Accustic Arts Tube DRIVE II CD-Laufwerk und Tube DAC II MK2 Wandler im Test

Ist ein klassisches Audio CD-Laufwerk nicht doch etwas von gestern, und in unserer schnelllebigen Zeit obsolet? Wir meinen, dass auch eine klassische Technologie bei weitem nicht veraltet ist. Haben wir Musikliebhaber nicht eine respektable CD-Sammlung? Gönnen wir ihr doch eine Referenz. Zumal Accustic Arts mit dem Tube DAC II MK2 auch gleich die passende Schnittstelle liefert, die auch modernen Streaming-Lösungen offen steht.

Kurz gesagt...

Accustic Arts macht keine halben Sachen, egal, über welche Preisklasse der Schwaben man sinniert. Das exzellentes Engineering unabhängig vom Preis stattfinden kann, machen die Gebrüder Schunk sehr gut vor. Man darf gespannt sein, was die edle CD-Laufwerk-Wandler-Kombination der Reference Line zu leisten vermag.

Wir meinen...

Ein Wandler, der einen Anspruch auf einen raren Platz im Referenz-Olymp erhebt, muss auch gnadenlos diese Attribute erfüllen. Der verwöhnte Musikliebhaber weiß sehr genau zu verifizieren, ob´s passt, sich der musikalische Fluss und die Integrität einstellt. Aber auch auf moderne Medien fokussiert sich die Wahrnehmung. Wer mal seine Sammlung in ein netzwerkbasierendes Speichermedium oder auf seinen Laptop geladen hat, möchte den Komfort nicht mehr missen. Ein verständlicher Wunsch, die eigene Sammlung, sei es nun als CD oder Datei, auch einer Referenz-Linie angemessen genießen zu dürfen. Und all dies erfüllen sowohl das Accustic Arts Tube DRIVE II CD-Laufwerk als auch der Accustic Arts Tube DAC II MK2 Wandler mit Bravour.

Von Jürgen Weber-Rom (jwr)
26.11.2013

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sempre-audio.at Empfehlung der Redaktion
Accustic Arts beweist mit dem gesamten Portfolio an Verstärkern, Wandlern aber auch Quellen wie CD-Player und Streaming-Clients, dass sich Design, Extrem-Qualität und exemplarisch perfekte Klangleistungen zu einer Corporate Identity zusammenfassen lassen. Die Preisklassen sind überschaubar und klar strukturiert. Alsda wären die Evolution Serie, die Top-Serie, und eben die Reference Serie. Und dennoch verbirgt sich hinter den drei Namen ein und dieselbe Philosophie. Es geht kein Gerät kaputt, es klingt über die jeweilige Klasse hinaus hervorragend, und sie sehen unverschämt gut aus. Ja, das musste mal gesagt sein. Auch wenn sich über den Geschmack selbst nur sehr schwer streiten lässt, so vermitteln die Geräte eine hohe Wertigkeit, treffen vermutlich einen universellen Geschmack und lassen sich nahezu in jedes Umfeld integrieren.

Nun, ein CD-Laufwerk - wo sind die Insignien der SACD/DSD-Formate, und warum keine Blu-Ray-Wiedergabe - mutet fast antiquarisch an. Die CD, welche mit ihrem Red-Book-Standard die Musik in einem simplen 16 Bit-Format anbietet, dürfte doch chancenlos im direkten Vergleich sein, oder etwa doch nicht? Aber bevor wir die klanglichen Fähigkeiten analysieren, stünde noch die Pflicht an - nämlich auch die technischen Details und Finessen ausgiebig zu beschreiben.

Nach der Anlieferung der Klangmaschinen und der feinen Verstärker aus dem Hause Accustic Arts stand natürlich das Auspacken an. Mit einer Routine schälte Walter Kircher die Geräte aus der doppelten Verpackung. Die Geräte waren in einem stabilen (Transport-) Umkarton, der mit Noppenschaumstoff gepolstert die eigentlichen Geräteverpackungen beherbergte, verpackt. Löblich, denn Versandagenturen sind stressgeplagte Akkorddienstleister, und gehen bisweilen nicht unbedingt sanft mit dem Transportgut um. Vorsorge und Respekt dem eigenen Produkt gegenüber beginnt nun mal bei einer sicheren Verpackung. Und wenn man dabei die Geräteverpackung selbst auch schon als schützenswert betrachtet - Hut ab. Leider habe ich in meinem Wohn- und HiFi-Umfeld keine großen ausladenden Stellmöglichkeiten. So mussten die bleibarrenähnlichen Geräte aufeinander Platz nehmen. Walter Kircher deutete aber schon an, dass man hier doch etwas Potential verschenkt, wenn man einen klassischen „Turm“ hinstellt.

