Amanda McBroom

Amanda McBroom "Midnight Matinee"

Amanda McBroom ist eine überaus vielseitige Künstlerin. Sie ist Schauspielerin, überaus erfolgreiche Komponistin und nicht zuletzt eine herausragende Sängerin. So spielte sie nicht nur am Broadway und gestaltete mehrere Kabarett-Programme, sondern wirkte in zahlreichen Fernsehproduktionen mit, darunter Magnum P.I., MASH, Hawaii Five-O sowie Star Trek - The next generation. Ihre wahre Liebe und Leidenschaft gehört allerdings der Musik. Bereits im Jahr 1980 veröffentlichte sie ihr erstes Album.

Von Michael Holzinger (mh)
24.06.2009

Amanda McBroom zählt zu den wenigen Künstlern, deren Lieder nahezu jeder kennt. Aber zumeist nicht in der Interpretation der Sängerin selbst, sondern in einer der zahllosen Cover-Versionen. „The rose“ ist so ein Beispiel dafür. Diese Nummer war 1979 der Titelsong des gleichnamigen Films und Bette Midler gelang damit ihr größter Erfolg. Sie erreichte Platz drei in den US-Charts, was vom Country Sänger Conway Twitty mit seiner Interpretation des Songs im Jahr 1983 übertroffen wurde. Er landete mit Amanda McBrooms Titel einen Nr.1 Hit in den U.S. Billboard Hot Country Singles. Darüberhinaus widmeten sich zahllose weitere Sänger und Sängerinnen bis hin zur Boygroup Westlife dem Lied und auch etliche andere Werke von Amanda McBroom wurden von einer Vielzahl international bekannter Künstler interpretiert und waren überaus erfolgreich.

Aber um den Song „The rose“ soll es diesmal gar nicht gehen, denn der findet sich nicht auf diesem ursprünglich im Jahre 1991 erschienenen Album „Midnight Matinee“.

Auf „Midnight Matinee“ präsentiert Amanda McBroom nicht nur eigene Werke, sondern auch Fremdkompositionen und kann dabei perfekt ihr wahres Können zeigen. Durch ihre warme, sehr nuancenreiche und überaus dynamische Stimme verzaubert Amanda McBroom mit jedem Titel auf diesem Album, das irgendwo zwischen sanftem Pop, Chanson und großer Revue-Show einzuordnen ist. Ihre Stimme würde einer Mezzo-Sopranistin zur Ehre gereichen, aber anstatt Arien hinauszuschmettern, dosiert Amanda McBroom ihre Stimme überaus feinfühlig und mit Bedacht, nutzt geschickt selbst kleinste Akzente, um eine große Wirkung zu erzielen, und füllt jedes der zwölf Lieder auf diesem Album, gleichgültig, ob Eigenkomposition oder das Werk eines anderen Künstlers, mit Leben und Seele.

Gemeinsam mit einer Schar erstklassiger Musiker nahm Amanda McBroom dieses Album 1991 in den Preferred Sound and Cornerstone Studios in Los Angeles auf. Am Mischpult saß Leon Johnson, und Peter Bunetta sowie Rick Chudacoff waren als Produzenten für das Album verantwortlich.

Auch wenn das Album bereits in seiner Originalfassung natürlich in erster Linie aufgrund der in wundervoller Weise vorgetragenen Lieder, darüber hinaus aber auch aufgrund der sehr guten Tontechnik bei der Abmischung und dem Mastering bereits voll überzeugt, mit der nunmehr angebotenen Neuveröffentlichung erhält man eine wahre Referenz-CD.

Produziert wurde dieser Tonträger vom japanischen Label Master Music, und zwar in Zusammenarbeit mit JVC. Somit ist klar, wir haben es hierbei mit einer erstklassig produzierten XRCD, und um ganz genau zu sein, einer XRCD-24 Bit Super Analog zu tun.

