Der iPod touch sieht nicht nur rein äußerlich Apples iPhone zum Verwechseln ähnlich, er bietet auch annähernd die gleiche Funktionalität. Wer also die meisten Vorzüge von Apples Mobiltelefon nutzen, nicht aber auf ein iPhone setzen möchte, was immer noch einhergeht mit einem bei einem Mobilfunkanbieter abgeschlossenen Vertrag, der findet in diesem Gerät den iPod seiner Wahl.
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Von Michael Holzinger (mh) 20.04.2009 |
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Das Display weist eine Bilddiagonale von 3,5 Zoll auf und verfügt über eine Auflösung von 480 x 320 Bildpunkte bei 163 ppi.
Die Rückseite des Geräts ist aus Edelstahl gefertigt und präsentiert sich im schicken Chrom-Look, ist also sehr anfällig gegenüber Kratzern und Fingertappsern. Man sollte dem edlen Stück also eine passende Schutzhülle gönnen, wie sie von zahllosen Drittanbietern in den verschiedensten Versionen erhältlich ist. Apple zeigt sich hier sehr knausrig und liefert natürlich keine passende Hülle mit. Lediglich ein Reinigungstuch findet sich in der Packung.
An Bedienelementen steht zunächst eine sogenannte Home-Taste unterhalb des Displays zu Verfügung. Seit dem letzten Update bietet auch der iPod touch Lautstärketasten an der Seite. Eine Standby-Taste an der Oberseite ist das letzte „echte“ Bedienelement.
Die komplette Interaktion mit dem iPod touch erfolgt somit allein über das Display. Wie bereits angeführt, handelt es sich hier, auch wenn es der Name des Geräts vermuten ließe, um kein normales Touchscreen-Display, das auf Druck reagiert, und mit den Fingern oder einem Stift bedient wird. Vielmehr arbeitet das Display des iPod touch als kapazitives Touchscreen-Display, das auf die minimale elektrische Spannung eines Körpers reagiert und somit bereits leichte Berührungen mit den Fingern ausreichen.
Apple setzt hier zudem auf Multi-Touch, sodass auch mit mehreren Fingern oder aber durch Gesten Funktionen ausgelöst werden können. So lassen sich Alben oder Bilder einfach durch einfaches mit dem Finger über das Display wischen durchblättern oder Bilder sowie Dokumente durch Aufziehen mit zwei Fingern zoomen.
Somit ist die Bedienung des iPod touch natürlich sehr intuitiv. Andererseits hat dies aber auch einen großen Nachteil. Man kann z. B. die Wiedergabe nicht so ohne weiteres „blind“ steuern, wie man es mit echten Tasten könnte. Man muss das Gerät also immer aus der Tasche nehmen, um von einem Titel zum nächsten zu gelangen oder ähnliches.
In erster Linie wird auch der Apple iPod touch natürlich in gewohnter Weise mittels Datenkabel, angeschlossen an einen USB 2.0 Port eines Mac oder PC, mit Daten versorgt. Hierzu dient natürlich Apples iTunes in der aktuellen Version, das sich der Anwender von Apples Webseite für MacOS X oder Windows XP bzw. Windows Vista lädt. Auf diese Weise lässt sich der Speicher des iPod touch mit Audiodaten im MP3, AAC, Apple Lossless sowie WAV und AIF-Format befüllen. Auch Videos werden natürlich unterstützt, wobei Apple hier auf das MPEG-4 H.264 Format setzt. Fotos können in den unterschiedlichsten Formaten vorliegen, um sie auf den iPod touch zu übertragen. Soweit also nichts Außergewöhnliches...
Diese persönlichen Daten können natürlich ebenfalls mit einem PC oder Mac abgeglichen werden, wenn man den iPod touch mittels Datenkabel synchronisiert. Eleganter aber ist es, wenn man Abonnent von Apples Mobile-Me-Dienst ist. Dann nämlich ist die Synchronisation auch unterwegs möglich, sofern ein Zugang zum Internet gewährleistet ist. Dies erfolgt beim iPod touch über ein integriertes WLAN-Modul nach IEEE 802.11 b/g. Damit kann auch Google Maps genutzt, die neuesten Aktienkurse und das aktuelle Wetter abgerufen, oder bei Youtube nach Videos Ausschau gehalten werden.