Aber die (Platz-) Not muss erfinderisch machen und verlangt dann doch nach Kompromissen. Beide Komponenten buhlen mit dem für die Reference Line adäquaten Materialstärken um die Gunst der Betreiber. Rundum massives und perfekt gefrästes Aluminium im imposanten resonanzoptimierten 10-Millimeter-Format schinden hier richtig Eindruck. Mag sein, dass hier andere Hersteller noch etwas mehr klotzen, aber Hand aufs Herz, irgendwie sollten Materialeinsatz und deren Sinnhaftigkeit doch noch einer gewissen zeitgemäßen Ökologie folgen. Wie die Verstärker sind auch diese wahlweise in Schwarz/Chrom und Alu Natur/Chrom erhältlich. Das Gewicht der beiden Referenz-Anwärter ist auf den ersten Blick nicht zu erahnen. Der Hersteller nennt hier 18 Kilogramm für das Laufwerk Drive II und gut 12 Kilogramm für den Wandler Tube DAC II MK2. Sind zusammen also 30 Kilogramm feinstes Aluminium. Nicht zu vernachlässigen, wenn man die Klangmaschinen in ein ausgefeiltes stabiles Rack oder ein schickes Sideboard stellen möchte.

Die Gemeinsamkeiten der unterschiedlichen Komponenten sind mannigfaltig und beginnen bei der Netzversorgung. Eine Netzteilstruktur, welche selbst bei großen Verstärkern anderer Hersteller nicht selbstverständlich ist. Für den Tube DAC II gibt der Hersteller eine Siebkapazität von 84.000 μF an, während das Laufwerk mit 61.000 μF ebenfalls bestens versorgt ist. Zudem arbeiten beide Komponenten mit jeweils zwei Transformatoren. Auf der D/A-Wandler-Seite sind es einmal 100 VA und 50 VA Ringkern-Typen aus deutscher Fertigung. Das Laufwerk verbucht hingegen je einen 75 VA Ringkern-Trafo, ebenfalls aus deutscher Präzisionsfertigung.

Der Accustic Arts Tube DAC II MK2 ist ein präziser Hochleistungs-Digital/Analogwandler, der nach dem aus der Tube Preamp Vorstufe bekannten Röhren-Hybrid-Konzept arbeitet. Die Wandlung erfolgt auf Basis einer dualen 32 Bit/192 kHz Technologie, welche strikt kanalgetrennt und absolut zeitgleich arbeitet. Die Mikroprozessor-Struktur beinhaltet einen Hochpräzisions-Quarzoszillator, einen 32 Bit Digitalfilter mit De-Emphasis, sowie 26 parallel arbeitende Multiplizier-Prozessoren. Die wahre Komplexität der Wandler-Struktur lässt sich aber mit einer Beschreibung des Blockschaltbildes erläutern. Ein sogenannter Digital-Receiver empfängt das jungfräuliche Signal aus der gekapselten Abtasteinheit über ein Reinsilberkabel, und gibt es als Digital-Bit-Stream-Signal an den 32 Bit Mikrocomputer weiter, dessen Funktionen ein 32 Bit Digitalfilter, die bereits erwähnten 26 Multiplizierstufen (ebenfalls auf 32 Bit Ebene) und ein 8fach Oversampling, sowie den Präzisionsquarz beinhalten. Das auf den linken und rechten Kanal weitergereichte 32 Bit Signal wird vom kanalgetrennten Digital/Analog-Converter übernommen und in ein analoges Signal verarbeitet. Von hier an führt der analoge Pfad zu den analogen Filterstufen und zur Röhren-Verstärkerstufe, wobei hier stufenweise verstärkt und symmetriert wird. In Stufe eins bewältigen insgesamt 10 Burr Brown Transistoren vom Typ OPA627 ihre Aufgaben, während in der nachgelagerten Röhren-Verstärkungsstufe die bereits bekannten 4fach selektierten 12AX7/7025 Military Grade Röhren für den unfassbar detailreichen und präzisen Klang sorgen.