Für diesen Tonträger wurde das originale analoge 1/2 Zoll Masterband als Ausgangsmaterial herangezogen. Abgespielt von einer Studer A820, wurde die Aufnahme neu gemastert und danach direkt von der Mastering-Konsole über JVCs 24 Bit K2 A/D-Wandler digitalisiert und auf MO-Disk abgespeichert, um ein neues digitales Master mit bestmöglicher Auflösung zu erhalten. Für die Produktion der XRCD wurde das Signal durch JVCs 24 Bit K2 Super Coding wieder auf 16 Bit konvertiert, allerdings nun mit voller Ausnutzung der zur Verfügung stehenden Dynamik. Im Unterschied zu vielen anderen Produktionen wird hier die volle Dynamik der CD mit ihren 16 Bit allerdings nicht dazu genutzt, um eine konstant laute Aufnahme zu erzielen, sondern um alle Feinheiten und Nuancen abbilden zu können.

Das Ergebnis ist schlicht überwältigend. Diese XRCD, die natürlich auf jedem normalen CD-Player abspielbar ist, trumpft mit einem Detailreichtum, einer Feinzeichnung aller Details und einer Dynamik auf, die einfach begeistert. So erstrahlt nicht nur Amanda McBrooms Stimme in einer Farbenvielfalt, auch die Instrumente erklingen ungemein detailreich, und sind selbst in größeren Klanggebilden der Arrangements stets klar und präzise mit all ihren Feinheiten wahrnehmbar. So baut sich vor dem Zuhörer geradezu bildlich die Band auf. Ein präziser, niemals wummernder Bass als Fundament, angereichert mit Streichern, Klavier oder Synthesizer als Verbindung zu den dezent eingesetzten Rhythmus-Gitarren. Ein Schlagzeug und eine Percussion, die natürlich zunächst als rhythmisches Gerüst der Songs dienen, dennoch durch feine Akzente vor allem der Becken und der Highhat immer wieder sauber und klar hervorblitzen. Und über allem, aber dennoch wunderbar eingebettet in die Klangwelt der Band, thront Amanda McBrooms samtig weiche Stimme.

Verantwortlich für diese perfekte Umsetzung im JVC Mastering Center im April 2009 waren die Produzenten Kazuo Kiuchi und Shizuo Nomiyama. Das Mastering wurde von Tohru Kotetsu übernommen.

Mit dieser Neuveröffentlichung gelang den Produzenten ein wirkliches Kunststück. Allzuoft verkommen derartige Aufnahmen, die bewusst auf Referenz-Charakter hingetrimmt werden, zu einem zwar aus technischer Sicht perfekten Ergebnis, können musikalisch und somit emotionell aber nicht wirklich überzeugen oder gar begeistern. Nun, auch Amanda McBroom gibt nicht vor, hohe Kunst zu vollführen, sie will unterhalten, und mit ihren Liedern Gefühle und Emotionen erwecken. Und genau das tut sie mit dieser Aufnahme in geradezu virtuoser Weise und - dank neuem Mastering - in perfekter Qualität.

Als Anspieltipp möchten wir Ihnen die wundervolle Ballade "Ghost in this house" empfehlen. Sanft und eindringlich erklingt McBrooms Stimme, und lädt, begleitet von Gitarre und Synthesizerflächen mit sanfter Pecrussion, zum Träumen ein. "Baby" hingegen groovet mit Vocal-Samples als Percussion wunderbar, während "Fool for love" eine reinrassige Pop-Ballade darstellt.


Mit der Neuveröffentlichung von Amanda McBroom „Midnight Matinee“ gewährt uns das Label Master Music nicht nur ein audiophiles Klangerlebnis allererster Güte, sondern auch ein emotional bewegendes, schlicht und einfach nur schönes Album, das man einlegt, und am besten mit einem guten Glas Wein gemeinsam mit seinem Lieben genießt. Diese Aufnahme ist viel zu schön, um „nur“ eine audiophile Referenz-CD zu sein.

Michael Holzinger



Amanda McBroom
Album:Midnight Matinee
Künstler:Amanda McBroom
Komponist:Amanda McBroom, Diverse
Label:Master Music of Japan
Jahr:1991/2009
Format:XRCD

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Amanda McBroom „Chanson“ Amanda McBroom „Chanson“
Amanada McBroom widmete dieses Album einem großen Künstler, für viele der Inbegriff der Gattung Chansons - Jaques Brel.




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Keywords: CD-Review, Amanda McBrook, Chanson, audiphil, Referenz

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