Gut, das Wort nano steht ja ganz klar als Synonym für sehr klein. Aber das der neue Apple iPod nano dann wirklich gar so winzig ausfallen wird, sodass er nahezu schon dem iPod shuffle Konkurrenz machen kann, damit hat wohl niemand im Vorfeld gerechnet. Nur wenig größer als der iPod shuffle bietet der neue iPod nano aber dennoch ein Display und gleicht damit fast einem sehr stylishem Mode-Accessoire.
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Von Michael Holzinger (mh) 09.09.2010 |
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Bevor wir aber uns mit all den neuen Funktionen und den Ausstattungsmerkmalen in allen Details befassen, lassen Sie uns in aller Kürze definieren, was klein im konkreten Fall bedeutet. Der neue Apple iPod nano misst 40,9 mm in der Breite, weist eine Höhe von 40,9 mm und eine Tiefe von 8,78 mm auf. Diese knapp 9 mm sind übrigens bereits inklusive Metall-Clip, der nunmehr an der Rückseite des Geräts zu finden ist. Das Gewicht von lediglich 21,1 Gramm ist kaum der Rede wert...
Selbstverständlich setzt Apple auch beim neuen iPod nano auf ein Gehäuse aus Metall und bietet es in allen Farben an, die die galvanische Veredelung hergibt. Nun gut, so viele sind es dann doch nicht, aber immerhin, der iPod nano ist in sieben Farbvarianten erhältlich, wobei das Spektrum von dezentem Silber, Schwarz, über Blau, Grün und Gelb bis hin zu poppigem Pink reicht. Den Abschluss bildet ein exklusiv im Apple Store erhältliches (Product)RED, das besonders schick aussieht und zudem einen Teil des Kaufpreis für wohltätige Zwecke abwirft.
Bislang war der iPod nano zwar auch nicht gerade groß, wies aber doch mehr als doppelt so langes Gehäuse mit - von oben betrachtet - ovalem Querschnitt auf. An der Frontseite war oben das kleine, aber durchaus ausreichende Display angebracht und darunter war das bekannte Click Wheel zu finden. Nun knipsten die Designer Apples einfach die untere Hälfte ab, das Click Wheel war weg, und alles, was blieb, ist das Display.
Und was macht man nun ohne diesem Click Wheel? Richtig, man verpasst dem Gerät einfach ein berührungssensitives Display als primäre Benutzerschnittstelle. Im konkreten Fall weist dieses Display eine Bilddiagonale von 1,54 Zoll bzw. 3,91 cm auf, ist also ebenfalls deutlich kleiner, als das bisherige Display. Apple setzt hier nun auf ein TFT-Display mit einer Auflösung von 240 x 240 Bildpunkten und 220 ppi. Das klingt nicht gerade üppig - zugegeben - in der Praxis aber reicht dieses kleine Display sowie zwei Taster als Lautstärkeregler sowie ein Standby-Taster an der Oberseite durchaus, um das mobile Gerät von Apple bequem steuern zu können.
Apple setzt hier nämlich auf eine Benutzer-Oberfläche, die jener des iPod touch und dem iPhone sowie dem iPod nicht unähnlich ist. Kleine Icons tummeln sich am Display, aufgeteilt auf mehrere Screens, zwischen denen man mit einem Fingerstreich wechselt. So stehen alle Funktionen direkt über diese Icons zur Verfügung. Natürlich kann man diese Icons in bewährter Weise auch nach eigenem Geschmack arrangieren. Einfach ein wenig länger mit dem Finger auf einem Symbol verweilen, schon beginnen diese herumzuwackeln und können nun verschoben werden. Ein kurzer Druck auf den Standby-Taster beendet dieses kollektive Wackeln.
Über diese Icons kann Musik über Titel, Interpret, Album, Genre, Komponist, Playlist oder anhand der Genius-Mix-Funktion, abgerufen werden. In den Untermenüs lässt sich wie gehabt in der Mediathek stöbern, wobei am rechten Rand auch die Auswahl über Buchstaben möglich ist, sodass man direkt an eine bestimmte Stelle in der Liste springen kann. Der gerade ausgewählte Titel wird durch eine „bildschirmfüllende“ Darstellung des Covers angezeigt. Die Wiedergabesteuerung wird durch einfaches tippen halbtransparent darüber eingeblendet. Ein Fingerwischen nach rechts wechselt in die übergeordnete Ebene zurück. Im Prinzip also überaus einfach. Mit zwei Fingern lässt sich zudem die Bildschirmanzeige jeweils um 90° drehen. Sehr praktisch, wenn man den iPod nano an einer Jacke anklipst.
Der Speicher des Apple iPod nano fasst je nach Modell entweder 8 oder 16 GByte an Musik und auch Fotos, sofern man diese vom PC oder Mac mit synchronisiert. Denn der neue iPod nano weist keine integrierte Digitalkamera auf und auch die Video-Funktion hat Apple ersatzlos gestrichen. Auf Grund des deutlich kleineren Displays, das noch dazu nicht mehr das schmucke Breitbild-Format des alten iPod nano aufweist, sondern quadratisch ist, würde es auch nicht wirklich Spass machen, darauf Videos anzusehen.