Der zentrale Vorteil dieser Schaltung ist wohl die enorme Breitbandigkeit der Signalverarbeitung, die bis in die Region von mehreren 100 kHz reicht. Weiters zeichnet sich diese Schaltung durch den hochohmigen Ausgang und durch den enorm geringen Klirr, bei gleichzeitig gutmütigen Verhalten, aus. Das analoge Musiksignal wird nun über die professionellen, auf Basis „Class A“ arbeitenden Symmetrierstufen, welche ebenfalls durch Burr Brown OPA627 gebildet werden, an den empfangenden Verstärker-Eingang weitergereicht.

Auf der Eingangsseite kann der HiFi-Fan schlicht und ergreifend nahezu alles anschließen, was auf elektrischer und optischer Ebene Nullen und Einsen ausgibt. Insgesamt stehen im Pflichtenheft der Gebrüder Schunk sieben digitale Eingänge. An erster Stelle sollte der universelle asynchrone 24 Bit/192 kHz USB-B-Eingang für HD-Wiedergabe genannt werden. Weiters finden drei weitere HD-Quellen an den Formaten, (2x) elektrisch koaxial und (1x) optisch Toslink, Anschluss. Optimiert, und hier zeichnet sich die musikalische Kompetenz von Accustic Arts aus, für den reinen 48 kHz Signaltransfer bieten sich weitere 3 Anschlüsse mit den Formaten symmetrisch (XLR), unsymmetrisch (RCA/Cinch), und nach Studionorm der ultimative BNC-Anschluss an.

Der passende Spielpartner aus der Reference Line, das Laufwerk Drive II steht dem Wandler weder in technischen Fragen, noch in seiner physischen Erscheinungsform nach. Ebenfalls aus massivem resonanzoptimierten Aluminium gefertigt, bringt es das Laufwerk sogar auf gut 18 Kilogramm Lebendgewicht. Hier verweist der Hersteller auf einen segmentierten Innenaufbau, der zwecks Laufruhe das Top-Lader-Laufwerk vollständig in ein eigenes massives Aluminiumgehäuse einkapselt, und die Laufwerksabdeckung, welche grau mit Nextel-Lack beschichtet wurde, wartet gar mit einer Materialstärke von 15 mm auf. Der äußere Schubdeckel bringt es sogar auf 20 Millimeter Materialstärke, und wird nahezu ohne Reibungswiderstand auf verchromten Schubstangen per Hand bewegt. Die Abtasteinheit, welche auf den weltweit geschützten Namen CD Pro2LF hört, ist zudem Sub-Chassis gelagert (hier wirkt eine Stahlfeder/Gummi-Konstruktion) und befindet sich innerhalb der massiven Einhausung.

Die Motorsteuerung der Abtasteinheit wird im Falle des Drive II über ein eigenes Präzisionsnetzteil, samt getrennter Platine, bewerkstelligt. Hier ist festzuhalten, dass sämtliche Netzversorgungsbaugruppen streng nach Verwendungszweck strikt getrennt aufgebaut sind. So befindet sich auf der rechten Platine die Netzversorgung der digitalen Signalverarbeitung. Hier zeigt sich einmal mehr der stringente Ansatz, dass die Stromversorgung einer Referenz-Anlage einen enorm bedeutungsvollen Anteil innerhalb der Komponentenstruktur aufweist. Nun, es mutet logisch an, denn ohne einer stabilen und absolut sauberen Stromversorgung erreicht man keine audiophilen klanglichen Spitzenleistungen. Als Besonderheit vermerkt die Ausstattungsliste eine Polaritätsanzeige, um die korrekte Netzsteckerpolung bei Inbetriebnahme anzuzeigen. Hilfreich, denn nicht jeder möchte seine Neuerwerbung mit Messequipment bewaffnet an die Lebensader Stromnetz anschließen. Zudem kann man einen kleinen Netzeingangsfilter, ebenfalls auf der Rückseite, bei problematischen Netzbedingungen zuschalten. Der Kontakt zu dem Wandler, hier natürlich der hauseigene Spielpartner Tube DAC II MK II, kann über drei verschiedene Anschlussformate hergestellt werden. Alsda wären - über BNC, ein symmetrischer Studiostandard, über einen koaxialen Verbinder (Cinch/RCA) und natürlich über einen symmetrischen XLR-Anschluss, welcher bei unserem Testaufbau Verwendung fand.

