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Electrocompaniet ECG 1 Turntable und ECP 2 Balanced Phono Stage - Gut Ding will Weile haben…

High End 2014: Mit dem Electrocompaniet ECG 1 Turntable und ECP 2 Balanced Phono Stage mischt nun auch die norwegische HiFi-Schmiede im Bereich Schallplatte mit.

Kurz gesagt...

Mit dem Electrocompaniet ECG 1 Turntable und ECP 2 Balanced Phono Stage mischt nun auch die norwegische HiFi-Schmiede im Bereich Schallplatte mit.

Wir meinen...

Wenn, dann richtig… So könnte man den Einstieg der norwegischen HiFi-Schmiede Electrocompaniet AS ins Vinyl-Segment beschreiben. Auch wenn man sich dafür gut 30 Jahre Zeit gönnte, sowohl der Electrocompaniet ECG 1 Turntable und ECP 2 Balanced Phono Stage erwecken den Eindruck, dass sich das Warten lohnte, und das uns hier zwei wirklich feine Lösungen ins Haus stehen.
Hersteller:Electrocompaniet AS
Vertrieb:Electrocompaniet AS
Preis:k.A.

Von Michael Holzinger (mh)
21.05.2014

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Es war wohl eine der wirklichen Überraschungen, von denen die diesjährige High End 2014 in München ja nicht allzu viele parat hatte, aber das nunmehr auch die norwegische HiFi-Schmiede Electrocompaniet AS im Markt der Schallplatten-Spieler mitmischen will, das war dann doch, ja, überraschend.

Denn es ist ja nicht so, dass sich dieses Marktsegment nicht bereits sehr vielseitig präsentiert. Ganz im Gegenteil, es herrscht allen voran im Bereich Schallplatten-Spieler derzeit eine Vielfalt an Herstellern und Lösungen, die es wohl selbst zur Blütezeit von Vinyl so wohl nicht gegeben hat. Dies zeigte einmal mehr das in München präsentierte Angebot, das jedoch ebenfalls nicht mehr war, als eine klitzekleine Auswahl der tatsächlich am Markt erhältlichen Lösungen.

Aber es ist ja allen voran diese Vielfalt, diese teils gänzlich unterschiedlichen Ansätze, die verschiedensten Konzepte, und nicht zuletzt die individuellen Design-Lösungen, die den ganz speziellen Reiz ausmachen, sodass jeder neue Mitstreiter wohl herzlich willkommen ist. Allen voran wenn es sich um ein derart renommiertes Unternehmen wie Electrocompaniet handelt. Und auch, wenn diese sich reichlich Zeit dafür ließen.

So meinte etwa Mattias Roth, Sales Manager bei Electrocompaniet Europe GmbH im Gespräch mit sempre-audio.at mit einem Lächeln, dass gut Ding eben Weile brauche, und man sich reichlich Zeit für die Entwicklung einer wirklich absolut überzeugenden Lösung gönnte. So rund 30 Jahre in etwa…

Allerdings wäre wohl jetzt durchaus der richtige Zeitpunkt, um ein derartiges Produkt mit allen Stärken der Norweger einzuführen, den man sehe klar, dass der Trend immer mehr, einerseits in Richtung Streaming, andererseits eben Vinyl gehe, also eine sehr hohe Nachfrage der Kunden bestehe, die man nun endlich bedienen könne. Natürlich gäbe es am Markt etliche erstklassige Lösungen, allerdings wünscht so mancher Kunde tatsächlich ein adäquates Produkt seines bevorzugten Herstellers, um die für ihn perfekte HiFi-Kette aufzubauen. Zudem hat man alles daran gesetzt, eine Lösung zu entwickeln, die wohl auch so manchen neuen Kunden von den Vorzügen der Produkte aus Norwegen überzeugen könne.

Zumindest was die Optik betrifft, ist das neue Laufwerk aus dem Hause Electrocompaniet ein wahrer Prachtkerl, der keinen Vergleich zum Mitbewerb scheuen muss. Hier gelang es den Designer auf erstklassige Art und Weise, die typische Design-Sprache des norwegischen Unternehmens aufzugreifen, und in Form eines überaus schicken, sehr elegant wirkenden Laufwerks umzusetzen.

So vertraut man auf eine Sandwich-Konstruktion aus Acryl und Aluminium, wobei drei Schichten zum Einsatz kommen, Acryl, schwarz lackiertes Aluminium, und zum Abschluss wieder eine Platte aus Acryl. Dies sieht natürlich vor allem in Kombination mit den typischerweise in Rotgold gehaltenen Bedienelementen, die auf der linken Seite rund um den Plattenteller an der Oberseite angeordnet sind, absolut elegant aus, und trifft haargenau die Design-Linie aller übrigen Produkte der Norweger. Zudem hat es aber auch eine ganz praktische Bedeutung, denn diese Sandwich-Konstruktion nutzt geschickt die Vorteile beider Materialien, einerseits die hohe interne Dämpfung des Kunststoffs, andererseits die Steifigkeit des Metalls, sodass sich in Summe ein optimal ausgelegtes Chassis ergibt, bei dem klangschädigende Resonanzen und Vibrationen kein Thema sein sollten. Das ganze ruht auf höhenverstellbaren, nochmals bedämpften Füssen.

