Weder wurde er 1890 in Alabama geboren, noch könne er von sich behaupten, in irgend ein anderes Klischee zu passen, das jemanden für den Blues qualifizieren würde. Warum er sich bei seinem Debut-Album dennoch dem Blues verschrieben hat, darauf hat selbst Hugh Laurie keine Antwort. Außer, dass es eben seine Musik ist...
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Von Michael Holzinger (mh) 20.06.2011 |
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Und ebenso ist es durchaus angebracht, dass der Schauspieler Hugh Laurie mit „Let them talk“ erstmals seine musikalischen Vorstellungen auf einem Album präsentiert. Zumal er sich im Genre Blues sehr sattelfest fühlt, auch wenn er eben nicht in den Südstaaten der USA zur Welt kam, sondern vielmehr im englischen Oxford.
Bereits mit sechs Jahren erhielt er Klavierunterricht, und anstatt sich sich in gewohnter Manier an den klassischen Stücken zu versuchen, faszinierte ihn schon damals Spirituales und bluesiges mehr, was sich zeitlebens nicht mehr ändern sollte. New Orleans war sein Jerusalem, so Hugh Laurie, der im Begleitheft seines Erstlingswerks wohl keinen auch nur irgendwie bedeutungsvollen Blues-Musiker als Quelle seiner Inspiration auslässt. Somit ist auch klar, dass auf seinem Album eine bunte Mischung aus verschiedensten Stilen des Blues zu finden ist. Wie sich das alles zusammenfügt, ob seine Interpretationen auf Wohlwollen stoßen, dass dürfte dem Schauspieler auf „Abwägen“ reichlich egal sein. Dieser Mann muss schließlich niemandem etwas beweisen. Der Titel „Let them talk“ darf also durchaus als Programm angesehen werden, auch wenn Hugh Laurie abschließend meint, dass er auf diesem Album die Musik, die er so liebt, so authentisch wie nur möglich verewigen wollte und hofft, dass nur ein Bruchteil dieser Begeisterung auf den Zuhörer überspringt.
Den abschließenden Feinschliff erhielt die Aufnahme von Gaven Lurssen, der es verstand, den Charme beizubehalten und alle Details des mitunter sehr knorrigen, aber eben genau deshalb sehr reizvollen Gesang von Hugh Laurie sowie der exzellent aufspielenden Band zu betonen und in ein stimmiges Gesamtgefüge zu verpacken.
Bleibt abschließen wohl nur die Frage, ob es dieses Album auch gäbe, wäre Hugh Laurie nicht „Dr. House“. Wahrscheinlich, aber es würde wohl keiner Notiz davon nehmen. Und das wäre sehr schade, denn dieses Album hat es verdient, gehört zu werden. Übrigens, dem besonderen Charakter dieses Albums wird "Let them talk" auf Vinyl natürlich besonders gerecht.

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