Der Hörtest ging natürlich Hand in Hand mit der famosen Verstärkerkombination, bestehend aus einem Röhren-Hybrid-Vorverstärker Tube Preamp II MK II und den bärenstarken Monoverstärker Mono II. Anfangs dachte ich etwas besorgt über den massigen Einsatz von Röhrenverstärkerstufen nach. Ein Zuviel kam mir schnell in den Sinn. Allerdings lehrten mich die darauffolgenden Hörtests Demut und Einsicht. Dennoch habe ich Ihnen ein Thema vorenthalten - die Verkabelung. Mit der Erkenntnis, dass man mit einer gewissen Einspielzeit und Warmlaufphase rechnen muss, kann ich ja noch leben, aber bei Kabel und dem oftmals propagierten Kabelklang gerate ich doch stark in Zweifel. Nicht, dass ich die Sinnhaftigkeit ausgesuchter und passender Kabel per se anzweifle, aber ich habe in vielen Jahren gelernt, dass hier ein Maßstab zur Anwendung kommt, der im Vergleich zu einem simplen Verstellen der Lautsprecher den Kabelklang wahrlich marginal erscheinen lässt. Eine nicht unerhebliche Anzahl Musikbegeisterter lehnt diesen sogar als Unfug ab, denn eine elektrische Verbindung, die auf simpler und eindeutig erklärbarer Elektrophysik beruht, bedarf keiner weiteren Erläuterung, und sollte schon gar nicht mystischer Verklärung folgen. Ich teile diese Meinung voll inhaltlich.

Walter Kircher hatte, auch für den Messeauftritt auf den Wiener klangBilder|13, die gesamte Staffage mit. Eine Netzleiste, unzählige Stromanschlusskabel, sowie Lautsprecherkabel und NF-Verbinder. Nachdem Accustic Arts als glaubwürdiger Hersteller bekannt wurde, neige ich dazu, die Systemverkabelung mit einzusetzen, denn tiefer in der Wissenschaft und im Ingenieurswesen verwurzelt als die beiden Schunk-Brüder kann man schon fast nicht mehr sein. Mein eigentliches Problem, das sich mit diesen feinen und perfekt verarbeiteten Kabeln darstellte, zeigte sich in der Tatsache, dass die „Schlangen“ nach kurzer Zeit woanders lagen als sie hingelegt wurden. Die dicken Stromkabel weigerten sich sogar, sofort dort liegen zu bleiben, wo man sie hinhaben wollte.

Gott sei Dank sind vernünftige HiFi-Geräte ausreichend schwer, um den „kraftvollen“ Bewegungsdrang der unbeugsamen und steifen Strom-Kabelverbindungen zu folgen. Nicht auszudenken, wenn man ein leichtgewichtiges Klangmaschinchen in das Rack stellt, um es nach den Anschluss der NF-Leitung hinter dem Rack verschwinden zu sehen. Witzig .. ? Nicht für denjenigen, der ein leichtes Testgerät (kürzlich einen britischen D/A-Wandler der Einsteigerklasse getestet) mit eindeutigen Eigentumsverhältnissen übernimmt, und in der Verpflichtung steht, das Gerät tunlichst im unbeschädigten und unbeschmutzten Gesamtzustand dem Eigentümer zurückzugeben, und genau dieses Szenario beinahe erlebte.

Für einen gewiss interessanten Test der Accustic Arts Kabel blieb einfach keine Zeit. Ein sinnvoller und fundierter Testbericht über eine Systemverkabelung bedarf intensiver Vorbereitungen und verlangt nach ausgiebigen Hörtests. Leider nicht machbar in der Kürze, denn die Komponenten mussten in der Folgewoche am Mittwoch wieder zurückgegeben werden. Somit verweise ich an dieser Stelle auf einen Hersteller, der die Verwendung der eigenen Kabel empfiehlt, und dies mit der gezielten Abstimmung auf die eigenen Komponenten begründet.

