Arcam rCube im Test - Flexibler Begleiter in allen Lebenslagen...

Arcam rCube im Test - Flexibler Begleiter in allen Lebenslagen...

Auf den ersten Blick ist der Arcam rCube ein sehr schickes, kompaktes und noch dazu mobiles Audio-System für ein Apple iPhone oder einen Apple iPod. Allerdings betet der englische Hersteller dieses Gerät in ein größeres Gesamt-System ein, sodass der Arcam rCube eine überaus vielseitige Lösung bis hin zum Audio-Streaming mit erstklassiger Klangqualität ist.

Von Michael Holzinger (mh)
29.06.2011

Sieht man sich ein wenig am Markt um, so wird man rasch feststellen, dass es an verschiedensten Lösungen für die Wiedergabe von Musik über Apples iPhone oder iPod nicht mangelt. Derartige Audio-Systeme gibt es von zahllosen Herstellern in den unterschiedlichsten Preisklassen, in den verschiedensten Ausführungen und mit schlichten, edlen, außergewöhnlichen aber ebenso ausgeflippten Design-Variationen.

Oberflächlich betrachtet reiht sich der Arcam rCube in dieses mannigfaltige Angebot ein. Das System der englischen HiFi-Schmiede Arcam überzeugt durch ein schlichtes, aber elegantes Äußeres, kann stationär zu Hause ebenso eingesetzt werden, wie auf der Terrasse oder auch unterwegs und kann - soviel dürfen wir an dieser Stelle schon vorwegnehmen - mit einem wirklich sehr überzeugenden Klang aufwarten.

Aber die Ingenieure in Cambridge haben sich beim Arcam rCube weit mehr vorgenommen, als einfach nur ein weiteres schickes Audio-System für Apples mobile Devices zu konzipieren und entwickelten eine Lösung, die sich durch passendes Zubehör in ein flexibles Gesamt-System einfügt und somit weit über das hinausgeht, was andere Anbieter in diesem Umfeld bieten können.

Doch beginnen wir mal zunächst mit den grundlegenden Eigenschaften bzw. Ausstattungsmerkmalen dieses kompakten Audio-System aus dem Hause Arcam. Und damit wären wir auch schon mitten im Thema, denn kompakt als Beschreibung für die Abmessungen des Arcam rCube trifft es auf den Punkt. Das System misst exakt 200 mm in der Höhe, es heisst ja nicht umsonst rCube, auch 200 mm in der Tiefe und Breite. Mit einem Gewicht von etwa 4,75 kg bleibt das Gerät auch in einem Rahmen, bei dem man durchaus guten Gewissens von einer mobilen Lösung sprechen kann.

Mit ein Grund für das doch recht hohe Gewicht ist natürlich die solide Verarbeitung. Und diese wiederum ist die Basis für eine ansprechende Klangqualität. Denn ein besonders leichtes, dünnwandiges Gehäuse aus Plastik ist zwar ideal um ein möglichst leichtes Gerät zu realisieren, aber auch ein Garant dafür, dass es ab einem gewissen Pegel nur noch scheppert und kracht. Und genau darauf wollten sich die Entwickler von Arcam eben nicht einlassen, sondern vielmehr ein System entwickeln, dass mit einem vollen Klang aufwarten kann und nahmen dafür eben ein paar Gramm mehr in Kauf. Dafür gibt es in diesem Fall einen Tragegriff, der sich dezent im Oberteil des Würfels verbirgt. Und zwar direkt unter der Abdeckung für den Dock Connector für Apples iPhone und iPod. Die drehbare Abdeckung dient übrigens gleichzeitig als Stütze für die mobilen Devices von Apple.

Der Arcam rCube ist mit einem integrierten LiIo-Akku ausgestattet, der den Einsatz auch ohne Netzteil erlaubt. Bis zu vier Stunden kann der Arcam rCube so fernab der Steckdose betrieben werden.

Der kompakte Würfel aus England weist ein sehr ansprechendes Design auf. An der Unter- und Oberseite präsentiert er sich mit auf Hochglanz poliertem Kunststoff, die Seitenflächen sind mit einem Textilgewebe überzogen, das wiederum von silberfarbenen Zierstreifen umrandet wird. Schlicht, aber elegant. Der Kunde hat übrigens die Wahl zwischen einer Ausführung in Schwarz und einer in Weiss.

