(Fast) Alles neu - Apple aktualisiert iPod-Familie

(Fast) Alles neu - Apple aktualisiert iPod-Familie

Apple September 2010 Event: Über 275 Millionen iPods wurden bislang verkauft, so Steve Jobs einleitend zur Produktpräsentation des neuen iPod Line-Ups für das so wichtige letzte Quartal 2010. Damit stellt Apples iPod-Familie insgesamt, aber auch nahezu jeder einzelne iPod in seiner jeweiligen Kategorie nach wie vor unangefochten die am meisten verkauften mobile Audio- und Video-Player dar. Daran wird sich alsbald auch nichts ändern, denn die neuesten Modelle dürften ebenso für klingende Kassen bei Apple sorgen.

Von Michael Holzinger (mh)
01.09.2010
Trotz aller kursierenden Gerüchten im Vorfeld, eins war stets klar: das nahezu schon traditionelle September-Event Apples widmet sich vor allem der iPod-Familie. Wie in jedem Jahr präsentierte Steve Jobs somit auch diesmal im Yerba Buena Vista Center fpr the Arts in San Francisco das neue Line-Up für das anstehende Weihnachtsgeschäft.

Den Beginn machte dabei der iPod shuffle, dessen Design sich in seiner Geschichte nahezu von Generation zu Generation teils grundlegend änderte. So begann alles mit dem, seinerzeit von bösen Zungen als Kaugummi-Packerl bezeichneten, weißen iPod shuffle. Dieser überraschte damals doch sehr, denn es war der erste iPod, der ohne Display und das von Apple so hochgelobte Click Wheel auskam. Statt dessen gab‘s lediglich fünf Tasten sowie eine neue shuffle-Funktion, die Musikstücke in zufälliger Reihenfolge abspielte und dem iPod auch den Namen gab.

Mit dem nächsten Update schrumpfte der shuffle auf die Größe seiner Bedienelemente und sein Gehäuse aus Aluminium bekam einen Clip verpasst, sodass sich der kleine Player einfach an einem Kleidungsstück befestigen lies und somit perfekt für Sport und Outdoor-Aktivitäten geeignet war.

Dann sorgte Apple erneut für eine große Überraschung, als mit der nächsten Generation auch die letzten Bedienelemte weggelassen wurden und der iPod shuffle auf ein geradezu winziges Gerät geschrumpft wurde. Die Bedienung erfolgte nunmehr allein mit einer einzigen Taste und die so genannte VoiceOver-Funktion, bei der Titel, Interpret und Playlisten vorgelesen wurden.

Laut Steve Jobs lieben Kunden diese Funktion, aber, sie vermissen auch die herkömmlichen Tasten. Also galt es, ihnen beides zu geben. Somit präsentiert sich der neue iPod shuffle von Apple wieder in der Form der vorletzten Generation, also mit nahezu quadratischer Front, auf der die gewohnten Tasten wieder zu finden sind, und nur wenige Millimeter dick. Auch den Clip an der Rückseite gibt es nach wie vor. Über einen Wahlschalter kann die Wiedergabe zwischen kontinuierlich und dem shuffle-Modus umgeschalten werden. Auch der neue iPod shuffle weist zudem die VoiceOver-Funktion auf, die, wie gesagt, Titelinformation, Interpret und Playlist, aber auch den Ladezustand des Akkus ansagt. Der entsprechende VoiceOver-Button ist nun direkt am Gerät, und nicht mehr am Kabel des Kopfhörers zu finden, sodass mit dem neuen iPod shuffle wieder problemlos alle Kopfhörer genutzt werden können. Zudem funktioniert mit dem neuen iPod shuffle auch die Genius Mix-Funktion von Apples iTunes.

Mit einer Höhe von 29 mm, einer Breite von 31,6 mm und einer Tiefe von 8,7 mm inklusive Clip wiegt der Apple iPod shuffle lediglich 12,5 Gramm und soll eine Akkulaufzeit von bis zu 15 Stunden aufweisen. Das Gerät wird in fünf Farben und mit einer Speicherkapazität von 2 GByte angeboten.

