High End 2010: NAD preist den neuen M2 als völlig neuartigen Verstärker der exklusiven Masters Serie an, der dank einer Reihe neuer Technologien bisher auftretende klangbeeinträchtigende Faktoren vermeiden, und so alle Vorzüge eines digitalen Verstärkers auch im HiFi- und High-end Bereich salonfähig machen soll.
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Von Michael Holzinger (mh) 22.03.2010 |
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Digitalverstärker verarbeiten und verstärken Signale über den kompletten Signalweg rein digital. Signale werden entweder bereits in digitaler Form, etwa von CD, entgegen genommen oder gleich zu Beginn gewandelt, aufbereitet und in ein PWM-Signal umgewandelt. Danach werden sie einer Endstufe zugeführt. Diese liefert an ihrem Ausgang eine extrem schnelle Folge von Impulsen, deren Höhe und somit Spannung konstant ist, deren zeitliche Dauer jedoch ein genaues Abbild der Intensität des entsprechenden analogen Signals entspricht. Die Endstufe selbst kennt somit nur zwei Zustände: Entweder es fließt der maximale Strom, oder eben überhaupt kein Strom. Erst ein direkt von den Lautsprecher-Klemmen sorgt ein Tiefpass-Filter dafür, dass aus der Impulsfolge wiederum ein analoges Signal wird, dass den Lautsprecher antreibt.
Neben dem sehr hohen Wirkungsgrad derartiger Digitalverstärker wäre also auch die durchgängig digitale Signalführung als Vorteil zu nennen. Bislang war aber nur der hohe Wirkungsgrad tatsächlich auch in der Praxis umzusetzen, wodurch die meisten Hersteller lediglich auf so genannte Class-D Verstärker setzten.
Daher darf man in diesem Zusammenhang nicht dem Irrtum verfallen, es würde sich beim M2 nur um einen weiteren Class-D Verstärker handeln, denn dies bezeichnet lediglich eine digitale Endstufe. Die Signalverarbeitung erfolgt bei derartigen Modellen jedoch zumeist analog. Class-D Verstärker nutzen also nur den Vorteil des besonders hohen Wirkungsgrads und somit einem geringen Energieverbrauch. Class-D steht für NAD daher eher für ein sehr sparsames Prinzip, aber keineswegs für eine hohe Klangqualität.
NAD setzt beim M2 allerdings auf eine durchgängige digitale Signalverarbeitung, beginnend bei den Eingangsbuchsen, bis hin zur Endstufe. Dabei ist man überzeugt, dass man durch eine Reihe von neuen Technologien alle Nachteile, die eine derartige Signalverarbeitung bislang mit sich brachte, wie etwa Rückwirkungen vom Lautsprecher und negative Einflüsse auf das an sich reine Digitalsignale aus dem Netzteil sowie der Endstufe selbst, nahezu völlig ausgeschaltet zu haben.
Für dieses Unterfangen sicherte sich NAD die Zusammenarbeit mit dem renommierten Chip-Hersteller Zetex. In jahrelanger Entwicklung sei es gelungen, eine innovative, einzigartige Technologie zur Perfektion zu führen, so NAD. DDFA nennt sich diese Technologie, wobei die Abkürzung für Direct Digital Feedback Amplifier bzw. direkte digitale Rückkopplung steht und nun erstmals im NAD M2 zum Einsatz kommt.
DDFA soll nach Ansicht NADs eine bislang bei Digitalverstärkern nicht realisierbare Klangreinheit ermöglichen. Die DDFA-Technologie analysiert zunächst die, an die Lautsprecher ausgegebenen digitalen Impulse und vergleicht deren Form mit einem perfekten, im M2 eigens als Referenz generierten PWM-Digitalsignal (Pulse Width Modulation). Treten hier Abweichungen etwa durch Rückwirkungen des Lautsprechers auf, so werden diese digitalisiert und dienen als Fehler-Information zur Berechnung einer ebenfalls rein digitalen Klangkorrektur. Das ganze erfolgt bei einem sehr hohen Takt von 108 MHz, sodass eine hervorragende Auflösung garantiert sein soll.
So soll es nach Ansicht von NAD möglich sein, tatsächlich alle Vorteile eines Digitalverstärkers zu nutzen und eine völlig reine, digitale Signalführung zu garantieren.
Der NAD M2 trumpft mit einer Mindestdauerleistung von zweimal 250 Watt und einer dynamischen Leistung von über 450 Watt pro Kanal an 4 Ohm auf.
Zudem verpasste NAD dem M2 eine nach Herstellerangaben extrem präzise und qualitativ völlig neutrale Klangeinstellung, die mit einer Auflösung von 35 Bit zu Werke geht. Ein zusätzlicher Digitalfilter dient zur Impedanz-Kompensation der Lautsprecher, der sich, in 1 Ohm-Schritten, exakt auf die jeweilige Lautsprecher-Impedanz einstellen lässt und so einen perfekt linearen Frequenzgang mit jedem Lautsprecher erlauben soll.
Weitere von NAD entwickelte Technologien wie etwa Digital PowerDrive und Digital SoftClipping, aber auch eine ständige Fehlerüberwachung sollen eine große dynamische Leistungsreserve bieten und die optimale Kontrolle und einen wirksamen Schutz der Lautsprecher gewährleisten.
Natürlich nimmt der NAD M2 bevorzugt digitale Signale über zahlreiche S/PDIF, TOS-Link und AES/EBU-Schnittstellen entgegen. Der Verstärker bietet aber auch analoge Eingänge, und zwar sowohl in Form klassischer Chinch-Buchsen-Pärchen, als auch XLR-Buchsen für symmetrische Signale. Ein nach Herstellerangaben erstklassiger A/D-Wandler verrichtet seinen Dienst mit einer Auflösung bis zu 24 Bit und Sampling-Raten zwischen 48 und 192 kHz.
Digitale Ausgänge findet man natürlich ebenfalls in allen Varianten, darunter auch ein so genannter Digital Processor Loop, um weitere digitale Klangfilter oder Raumkorrekturen in den Signalweg einzubinden.
Verpackt ist diese geballte Technologieschlacht wie immer bei der NAD Masters Serie in ein solides Stahlblechgehäuse mit zeitlos eleganter Frontblende aus Aluminium und Zink. Diese solide Bauweise sieht nicht nur besonders edel und hochwertig aus, sie minimiert auch Resonanzen und Erschütterungen. Im Vergleich zu anderen Vollverstärkern dieser Leistungsklasse bedarf der NAD M2 keines aufwendigen Kühlkonzepts. Auf Grund des hohen Wirkungsgrads reichen Kühlschlitze am Gehäuse, um die innen untergebrachten Kühlkörper mit Frischluft zu versorgen.
NAD wird das neue Mitglied der Masters Serie auf der High End in München Anfang Mai erstmals präsentieren. Danach soll das Gerät zu einem empfohlenen Verkaufspreis von € 5.990,- im Fachhandel zu finden sein. Weitere Informationen erhalten Sie entweder beim deutschen Vertrieb, der Dynaudio International GmbH, oder aber beim österreichischen Vertrieb von NAD, der Sondeks Vertriebs GmbH.
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