Aber eine Anlagenkonfiguration an einem Kabel-Setup festzumachen, ist definitiv deplatziert. Denn auch die ausgefeilteste Kombination, wo der Anwender auf optimierte Gesamtsysteme setzen kann, darf in seiner Qualität nicht maßgeblich vom Wegfallen eines Bauteiles beeinträchtigt werden. Zumindest nicht in der Audiowelt. Klanglich liegen zwischen einem Gerät der Einsteigerklasse und einem aus der Referenzklasse schlicht Welten. Sehr deutlich zeigte dies die Wandler/Laufwerks-Kombination auf. Natürlich will man als Interessent wissen, wie sich die klanglichen Unterschiede darstellen, worin sich der hohe Preisunterschied begründet, aber auch die Praxistauglichkeit will begutachtet werden. Im schlimmsten Falle, so die nicht unbegründete Sorge mancher Interessenten, muss man extreme Sondertouren veranstalten, um ein teures Gerät angemessen genießen zu können. Etwa die Aufstellung, oder eine aufwändige Stromaufbereitung, und weil wir es eben hatten - muss der Anwender extrem teure Kabel dazu erwerben?

Berechtigte Fragen, so haftet doch dem Ultra High-End der umstrittene Ruf an, etwas ungelenkig und zickig zu sein. Ich bin mir sicher, dass hier schnell Begriffe wie Voodoo, um mal ein böses Schlagwort zu verwenden, oder überteuertes Zubehör fallen werden. Accustic Arts halte ich hier aber aus Überzeugung aus derartigen Betrachtungen heraus, denn, erstens liegt jedem Gerät ein solides Standardnetzkabel bei, und zum Zweiten ist die Preisliste der eigenen Kabelverbindungen durchaus angemessen am Boden der Realität. Denn die Kabel verdienen ein Extralob wegen dem tollen Preis-Leistungs-Verhältnis. Die Verarbeitung ist, wie soll ich es nennen, ohne mich permanent zu wiederholen, PERFEKT, und das „von-bis“ Preisgefüge erschreckend deutlich unter dem, was andere Hersteller so feilbieten!

Die Geräte haben Walter Kircher und meine Wenigkeit einfach mal hingestellt. Links auf dem oberen Board meines Racks der Tube Preamp, während die Laufwerk/Wandler-Kombi gestapelt rechts daneben Platz nahm. Im Grunde ist die gewählte Aufstellung schon der erste Testfall aus der Praxis. Ein High-End-Gerät, dass hier in der Performance einknickt und unter seinen Möglichkeiten aufspielt, könnte man schon fast als spaßige Liebhaberei bezeichnen. Aber elektrophysikalisch gibt es hier keine Gründe, nicht so zu spielen, wie es der Hersteller ersonnen und gebaut hat. Die Tragfähigkeit meiner Rack-Konstruktion ist sicherlich ausreichend. Nach dem Aufbau meines Racks probierte ich natürlich aus, ob man es auch massiv belasten kann. Und wie es das kann, denn selbst wenn man als Person darauf bequem Platz nimmt, neigt sich die obere Boardfläche keinen Millimeter nach unten. So sollte es auch als statisch solide Stellbasis für HiFi-Komponenten reichen. Die Monoendverstärker wurden auf dem Boden platziert, dort, wo solche kapitalen Verstärker meiner Meinung nach auch hin gehören.

Im Laufe der Tage probierte ich mehrere Varianten der Aufstellung. Einmal stellte ich die Wandler/Laufwerks- Kombination direkt auf den Vorverstärker, dann mal das gesamte Set-Up auf die etwas näher zusammen gerückten Monos. Nun ja, Sie haben Recht, so stellt man nicht auf. Aber ich wollte es eben wissen. Das Ergebnis ist sehr kärglich, außer einem gefühlten etwas harscheren und nicht mehr ganz so flüssigem Spiel, war nichts zu vermerken. Aber das sollte trotzdem ausreichen, um zum Einen zu belegen, dass die Aufstellung hochwertiger Komponenten mit einer gewissenhaften Sorgfalt erledigt werden will, und zum Anderen, dass an einer hochwertigen Grundperformance vom Schlage Accustic Arts so schnell nichts zu rütteln ist. Danke an das Haus Accustic Arts, welches hier perfekte Arbeit leistet, sodass ein Gerät entstehen kann, das einfach unter nahezu jeder Bedingung klassengerecht aufspielt. Nichts anderes soll ein Kunde bekommen, wenn er sich dazu entscheidet, eine derartige Investition in einen guten CD-Klang zu tätigen.