Auch der iPod nano wurde von Apple grundlegend überarbeitet, wobei sich die im Vorfeld von der Gerüchteküche gehandelten Informationen zumindest teilweise als korrekt entpuppten. Denn der neue iPod nano schrumpfte ebenfalls deutlich und hat mit seinem direkten Vorgänger eigentlich nur noch den Namen gemein. Dem neuen nano fehlt nämlich der komplette Unterteil, auf dem bislang das Click-Wheel zu finden war. Laut Steve Jobs musste eine Lösung gefunden werden, wie man das Gerät kompakter macht, also auf das Click-Wheel verzichten kann, gleichzeitig aber einen hohen Bedienkomfort bietet. Das Ergebnis ist, dass nun auch der iPod nano ein so genanntes Multitouchscreen-Display aufweist, wie es auch beim Apple iPhone, dem iPod touch und dem iPad zum Einsatz kommt. Natürlich ist es in diesem Fall deutlich kleiner ausgefallen. Um genau zu sein, beim iPod nano weist das Display eine Bilddiagonale von 1,54 Zoll auf und bietet eine Auflösung von 240 x 240 Bildpunkten. Darauf finden sich immer vier Applikations-Icons und das Gerät unterstützt natürlich mehrere Screens, zwischen denen man einfach mittels Fingerstreich wechselt. Mit zwei Fingern kann man die Darstellung rotieren und zudem können die Icons frei arrangiert werden, sodass man die für den persönlichen Bedarf wichtigsten Icons direkt auf dem Home Screen abgelegt sind.

Das einzige „echte“ Bedienelement ist ein Lautstärkeregler sowie ein Ein/Austaster. Trotz der geringen Abmessungen von nunmehr lediglich 37,5 x 40,9 x 8,78 mm weist natürlich auch der neue iPod nano den obligatorischen Dock-Connector an seiner Unterseite auf. Das lediglich 21,1 Gramm schwere Gerät verfügt nunmehr ebenfalls über einen Metall-Clip an der Rückseite, sodass der kleine Player problemlos an ein Kleidungsstück angeclipst werden kann.

Der iPod nano unterstützt natürlich Genius Mixes, stellt Fotos dar, verfügt über einen integrierten FM-Tuner und kann zudem mit dem Schrittzähler von Nike genutzt werden.

Auch der iPod nano ist in mehreren Farbvarianten erhältlich. Zu den fünf Farben des iPod shuffle kommt hier zudem ein so genanntes (Product) Red. Mit einer Speicherkapazität von 8 oder 16 GByte soll der neue iPod nano eine Akkulaufzeit von bis zu 24 Stunden aufweisen.

Viele Spekulationen im Vorfeld des diesjährigen September Music-Events von Apple beschäftigten sich natürlich mit dem Apple iPod touch. Die Präsentation von Steve Jobs in San Francisco brachte nun endlich auch diesbezüglich Klarheit, wenngleich man nun festhalten kann, dass der neue iPod touch wohl die unspektakulärsten Neuerungen aufweist. Das zeigte sich bereits, als Steve Jobs während seiner Präsentation mehrfach auf das besonders dünne Gehäuse des neuen iPod touch hinwies, das normalerweise sehr leicht zu begeisternde Publikum aber nur mit einem verhaltenen Applaus reagierte.

So präsentiert sich der neue iPod touch erstaunlicher Weise nicht im Design des aktuellen iPhone 4, mit dem der iPod touch ja bislang die gleiche Plattform und somit auch das Design teilte. Dies gilt prinzipiell auch für das neueste Modell, das sich somit zwar von Außen deutlich dünner, aber sonst im Design des „alten“ iPod touch, aber mit nunmehr identischen Leistungsdaten mit dem iPhone 4 präsentiert.

