrennt. Hm… Bi-Amping mit vier Mono II…?

Auf den Punkt gebracht

Offen gestanden, braucht ein State-of-the-Art-Klang keine glänzenden Attribute um zu überzeugen. Schön, wenn die Verarbeitung den klanglichen Fähigkeiten in nichts nachsteht. Und genau dies ist hier der Fall: Purismus im Edel-Look. Deutsche Gründlichkeit gepaart mit feinem ausdifferenzierten Klang. Eine sinnvolle Ausstattung, ausreichend Leistung, ein Gespann, das Feinsinn aufweist, gleichzeitig aber mühelos jeden Lautsprecher antreibt.

10,0 (Referenz)

The Good

  • Praxisgerechte Ausstattung
  • perfekte Verarbeitung
  • fein differenzierter Klang
  • in einer erlesenen Händlerstruktur erhältlich. Exzellente Röhrentechnik gepaart mit solider Handwerkskunst. Klanglich nur sehr schwer zu überbieten. Integrierbar in jedes Surroundsystem. Ausreichend Leistung bei moderater Wärmeentwicklung

The Bad

  • Keine Mängel oder Beanstandungen

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