Foto © Dali GmbH

Dali Epicon 6 im Test - Dänische Eleganz für Musik-Enthusiasten

Wenn Dali bei der Epicon-Serie verspricht, alles für einen schlicht einzigartigen Klang zu liefern, dann hat dies enormes Gewicht, schließlich stellt die Dali Epicon-Serie die Referenz der Dänen dar. Hervorragend und unmittelbar zu erleben bei der Dali Epicon 6, dem kleineren der beiden Standlautsprecher-Systeme, die Dali im Rahmen der Dali Epicon High-end Serie anbietet.

Kurz gesagt...

Mit der Dali Epicon-Serie hat sich die dänische Lautsprecher-Schmiede Dali nicht weniger vorgenommen, als High-end neu zu definieren. Zweifelsfrei ist dies gelungen, wie der Test der Dali Epicon 6 zeigt.

Wir meinen...

Mit der Dali Epicon 6 präsentiert der dänische Lautsprecher-Spezialist einen audiophilen Allrounder, den man mit Fug und Recht als echtes Meisterwerk bezeichnen muss. Absolut perfektes Timing, eine überaus musikalische Darbietung unabhängig vom Genre, wird hier mit einer makellosen Verarbeitung, und einem edlen Design kombiniert. Beeindruckend zudem, dass all dies bei derart „schlanken“ Abmessungen möglich ist. Somit ist die Dali Epicon 6 wahrlich eine Zierde für jeden Raum, sei es nun aus rein optischer, oder aus rein klangtechnischer Sicht!
Hersteller:Dali Speaker A/S
Vertrieb:Audiophil - Sound and Visions
Deutschand:Dali Deutschland GmbH
Preis:€ 4.499,- pro Stück

Von Michael Holzinger (mh)
30.06.2014

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sempre-audio.at Empfehlung der Redaktion
Es passiert nicht oft, dass wir, nachdem ein Testmuster in der Redaktion eingelangt, es ausgepackt und aufgestellt ist, dies zunächst einfach nur betrachten und uns daran erfreuen, wie prächtig und durchaus beeindruckend dies aussieht. Dem Autor dieser Zeilen erging es so, als die Dali Epicon 6 in der Redaktion eintraf.

Zugegeben, allein deren Gewicht von nicht weniger als 29,8 kg bei gar nicht so bescheidenen Abmessungen von 1.062 320 x 459 mm rechtfertigte eine kurze Verschnaufpause, um nach dem Auspacken und Aufstellen im Hörraum wieder zu Atem zu kommen, allerdings faszinierte das elegante Erscheinungsbild der Dali Epicon 6 derart, dass das Päuschen dann doch ein wenig länger ausfiel, und ich das schicke Lautsprecher-System, frisch eingetroffen aus Dänemark, einfach nur ansah. Zweifelsohne kann man somit bereits einleitend festhalten, dass dieses Lautsprecher-System wohl problemlos in jeden Wohnraum passt, dies bestätigen auch die zahlreichen Reaktionen von Freunden und Bekannten, die während des Testzeitraums die Dali Epicon 6 in unserem Hörraum begutachteten, übrigens mit einer ähnlichen ersten Reaktion, wie der meinigen: „Also, fesch is sie schon! Sehr, sehr fesch…“, und erst nach einer gebührenden Pause wurde die tatsächlich entscheidende Frage gestellt, ob sie denn auch so klinge, wie sie aussieht, wobei allein diese Fragestellung bereits zweifelsfrei eine mehr als klare Wertung zugunsten der Dali Epicon 6 ist…

Bevor wir allerdings diese Frage erörtern, lassen Sie uns zunächst eine Standortbestimmung vornehmen, wie sich die Dali Epicon-Serie, und im speziellen die Dali Epicon 6 positioniert.

Die dänische Lautsprecher-Schmiede Dali hat sich in den letzten Jahren konsequent einen tadellosen Ruf erarbeitet, preislich sehr attraktive Lautsprecher-Systeme mit hohem Qualitätsanspruch zu entwickeln und zu fertigen. Dabei setzte man allen voran auf in akribischer Entwicklung erarbeitete eigene Technologien, und baute nach und nach eine immens breite Produktpalette auf. Inzwischen kann sich Dali rühmen, ein nahezu lückenloses Produktsortiment anbieten zu können, das nahezu das komplette Marktsegment, beginnend von Einstiegslösungen bis hin zu Lösungen für sehr anspruchsvolle Anwender abdecken zu können, und zwar sowohl im klassischen Stereo-Segment, als auch für Home Cinema-Anwendungen.

