Im Test - Thinkflood RedEye Universal Remote Control für Apple iOS und Google Android

Im Test - Thinkflood RedEye Universal Remote Control für Apple iOS und Google Android

Mit RedEye bietet Thinkflood ein überaus flexibles System an, dass aus jedem Smartphone, sei es nun mit dem Betriebssystem Apple iOS, oder aber mit Google Android, eine erstaunlich flexible Universal Fernbedienung macht. Und zwar nicht nur für Geräte mit Infrarot, sondern mit der neuesten Version auch übers Netzwerk und somit Internet Protocol via UDP, TCP und HTTP.

Von Michael Holzinger (mh)
22.04.2012
Es ist gar nicht allzulange her, da zählte eine Infrarot-Schnittstelle zur essentiellen Ausstattung bei jedem Mobiltelefon, aber auch bei mobilen Devices, die seinerzeit vor allem für Business-Anwendungen konzipiert waren. So konnte man zwar mit Geräten aus dem Hause Palm, Handspring, Compaq, Dell oder HP bereits Bekannte und Freunde beeindrucken, in dem man Fernseher und Co mit Hilfe dieser Teile steuerte, aber so richtig praktikabel war das ganze nicht. Dies lag natürlich zunächst an der Software, denn diese Lösungen, die noch lange keine coolen Apps, sondern „schlicht“ Applications waren, boten nur sehr rudimentäre Möglichkeiten einer individuellen Optimierung, darüber hinaus aber auch an der Hardware. Die Infrarot-Schnittstelle war in erster Linie eine Daten-Schnittstelle, also für den unmittelbaren Austausch von Daten zwischen mobilen Devices konzipiert. Die verbauten Infrarot-Dioden hatten also eine recht geringe Leistung, somit musste man den zu steuernden Geräten der Unterhaltungselektronik recht nahe rücken...

Heutzutage sieht‘s ganz anders aus. Eine immense Vielfalt an Apps für die führenden Betriebssysteme Apple iOS sowie Google Android sorgt dafür, dass die Steuerung von Geräten der Unterhaltungselektronik mittels mobiler Devices alltäglich ist, mehr noch, einige Unternehmen bei ihren Lösungen ganz darauf setzen. Allerdings bildet ein Netzwerk die Basis für diese Option. Fernseher, Blu-ray Player, All-in-One und Streaming-Systeme lassen sich problemlos mit Hilfe mobiler Devices steuern, sobald diese im gleichen Netzwerk sind. Eine Infrarot-Schnittstelle sucht man an Smartphones und Tablets bis auf ganz, ganz wenige Ausnahmen, vergeblich. Somit lassen sich natürlich Geräte, die über keine Netzwerk-Schnittstelle verfügen, nicht in den Geräteverbund einer komfortablen Steuerung einbinden.

Außer, man setzt auf eine Lösung wie etwa Thinkflood RedEye, die diese Lücke nicht nur schließt, sondern dem Anwender ein überaus flexibles, den eigenen Bedürfnissen perfekt anpassbares Werkzeug zur Hand gibt.

Erstaunlich ist, wie sich dieses System nach und nach weiter entwickelte und inzwischen, soviel sei verraten, zu einer enorm vielseitigen Lösung mutierte, die zwar nach wie vor einfach genug zu handhaben ist, dass ohne großen Aufwand binnen kürzester Zeit ein auf die individuellen Gegebenheiten sehr gut angepasstes System realisiert werden kann, aber auch sehr komplexe Aufgaben damit bewerkstelligt und somit vielerlei Szenarien wirklich perfekt abgebildet werden können.

Gleich vorweg ein großer Pluspunkt dieses Produkts: Thinkflood konzipierte das System RedEye als sehr universelle Lösung, sprich, Thinkflood RedEye kann sowohl mit Apple iOS als auch Google Android und somit mit beiden relevanten Plattformen bei mobilen Devices eingesetzt werden. Somit steht einem Einsatz mit Apple iPhone, iPod touch und iPad als auch Smartphones sowie Tablets verschiedenster Hersteller auf der Basis von Google Android nichts im Wege. Selbst von einem PC oder Mac kann auf diese Lösung zugegriffen werden, was sich vor allem für die optimale Anpassung an die eigenen Anforderungen empfiehlt. Doch dazu in Folge mehr.