Alle Bedienelemente sind an der Oberseite zu finden und als berührungsempfindliche Tasten ausgeführt. Die Engländer beschränkten sich mit Eingangs-Wahlschalter, einem Standby-Taster sowie einer Lautstärke-Regelung auf das Wesentlichste. Alle weiteren Funktionen sind über eine kleine, im Lieferumfang natürlich enthaltene Fernbedienung zugänglich.

An der Rückseite stehen am unteren Ende des Gehäuses alle relevanten Anschlüsse zur Verfügung. Neben dem Anschluss für das externe Netzteil sowie einem zugehörigen Hauptschalter findet man hier einen Line-Eingang für weitere Quellen, einen Component- als auch Composit-Videoausgang sowie eine USB-Schnittstelle. Diese USB-Schnittstelle ist allerdings ausschließlich für Updates bzw. Upgrades des Systems vorgesehen und erfüllt darüber hinaus keinerlei Funktionen. Dafür gibt es hier noch einen Druckknopf um dem System mehr Bass zu entlocken, wobei das zumindest für unseren Geschmack dann schon fast zuviel ist.

Arcam setzt beim rCube auf zwei seitlich angebrachte Treiber mit einem Durchmesser von 100 mm die mit einer Leistung von 35 Watt pro Kanal angesteuert werden. Zusätzlich gibt es zwei Hochtöner, die mit einer Leistung von 10 Watt versorgt werden. Damit soll ein raumfüllender Klang erzielt werden, der bereits bei kleinen Pegel mit Detailreichtum und Dynamik aufwarten kann.

Der Dock Connector an der Oberseite nimmt neben allen Apple iPhone-Modellen auch den iPod touch sowie alle anderen Apple iPod-Modelle auf, die über den entsprechenden Anschluss verfügen. Modelle ohne diesen Universal Dock, aber natürlich auch alle anderen mobilen Audio-Player können über den bereits erwähnten Line-Eingang an der Rückseite des Geräts angeschlossen werden.

Selbstverständlich wird der Akku eines Apple iPhone oder iPod geladen, sobald man das Gerät in den Arcam rCube steckt. Während man direkt am Gerät die Wiedergabe direkt über das mobile Device von Apple steuert, kann man mit Hilfe der Fernbedienung natürlich auch durch die Menüs navigieren.

Soweit unterscheidet sich die Ausstattung des Arcam rCube also nicht wesentlich von ähnlichen Lösungen anderer Hersteller. Aber, da geht ja noch mehr... Etwa, wenn man sich nicht mit einem Arcam rCube zufrieden gibt. Das System von Arcam ist nämlich mit einem Funk-Modul ausgestattet, das die Basis für alle weiteren Optionen darstellt. Interessant ist, dass sich Arcam hier nicht, wie immer mehr andere Hersteller, bei den Referenz-Designs mit Bluetooth oder WiFi und Apple AirPlay bedient, sondern auf eine völlig eigenständige Lösung setzt. Vielmehr bedient man sich der so genannten Kleer Wireless Audio Technology, einer Funk-Lösung, die eigentlich für professionelle Beschallungssysteme entwickelt wurde. Kleer Audio Technology, das inzwischen zum US-amerikanischen Konzern SMSC gehört, setzt dabei auf eine nach Angaben des Herstellers völlig verlustfrei arbeitende, drahtlose Signalübertragung. Arcam kombiniert dies mit der dCS Asynchronous USB-Technologie von Data Conversion Systems Ltd. und will so eine besonders hohe Tonqualität erzielen.

Wie gesagt, dieses Modul ist schon im Arcam rCube enthalten und erlaubt es, mehrere rCube über Funk zu verbinden und die Wiedergabe aller Quellen - iPod oder iPhone als auch Signale die über den analogen Eingang zugeführt werden - auf mehrere rCube-Systeme im gesamten Haus über Funk zu verteilen. Eine bestehende Infrastruktur wie ein WiFi-Netzwerk ist in diesem Fall natürlich nicht erforderlich, da diese Lösung komplett autark arbeitet. Die Wiedergabe soll dabei völlig synchron arbeiten, sodass hier ein kleines Multi-Room-System mit bis zu acht Arcam rCubes aufgebaut werden kann um etwa die nächste Party zu „beschallen“.

