Bei der Entwicklung von Lautsprechern kann man kein Detail, keine speziellen Daten oder Konstruktionen isoliert betrachten. Es ist die Summe der Teile, die zusammen passen müssen. Es ist nicht eine Leistungsschau besagter Details, es ist im Grunde das Können, alle Bestandteile harmonisch zusammenzufügen. Erst dann entsteht ein Lautsprecher-System, das beim Hörer die Kinnlade nach unten klappen lässt und die sprichwörtliche Gänsehaut entfaltet.
|
Von Jürgen Weber-Rom (jwr) 12.02.2012 |
|
Kernelement ist hier hochreines Eisen, welches noch zusätzlich bei der Produktion durch Vakuum entgast wurde um dadurch die Leitfähigkeit zu erhöhen und den Innenwiderstand in den Mikro-Ohmbereich zu senken. Ein äußerst unkonventionelles und hoch intelligentes Mittel um die Membranen auf Trab zu bringen. Aber das ist nicht alles. Um das Prinzip der Optimierungen von Wolf von Langa zu verstehen, muss man mehr über seine Gedanken dahinter wissen.
Nach dem herzhaft augenzwinkernden Motto „Was früher gut war, wäre auch heute gut, wenn man nur die Finger davon ließe!“ sollte man vieles, was so am Markt existiert, hinterfragen. Dennoch stimmt das Motto in der Form nicht ganz, denn es spricht ja nichts dagegen, heutige Technik mit damaliger zu verbinden, und von den Effekten, die weit mehr als die Summe der Teile bedeuten können, zu profitieren.
Hierzu lassen Sie mich auf die 20er bis 30er Jahre des vergangenen Jahrhundert verweisen. Damals war Verstärker-Leistung, die über einstellige Watt-Zahlen hinausging, schlicht nicht machbar. So mussten die damaligen Lautsprecher das Manko wettmachen. Das führt automatisch zu einem hohen Wirkungsgrad und die Technik der Hörner, oder andere Hochwirkungsgrad-Lautsprecher-Systeme. Damals gingen die Menschen in Kinos und ins Theater, um sich Filme und Nachrichten anzusehen. Die benötigten Vorführräume wurden mit sogenannten Kino-Lautsprechern ausgestattet und mussten damals eben mit ein paar Watt Verstärker-Leistung auskommen.
Auch das bekannte Eckhorn von Paul Klipsch wurde in dieser Zeit erfunden. So scheint es nicht verwunderlich, wenn man über diese Zeit vom goldenen Zeitalter der Lautsprecher spricht. Hier dürfen wir uns an große Namen wie Isophon, Lowther, JBL, Altec, RCA, Jensen und Western Electric erinnern, welche teilweise heute noch in der einen oder anderen Form existieren.
Das Thema Hochwirkungsgrad-Lautsprecher führt heute leider mehr ein Nischendasein, als es sich an gängiger Verbreitung erfreuen kann. Selbst Lautsprecher, die mit diesem Attribut ausgestattet sind, und kommerziell vertrieben werden, haben selten mehr als 92 dB Wirkungsgrad und sind noch immer weit vom damaligen Niveau entfernt.
Aber wozu mehr Wirkungsgrad, so ist doch Verstärkerleistung heute erschwinglich und an jeder Ecke verfügbar. Es erscheint mit heutigen Mitteln und Gepflogenheiten und der Diktatur der Märkte viel leichter Lautsprecher zu bauen, die einen lausigen Wirkungsgrad aufweisen, dafür aber halbwegs linear bis unter 30 Herz spielen und dabei noch klein in der Physis im Wohnzimmer aufspielen. „Kistenklang“ und Gehäuseresonanzen können eine Folge davon sein.
Man setzt weiters DSP-Technik und Equalizer ein, oder frönt gar der teuren Materialschlacht, und vergisst bisweilen, dass man es früher natürlicher hatte und sehr wahrscheinlich genauso gut hörte.
Aber man muss die Kirche im Dorf lassen. Wer würde sich schon einen alten Western Electric Kino-Lautsprecher ins Wohnzimmer stellen um mal zu erleben was Explosiv-Dynamik bedeutet. Oder zwei Eckhörner, um sich auf akustischem Wege die Knochen brechen zu lassen. Ja, das muss man einmal erlebt haben. Es ist wohl wahrlich ein ganz spezieller Sound, aber die Urgewalt und der explosive Antritt sind schlicht unfassbar.
