Die Box Design-Serie des in Wien ansässigen Unternehmes Pro-Ject setzt ganz auf Highend zum kleinen Preis. Hochwertigste Elektronik in geradezu kleinen Gehäusen erlauben es, HiFi-Systeme modular aufzubauen, die selbst höchsten Ansprüchen gerecht werden. Mit der CD-Box SE ist nun erstmals ein digitales Quellgerät der Extraklasse zu haben, das die analoge Tradition der Pro-Ject Plattenspieler in der digitalen Welt weiterführt.
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Von Michael Holzinger (mh) 11.11.2009 |
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Bei der Entwicklung der neuen Pro-Ject CD-Box SE stand die kompromisslose Wiedergabe von Audio-CDs im Vordergrund. Dabei tat man sich mit dem Wiener Hightech-Unternehmen Stream Unlimited zusammen, eine vergleichsweise junge Firma, in der sich aber zahlreiche erfahrene Ingenieure zusammengefunden haben, und sich auf die Entwicklung von Embedded Hardware, Software und Firmware für Highend-Audiolösungen spezialisierten. Aufgrund des geballten Fachwissens und der langjährigen Erfahrung liefert Stream Unlimited für zahlreiche führenden Hersteller der Unterhaltungselektronik das Knowhow für deren Produkte.
Pro-Ject setzt im Gegensatz zu vielen anderen Produzenten bei der CD-Box SE nicht auf ein DVD-Laufwerk, das zwar verschiedenste Formate lesen kann, allerdings unnötig hoch dreht bzw. dessen Drehzahl bewusst gedrosselt werden muss. Vielmehr kommt ein hochwertiges, allein auf die CD-Wiedergabe ausgelegtes Laufwerk Sanyo KHM313 zum Einsatz, dem Datenträger über einen Slot-In Mechanismus zugeführt werden.
Gemeinsam mit Pro-Ject entwickelte Stream Unlimited eine neue Laufwerkssteuerung, die man Blue Tiger Server Board nannte. Diese Steuerung für den Servo-Motor sorgt dafür, dass kein klangschädlicher Fehlerkorrekturschaltkreis benötigt wird. Zudem wurde ein besonderes Augenmerk auf die Entkopplung des Laufwerks vom resonanzoptimierten Alu-Gehäuse gelegt. Hier kam Pro-Ject natürlich die Erfahrung aus jahrelanger Entwicklung von Schallplattenspielern zugute. Man setzt bei der CD-Box SE somit auf eine Subchassis-Konstruktion, die schädliche Auswirkungen äußerer Vibration sehr effektiv unterbindet.
Pro-Ject setzt auch bei den Wandlern und der Ausgangsstufe auf ausgewählte Bauteile, wobei auch hier das Credo gilt: es kommen die besten noch leistbaren Komponenten zum Einsatz. So verbaut Pro-Ject in der CD-Box SE erstklassige Operationsverstärker. Darüber hinaus kommen laut Firmengründer Heinz Lichtenegger in der CD-Box SE zwar nicht die teuersten verfügbaren Wandler von Burr-Brown, sondern mit dem PCM1796-DACs nicht minder ausgezeichnete Bausteine mit 24 Bit 192 kHz Signalverarbeitung zum Einsatz, die es aber erlauben, den überaus günstigen Preis der Pro-Ject CD-Box SE bei gleichzeitig hervorragender Klangqualität zu realisieren. Zudem müsse man sich ja noch Spielraum nach oben für künftige Entwicklungen lassen, so Heinz Lichtenegger augenzwinkernd im Gespräch mit sempre-audio.at.
Die Probleme rund um die Stromversorgung löst Pro-Ject höchst elegant, indem die CD-Box SE durch ein externes Netzteil betrieben wird. So muss man sich keinerlei Gedanken über schädliche magnetische Felder und deren Auswirkung auf die übrige Elektronik machen, deren Abschirmung selbst in herkömmlichen Geräten eine große Herausforderung darstellt und in einem derart kompakten Gerät wie der Pro-Ject CD-Box SE ein echtes Problem wäre, das nur schwer in den Griff zu bekommen wäre.