Dazu ist es nur erforderlich, die Geräte einmal zu koppeln, was binnen weniger Augenblicke erledigt ist. Dies gilt übrigens auch für eine weitere Option, und zwar im Zusammenspiel mit dem als Zubehör erhältlichen USB-Dongle Arcam rWave. Dieser kleine Dongle wird an einen PC oder Mac angeschlossen und wird sowohl unter Microsoft Windows als auch Apple MacOS X sofort als zusätzliche Audio-Hardware ohne Installation irgendwelcher Treiber-Software erkannt. Hat man den Arcam rWave mit dem rCube gekoppelt, so kann die Wiedergabe vom PC oder Mac unmittelbar mittels Funk über den rCube erfolgen.

Wer Musik auch vom Apple iPhone, iPod touch oder iPad drahtlos an den Arcam rCube übertragen will, der findet mit dem Arcam rWand den richtigen Adapter. Dieser wird an den Universal Dock des mobilen Device von Apple angeschlossen, ebenfalls mit dem Arcam rCube gekoppelt, und schon werden Audio-Daten über Funk übertragen.

Das besonders interessante an dem System von Arcam ist, dass man sich nicht auf den rCube beschränkt. Die gleichen Optionen stehen nämlich etwa auch mit dem herausragenden D/A-Wandler der Engländer, dem Arcam rDAC zur Verfügung. So lässt sich das System auch auf die exquisite HiFi-Anlage im Wohnzimmer erweitern.

Im Test überzeugte der Arcam rCube zunächst schon durch sein wirklich schickes Äußeres. Durch das elegante Design ist das kompakte Gerät eine wirkliche Zierde in jedem Wohnraum. Zudem kann man es überall dort platzieren, wo man eben gerade Musik genießen möchte. Auch auf der Terrasse, im Garten oder am Balkon, selbst wenn keine Steckdose in der Nähe ist. Die Klangqualität ist ebenfalls sehr gut, wobei uns besonders gefiel, dass selbst schon bei kleinstem Pegel eine wirklich ausgewogene, dynamische und detailreiche Wiedergabe möglich ist. Natürlich kann das System auch ein wenig lauter aufspielen, aber dafür ist es unserer Einschätzung nach nicht konzipiert. Vielmehr richtet sich Arcam an Musikliebhaber, denen es nicht um eine möglichst laute, sondern eher ausgewogene Darbietung geht. Wenn‘s wirklich Krachen soll, dann sollte man sich nach einer anderen Lösung umsehen.

Dazu passt auch, dass Arcam für die drahtlose Anbindung auf eine eigenständige Lösung setzt, deren Augenmerk ebenfalls auf beste Qualität gerichtet ist. Wir konnten uns mit dem Arcam rWave ein Bild davon machen, wie einfach diese Funk-Lösung zu handhaben ist und auf welch hohem Niveau diese spielt, vor allem dann, wenn man den angeführten D/A-Wandler Arcam rDAC mit in das System einbezieht.

Abschließend sei zu sagen, dass Arcam mit dem rCube ein wirklich sehr vielseitiges Audio-System für Apples mobile Devices anbietet, das eben durch diese Flexibilität, aber zudem durch ein sehr elegantes Äußeres, kompakte Abmessungen und nicht zuletzt einen sehr ausgewogenen Klang überzeugt. Musikliebhaber, mit einem Hang zu edlem Design sind hier also genau richtig! Das System ist bereits im Fachhandel erhältlich wobei der österreichische Vertrieb R.M.S. State of the Art Audiovisual Products einen unverbindlich empfohlenen Verkaufspreis von € 699,- angibt.

Michael Holzinger

Arcam rCube

Arcam rCube
Hersteller Arcam
Vertrieb R.M.S. State of the Art Audiovisual Products
Wertung 7,0 (Sehr Gut)
Preis€ 699,-
Wertung Einfach nur laut ist nichts für den Arcam rCube, seine Stärke ist die musikalische Wiedergabe. Zudem lässt er sich flexibel einsetzen und überzeugt mit vielfältigen Erweiterungsoptionen
Plus Elegantes Design, flexibel einsetzbar, integrierter Akku, ausgewogener Klang selbst bei geringem Pegel, mehrere Geräte können per Funk verbunden werden, mobile Geräte können über Funk eingebunden werden
Minus USB-Eingang dient allein für Updates und kann nicht als zusätzliche Quelle genutzt werden.



Keywords: Arcam, rCube, rWave, Apple, iPod, iPhone, mobil, Streaming, drahtlos

 


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