Ein universeller Digital/Analog-Wandler mit sage und schreibe sieben Eingängen will natürlich auch entsprechend beliefert werden. Im Testumfeld befinden sich neben dem hauseigenen Laufwerk auch ein ehemaliges Referenzgerät von Sony und ein aktueller Blu-Ray-Player mit Satelliten-TV-Empfangsmöglichkeit. Vom PC habe ich natürlich ebenfalls ausgiebig Musik gehört. ORF digital servierte neben einem Radioprogramm auch den einen oder anderen Nachrichtensprecher. Klanglich war das ein sehr entlarvendes Ergebnis, und leider kein allzu gutes Zeugnis für das sogenannte digitale Fernseherlebnis. Daran kann man sich nun stören, und nichts unternehmen, oder einen exzellenten Wandler dazu schalten, um zumindest etwas davon zu retten, was im eigenen Einflussbereich liegt.

Das Bemerkenswerte an der Verwendung eines außergewöhnlich guten Wandler-Bausteins ist der Umstand, dass die Datenqualität zwar nicht besser wird, aber die Wiedergabe doch einen feinen Schliff bekommt. Es wird ehrlicher und vollständiger. Man hört zum Beispiel den leichten (Rest-) Hall des Aufnahmestudios etwas natürlicher, während die Stimme des Protagonisten mehr Fülle und Substanz bekommt. Etwas ratlos war ich aber, als ich telefonierend im Wohnzimmer auf und ab ging, und dabei die Position des Nachrichtensprechers zwischen den Lautsprechern erhalten blieb. Normalerweise bekommt die Audio-Wiedergabe des Satelliten-TV über einen preiswerten Einstiegswandler hier echte Probleme in der Stereo-Wiedergabe, denn der Sprecher rutscht je nach Verlagerung der Hörposition zwischen den Mitteltönern hin und her, und kann zudem flach und nasal klingen.

Der zweite Kandidat für den Praxistest war mein betagter Sony CD-Player. Einst ein hochgelobtes tolles Gerät, merkt man ihm seine „Zeit“ im Vergleich zu guten aktuellen Wiedergabequellen schon an. Er spielt spritzig und unverblümt mit viel Kraft auf, allerdings macht sich hier die etwas angegraute Wandler-Technik bemerkbar. Im direkten Vergleich fehlen hier die Geschlossenheit und die Harmonie im Klangbild. Ob hier der einstige Ruf, ein Sony spielt analytisch und kalt auf, durchschlägt, vermag ich nicht zielsicher zu beantworten. Ich mag ihn und seine kraftvolle und ungestüme Spielweise sehr gerne, und mit der analytischen Spielweise bin ich sowieso längst per „Du“. Zumindest solange, bis die Wandlung vom Accustic Arts Tube DAC II MK II übernommen wird.

Ganz brachial öffnet sich ein Klangkosmos, der in dieser Form doch nicht zu erwarten wäre. Stimmfarben, innerer Fluss und Harmonie gesellen sich zu einem brachialen Antritt und Schubkraft, wenn der Tube DAC das Zepter der Wandlung in die Magnesiumstahl-Hand nimmt. Aber auch Spotify und Konsorten gewinnen hier viel an Farbkraft und Substanz. Mein Laptop wurde flugs mit dem Wandler via USB-Kabel an den Wandler angedockt und las mir zu später Stunde ein spannendes Hörbuch vor. Der Sprecher war schon fast gespenstisch anmutend in ein surreales Klangbild eingebettet, getrieben von einer skurrilen Nachstimmung. Ein Auto preschte vor, Männer sprangen heraus und schnappten sich die verängstigte Ehegattin eines erfolgreichen Anwaltes, um mit ihr die Flucht anzutreten. Der Motor heulte auf, und die Reifen gruben sich wild quietschend in den Asphalt, der vom eloquenten Anwesen zur nahegelegenen Straße führt. Der Sprecher vermittelte die bedrückte und bedrohliche Stimmung…

