Foto © Dolby Laboratories Inc.

Dolby Atmos - Dolby will hoch hinaus…

Dolby Atmos sei der neue Standard, der Home Cinema in bislang nicht gekannter Qualität erlaube, davon zeigt sich das US-amerikanische Unternehmen Dolby Laboratories Inc. überzeugt. Damit werden die bislang geltenden Grenzen eines primär horizontalen Klangbilds um eine zusätzliche Achse erweitert. Mit Dolby Atmos kann nach Angaben von Dolby Laboratories Inc. nämlich auch die Höhe abgebildet werden.

Kurz gesagt...

Mit Dolby Atmos wird die Wiedergabe im Heimkino im wahrsten Sinne des Wortes auf eine neue Ebene gehoben. Mit zusätzlichen Decken-Lautsprecher-Systemen soll ein besonders akkurater, raumfüllender Klang erzielt werden.

Wir meinen...

Mit Dolby Atmos soll die Wiedergabe im Heimkino auf ein gänzlich neues Niveau angehoben werden. Erstmals sollen Klangereignisse über dem Zuhörer stattfinden. Erzielt wird dies durch neue, zusätzliche diskrete Kanäle, die natürlich zusätzliche Lautsprecher bedienen. Dabei handelt es sich idealerweise um Decken-Lautsprecher, die über dem Zuhörer angebracht werden, vier Stück an der Zahl. Insofern wird Dolby Atmos wohl allen voran wahre Home Cinema-Enthusiasten ansprechen, denen vier weitere Speaker im Raum nichts ausmachen. Die passenden AV-Receiver, die stehen in Kürze zur Verfügung, und zwar von allen renommierten Herstellern.

Von Michael Holzinger (mh)
29.06.2014

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Bislang war die Wiedergabe im Home Cinema mehr oder weniger eine „eindimensionale Geschichte“. Filmton wurde zwar in einer Mehrkanal-Konfiguration von mehreren Lautsprecher-Systemen so abgebildet, dass man Ereignisse vorne, links, rechts und hinten orten konnte, im Prinzip spielte sich aber damit alles auf einer Ebene ab.

Erste Ansätze, auch die Höhe einzubeziehen, und somit eine dichtere Atmosphäre zu schaffen, gab es etwa mit dem Standard Dolby ProLogic IIz, der im Jahr 2009 eingeführt wurde. Damit sollten zusätzliche Front-Lautsprecher-Systeme, montiert über den herkömmlichen Front-Speakern für den linken und rechten Kanal, für eine Abbildung in der Höhe sorgen. Allerdings handelte es sich hierbei um kein diskretes Format, sondern vielmehr um ein so genanntes matrixkodiertes Format. Im Gegensatz zu Dolby Digital, dts oder den Nachfolgeformaten Dolby TrueHD und dts HD Master Audio wird hierbei also nicht ein dezidierter zusätzlicher Kanal abgebildet, den der Regisseur, besser gesagt der Tontechniker in der Produktion gezielt separat bedienen kann. Vielmehr wurden die Signale für diese Höhenlautsprecher aus dem normalen Filmton generiert. Wirklich überzeugende Ergebnisse lassen sich damit also nicht erzielen.

Dies soll nunmehr mit Dolby Atmos komplett anders sein, denn hierbei handelt es sich einmal mehr um ein neues diskretes Format, das zusätzliche Kanäle aufweist, die aus der Sicht von Dolby Laboratories Inc. ein wahres Spielfeld für kreative Filmemacher und ihr Produktionsteam sein, um den Zuhörer noch mehr als bisher in den Bann ihrer Werke ziehen zu können.

Dabei ist Dolby Atmos keineswegs neu, vielmehr wird es in Kinos bereits seit 2012 eingesetzt und von zahlreichen Produktionen, allen voran natürlich kostspieligen Blockbustern, genutzt. Nun aber soll diese Möglichkeit auch im Heimkino zur Verfügung stehen. Zwei Jahre haben die Forschungs- und Heimkino-Teams des US-amerikanischen Spezialisten an dessen Umsetzung für den Home Cinema Markt gearbeitet.

Nun stehe die Dolby Atmos-Technologie allen Hardware-Partnern zur Verfügung, die dieser Tage ein wahres „Ankündigungsfeuerwerk“ abfackelten. Nahezu alle führenden Produzenten im AV-Segment kündigten dieser Tage entsprechende Lösungen an, die teils bereits in wenigen Wochen, andere im Herbst 2014 verfügbar sein sollen.

