David Munyon lässt sich wohl am ehesten mit dem Begriff Singer/Songwriter umschreiben, wenngleich seine Songs neben dem Folk auch Anleihen aus dem R&B und Blues enthalten. Und genauso schwer wie sich seine Musik in eine der zahlreichen Schubladen einordnen lässt, so schwer ist auch Munyon selbst zu fassen. Eigentlich würde die Bezeichnung „Alt-Hippie“, aber im positivsten Sinne, perfekt passen.
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Von Michael Holzinger (mh) 05.03.2010 |
Halt fand er vor allem in der Religion, wobei Munyon keinerlei Berührungsängste mit den verschiedensten Konfessionen hat. Jesus Christus neben Allah, die Lehren Buddhas, Krishna, Shiva und zahlreiche indische Gurus bilden die Grundlage für sein Weltbild.
Erst Ende der 1980iger traf er in Nashville auf Ron Hitchcock, J.D. Hicks und Bruce Hicks, und nahm seine erste CD auf. Auch wenn in den folgenden Jahren etliche weitere, zum Großteil von der Kritik umjubelte CD-Produktionen folgten, der Musikindustrie hat sich David Munyon stets verweigert. Daher blieb er bis zum heutigen Tag nicht mehr als ein Geheimtipp. Vor allem in seiner Heimat USA ist Munyon relativ unbekannt, zumindest beim breiten Publikum. Seine größten Erfolge feierte er vor allem in Europa, was vor allem daran liegt, dass er in den Jahren 1992 bis 1998 etliche Konzert-Touren absolvierte und zum Großteil auch in Deutschland lebte.
Allerdings sehen Konzert-Touren von David Munyon gänzlich anders aus, als bei anderen Musikern. Munyon spielt hauptsächlich vor wirklich sehr kleinem Publikum, eigentlich fast schon im privaten Rahmen, zumeist alleine nur mit seiner Gitarre. Stundenlang spielt er aus einem immensen Repertoire an mehreren hundert Liedern, und zwar zumeist das, was das Publikum per Zuruf gerade wünscht.
Dabei hätte Munyon eigentlich keinerlei Grund, in derartiger Bescheidenheit und so zurückhaltend zu leben. Viele seiner Lieder wurden von Größen wie Eric Burdon, Rick Travino oder Jennifer Warnes interpretiert, und Munyon trat gemeinsam mit Bill Monroe, Suzanne Vega, Richie Havens, The Band und den The Drifters auf.
Munyon aber hat ein anderes Ziel für sich auserkoren. Dazu meint Munyon auf seiner Webseite: "We are hopeful that our songs may, in some way, bring happiness and comfort to people in this world and maybe if we all work together we can stop some of the pollution in the air, and maybe clean up the rivers and streams and the oceans, and spread some love and harmony... and promote Peace. What is my message? I don't know. Perhaps love and forgivness, Forgivness for everyone... up to 77 times a day, and love, and good coffee, and peace." Munyon bezeichnet sich selbst gerne als Schriftsteller, Performer, Maler, Künstler, Poet und Bauer. Wie gesagt, ein Alt-Hippie im besten Sinne des Wortes ;)
Das Album „More songs for planet earth“ erschien zwar 2004, die darauf enthaltenen Aufnahmen wurden aber bereits 1996 und 1997 gemacht, und zwar zwischen Oktober 1996 und August 1997. Die Lieder stammen zum überwiegenden Teil von David Munyon und seiner Frau Sharon Peacock Standley. Die Lieder erzählen kleine Geschichten in bester Songwriter-Tradition. Hier werden keine großen Themen abgehandelt, es sind die kleinen Gschichtln, die man sich einfach mal so unter Freunden erzählt, mal unterhaltend, mal mit etwas ernsterem Hintergrund in Form einfühlsamer Balladen dargebracht.
Im Mittelpunkt steht David Munyons leicht nasale, aber sehr einprägsame Stimme, die den Zuhörer nach wenigen Worten packt und in ihren Bann zieht. Und mehr als Munyons Gesang und seiner Gitarrenbegleitung wurde bei den Recording-Session 96/97 nicht aufgenommen. Erst für die Veröffentlichung des Albums im Jahr 2004 wurde die Produktion fertiggestellt.
Dann nämlich wurden die Aufnahmen durch überaus interessante Arrangements bereichert. Es folgte zunächst die übliche Besetzung mit Gitarren, Hammond, Bass und Percussion. Dazu fügten die Produzenten zudem E-Bow, eine Sitar, eine Harmonika, ein Akkordeon oder ein Didgeridoo ins Klangbild ein. Zu den nachträglich hinzugefügten Mitstreitern David Munyons zählen auf diesem Album überaus bekannte Musiker. So sind neben Beo Brockhaus, Martin Huch, Steve Baker, Thomas Klippel, Mike Silver und Hans-Jörg Maucksch auch Chris Jones an der Gitarre auf „More songs for planet earth“ zu hören.
Aufgenommen und produziert hat das Album Günter Pauler, das Mastering übernahm Hans-Jörg Maucksch. Wie immer, wenn dieses Duo am Werk ist, kam dabei ein hervorragend klingendes, von dichter Atmosphäre geprägtes Album heraus.
„More songs for planet earth“ ist eines jener Alben, die vom ersten Augenblick an begeistern. Zu einem wahren Juwel zählt sicher der Titel „Four wild horses“, über das Munyon in den Liner Notes anführt, es sei eine kleine Erzählung über den alten wilden Westen... Epochal!!!

| Album: | More songs for planet earth |
| Künstler: | David Munyon |
| Komponist: | David Munyon |
| Label: | Stockfisch Records |
| Jahr: | 2004 |
| Format: | Audio CD |
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