Apples dritte iPod shuffle Generation im Test

Apples iPods sind seit Jahr und Tag wahre Topseller. Der am meist verkaufte iPod wiederum ist erstaunlicherweise der iPod shuffle. Mit dem neuesten Modell gibt's nun bereits die dritte Generation. Der neue iPod shuffle bringt dabei einige überaus interessante Neuerungen, wie z. B. ein geändertes Bedienkonzept mit Sprachausgabe, mit sich.

Von Michael Holzinger (mh)
25.03.2009


Von Kaugummis und „1.000 Songs in your pocket“

Im Jahr 2005 hat Apple erstmals den iPod shuffle vorgestellt. Das Konzept war einfach, und wie sich rückblickend herausstellt, auch genial. Der erste iPod shuffle glich einem USB-Stick, war also in etwa so groß wie ein Kaugummi-Päckchen. Und wie ein normaler USB-Stick wurde der iPod shuffle an einen Mac oder PC angeschlossen, und sein 1 GByte fassender Speicher mit Daten gefüllt. Die Standard-Einstellung war dabei, dass die Verwaltungssoftware iTunes zufällig Titel aus der Mediathek auswählte, aber auch die Wiedergabe am Gerät konnte völlig dem iPod überlassen werden - shuffle eben. Ein sogenanntes Lanyard, also ein Trageband, war im Lieferumfang enthalten, um den iPod einfach um den Hals hängend tragen zu können.

Auch bei der zweiten Generation des iPod shuffle stand die einfache Handhabung sowie der Tragekomfort im Mittelpunkt. Der iPod shuffle schrumpfte und war nun nicht mehr als ein Anstecker, den man sich mittels Metallklipp an die Jacke oder das T-Shirt klemmte. Die kompakten Abmessungen waren neben dem günstigen Preis der wohl wichtigste Grund dafür, dass der iPod shuffle zum Verkaufshit wurde. Viele Kunden nutzen den iPod shuffle z. B. als Begleiter fürs Joggen oder andere sportliche Aktivitäten. In vielen Fällen wird der iPod shuffle daher auch zusätzlich zu einem anderen iPod oder einem iPhone gekauft, berichtete Michael Newey, Produktmanager für iPods bei Apple Europe im Gespräch mit sempre audio.

Mit dem iPod shuffle der dritten Generation wird man diesem Umstand noch besser gerecht, denn das neue Modell ist tatsächlich nur noch halb so groß, wie der direkte Vorgänger, bietet aber dennoch eine Speicherkapazität von 4 GByte. Bedenkt man, dass der allererste iPod Apples mit ebendieser Speicherkapazität zu haben war, damals aber auf eine Festplatte setzte und deutlich größer war, ist der iPod shuffle ein eindrucksvoller Beleg für die Entwicklung der Speichertechnologie der letzten Jahre.

Das von Steve Jobs zur Präsentation des ersten iPods abgegebene Statement: „1.000 songs in your pocket“ wird nun bereits vom kleinsten Modell, dem iPod shuffle erfüllt. Der neue iPod shuffle ist aus Aluminium gefertigt, und zunächst in Silber und Schwarz erhältlich. An seiner Rückseite findet man einen Klipp aus Edelstahl, mit dem der iPod shuffle wie gehabt an ein Kleidungsstück oder eine Tasche geklippt werden kann.

Ein einziger Wahlschalter am Gerät sowie der Anschluss für die Kopfhörer sind alles, was am Gehäuse des wirklich winzigen iPod shuffle zu finden ist.

Neues Bedienkonzept

Bislang waren alle iPod shuffle Modelle mit den gleichen Tasten ausgestattet. Play, Stop, vorwärts, rückwärts und Lautstärkeregelung, allesamt schick in einem Kreis angeordnet. Dafür ist nun beim neuen Winzling schlicht kein Platz mehr. Also kommt beim neuen iPod shuffle ein gänzlich neues Bedienkonzept zum Einsatz.

Als Bedienelemente stehen nun lediglich drei Tasten zur Verfügung, die nicht mehr direkt am Gerät, sondern am Kopfhörerkabel zu finden sind. Direkt auf dem Gerät ist natürlich auch ein Hauptschalter zu finden, der auch die Auswahl zwischen kontinuierlicher Wiedergabe der Titel oder der Zufallswiedergabe aktiviert, aber das war‘s auch schon.

Drei Tasten, das klingt zunächst etwas wenig, aber nach kurzer Eingewöhnungszeit hat man sich an das Bedienkonzept gewöhnt. So finden sich natürlich zwei Tasten für die Lautstärkeregelung. Bleibt also nur ein einziger Taster, der alles andere steuert. Dies ist zunächst natürlich die Wiedergabe. Einmal kurz gedrückt, startet die Wiedergabe. Ein weiterer Klick, und die Wiedergabe wird gestoppt. Soweit also nichts Besonderes. Will man zum nächsten Titel wechseln, so drückt man zweimal kurz auf die Taste, dreimal wechselt zum letztgespielten Titel zurück. Drückt man den Taster etwas länger, so kommt die neue VoiceOver-Funktion ins Spiel.