Einzig das absolute High-end Segment wurde zunächst nicht unmittelbar bedient, wenngleich man durchaus Produkte vorzuweisen hatte, die ohne Zweifel in diesen Bereich angesiedelt werden konnten. Das erklärte Ziel bei der Entwicklung der Dali Epicon-Serie war es somit, damit endgültig in diesen Bereich vorzudringen, und zwar unter Beibehaltung der bisherigen, überaus erfolgreichen Unternehmensphilosophie. Demzufolge stand auch hier erstklassige Qualität in allen Belangen an oberster Stelle im Pflichtenheft für die Entwickler, aber gleich gefolgt von einem nach wie vor attraktiven Preispunkt. Zwei Vorgaben, die sich vielfach nur schwer verbinden lassen, dennoch, soviel sei verraten, gelang den Ingenieuren von Dali dieses Kunststück.

Familienangelegenheit..

Die Dali Epicon-Serie rundete also das Produktsortiment der Dänen nach oben hin ab, und einmal mehr konzipierte man diese Serie derart, dass sie nicht nur für Musik-Enthusiasten konzipier ist, sondern ebenso für besonders anspruchsvolle Home Cinema-Lösungen geeignet ist. Die Dali Epicon-Serie umfasst somit nicht nur zwei Standlautsprecher-Systeme, sondern ebenso ein vergleichsweise kompaktes Regal-Lautsprecher-System sowie einen passenden Center-Speaker. Gleichgültig, ob Dali Epicon Vokal, der Center-Speaker der Serie, Dali Epicon 2, das Regal-Lautsprecher-System, sowie die beiden Stand-Lautsprecher-Systeme Dali Epicon 6 sowie Dali Epicon 8, alle vier Modelle weisen in den wesentlichen Merkmalen identische Eigenschaften, und somit eine einheitliche Klangcharakteristik auf, können also in jedweder Kombination genutzt werden.

Für Dali war es wohl sicher kein Nachteil, sich für ein derart konzipiertes Produkt für das High-end Segment ein wenig Zeit zu gönnen, denn schließlich konnte man nunmehr auf eine nahezu 30 jährige Erfahrung in der Entwicklung erstklassiger Lautsprecher-Systeme bauen. So finden sich in der Dali Epicon-Serie zahlreiche Technologien, die aus anderen Serien stammen, hier aber nochmals teils drastisch verbessert wurden, um nicht weniger als herausragende Produkte zu realisieren.

Wir haben uns für diesen Test bewusst für das „mittlere“ Modell der Dali Epicon-Serie entschieden, die Dali Epicon 6, also das kleinere der beiden Standlautsprecher-Systeme. Dieses bietet alle Merkmale auf, die die Dali Epicon-Reihe auszeichnen, bildet aber einen guten Kompromiss beim Platzbedarf, und allen voran natürlich auch den Preis betreffend. Hier wird der Anspruch Dalis, einen absoluten High-end Lautsprecher zum wohlfeilen Preis anzubieten, wohl am besten erfüllt.

Solide Grundlage…

Die wohl wichtigste Grundlage für ein hochwertiges Lautsprecher-System ist natürlich dessen Gehäuse. Wenn hier nicht alles perfekt passt, können selbst die ausgefeiltesten Treiber nichts retten, da sie ihr volles Potential nicht ausschöpfen können. Demzufolge setzten die Ingenieure von Dali auf ein geradezu massivst ausgeführtes Gehäuse, das in den Seitenteilen aus nicht weniger als sechs einzelnen, miteinander verleimten Lagen aus MDF besteht. Bei der Dali Epicon 6 weist etwa die Rückwand, ebenfalls aus mehrschichtigem MDF gefertigt, eine Wandstärke von 53 mm auf, in der die gesamte Konstruktion verankert ist. Die spezielle Formgebung des Lautsprecher-Systems mit den leicht geschwungenen Außenseiten, sowie dem nach hinten hin ansteigenden Querschnitt, ist nicht allein der erstklassigen Arbeit der Designer zu verdanken, die eine möglichst elegante Formgebung anstrebten, sondern erfüllt auch ganz praktische Aufgaben. Somit werden etwa stehende Wellen und klangschädigende Resonanzen im Ansatz unterdrückt.