WAV oder FLAC Dateien via PC können hier exemplarisch überzeugen. Gut, das Hörspiel war im MP3-Format gespeichert, aber dennoch, es klang nach einem tollen Erlebnis, das nicht nur durch die Sprecher und Protagonisten getragen wurde, sondern auch durch einen genialen Sound, der mittels Geräusche und Effekte die spannende Geschichte trug. Dass Spotify nicht die beste Qualität anbietet, wissen wir, aber trotzdem gewinnt die Wiedergabe über den PC und Wandler eine deutliche Klasse dazu. Bisher konnte ich Spotify nur zur Auswahl meiner bevorstehenden Kaufentscheidungen nutzen. Im Gegensatz zu Amazon kann man sich die Alben zur Gänze anhören, und kann zudem auch sogenannte Play-Lists erstellen. Diese eignen sich hervorragend als To-Do-Liste. Nun, auch zur Berieselung, aber auch ein klein bisschen zum ernsthaften Musikhören, wenn man nicht permanent die CD wechseln will.

Wir sprachen von einem Praxistest. Zur Praxis gehört auch, dass man seine Medien zu Hause in sein System einbindet, und so nach Synergien sucht. Keine Frage, um einen 380 Euro Blu-Ray-Player klanglich aufzupeppen, wird man sich keinen 20fach teureren Wandler anschaffen. Aber wenn die Geräte, und damit ein möglicher Bedarf vorhanden ist, und man nach einem außergewöhnlichen Wandler sucht - warum nicht? Wenn es um reine Zweikanal-Themen geht, kann man es einfach nicht besser machen. Auch nicht, wenn man ein betagtes Liebhaberstück auf ein angemessenes Niveau bringen möchte. Das Herz eines Musikliebhabers kann wahrlich viele Wege beschreiten, und nicht immer werden die Entscheidungen strikt logisch getroffen.

Ein Thema steht aber noch aus. Wie schlägt sich die Laufwerk/Wandler-Partnerschaft ohne die hauseigene Referenz-Verstärkung. Es steht ein kleiner Umbau an. Mein Eigenequipment in Form eines etwas älteren Marantz-Vollverstärkers soll hier abschließend aufzeigen, wie weit sich die Welten klanglich trennen. Ohne hier einen Vergleich zwischen Marantz Baujahr 1994 mit 150 Watt Leistung und getrennten Class A Röhren-Hybrid-Verstärkern mit der doppelten Ausgangsleistung zu starten, wollte ich wissen, wie eigenständig die Kombination aufspielen kann. Nun, das Ergebnis ist weit weniger ernüchternd als erwartet. Der Marantz gerät in jedem Kriterium deutlich ins Hintertreffen, schlägt sich aber wacker und kann von solchen Zuspielern deutlich profitieren. Ein deutlicher Verdienst der Quellenkomponenten von Accustic Arts. Sie verlieren kein Stückchen des vielschichtigen Charakters, legen über dem Marantz nur etwas Ungestümheit und Antrittsgewalt ab, und gehen zur inneren Geschlossenheit und Harmonie der Musik auf Distanz. Eine hart angerissene Akustikgitarre von Nils Lofgren kann hier zwar farbenreich bestehen, verliert aber etwas an Kraft. Das intime „Keith Don´t Go“ zeichnet sich durch ein unfassbares Gefühl und durch viel Substanz bei den Taps an dem Gitarrengehäuse aus. Hier kann der Marantz nicht mehr diese vielschichtigen feindynamischen Attacken bedienen, zu denen das Gespann an der hauseigenen Verstärkung fähig ist.

Praxisgerecht... die Dritte! Es betrifft den Röhrentausch. Sie gehen einfach zum Händler, oder wenden sich an den Hersteller. Die Röhren sind perfekt selektiert und gepaart, sodass anhand der bei der Herstellung verzeichneten Werte umgehend der passende Ersatz gefunden werden kann. Es gilt für alle Anwender und Fachkräfte, die das Gerät zur Behandlung in die Hand bekommen „Plug and Play“.