VoiceOver-Funktion liest vor, was gespielt wird

Apple integrierte in den neuen iPod shuffle eine VoiceOver-Funktion, die dem Anwender nicht nur den jeweiligen Titel und dessen Interpret vorliest, dieses neue Feature ist auch der Schlüssel zu der erstmals beim iPod shuffle vorhandenen Unterstützung für Playlists. Denn auch diese werden dem Anwender, bleibt er lange auf dem Taster der Kabelfernbedienung, vorgelesen. Ein kurzer weiterer Klick auf den Taster, und schon werden die Titel der gerade angesagten Playlist abgespielt. Zu guter Letzt kann auch der Batterieladezustand angesagt werden.

Sprachgenie iPod shuffle

Apples neuer Miniatur-Player entpuppt sich als wahres Sprachgenie. Er unterstützt insgesamt 14 Sprachen, darunter natürlich auch Deutsch. Die Auswahl der Sprache erfolgt natürlich in Apples iTunes für MacOS X oder Microsoft Windows XP oder Windows Vista, wobei dafür allerdings die neueste Version 8.1 erforderlich ist. Mit dieser Version wird nämlich ein rund 20 MByte umfassendes Sprachpaket, welches alle verfügbaren Sprachen inkludiert, installiert, und somit alles enthält, was der iPod shuffle für die Ansagen benötigt.

Die Auswahl der Sprache in iTunes ist aber nur eine allgemeine Einstellung. Denn die Software analysiert jede Wiedergabeliste, die auf den iPod shuffle übertragen werden soll, und stellt anhand der darin vorkommenden Sprachen für jeden Titel das korrekte Sprachpaket zur Verfügung. Deutsche, englische, französische, spanische oder italienische Titel werden also durch die jeweils passende Stimme wiedergegeben, sodass die Qualität erstaunlich gut ist.

Datenkabel und Ohrhörer sind mit dabei, aber...

Selbstverständlich ist im Lieferumfang nicht nur ein passendes Datenkabel für den Anschluss des Players an einen USB-Port eines PCs oder Macs mit dabei, sondern auch ein Paar Apple Earphones mit integrierter Kabelfernbedienung. Mit einer Länge von rund acht Zentimetern ist dieses Kabel aber recht kurz geraten. Eine längere Version gibt‘s von Apple als optionales Zubehör.

Über dieses Kabel wird der iPod shuffle nicht nur mit Daten versorgt, es dient auch als Ladekabel für den integrierten Akku. Dieser reicht für bis zu zehn Stunden Musikwiedergabe. Zugegeben, das ist nicht viel, auf Grund seiner kleinen Abmessungen geht sich in diesem Fall aber einfach kein leistungsfähigerer Akku aus.

Ein größerer Nachteil ist da eher, dass man beim iPod shuffle natürlich keine anderen Kopfhörer einsetzen kann, denn wie soll man das Gerät ohne die Kabelfernbedienung steuern? Apple verweist hier auf entsprechende Ankündigungen von Drittanbietern, die sowohl spezielle Kopfhörer für den iPod shuffle als auch passende Adapter für andere Kopfhörer machten. Dass dies natürlich nicht die eleganteste Lösung für den Konsumenten ist, ist klar.

Fairerweise muss man aber anführen, dass in den meisten Anwendungsszenarien rund um den iPod shuffle ohnedies keine allzu hochwertigen Kopfhörer eingesetzt werden - wie z. B. beim Sport. In diesen Fällen dürfte man mit den im Prinzip recht guten Apple Earphones das Auslangen finden.

Fazit

Apples neuer iPod shuffle ist ein sehr witziges Teil, das bereits im Handel zum Preis von € 79,- erhältlich ist. Er ist nicht nur wirklich winzig, er sieht zudem auch überaus schick aus, und lockt mit einem durchdachten, einfachen Bedienkonzept. Nach kurzer Eingewöhnungszeit wird klar, dass die Bedienung mit mehr oder weniger einer einzigen Taste wirklich sehr praktisch ist, vor allem, wenn man den iPod shuffle beim Sport, beim Wandern oder auch einfach beim täglichen Weg zur Arbeit nutzt.

Der Player bleibt irgendwo in der Tasche oder an der Kleidung angeklippt, und ist dennoch einfach zu bedienen. Und gerade in diesen Anwendungsfällen stört es nicht weiter, dass die Akkulaufzeit nur zehn Stunden beträgt, und das man ohne weitere Investitionen auf die im Lieferumfang enthaltenen Kopfhörer angewiesen ist.

Der iPod shuffle der dritten Generation ist also trotz ein paar Nachteilen ein wirklich schicker, winzig kleiner Player mit durchdachtem Bedienkonzept.

Michael Holzinger

Apple iPod shuffle

Apple iPod shuffle
Hersteller Apple
Vertrieb Apple
Wertung 6 (Gut)
Preis€ 79,-
Wertung Der iPod shuffle der dritten Generation ist trotz ein paar Nachteilen ein wirklich schicker, winzig kleiner Player mit durchdachtem Bedienkonzept.
Plus Wirklich sehr klein, schickes Design, kann einfach an Kleidungsstücken befestigt werden, einfache Bedienung
Minus USB-Datenkabel sehr kurz, kann nur mit im Lieferumfang enthaltenen Kopfhörern genutzt werden (bzw. nur mit optionalem Zubehör)



Keywords: Apple, iPod
Belkin bringt Kopfhörer-Adapter für Apple iPod shuffle Belkin bringt Kopfhörer-Adapter für Apple iPod shuffle
Unter der etwas sperrigen Bezeichnung F8Z452ea bringt Belkin einen Kopfhörer-Adapter für Apples aktuellen iPod shuffle auf den Markt.

 


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