Aber eine Schattenseite der Hörner muss man der Fairness halber ebenfalls erwähnen, was bei unseren heutigen Konsumgewohnheiten und Geschmäckern auch das eigentliche Problem darstellt, nämlich die Verfärbungen, die es produzieren kann. Wirklich klangneutral sind meist nur die hochpreisigen Horn-Derivate, und haben dann wieder mit einem Größenproblem zu kämpfen. Andere Bauweisen, wie Onken-Gehäuse, Carlsoncoupler und eben das bereits erwähnte Eckhorn sind ebenfalls nicht wirklich klein.
Es funktioniert nach dem sogenannten Dipol-Prinzip und ist offen. Bestenfalls Schallführungen sind noch als Gehäuse vorhanden. Der zentrale Vorteil ist, dass hier keine Gehäuseteile mit schwingen können, keine Energie speichern und zeitverzögert dem Nutzsignal auf modulieren. Denn eines ist schier unmöglich – ein Gehäuse zu bauen, das keine Energie speichert und frei von Resonanzen ist. So einfach ist das!
Der Nachteil eines sogenannten Open Baffle, zu Deutsch offene Blende, ist der Verlust an Schalleistung, da die unterstützenden Gehäusekammern fehlen und es zum sogenannten akustischen Kurzschluss führt. So kann man neben unterschiedlichen Konstruktionsformen der Gehäuse, sehr viele Treiber einsetzen oder eben am Wirkungsgrad der Treiber arbeiten. So wie es Langa tut.
Ungeachtet der problematischen akustischen Leistungsausbeute bedeutet aber der scheinbare Verlust der vielfältigen Resonanzen, die sich ja zum Nutzsignal addieren, ein viel klareres und authentischeres Signal. Nach einer gewissen Gewöhnungszeit möchte man das explosive Ein- und Ausschwingverhalten nicht mehr missen. Ein Schlagzeug würde das eindrucksvoll zur Schau stellen können. Wer mal einen hyperventilierenden kraftvollen Schlagzeuger aus zwei Meter Entfernung erlebt hat weiß, was ansatzlose Schallentstehung wirklich bedeutet. Es ist nicht nur die Klangsignatur die uns wissen lässt, das ein Schlagzeug zu Tode gedroschen wird, es ist das physische Erleben dessen. Sicherlich gibt es eine Reihe von Super-Lautsprechern, die das auch in etwa können. Aber zu welchen unglaublichen Aufwand? Die vorgelagerte Anlage erst gar nicht berücksichtigt.
Ein Absatz hat mich dann doch etwas schmunzeln lassen, und ich möchte gerne darauf eingehen. Ich darf zitieren:
„ … Ich möchte auch in einem 30 Quadratmeter großen Raum tiefe Töne fühlen können und erlebe Musik erst dann, wenn die Tonkünstler im Zimmer stehen. Wenn alle Musiker zusammen aufmarschieren und ihr Bestes geben - dann ist das Erlebnis intensiv und bewegend. So soll es sein.“
Ich sag nur eines – selbstbewusst, sehr selbstbewusst! Respekt!
Nun, das ist nicht weniger als eine Kampfansage an die restliche HiFi-Welt. Spricht Herr Langa etwa von einem Live-Erlebnis im heimischen Wohnzimmer? So viele haben sich daran versucht und sind in den Augen vieler Musik-Liebhaber dennoch kläglich gescheitert...
Vielleicht ergibt sich ja die Möglichkeit das mal persönlich verifizieren zu können. So viel Selbstbewusstsein, da muss ja was dran sein...
![]() |
Wirkungsgrad-stark... In Kleinstserie stellt Wolf von Langa Feldspulenlautsprecher und Druckkammertreiber in der wunderschönen fränkischen Schweiz her. |
Wir haben für Kilimanjaro-Serie von Wolf von Langa noch keine Kommentare. Sein Sie der Erste, der einen Kommentar schreibt.