Den nunmehr aktuellen Apple iPod touch zeichnet also nicht nur ein neuer schneller Prozessor, der so genannte A4-Chip von Apple, sondern vor allem auch ein neues Display aus, welches Apple als so genanntes Retina-Display bezeichnet. Dieses Display weist eine besonders hohe Auflösung von 960 x 640 Bildpunkten mit 326 dpi bei einer Bilddiagonale von 3,5 Zoll auf, sodass eine besonders kontrastreiche, sehr detaillierte Darstellung ermöglicht wird. Darüber hinaus verfügt nun auch der iPod touch über das dreiachsige Gyroskop und auf der Front-Seite ist ebenso wie auf der Rückseite nun auch beim iPod touch jeweils eine Kamera integriert. Die Kamera auf der Frontseite erlaubt Video-Konferenzen über Apples FaceTime, sofern sich der iPod touch in ein Wireless LAN einklinkt. Damit steht auch einer Kommunikation mit iPhone 4-Anwendern nichts im Wege. Während diese Kamera eine Auflösung von 640 x 480 Pixel aufweist, liefert die Kamera auf der Rückseite des iPod touch eine Auflösung von 960 x 720 Bildpunkten, was nicht wirklich an die 5 MPixel des iPhone 4 herankommt, aber dennoch Videos in HD, also zumindest mit 720p und 30 Frames pro Sekunde erlauben soll.

Als Betriebssystem kommt natürlich die aktuelle Version von Apples iOS zum Einsatz, also nunmehr iOS 4.1.

Erstaunlicher Weise ist der iPod touch inzwischen laut Steve Jobs der am meisten verkaufte iPod. Bis vor kurzem galt dies für den iPod shuffle. Der wohl wesentlichste Grund dafür dürfte in dem immer umfangreicheren Angebot an Apps zu suchen sein, vor allem bei Games. Da der iPod touch zudem als „iPhone without the phone“ oder „the iPhone without a contract“ gilt, so Steve Jobs, entwickelte sich dieses iPod-Modell zum mit Abstand erfolgreichsten mobilen Gaming-Device. Die Stückzahl übersteigt laut Apple jene von Nintendo und Sony zusammen.

Eine Entwicklung, die mit dem neuesten Modell sicher weiter fortgesetzt werden kann, den abgesehen von den bislang schon angeführten Neuerungen, wie etwa das erstklassige Display und der schnelle Prozessor, die natürlich auch bei Games voll zur Geltung kommen, ist der neue iPod touch mit 111 x 58,9 x 7,2 mm tatsächlich deutlich dünner und mit einem Gewicht von 101 Gramm nach wie vor erstaunlich leicht. Zudem weist das Gerät nunmehr eine Akkulaufzeit von bis zu 40 Stunden auf. Bei Videos sind es ebenfalls noch erstaunliche sieben Stunden. Das Gerät ist mit 8, 32 und 64 GByte Speicherkapazität erhältlich.


Mit keinem Wort wurde der letzte tatsächlich erhältliche iPod mit integrierter Festplatte, der iPod classic erwähnt. Nicht einmal auf dem als Zusammenfassung präsentiertem Familienfoto war er zu sehen. Allerdings findet sich der iPod classic nach wie vor im Online-Store von Apple. Allerdings dürften seine Tage schön langsam gezählt und es nur eine Frage der Zeit sein, dass er einfach nicht mehr im Angebot von Apple zu finden ist.

Steve Jobs verkündete in San Francisco, dass alle neuen iPods bereits ab heute vorbestellt werden können, und in den nächsten Tagen ausgeliefert bzw. im Fachhandel erhältlich sein werden.

Der neue Apple iPod shuffle wird zu einem Preis von € 49,- zu haben sein. Der neue iPod nano wird laut Apple mit einer Speicherkapazität von 8 GByte € 159,- kosten. Wer sich für die Variante mit 16 GByte entscheidet, der muss € 189,- investieren. Der Apple iPod touch kostet mit einer Speicherkapazität von 8 GByte € 229,-, mit 32 GByte € 299,- und für die Variante mit 64 GByte sind € 399,- zu budgetieren.

Michael Holzinger


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