Voraussetzung für Dolby Atmos ist natürlich allen voran ein entsprechend ausgestatteter AV-Receiver, denn schließlich gilt es, zusätzliche Lautsprecher-Systeme im Home Cinema zu bedienen, die über das bisherige Mehrkanal-Setup hinaus gehen.

So müssen für Dolby Atmos zusätzlich zu den im einfachsten Fall als 5.1-Mehrkanal-System konfigurierten Lautsprecher-Systemen zusätzliche Höhen-Lautsprecher eingesetzt werden. Idealerweise handelt es sich hierbei um Decken-Lautsprecher-Systeme, die über dem Zuhörer platziert werden müssen. Damit soll es möglich sein, etwa Regen tatsächlich auch von oben herunterprasseln zu lassen, Flugzeuge, Geschosse usw. direkt über den Zuhörer hinweg fliegen zu lassen, und vieles, vieles mehr. Kann man keine Decken-Lautsprecher nutzen, so soll es entsprechende Dolby Atmos-optimierte Lautsprecher-Systeme geben, die die zusätzlichen Kanäle mit abdecken. Außerdem wird es wohl für bestehende Lautsprecher-Systeme in Kürze von diversen Herstellern entsprechende Zusatzmodule geben, um eine Kompatibilität zu Dolby Atmos herzustellen.

Wie auch immer man die Sache bei den Lautsprechern auch löst, man wird sich also an eine neue Nomenklatur im Home Cinema-Segment gewöhnen müssen. Zu den bisherigen Zahlen kommt noch eine hinzu. So spricht man etwa künftig von einem 5.1.4-Mehrkanal-Konfiguration, wobei die „5“ wie bisher die Kanäle Front Links, Front Rechts, Center, Surround Links und Surround Rechts angibt, die „1“ den Subwoofer für den Effekt-Kanal, und die neue „4“ an letzter Stelle die zusätzlichen Speaker für Dolby Atmos an der Decke des Raums. Ebenso werden sich mit den meisten AV-Receivern Surround-Lösungen in Form von 7.1.2-Mehrkanal-Systemen abbilden lassen, also sieben „herkömmliche“ Kanäle, ein Subwoofer, sowie zwei Speaker für Dolby Atmos. Ausgewachsene AV-Boliden mit entsprechenden Verstärker-Kanälen - elf Stück an der Zahl - werden gar Systeme mit 7.1.4-Mehrkanal erlauben, also zusätzlich vier neue Speaker für Dolby Atmos.

Da es hierbei also in erster Linie um eine neue Zuteilung der Kanäle auf die zur Verfügung stehenden Verstärker des AV-Receivers geht, wäre zumindest theoretisch nicht zwingend ein neuer AV-Receiver erforderlich. Im Prinzip würde ein entsprechendes Software-Update der Firmware reichen, um einen AV-Receiver mit Dolby Atmos auszustatten, denn die entsprechende Anzahl an Verstärkern bieten inzwischen selbst AV-Receiver der mittleren Preisklasse.  Und ausreichend DSP-Power für die Signal-Dekodierung sollte ja in dieser Klasse auch kein Problem darstellen...

Allerdings sieht es derzeit so aus, als würde lediglich ein einziger Hersteller dies auch tatsächlich anbieten, und zwar die japanische Firma Onkyo, die ein entsprechendes Firmware-Update für die aktuellen Geräte der Mittelklasse in Aussicht stellt. Alle anderen Hersteller im AV-Segment begnügen sich bislang mit Ankündigungen neuer Modelle…

An der Quelle selbst, da muss nichts geändert werden, Dolby Atmos stellt etwa an Blu-ray Player keine speziellen Anforderungen, sodass bestehende Modelle problemlos weiterhin genutzt werden können.

Einzig die Software selbst ist natürlich erforderlich, also Filme auf Blu-ray oder mittels Stream, deren Tonspur in Dolby Atmos abgemischt sind, also die entsprechenden Kanäle mehr aufwarten.

Hier verspricht Dolby Laboratories Inc., dass bereits im Herbst 2014 erste Titel erhältlich sein sollen. Spätestens Anfang 2015 sollen zahlreiche Titel mit den neuen Möglichkeiten allen voran auf Blu-ray verfügbar sein.

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