Thinkflood RedEye besteht zunächst aus etwas Hardware, nicht erstaunlich, denn schließlich benötigt es ja irgendeine Lösung, die in der Lage ist, Steuersignale über Infrarot auszusenden. Der Hersteller aus Needham im US-Bundesstaat Massachusetts setzt dabei auf ein sehr kompaktes Gerät, das auf den ersten Blick einer Docking-Station für Apples iPod-Familie gleicht. Und tatsächlich lässt sich ein Apple iPhone oder iPod touch direkt in das aus Kunststoff gefertigte Gerät einstecken, allerdings werden hier keine Audio-Daten ausgeben. Über diesen Dock lassen sich aber sowohl Apple iPhone als auch iPod touch aufladen. Zumindest diesen Punkt betreffend ist Hardware aus dem Hause Apple etwas im Vorteil gegenüber Smartphones mit Google Android. Setzt man auf Tablets, so herrscht hingegen Gleichstand, das Apple iPad passt nicht in den Dock der Thinkflood RedEye Hardware.

In der Packung findet man neben dem kompakten Gerät aus dunklem, transparentem Kunststoff lediglich ein passendes externes Netzteil, eine Handvoll Adapter für den bereits beschrieben Apple Universal Dock-Connector für die verschiedensten Apple iPhone und iPod-Modelle sowie eine eine Kurzanleitung. Die passende Software ist nicht direkt im Lieferumfang enthalten, diese holt man sich in der stets aktuellsten Form für Apple iOS im Apple iTunes App Store bzw. für Google Android im Google PLAY App Store. In beiden Fällen wird die passende App Thinkflood RedEye natürlich kostenlos angeboten.

Die Inbetriebnahme des Systems ist denkbar einfach. Zunächst gilt es natürlich, sich die passende App fürs Smartphone oder Tablet zu installieren und die Hardware ans Stromnetz anzuschließen. Diese sollte so im Raum platziert werden, dass eine direkte Sichtverbindung zu den zu steuernden Geräten im HiFi- bzw. AV-Rack besteht. Klar, hier wird ja schließlich mit Infrarot gearbeitet. Notfalls kann ein zusätzlicher Infrarot-Emitter an das RedEye angeschlossen werden.

Die Verbindung zum Smartphone oder Tablet findet hingegen über WiFi statt, wobei diese bereits durch das RedEye System selbst erfüllt wird. Die Hardware von Thinkflood enthält nämlich ein entsprechendes WiFi Modul, das zunächst ein separates Netzwerk aufbaut. In dieses bucht man sich also ein und startet die App. Im Test wurde die Hardware sofort anstandslos erkannt. Zunächst wurde dabei sofort die aktuellste Firmware auf das Thinkflood RedEye übertragen, was nach nach ein paar Minuten erledigt, und die Harware somit einsatzbereit war. Der erste Schritt bestand darin, die Hardware mit Hilfe der App in das reguläre WiFi Netzwerk einzubinden. Zur Not kann man sich aber natürlich auch mit dem von RedEye aufgebauten drahtlosen Netzwerk begnügen, sofern kein eigenes zur Verfügung steht.

Selbstverständlich kann man alle weiteren Schritte auch direkt am Smartphone oder Tablet vornehmen, wir empfehlen jedoch, dafür doch lieber auf einen PC oder Mac zu wechseln. Mit Hilfe einer Maus in der Hand, einer Tastatur und einem vergleichsweise großem Display geht das Einrichten des Systems natürlich viel komfortabler und schneller. Einzige Voraussetzung hierfür ist ein Web-Browser, mit dem man direkt auf die Hardware zugreift. Dazu gibt man in die Adresszeile des Browsers http://redeye_XXXXX-XXXXX.local:82/ ein, wobei die Platzhalter einfach durch die Seriennummer des Geräts ersetzt werden. Diese findet man direkt an der Unterseite des Thinkflood RedEye.

Damit landet man auf der Konfigurations-Seite des Thinkflood RedEye und legt zunächst einen Raum an, etwa als Wohnzimmer. Ein Thinkflood RedEye bildet also jeweils einen Raum ab, wobei in einem komplexen System auch mehrere Thinkflood RedEye genutzt werden können. Während zwischen der RedEye und den über Infrarot zu steuernden Geräten immer eine Sichtverbindung bestehen muss, ist dies zwischen Smartphone oder Tablet und RedEye natürlich nicht erforderlich. Hier werden die Daten über WiFi übertragen. Somit kann man problemlos etwa auf der Terrasse die Lautstärke des HiFi-Systems im Wohnzimmer steuern.

Dafür muss man aber zunächst in jedem Raum die entsprechenden Geräte anlegen. Für eine Vielzahl an Produkten verschiedenster Hersteller bietet der Hersteller passende Steuercodes an, die man einfach anhand des Herstellers und der Produkt-Kategorie auswählt. Eine exakte Typeneingabe ist erstaunlicherweise nicht vorgesehen, dennoch klappt dieses Prozedere erstaunlich gut. Zumal man jederzeit direkt in die Konfiguration eingreifen und somit ein wirklich perfekt abgestimmtes Setup erzielen kann.