Auch im Inneren sorgen mehrfache Verstrebungen für höchste Stabilität, zudem wird dadurch erreicht, dass defakto jedem Treiber eine separate Kammer zur Verfügung steht, besonders wichtig bei den beiden Tiefönern, die ein völlig voneinander unabhängiges, aber identisches Volumen nutzen, und damit jeweils eigene, nach hinten herausgeführte Bassreflex-Systeme zur Verfügung haben. Diese Bassreflex-Systeme sind sehr nahe an den Treibern angebunden, und mit Reflex-Röhren ausgestattet, die an beiden Enden nach außen gewölbt sind, um klangschädigende Turbulenzen im Luftstrom zu vermeiden. Durch die sehr direkte Ankopplung wird einerseits eine sehr geringe Verzögerung, und somit ein bestmögliches Timing und damit auch ein exaktes Impulsverhalten erzielt.

Die Treiber selbst sind in eine leicht gebogene Frontwand eingelassen, die eine Wandstärke von 33 mm aufweist, und aus zwei Schichten aufgebaut ist. Damit trägt auch sie dazu bei, dass eine absolut verwindungssteife Konstruktion erzielt wird, und die Energie der Treiber effektiv genutzt wird, und nicht als „Verlustleistung“ in Gehäusevibrationen verloren geht.

Um zu unterstreichen, wie akribisch die Entwickler bei der Dali Epicon 6 zu Werke gingen, sei erwähnt, dass auch die Frequenzweiche des Lautsprecher-System in einer eigenen Kammer untergebracht ist, und zwar am Boden des Systems, um so jedwedem negativen Einfluss komplett entzogen zu werden.

Die Fertigung der Gehäuse erfolgt unter modernsten Produktionsbedingungen. So kommen allen voran CNC-Fräsen zum Einsatz, um absolut exakte Bearbeitungen vornehmen zu können, und etwa eine maßgenaue Einpassung der Treiber vornehmen zu können, bei denen selbst unscheinbar wirkende Details wie der Luftfluss zwischen den Montage-Vorrichtungen hinter den Tieftönern stets exakt definiert ist.

Dali Epicon 6 im Test

Feinste Auflösung durch Hybrid-Hochtonmodul

Welch hohen Aufwand die Entwickler bei der Dali Epicon 6 trieben, lässt sich geradezu exemplarisch an deren Hochton-Treiber festmachen. Hierbei handelt es sich um ein so genanntes Hybrid-Hochtonmodul, das im wesentlichen aus zwei Hochtönern besteht, die hier zu einer Einheit verbunden werden. Hier kommt zunächst ein Kalotten-Treiber mit einem Durchmesser von 29 mm zum Einsatz, der mit einem 10 x 55 mm Bändchen-Hochtöner kombiniert wird. Dies ist nach Ansicht der Entwickler eine nahezu perfekte Lösung für die Wiedergabe hoher Frequenzen, da hier die Vorteile zweier Treiber-Prinzipien auf ideale Weise kombiniert werden können.

Verankert sind die beiden Treiber in einer soliden Aluminium-Platte, bilden also tatsächlich eine Einheit, und sind akurat von den übrigen Treibern getrennt. Die Hauptarbeit übernimmt zunächst der Kalotten-Treiber mit seiner Membran aus Seide, und zwar bereits ab 2,5 kHz. Erst jenseits der 10 kHz beginnt der Bändchen-Treiber zu wirken, und mischt sich ab 15 kHz so richtig ins Geschehen ein, während der Kalotten-Treiber noch bis rund 20 kHz ebenfalls weiter wirkt. Damit garniert der Bändchen-Treiber, überspitzt formuliert, die Wiedergabe des Kalotten-Treibers mit dem letzten Quäntchen Feinzeichnung und Details, und übernimmt dann die alleinige Wiedergabe, wenn die Leistungsfähigkeit der Kalitte endet, und zwar bis jenseits der 30 kHz. Er sorgt zudem für eine sehr homogene Abstrahlung.