Auch der Plattenteller ist aus Acryl gefertigt, und zwar ebenso aus transparentem Acryl, wie das Chassis. Auch dies sieht absolut schick aus, und soll ebenfalls den Vorteil bieten, dass hier durch die Eigendämpfung des Materials optimale Voraussetzung für eine tadellose Wiedergabe geschaffen werden. Der Hersteller empfiehlt übrigens ausdrücklich, auf den Einsatz jedweder Matten zu verzichten, sodass die Schallplatte „Teil des Plattentellers“ wird.

Als Antrieb setzten die Entwickler auf einen 24 V AC Asynchron-Motor, der von einem Zweiphasen-Analog-Sinusgenerator angesteuert wird, sodass nach Ansicht des Herstellers eine absolut perfekte Kontrolle der Drehzahl garantiert ist. Selbstverständlich lässt sich die Drehzahl einfach mittels Knopfdruck bestimmen.

Beim Tonarm ließ man sich auf keinerlei Experimente ein, sondern setzt bewusst auf die seit Jahr und Tag bewährte Lösung eines Spezialisten, und zwar den Tonarm Jelco SA-750EB mit S-Form und einer effektiven Tonarmlänge von 255 mm. Dieser ist für Tonabnehmer-Systeme mit einem Gewicht zwischen 4 und 12 Gramm ausgelegt und bietet alle relevanten Einstelloptionen, um eine perfekte, durchaus nach individuellen Gesichtspunkten erstellte Justieren zu erzielen.

Auch beim Thema Tonabnehmer räumt man unumwunden ein, dass man sich hier gerne ausgewiesenen Spezialisten anvertraut, und natürlich keine Pläne verfolgt, hier eigene Kapazitäten aufzubauen, um selbst in die Fertigung einzusteigen. Sehr wohl aber hat man viele Anstrengungen unternommen, hier individuelle Lösungen zumindest als Alternative für das ohnedies reichlich gebotene Produktsortiment anbieten zu können. Daher vertraut man in diesem Fall auf den US-amerikanischen Spezialisten Sound Smith, der in Zusammenarbeit mit den Entwicklern der Norweger Tonabnehmer-Systeme für diesen als OEM-Produkte fertigt, wobei man allen voran auf so genannte Moving Micro Cross Cartridges setzt (MMC).

Der Electrocompaniet ECG 1 Turntable präsentiert sich mit Abmessungen von 465 x 360 x 130 mm und bringt es auf eine Masse von immerhin 14 kg.

Als perfekter Spielpartner ist die ebenfalls neu vorgestellte Phono-Vorstufe Electrocompaniet ECP 2 Balanced Phono Stage konzipiert, aber nicht nur. Mit diesem Produkt richten sich die Norweger natürlich auch an all jene, die bereits ein Laufwerk eines anderen Herstellers ihr Eigen nennen, aber bei der passenden Phono-Vorstufe auf die Qualität einer Lösung aus dem Hause Electrocompaniet setzen wollen.

Demzufolge verspricht der Hersteller, dass die Electrocompaniet ECP 2 Balanced Phono Stage für jedwedes Tonabnehmer-System perfekt geeignet sei. Man setzt hierbei auf eine komplett diskret aufgebaute Signalverarbeitung, die auf State-of-the-art Operationsverstärker vertraut. Mittels bekanntem „Mausklavier“ an der Rückseite lässt sich die Phono-Vorstufe sehr flexibel an jedwedes Tonabnehmer-System anpassen, gleichgültig, ob es sich dabei um ein MM oder MC-System handelt. Dazu zählt nicht nur die Impedanz und der Abschlusswiderstand, auch die Verstärkung kann über einen weiten Bereich in 5 dB Schritten angepasst werden. Die Entzerrung soll akkurat den RIAA-Vorgaben entsprechen und optional kann ein Filter zugeschalten werden, um tieffrequente Störsignale zu unterdrücken.

An der Rückseite findet man zudem ein Cinchbuchsen-Pärchen als Eingang, sowie einen unsymmetrischen Ausgang (Cinchbuchsen), als auch symmetrischen Ausgang (XLR-Buchsen)

Während also an der Rückseite recht dicht gedrängt zugeht, präsentiert sich die Front geradezu nüchtern. Lediglich der Hauptschalter, zentral angeordnet unter dem Logo des Herstellers, steht hier zur Verfügung. Natürlich passt das Design dieser Phono-Vorstufe perfekt zu den übrigen Komponenten der norwegischen HiFi-Schmiede. Sie misst 465 x 371 x 78 mm und wiegt rund 5 kg.

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