So wurde im Test etwa unser TV-Gerät aus dem Hause Sony sofort mit den vorhandenen Steuercodes abgebildet, ebenso der Blu-ray Player als auch der AV-Receiver, beide aus dem Hause Marantz. Die Settop-Box von UPC fand sich zwar in der Auswahl, jedoch standen keine Steuerbefehle dafür zur Verfügung. Hier war also Handarbeit gefragt, die im Zweifelsfall ohnedies zu den besten Ergebnissen führt.

Natürlich bietet Thinkflood RedEye auch die Möglichkeit, Steuercodes der Original-Fernbedienung zu empfangen. Im Vergleich zu anderen Universal Fernbedienungen klappt dies sogar erstaunlich reibungslos und schnell. Man wählt den gewünschten Befehl aus, und drückt auf die Option Steuercode empfangen, richtet die Fernbedienung auf das Thinkflood RedEye aus und drückt die entsprechende Taste - fertig!

Eine Besonderheit des Systems Thinkflood RedEye besteht darin, dass diese Lösung zunächst nur alle Befehle samt entsprechenden Steuercodes erfasst, diese aber nicht direkt in eine virtuelle Fernbedienung am Display des Smartphones oder Tablets umsetzt. Diese Oberfläche kreiert der Anwender selbst, und zwar ganz seinen eigenen Wünschen und Vorstellungen entsprechend. Zunächst wählt man ein Steuerelement, etwa eine Taste, und weist dieser eine Funktion zu. Dieses Steuerelement kann man frei am Display platzieren, in der Größe variieren und mit einer separaten Beschriftung versehen. So baut man nach und nach seine eigene Fernbedienung, was durchaus etwas Zeit in Anspruch nimmt, aber unterm Strich exakt den eigenen Bedürfnissen entspricht.

Ab der Software-Version v2.11.0 von Thinkflood RedEye kann man zudem nicht nur Infrarot-Steuerbefehle nutzen, das System wurde um IP-basierte Steuerungsmöglichkeiten erweitert, sodass man Befehle auch über UDP, TCP und HTTP integrieren kann. Damit eröffnet das System ein überaus vielseitiges Betätigungsfeld selbst für komplexe Installationen im Multi Room-Umfeld und Haus-Steuerungssystemen. Daher wollen wir an dieser Stelle nicht weiter auf diese Thematik eingehen, da für derartige Szenarien doch einiges an Fachwissen und somit entsprechende Spezialisten gefragt sind. In jedem Fall finden Interessenten sehr detaillierte Anleitungen auf der Webseite des Herstellers, die aber für den normalen Kunden nicht von Interesse sein werden.

Hat man alle Elemente für ein Gerät zusammengestellt und übersichtlich platziert, so kann man den nächsten Schritt angehen, und zwar, mehrere Geräte zu so genannten Aktionen zusammen zu fassen. So lässt sich etwa über die Aktion TV ein Fernseher und eine Settop-Box bzw. ein SAT-Receiver so kombinieren, dass sich beide Geräte auf Tastendruck einschalten, der richtige Kanal gewählt und die Programm-Umschaltung am SAT-Receiver bzw. der Settop-Box vorgenommen wird, die Kontrolle der Lautstärke aber direkt am TV-Gerät erfolgt.

Auf diese Art und Weise lassen sich viele sinnvolle Aufgaben direkt abbilden, wobei RedEye natürlich auch Makros sowie eine individuelle Anpassung der Befehle erlaubt, um etwa das unterschiedliche Verhalten von Geräten auf Steuerbefehle zu kompensieren. Interessant ist, dass Thinkflood bei RedEye auch einen TV-Guide implementierte, wobei man aber klar erkennt, dass es sich um einen US-amerikanischen Anbieter handelt und die Umsetzung für Europa mitunter zu wünschen übrig lässt. So fehlt etwa Österreich komplett in der Liste und auch die Schweiz ist unbekanntes Terrain für das System. Einzig Deutschland findet sich in der Auflistung, allerdings ist auch dann viel Handarbeit nötig, um alle gewünschten Sender in die Liste aufzunehmen und den entsprechenden Kanälen zuzuordnen. Hat man diese Hürde allerdings geschafft, so steht ein Programm-Guide zur Verfügung, mit dessen Hilfe man zumindest einige Basis-Informationen über TV-Sendungen erhält, und diese direkt auswählen kann. Die Sache hat allerdings einen kleinen Haken...