Tiefton-Arbeit…

Es ist wohl nicht weiter erstaunlich, dass Dali natürlich auch bei der Dali Epicon-Serie auf die schon längst geradezu typischen braun, rötlichen Membranen setzt. Natürlich hat man damit ein geradezu charakteristisches Merkmal geschaffen, allerdings hat auch dieses Aussstattungsmerkmal durchaus ganz praktische Vorteile. So ergibt sich diese rötlich, braune Färbung der Membranen durch den Einsatz eines sehr leichten Zellstoffs, der mittels Holzfasern verstärkt wird, wobei für die Dali Epicon-Serie das Verfahren zur Fertigung dieser Membranen nochmals verfeinert wurde, unter anderem durch noch engere Toleranzen bei der Fertigung. Zudem kommt eine neue, spezielle Imprägnierung sowie eine ebenfalls neue, finale Beschichtung zum Einsatz.

Angetrieben werden die Membranen der Tiefton-Treiber bei der Dali Epicon 6 durch ein völlig neu entwickeltes Magnet-System, das so genannte Linear Drive Magnet System. Dieses ist das Ergebnis umfangreicher Berechnungen mit speziellen Simulationsprogrammen, aber ebenso ausführlicher, ganz praktischer Versuchsreihen. Ziel war es, ein Antriebssystem zu entwickeln, bei dem Verzerrungen auf ein absolutes Minimum reduziert werden, und das sowohl „Strom“- bzw. Pegel- als auch Frequenzunabhängig gleichmässige magnetische Bedingungen geschaffen werden, um letztlich stets akkurate Ergebnisse zu liefern.

Erzielt wird dies durch einen völlig neu entwickelten, weichmagnetischen Werkstoff, einem so genannten Soft Magnetic Compound, oder kurz SMC, der anstelle von Eisen als Werkstoff für den Polkern zum Einsatz kommt. Hierbei handelt es sich um ein Pulver, dass in einem aufwendigen Verfahren von einem externen Spezialisten geformt wird, um als Polkern eingesetzt zu werden. Damit wird sichergestellt, dass die Modulationen des Luftspalt-Flusses keinen neuen konkurrierenden Fluss im Luftspalt erzeugen, sobald Strom durch die Schwingspulen-Windungen fließt. Zwei Aluminium-Ringe rund um den Polkern sorgen für eine deutlich reduzierte Schwingspuleninduktivität die zudem über die gesamte Auslenkung bei nur sehr geringen Abweichungen konstant bleibt.

Um es also kurz auf den Punkt zu bringen: Dali setzte alles daran, eine stets kontrollierte, und somit exakte Wiedergabe zu erzielen.

Dies geht sogar soweit, dass selbst der Lautsprecher-Grill der Dali Epicon 6 dahingehend optimiert wurde, dass es zu keinerlei negativen Einflüssen auf die Abstrahlung der Treiber kommt. So findet man hier etwa keine gleichgroßen Löcher, was nach Angaben von Dali dazu führt, dass der Stoff stets absolut plan und frei von möglichen Störgeräuschen auf dem Grill aufliegt. Ein Ergebnis, dass durch zahlreiche ausführliche Experimente ermittelt wurde.

Keep it simple…

Nicht nur die Entwickler von Dali setzen auf Einfachheit bei der Realisierung von Frequenzweichen, um bestmögliche Ergebnisse zu erzielen. Nur so lässt sich ein möglichst verlustfreier Klang realisieren, denn alles, was nicht zwingend im Signalfluss sein muss, kann diesen nur verschlechtern. Nur ausgewählte Bauteile kommen hier zum Einsatz, die nach Angaben von Dali stundenlangen Messungen und Hörvergleichen unterzogen werden, bevor diese handverlötet, mit kürzesten Signalwegen die Frequenzweiche der Dali Epicon 6 bilden.