Um es auf den Punkt zu bringen: was auch immer man mit der Wandler/Laufwerk-Kombination anstellt, wo man sie auch immer einbindet, es gelingt, und zeigt deutlich auf, was andere nicht können. Hier verbindet sich ein enormer Spielwitz, der auch beängstigend brutal wirken kann, wenn es die Musikkonserve hergibt. Der Wandler ist wohl das eigentliche High-Light des Testumfeldes. Denn er versteht es, auch einfache Zuspieler und digitale Quellen einer bestehenden Anlage auf ein Niveau zu heben, das einen schlicht sprachlos zurücklassen kann. Ich sehe auch meine persönliche Meinung bestätigt, dass ein Laufwerk einen etwas geringeren Anteil am Gesamtergebnis beiträgt. Keine Frage, die Referenzen werden NUR von perfekten Komponenten angeführt, aber auch ein in die Jahre gekommener Sony-Player leistet als Laufwerk gute Dienste, und kann im Geräte-Herbst noch ein klein wenig zur Blüte auffahren, und so manche Freude bereiten. Natürlich kann ein betagtes Gerät aus den späten 90er Jahren, auch als Datenlieferant eingesetzt, eine Hightech-Komponente wie den Drive II in keinster Weise bedrängen. Ob man wegen seinen HiFi-Legenden einen Wandler in dieser Preisklasse anschafft, sei mal dahin gestellt, und darf gerne kontrovers diskutiert werden, wäre aber kein verschwendetes Budget. Sie haben es möglicherweise schon herausgehört. Es geht mitunter nicht nur um den Einzug in die Referenzklasse für Kombinationen, sondern um nichts weniger als die Führung in der Klasse. Beginnt etwa der Aufstieg in die Accustic Arts Referenzklasse dort, wo andere schnaufend und fix und fertig glauben, am High-end-Olymp angekommen zu sein. Das entscheidet dann der potentielle Kunde und Musikliebhaber.

Klanglich erlebt man mit der Kombination alleine eine vielfarbige Welt, die zielsicher auf einem schmalen Grat der Harmonie und inneren Geschlossenheit wandelt. Selbst Fremdfabrikate schaffen hier keine Einschränkungen. Im Verbund mit hauseigenen Verstärkern betritt dann der Musikliebhaber eine andere Welt, und zahlt dabei einen Preis, der gemessen am Produkt - Verzeihung, es muss Gesamtkunstwerk heißen - geradezu preiswert erscheinen mag. Ab einer gewissen Qualitätsstufe geht es nicht mehr um pure Leistung, die ist wahrlich bei jedem Beteiligtem im Überfluss vorhanden, sondern um Integrität und Finesse, die man erleben muss, um die Sonderstellung zu begreifen. Erlauben Sie ihrem Accustic Arts System in einer optimierten Umgebung zu spielen. Arbeiten Sie mit dem Raum, versuchen Sie, dessen Schwächen abzumildern, und gönnen Sie ihren Ohren nicht nur bestes Equipment, sondern auch die grandiosen Ergebnisse, wenn ein Raumakustiker nach getaner Arbeit ein entsprechendes High-end Umfeld hinterlassen hat.

Die Wertung der Redaktion zum Accustic Arts Drive II sowie zum Accustic Arts Tube DAC II MK2 lautet abschließend: uneingeschränkte Referenzklasse für die gesamte Kombination.

Auf den Punkt gebracht

Deutsche Gründlichkeit gepaart mit feinem ausdifferenzierten Klang. Sinnvolle Ausstattung, vielfältige Anschlussmöglichkeit gepaart mit State-of-the-Art-Klang

10,0 (Referenz)

The Good

  • Praxisgerechte Ausstattung
  • perfekte Verarbeitung
  • fein differenzierter Klang
  • in einer erlesenen Händlerstruktur erhältlich. Exzellente Röhrentechnik gepaart mit solider Handwerkskunst. Klanglich nur sehr schwer zu überbieten. Brachialtreibsatz für ältere Laufwerke und Hi-Fi Legenden

The Bad

  • Keine Mängel oder Beanstandungen

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