Dafür gibt es natürlich nach wie vor einen integrierten FM-Tuner und auch Podcasts können nach wie vor übertragen werden. Ebenso ist auch der neue Apple iPod nano mit einem Beschleunigungssensor ausgestattet, den Apple für einen integrierten Schrittzähler nutzt. Somit hat man mit dem iPod nano einen zuverlässigen, sehr kleinen Trainingspartner zur Hand.
An der Unterseite des Geräts findet sich natürlich auch beim neuen Modell der bekannte Dock-Connector und das entsprechende Datenkabel für den USB-Port ist selbstverständlich im Lieferumfang enthalten. Auch wenn es natürlich nach wie vor möglich ist, in einem Dock, etwa an einem HiFi-System oder einer entsprechenden Sound-Lösung sieht der neue nano von Apple auf Grund seiner winzigen Abmessungen geradezu verloren aus.
Auch wenn Apple selbstverständlich so genannte Apple Earphones, also In-ear Kopfhörer mit in die Packung legt, würden wir dringenst dazu raten, ein paar Euro, oder auch ein paar Euro mehr, in wirklich gute Kopfhörer zu investieren. Vor allem dann, wenn man den iPod nano nicht mit MP3s oder Daten im ebenfalls verlustbehaftet komprimierten AAC-Format, sondern z.B. mit Daten im Apple Lossless-Format befüllt. Die Kopfhörer von Apple taugen - mit Verlaub - rein gar nichts.
Nutzt man zudem ein hochwertiges Headset, also Kopfhörer mit integriertem Mikrofon, wie es etwa von zahlreichen namhaften Herstellern fürs Apple iPhone angeboten wird, so findet sich plötzlich ein neues Icon auf dem Display des iPod nano. Damit lassen sich nämlich dann auch Sprachnotizen aufzeichnen, die natürlich über Apples iTunes auch mit dem Mac oder PC synchronisiert werden können. Zudem steuert die Taste eines derartigen Headsets nicht nur die Wiedergabe - also Play und Pause - sondern erlaubt auch, die VoiceOver-Funktion des iPod nano zu aktivieren. Dazu bleibt man einfach ein wenig länger auf der Taste, schon liest der iPod nano den aktuellen Titel vor. Diese VoiceOver-Funktion lässt sich aber auch direkt im Einstellungs-Menü des iPod nano aktivieren. Damit wird wirklich alles, was am Display angezeigt wird, auch tatsächlich vorgelesen. Somit kann der iPod nano also im wahrsten Sinne des Wortes blind bedient werden. Dies mag für so manchen ein nettes Zusatz-Feature sein, für sehbehinderte Menschen ist es eine essentielle Funktion. Denn nur so können auch sie ein derartiges Gerät ohne reale Tasten bedienen.
Abschließend noch ein paar nicht unwesentliche Eckdaten: Der integrierte Lithium-Ionen-Akku soll nach Apple eine Musikwiedergabe von bis zu 24 Stunden erlauben. Die tatsächliche Spieldauer ist aber davon abhängig, mit welcher Lautstärke man das Gerät betreibt und wie oft man die Wiedergabe unterbricht oder in den Menüs nach weiteren Titeln stöbert. In jedem Fall bietet der iPod nano eine Schnelllade-Funktion, mit der er bereits nach 1,5 Stunden zu 80 Prozent geladen, und nach 3 Stunden voll geladen ist.
Um dieser dann doch möglichen Datenflut Herr zu werden bedarf es eines Displays, und auch hier hat Apple unserer Ansicht nach ganze Arbeit geleistet. Klar, es ist deutlich kleiner als bei den bisherigen Modellen, aber - Hand aufs Herz - wer hat wirklich mit dem iPod nano Videos angesehen? Dann doch lieber so: ein kleines Display, gerade so groß, um damit komfortabel durch die Mediathek navigieren zu können und das Cover-Artwork in vernünftiger Größe und Auflösung darzustellen. Mehr braucht es eigentlich nicht.
Insofern erlauben wir uns, für den neuen iPod nano eine glatte Empfehlung auszusprechen. Dieses Teil sollte man sich gönnen, auch wenn es mit einem empfohlenen Verkaufspreis von € 169,- für die Ausführung mit 8 GByte Speicherkapazität natürlich kein Schnäppchen ist. Legt man noch ein wenig drauf, dann erhält man im Fachhandel das Modell mit 16 GByte Speicherkapazität. Für dieses Modell gibt der Hersteller einen Verkaufspreis von € 199,- an. Dennoch: müssten wir einen Favoriten im neuen iPod Line-Up auswählen, dann wäre dies ganz klar der Apple iPod nano...
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