Pro-Ject setzt wie bei allen anderen Komponenten der Box Design-Serie auf ein kompaktes, gleichzeitig aber überaus massives Gehäuse aus Metall mit einer soliden Front aus gebürstetem Aluminium. Natürlich fiel die CD-Box SE nicht ganz so klein aus wie die meisten anderen Geräte aus der Box Design-Serie. Schließlich benötigen die meisten Komponenten dieser Serie eine geringere Standfläche als der Durchmesser einer Audio-CD. Dadurch ist auf der Frontseite der CD-Box SE aber ausreichend Platz für ein in Blau erstrahlendes High-Contrast Punkt-Matrix Display, das selbst aus größerer Entfernung gut ablesbar ist und sich natürlich auf Wunsch dimmen lässt.
An Bedienelementen findet sich nur das wirklich Nötigste auf der Frontseite des Geräts, sodass sich diese sehr aufgeräumt präsentiert und somit eine einfache Bedienung erlaubt. Dies gilt auch für die im Lieferumfang enthaltene Infrarot-Fernbedienung. Diese kann zudem auch die Lautstärke der Pro-Ject Verstärker aus der Box Design-Serie regeln.
An der Rückseite des Geräts findet sich ein analoger Ausgang in Form des üblichen Chinch-Buchsen-Pärchens sowie ein koaxialer Digitalausgang. Selbstverständlich setzt Pro-Ject auch hier auf Qualität und somit hartvergoldete RCA-Ausgangsbuchsen.
Den Test eröffneten wir mit Gianmaria Testa "Lampo". Hier konnte unser Testsystem, allen voran natürlich der CD-Player von Pro-Ject, durch die immense Detailfülle überzeugen, die der italienische Barde auf dieser Aufnahme verewigte, und die perfekt und in voller Pracht von diesem Mini-HiFi-System wiedergegeben wurde. Klar und präzise wurden Gitarren und Bass vorgetragen, trocken und prägnant tönte das Schlagzeug aus den Lautsprechern und Gianmaria Testa baute sich mit seiner „etwas“ verrauchten, aber nuancenreichen Stimme geradezu greifbar vor uns im Raum auf.
Genauso klar und detailreich präsentierte sich „Ca the yowes“ vom Album Robert Burns "My heart's in the Highlands". Die glasklare, sanfte Stimme von Kirsten Easdale im Duett mit der vollen, sehr warmen Stimme von Ross Kennedy füllte den Raum und war von überaus detailreichen Klängen akustischer Gitarren unterlegt, bei denen der CD-Player von Pro-Ject wirklich jede Feinheit bis hin zum leichten Knirschen der Saiten auf den Bünden „gnadenlos“ vortrug. Ebenso das dezente Überblasen der Querflöte. Aber es sind genau diese Details, die eine Aufnahme zum Leben erwecken und - sofern sie derartige Feinheiten nicht verbirgt - eine exzellente Anlage auszeichnen.
Auch bei der nächsten CD in unserem Testlauf, von der kanadischen Formation The Paperboys "Live at Stockfisch Studio", offenbarten sich diese Qualitäten der Pro-Ject CD-Box SE: eine überaus detailreiche, sehr dynamische und vor allem sehr natürliche Wiedergabe.
Pro-Ject beweist mit der neuen CD-Box SE aus der Box Design-Serie einmal mehr auf eindrucksvolle Art und Weise, dass echtes Highend keine „Materialschlacht“ erfordert und keineswegs teuer sein muss. Wie unser Test eindrucksvoll zeigte, erhält man mit diesem Player nicht nur ein überaus kompaktes System, die CD-Box SE stellt aufgrund ihrer erstklassigen Klangqualität ein wirkliches Highend System dar, das einen Vergleich mit deutlich teureren Systemen keineswegs scheuen muss. Unter diesem Aspekt gesehen ist die CD-Box SE mit einem empfohlenen Verkaufspreis von lediglich € 499,- als geradezu günstig zu bezeichnen. Pro-Ject übertreibt also keineswegs mit dem Versprechen, mit der CD-Box SE High-End zum absoluten Sparpreis zu liefern.
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