Home | Blog | News | Tests | Reports | CD-Reviews | Hörbücher | Audio und Video | Foto | Mobil | Netzwerk | Events | Klasse A | Händler | Impressum
![]() |
Im Test - Acoustic Preference Gracioso 2.0 Standlautsprecher Satte Klangfarben gepaart mit einer stabilen Abbildung und Räumlichkeit. Im Grunde braucht der engagierte Musik Fan nicht mehr, wäre hier nicht auch noch eine besondere Verarbeitung im Pflichtenheft. Dermaßen beleumundet, sind wir natürlich neugierig geworden und haben uns diesen Lautsprecher zum Test geordert. |
![]() |
Spectral Cocoon im Test - Versteckspiel im HiFi- und AV-Gerätepark Ein TV-Möbel, das nicht nur in den verschiedensten Farben und Varianten geliefert wird, sondern vor allem neben einem TV-Gerät auch Platz für weitere Elektronik, ja selbst hochwertige Lautsprecher bietet, findet man mit dem Spectral Cocoon. |
![]() |
Im Test - Thinkflood RedEye Universal Remote Control für Apple iOS und Google Android Wie verwandelt man ein Apple iPhone oder Smartphone mit Google Android in eine universelle Fernbedienung? Ganz einfach mit Hilfe der eleganten Lösung Thinkflood RedEye. |
![]() |
Manger Reference Studio Monitor MSMc1 und Reference Active System MSMs1 im Test Als aktives Lautsprecher-System, das zudem mit dem so genannten Manger Schallwandler auf ein durchaus außergewöhnliches Konzept setzt, präsentiert sich der Manger Reference Studio Monitor MSMc1 sowie das Manger Reference Active System MSMs1. |
![]() |
HFX RipAmp 2.1 im Test - Das Ende von DACs? Nicht weniger als das Ende der D/A-Wandler verkündet HFX, denn beim neuen HFX RipAmp 2.1 setzt man auf die so genannte PurePath Digital Technology, die aus jedem PC oder HFX RipNAS einen audiophilen Netzwerk-Player machen soll. |
![]() |
Audio Pro Living LV2 im Test - Es funkt im Kompakt-Segment... Ein kleines aktives Lautsprecher-System, das einfach über Funk Audio-Signale im gesamten Haus empfangen kann, noch dazu sehr schick aussieht und erstaunlich gut klingt, so lässt sich das Audio Pro Living LV2 umschreiben. |
![]() |
JBL On Air Wireless im Test - Lautsprecher-Dock mit Apple AirPlay Das kompakte Audio-System JBL On Air Wireless spielt Musik von Apples iPhone und iPod ab, unterstützt Apple AirPlay und verfügt zudem über einen integrierten UKW-Tuner. |
![]() |
Canton Chrono SL 530.2 im Test - Mehr als die Summe der Details... Wenn‘s um die Abmessungen geht sehr kompakt, wenn‘s um ihren Vortrag geht sehr erwachsen, so präsentiert sich die Canton Chrono SL 530.2 im Test. |
![]() |
Dali FAZON F5 im Test - Wenn Lautsprecher zur Skulptur werden... Es fällt nicht einfach, den Charakter der Dali FAZON F5 in einem Satz zu beschreiben. Audiophile Klang-Skulptur trifft es wohl am besten... |
![]() |
Accustic Arts Power ES und Player ES im Test - Schwäbisches Traum-Paar... Eleganz strahlt diese Kombination schon durch ihr makelloses Design aus. Und das erlaubt in diesem Fall durchaus Rückschlüsse auf die Darbietung, denn Power ES und Player ES aus dem Hause Accustic Arts widmen sich mit Hingabe jedem musikalischem Detail. |
![]() |
Bose MIE2i Mobile Headset im Test Bose liefert mit dem MIE2i Mobile Headset eine Lösung, die durchaus auch für Anwender interessant sein könnte, die mit In-ear Kopfhörern eigentlich nichts anzufangen wissen. |
![]() |
mo°sound Speaker im Test - Dynamischer Klang im Porzellan-Laden... Ein Werkstoff mit minimaler Eigenschwingung, die ideale geometrische Form, ein elegantes, sehr reduziertes Design, dies sind die wesentlichen Merkmale der mo°sound Speaker. |
![]() |
Klipsch Image S4A im Test - In-ear Headset für Google Android-Smartphones Erstmals widmet sich der US-amerikanische Lautsprecher-Hersteller Klipsch mit dem Headset Klipsch Image S4A einer Lösung für Smartphones mit Google Android. |
![]() |