Nachdem die Dali Epicon 6 über einen Anschluss-Terminal verfügt, der nicht nur Bi-Wiring, sondern auch Bi-Amping erlaubt, lässt sich diese Frequenzweiche aber auch komplett umgehen.

Die Anschlüsse sind überaus massiv ausgeführt und nehmen problemlos jedwedes Kabel auf, eignen sich aber ebenso für fertig konfektionierte Kabel mit Bananas und Kabelschuhen. Mit massiven Brücken aus vergoldeten Kupfer sind die beiden Steckerpaare verbunden, man kann also nicht wirklich von „billigen Kabelbrücken“ sprechen, allerdings kann man diese ja problemlos mit eigenen Lösungen ersetzen.

Im Inneren sorgt eine hochwertige Verkabelung mit dem so genannten Dali Cordial III mit 37 Strängen mit je 0,32 mm, aufgebaut in vier Lagen und einer Isolierung aus Polyethylen für eine bestmögliche Signalübertragung. Lediglich der Bändchen-Hochton-Treiber ist mit einem dünneren, für die Übertragung hoher Frequenzen optimierten Kabel, dem Dali Cordial I verbunden.

Harte Fakten

All dies kann natürlich in aller Kürze auch als nüchterne technische Daten zusammen gefasst werden. So handelt es sich bei der Dali Epicon 6 um ein so genannten 2 1/2 plus 1/2-Wege Stand-Lautsprecher-System, das, wie beschrieben, mit einem 29 mm Kalotten sowie 10 x 55 mm Bändchen-Hochton-Treiber, sowie zwei 6 1/2 Zoll Tieftontreibern ausgestattet ist, die über ein Bassreflex-System verfügen. Das Lautsprecher-System deckt damit einen Frequenzbereich zwischen 35 und 30.000 Hz ab und weist eine Empfindlichkeit von 88 dB bei einer nominellen Impedanz von 5 Ohm auf. Die Frequenzweiche greift bei 700 Hz, 2.55 kHz sowie 15 kHz ins Geschehen ein und das System ist für Verstärker mit einer Leistung zwischen 50 und 300 Watt ausgelegt. Das Anschlussfeld eignet sich für Bi-Wiring als auch Bi-Amping. Mit Abmessungen von 1062 x 320 x 459 mm bringt es das Lautsprecher-System auf ein Gewicht von 29,9 kg.

Allzu nüchtern, diese Art der Betrachtung, wie wir meinen. Lassen Sie uns daher zur Beantwortung der Eingangs aufgeworfenen Frage kommen:

Wie klingt dieses Prachtstück?

Nun, hier wären wir fast versucht, dies mit nur einem Satz zu beantworten: es klingt so, wie es klingen muss! Was aber ist damit gemeint? Ganz einfach, wir hatten das Glück, ein bereits bestens eingespieltes Pärchen der Dali Epicon 6 zu erhalten. Und auch wenn es natürlich etwas für sich hat, einem Lautsprecher-Paar, frisch aus dem Werk, über ein paar Tage oder teils ein, zwei Wochen dabei zuzuhören, wie es sich allmählich so richtig in Form bringt, sprich einspielt, und stets ein Quentchen mehr zu leisten im Stande ist, ist es es natürlich andererseits besonders beeindruckend, wenn es schlicht vom ersten Ton weg perfekt erscheint. Und genau dies war beim Test der Dali Epicon 6 der Fall.

Vom allerersten Ton an strahlte die Dali Epicon 6 eine Souveränität und Wahrhaftigkeit aus, die stets vermittelte, dass alles, was man ihr darreichte, haargenau so zu klingen habe, wie sie es darbot. Dabei verweigerte sie weder eine teils abgrundtiefe Abbildung hinunter in den Frequenzkeller, noch eine feinst aufgelöste Darbietung bis hinauf ins letzte Detail, getragen von einer satten, konturenreichen Abbildung im mittleren Frequenzspektrum. Besonders beeindruckend war dabei die musikalische Einheit, die die Treiber des Lautsprecher-Systems bilden. Jeder Ton kommt absolut auf den Punkt, und jeder Musiker steht exakt da, wo ihn der Tontechniker platzierte. Bei den „richtigen“ Aufnahmen baut die Dali Epicon 6 also geradezu die sprichwörtliche Bühne vor dem Zuhörer im Wohnzimmer auf.