Darüber hinaus hat man dank iTunes Music Store auch direkten Zugriff auf Apples Online-Musik- und Videoangebot. Das Gegenstück für zusätzliche kostenlose oder kostenpflichtige Applikationen ist der App Store. Hiermit lassen sich inzwischen zigtausende Applikationen auf den iPod touch laden. Das Angebot ist dabei sehr vielfältig. Spiele aus allen Genres, Applikationen für unterschiedlichste Aufgaben - teils eher mäßig sinnvoll, zum überwiegenden Teil durchaus sehr praktisch - für jeden Geschmack findet sich etwas in Apples App Store. Die Applikationen sind teils kostenlos, größtenteils allerdings kostenpflichtig, wenngleich zu moderaten Preisen erhältlich.
Beim iPod touch liegt für Apple der Schwerpunkt aber eindeutig bei Spielen. Man hat fast das Gefühl, Apple würde dieses Device eher als mobile Spielkonsole ansehen, denn als einen mobilen Audioplayer.
Ebenso wie das iPhone bietet auch der iPod touch einen Bewegungssensor. Damit wird die Darstellung automatisch angepasst, wenn man das Gerät im Querformat hält. Dies ist vor allem beim Stöbern durch die Musiksammlung praktisch, da hier die Ansicht automatisch auf Cover Flow wechselt.
Zudem wird der Bewegungssensor von etlichen Spielen genutzt. Kein wirklich essentielles, aber doch ein sehr witziges Ausstattungsmerkmal...
Leider bietet auch der aktuelle iPod touch keinen integrierten GPS-Empfänger. Google Maps ist zwar, wie bereits erwähnt, als Applikation vorhanden, kann aber hierzulande den aktuellen Standort nicht bestimmen. In den USA klappt dies zumindest in größeren Städten, wo öffentliche WLANs in einer Datenbank verzeichnet sind, und somit eine zumindest grobe Positionsbestimmung möglich ist.
Der iPod touch verfügt im Gegensatz zum iPhone über keine integrierte Kamera, in der neuesten Version allerdings über einen integrierten Lautsprecher.
Neu ist, dass Apples iPod touch nun Nike + iPod direkt unterstützt. Der bislang dafür nötige Empfänger ist nun direkt in den iPod touch integriert. Man benötigt somit nur noch den Sender, der in die passenden Laufschuhe von Nike gesteckt und Daten über die zurückgelegte Strecke und an den iPod touch sendet und daraus den Kalorienverbrauch ermittelt.
So lässt sich das eigene Training protokollieren, und - wer mag - auch im Web auf der entsprechenden Plattform veröffentlichen, um die eigene Leistung mit anderen vergleichen zu können.
Fakt ist, dass man mit dem iPod touch sehr, sehr lange laufen könnte. Der integrierte LiIo-Akku reicht bei Musikwiedergabe für bis zu 36 Stunden. Bei Videowiedergabe muss der iPod touch nach spätestens sechs Stunden ans Netz.
Der iPod touch wird in drei Versionen angeboten, die sich durch die Speicherkapazität unterscheiden. Die günstigste Version zum Preis von € 229,- verfügt lediglich über 8 GByte Speicher, was in Anbetracht der Leistungsfähigkeit doch recht wenig ist. Interessanter ist da schon das Modell mit 16 GByte Speicher, das aber bereits € 289,- kostet. Richtig teuer wird es beim Modell mit 32 GByte. Dafür beträgt der empfohlene Verkaufspreis € 389,-.
Und genau da liegt das Problem des iPod touch. Im Vergleich zum derzeit recht günstig angebotenen iPhone 3G erscheint der iPod touch natürlich nicht besonders attraktiv. Allerdings muss man bedenken, dass man beim iPhone in den meisten Fällen bis zu zwei Jahre an einen Provider und somit an eine recht hohe monatliche Gebühr gebunden ist. Diese muss in die Kalkulation mit einbezogen werden. Natürlich sollte man vor einer Anschaffung auch den Apple iPod classic mit 120 GByte Speicherkapazität nicht außer Acht lassen. Dieser bietet eine deutlich höhere Speicherkapazität zu einem günstigeren Preis, allerdings nicht das gleiche Leistungsspektrum.
Mit dem iPod touch bietet Apple also
eine Alternative zum iPhone, die annähernd den gleichen Leistungsumfang,
in jedem Fall aber dieselbe, überaus elegante und intuitive Bedienung
aufweist. Ersetzt man die im Lieferumfang enthaltenen Ohrhörer gegen
hochwertigere Modelle, so wird man vom iPod touch mit erstklassiger
Klangqualität verwöhnt, kann Filme und Fotos unterwegs betrachten und
hat persönliche Daten stets mit dabei.
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