Pro-Ject Juke Box im Test - Das All-in-One-System für Vinyl-Freunde Warum sollten Vinyl-Freunde nicht ebenfalls ein kompaktes All-in-One System ihr Eigen nennen, das nicht nur für Schallplatte, sondern auch alle anderen Quellen bestens gerüstet ist? |
![]() |
NAD Viso 1 Wireless Digital Music System im Test Eleganter als das NAD Viso 1 Wireless Digital Music System könnte sich ein Audio-System für Apples iPod und iPhone nicht präsentieren. |
![]() |
Pure Dynamics Keramix und Tiefton-Erweiterung Keramix 3 im Test Das kleine, aber feine Unternehmen Pure Dynamics, ansässig in Wildon in der Nähe von Graz, geleitet von Dipl. Ing. Georg Ruppert, baut Röhrenverstärker, Plattenspieler und eben Lautsprecher. Und bietet diese auch als Bausatz an... |
![]() |
Cambridge Audio Azur 651BD im Test - Universal-Player mit audiophilen Tugenden aus England Die englische HiFi-Schmiede Cambridge Audio erweitert das Angebot an Universal-Playern um den Azur 651BD, der sich im Line-up unterhalb des überaus erfolgreichen Cambridge Audio 751BD einreiht. |
![]() |
System Audio SA Mantra 60 im Test - Ganz nah an der Musik? Musik, ganz besonders intensiv zu erleben, das sei das Mantra der Entwickler von System Audio, das sie im gleichnamigen Lautsprecher-System SA Mantra 60 umsetzten. |
![]() |
Denon DNP-720AE - Netzwerker der Extra-Klasse? Erstmals präsentierte Denon auf der High End 2011 in München den neuesten Netzwerk-Audio-Player DNP-720AE. Nun wird das Gerät an den Fachhandel ausgeliefert. |
Thorens TD 2015 und TD 2035 - Die neue Acryl Serie
High End 2012: Einmal mehr tritt Thorens mit den Modellen Thorens TD 2015 und TD 2035 den Beweis an, dass Schallplatten-Spieler keineswegs bieder und langweilig, sondern elegant und modern gestaltet sein können.
Musical Fidelity M8-700 - Wenn‘s ein paar Watt mehr sein dürfen...
Mit dem Musical Fidelity M8-700 liefern die Engländer eine Mono Endstufe ab, die nicht nur ein Klang-Schwergewicht sein soll und wahrlich nicht mit Leistung geizt.
KEF präsentiert Lautsprecher der R-Serie in strahlendem Weiss
High End 2012: Für die so genannte KEF R-Serie verspricht der englische Spezialist Technologien der KEF Blade für Klangqualität auf Niveau der Reference-Serie und offeriert diese nun auch in strahlendem Weiss.
KEF LS50 - Sondermodell zum 50jährigen Jubiläum
High End 2012: Anlässlich des 50jährigen Firmenjubiläums präsentiert der englische Lautsprecher-Spezialist des Studio-Monitors KEF LS50.
musikbox von interlübke und Linn - Audiophile Wohnkultur...
Wenn die schottische HiFi-Schmiede Linn mit interlübke kooperiert, so kann das Ergebnis nur ein Möbel mit der Bezeichnung musikbox sein.
Denon PMA-520AE und DCD-520AE - Neue Generation der Advanced Evolution Stereo-Komponenten
High End 2012: Sie waren bereits im Rahmen der High End 2012 zu sehen, aber erst einige Tage nach der Messe folgen nunmehr die offiziellen Informationen rund um das neue Stereo-Gespann von Denon, den PMA-520AE sowie DCD-520AE.
Pro-Ject Audio Systems Phono Box RS - Stufenlos regelbar...
High End 2012: Es wäre ja nicht Pro-Ject Audio Systems, wenn nicht auch die neue so genannte Reference Serie aus der Box Design-Linie nicht eine Phono-Vorstufe wie die Pro-Ject Audio Systems Phono Box RS aufzubieten hätte.
Pro-Ject Audio Systems Amp Box RS - Referenz Stereo Hybrid Power Amplifier
High End 2012: Den krönenden Abschluss einer Stereo-Kette stellt bei der neuen Reference Serie der Pro-Ject Audio Systems Box Design-Serie die Pro-Ject Audio Systems Amp Box RS dar.
Pro-Ject Audio Systems Pre Box RS - Röhren-Vorstufe der Referenz-Klasse
High End 2012: Die Pro-Ject Audio Systems Pre Box RS stellt die zentrale Schnittstelle in der neuen Reference Serie der so genannten Box Design-Produktlinie dar.
Burmester 113 D/A Converter - Mit Bluetooth und USB...
High End 2012: Einen D/A-Wandler auf höchstem High-end Niveau verspricht Burmester mit dem 113 D/A Converter im Angebot zu haben.