Apropos Wohnzimmer, erstaunt hat uns auch die „Gutmütigkeit“ dieses Lautsprecher-Systems. Hier hat man es sicher nicht mit einer Diva zu tun, die ganz besonderer Aufmerksamkeit verlangt, um zu Höchstleistungen bereit zu sein. Bei einer halbwegs mit Bedacht gewählten Aufstellung „spielt“ die Dali Epicon 6 in wohl nahezu jedem Raum. Und auch bei der Elektronik zeigt sie sich nicht wirklich allzu wählerisch, sondern kitzelt aus der HiFi-Kette vielmehr alles heraus, was diese zu leisten im Stande ist. Und je mächtiger die Kette davor ist, umso beeindruckender sind die Ergebnisse, die die Dali Epicon 6 damit liefert. Wir wagen die Vermutung, dass es wohl einiger Investitionen bedarf, um die Leistungsgrenze dieses Lautsprecher-Systems auch nur ansatzweise tatsächlich auszureizen.

Eins noch, dieser Speaker erwies sich als echte „Universal-Lösung“. Genre-unabhängig gibt sie ihr Bestes, sei es nun Klassik in kleinen oder großen Ensembles, feinste Jazz-Klänge, erdiger Blues, bis hin zur härteren, rockigen Gangart, oder rein elektronischen Klängen. Allerdings müssen wir auch eine Warnung aussprechen: im Test ertappten wir uns immer wieder dabei, über Stunden hinweg den Pegelregler immer mehr nach rechts zu drehen. Nicht, weil da nicht genug „kommen“ würde, sondern vielmehr weil die Dali Epicon 6 geradezu einlädt, mehr und mehr zu wollen, da dies nach wie vor absolut authentisch, völlig unaufgeregt und stets überaus natürlich dargeboten wird.

Und noch ein weiterer Tipp: das im Lieferumfang enthaltene Poliertuch ist wohl durchaus mit Bedacht enthalten. Denn es wird wohl nicht nur der Autor dieser Zeilen sein, der ob der prächtigen Erscheinung der Dali Epicon 6 vor dieser steht, und diese mit einem Anflug von Ehrfurcht sanft „streichelt“. Das makellose Finish lädt fast dazu ein. Sei es nun die uns zur Verfügung gestellte Ausführung in Hochglanz Weiss, oder eine der insgesamt drei Varianten mit Echtholz-Furnieren, die mehrfach lackiert, und aufwendigst poliert wurden.

Damit kehren wir erneut zur ursprünglichen Frage zurück: „Also, fesch is sie schon! Sehr, sehr fesch…Klingt sie auch so?“ Die Antwort darauf lautet ganz eindeutig ja! Hier bilden ein perfektes Design, eine makellose Verarbeitung und eine fantastische Darbietung eine Einheit, die auf höchstem Niveau angesiedelt ist. Die Dali Epicon 6 muss somit als audiophiles Schmuckstück bezeichnet werden, das klar beweist, dass hier die Dänen ihre gesamte Expertise aus 30 Jahren Lautsprecher-Entwicklung einfließen haben lassen, und dabei wohl keinen Kompromiss eingingen.

Auf den Punkt gebracht

Mit der Dali Epicon 6 präsentiert der dänische Lautsprecher-Spezialist einen audiophilen Allrounder, den man mit Fug und Recht als echtes Meisterwerk bezeichnen muss. Absolut perfektes Timing, eine überaus musikalische Darbietung unabhängig vom Genre, wird hier mit einer makellosen Verarbeitung, und einem edlen Design kombiniert. Beeindruckend zudem, dass all dies bei derart „schlanken“ Abmessungen möglich ist. Somit ist die Dali Epicon 6 wahrlich eine Zierde für jeden Raum, sei es nun aus rein optischer, oder aus rein klangtechnischer Sicht!

9,0 (Herausragend)

The Good

  • Erstklassiges Design
  • tadellose Verarbeitung
  • herausragendes Timing
  • überzeugende stets natürliche Darbietung
  • universell
  • problemlos bei der Aufstellung im Hörraum

The Bad

  • Kein Nachteil ersichtlich

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