Während alle Einstellungen und Konfigurationen wie Räume, die entsprechenden Geräte als auch Aktionen direkt auf das Thinkflood RedEye übertragen werden, sodass mehrere Anwender mit ihrem Smartphone oder Tablet darauf zugreifen und diese nutzen können, gilt dies für den Programm Guide nicht. Letzteres lässt sich zudem nicht am PC oder Mac über einen Browser zusammenstellen, sondern nur direkt am Tablet oder Smartphone, da diese offensichtlich als persönliche Daten interpretiert werden, die somit nicht allen Anwendern zur Verfügung stehen. Vergleichsweise viel Aufwand also, der aber leider nicht allen Nutzern zugute kommt und weg ist, sofern man die App einmal vom Smartphone oder Tablet deinstalliert. Alle anderen Einstellungen hingegen, dies sei nochmals betont, werden direkt auf das Thinkflood RedEye hochgeladen und können auch, mit Hilfe eines Web-Browsers am PC oder Mac, gesichert werden.


Auch wenn wir nun sehr ausführlich die Möglichkeiten rund um die Lösung Thinkflood RedEye aufzählten, und dabei die wirklich komplexe Thematik einer IP-basierten Steuerung völlig ausklammerten, soll keinesfalls der Eindruck erweckt werden, dass es sich um ein kompliziertes System handelt. Das Gegenteil ist nämlich der Fall. Im Vergleich zu manch anderer derartigen Lösung bzw. im Vergleich zu herkömmlichen Universal Fernbedienungen kann man hier nämlich wirklich an jeder Stelle direkt eingreifen und so ein perfekt auf die eigenen Gegebenheiten bzw. Anforderungen optimiertes System aufbauen.

Hier arbeitet man eben nicht mit, vom Hersteller bereitgestellten festen Layout-Vorgaben, nie immer nur einen Kompromiss darstellen, sondern stellt sich selbst alles so zusammen, wie man es gerne hat. Und wo kann man die eigene perfekte Fernbedienung sonst zusammen stellen, zumal so einfach und ohne Programmier-Kenntnisse? Da lohnt sich der vielleicht etwas größere Aufwand durchaus, denn das Ergebnis spricht für sich.

Nochmals betonen wollen wir, dass diese Lösung sowohl für Apple iOS als auch Google Android geeignet ist, also beide Welten bedient. Wenn‘s sein muss, sogar gleichzeitig, denn es können nahezu beliebig viele Smartphones und Tablets auf das Thinkflood RedEye zugreifen.

Unser Fazit ist daher eine glatte Empfehlung für diese Lösung. Derart flexibel und einfach kann man mit nichts anderem alle Geräte der Unterhaltungselektronik zu einem System zusammen fassen, selbst wenn diese nicht über eine Netzwerk-Schnittstelle verfügen. So existieren im heimischen HiFi- und AV-System moderne vernetzte Lösungen in harmonischer Koexistenz mit nicht netzwerkfähigen Systemen und können dennoch allesamt elegant und komfortabel mit Hilfe von mobilen Devices gesteuert werden.

Ein wenig Zeit sollte man aber in die perfekte Installation investieren, denn dies macht sich im täglichen Betrieb bezahlt. Lediglich der TV Guide konnte nicht vollends überzeugen. Das betrifft gar nicht sosehr die fehlende lokale Anpassung, denn dabei könnte man sich mit etwas Geduld durchaus behelfen und alle Sender Schritt für Schritt zusammen stellen. Vielmehr stört uns, dass dieser Aufwand dann nicht allen Anwendern zur Verfügung steht und die Setup-Daten in diesem Fall nur lokal auf dem jeweiligen Smartphone oder Tablet abgespeichert werden. Aber dies ist auch schon der einzige Kritikpunkt.

Mit einem empfohlenen Verkaufspreis von lediglich € 179,- ist diese Lösung zu einem mehr als angemessenen Preis bei home.technology in Payerbach erhältlich.

Thinkflood RedEye

Thinkflood RedEye
Hersteller Thinkflood
Vertrieb home.technology
Wertung 8 (Exzellent)
Preis€ 179,-
Wertung Wenn es darum geht, Geräte ohne Netzwerk-Schnittstelle auf möglichst komfortable Art und Weise mittels mobiler Devices zu steuern, so ist diese Lösung perfekt. Sie lässt sich komplett den eigenen Vorstellungen entsprechend anpassen und verrichtet tadellos ihren Dienst.
Plus Sehr einfach und flexibel den individuellen Anforderungen anpassbar, Sowohl für Google Android als auch Apple iOS geeignet, Kann über mehrere mobile Devices gleichzeitig gesteuert werden, Kann durch weitere Geräte in mehreren Räumen genutzt werden
Minus TV Guide Implementierung ohne lokale Anpassung, Daten des TV Guide werden nicht zentral verwaltet



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