Schon die 6002-Serie von Marantz galt als überaus attraktive Lösung für anspruchsvolle, aber auch preisbewusste Musikliebhaber. Der Marantz CD-Player CD6003 sowie der zugehörige Vollverstärker PM6003 basieren auf diesen Tugenden, wurden von den Entwicklern des HiFi-Spezialisten aber nochmals in vielen Bereichen verfeinert und einem Facelifting unterzogen.
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Von Michael Holzinger (mh) 22.12.2009 |
Packt man die Geräte aus, so ist man sogleich ob des doch beachtlichen Gewichts der beiden Komponenten von Marantz erstaunt. Trotz ihres vergleichsweise günstigen Preis sind sowohl der Verstärker Marantz PM6003 als auch der CD-Player Marantz CD6003 echte Schwergewichte. Dies zeigt, dass Marantz hier keineswegs am falschen Fleck sparte und den beiden Geräten überaus solide Gehäuse verpasste, die Resonanzen und den Klang negativ beeinflussende Einstreuungen vermeiden. So weist z.B. der CD-Player eine zweifache Bodenplatte auf, die schon einmal eine solide Basis für einen störungsfreien Betrieb darstellt.
Aber auch unter der „Haube“ haben die Entwickler einige Änderungen und Verbesserungen gegenüber den ohnehin bereits sehr guten Vorgängern der beiden neuen Komponenten vorgenommen. So steckt in beiden Geräten feinste Elektronik sowie eine erstklassige Stromversorgung, was ebenfalls dazu beiträgt, dass die Komponenten von Marantz einige Kilos auf die Waage bringen.
Nach diesem kurzen Überblick wollen wir uns nun aber die beiden Komponenten von Marantz im Detail ansehen. Beginnen wir unseren Test mit der Vorstellung des neuen CD-Players Marantz CD6003.
Wie bereits erwähnt präsentiert sich der neueste Spross von Marantz im guten Einstiegssegment im nunmehr über die komplette Produktpalette etablierten neuen Design. Diese neue Linie ist eine gelungene Mischung aus einer moderne, klaren Designsprache mit einigen Elementen der klassischen HiFi-Welt. So mündet das flache, etwas hervorstehende, sehr aufgeräumt wirkende Bedienpanel des Geräts in sanft abgerundete Seitenteile am Rande der Frontplatte. Im HiFi-Rack sieht dies überaus schick aus, da hier keine plane, langweilige Gerätefront entsteht.
Die Bedienelemente sind rund um das zentral angeordnete Display arrangiert und allesamt - wenn auch aus Kunststoff - sehr hochwertig ausgeführt. Auch das Laufwerk wurde zentral verbaut.
An der Rückseite stehen nicht nur analoge Schnittstellen in Form von vergoldeten Chinchbuchsen, sondern auch digitale Ausgänge als koaxiale S/PDIF-Schnittstelle sowie optische TOS-Link Buchse zur Verfügung. So genannte Remote Control-Ein- und Ausgänge dienen dazu, um mehrere Geräte von Marantz über diese D-Bus-Anschlüsse zu verbinden und somit über eine Fernbedienung steuern zu können.
An der Frontseite steht darüber hinaus ein Kopfhörerausgang in Form einer 6,5 mm Stereo-Klinkenbuchse samt regelbarem Kopfhörerverstärker zur Verfügung. Außerdem bietet der Marantz CD6003 einen USB-Eingang, und zwar ebenfalls an der Frontseite.
An diesen USB-Eingang kann z.B. ein Apple iPod angeschlossen werden, wobei die Daten hier digital übernommen werden und somit die Wiedergabe über die hochwertigen D/A-Wandler des Marantz CD6003 erfolgt. Dies gilt natürlich auch dann, wenn man an diese USB-Schnittstelle einen entsprechenden Speicherstick anschließt, um digitale Audiodaten in den verschiedensten Formaten abzuspielen. Das Gerät unterstützt neben MP3 auch WMA sowie Linear PCM, also WAV-Dateien.
Das Laufwerk des Marantz kann neben Audio-CDs natürlich auch CD-R und CD-RW-Medien abspielen und versteht sich auch auf die Wiedergabe von MP3-, AAC sowie WMA-Dateien. Hierbei werden selbstverständlich Informationen über Titelname, Interpret usw. angezeigt, sofern die Daten damit versehen sind. Dies gilt auch für herkömmliche Audio-CDs: ist eine Audio-CD mit CD-Text Informationen versehen, so werden diese am Display des Marantz CD6003 angezeigt.
Dieses Display zeichnet sich durch eine klare Struktur aus und ist selbst aus größerer Entfernung sehr gut ablesbar. Außerdem kann es gedimmt werden, sodass man dessen Leuchtkraft den jeweiligen Lichtverhältnissen, aber auch den eigenen Vorstellungen entsprechend anpassen kann.
Gleichgültig, ob der digitale Datenstrom nun vom Laufwerk oder der USB-Schnitstelle stammt, die Signalverarbeitung des CD6003 von Marantz beginnt mit einem Crystal CS4398 D/A-Wandler, der einen sehr guten Kompromiss aus Klangqualität und günstigem Preis darstellt und die Signale an einen speziell von Marantz entwickelten Signalverstärker, den HDAM-S2 weiterreicht. Ein spezieller Audio-EX-Modus soll dabei für eine hochwertige Wiedergabe sorgen. Hierbei werden nicht benötigte Funktionsgruppen wie etwa das Display oder die Pitch-Control deaktiviert, sodass wirklich keinerlei Beeinflussung auf die Wiedergabe in ausgezeichneter Qualität stattfindet.
Die Stromversorgung übernimmt ein klar überdimensioniertes Netzteil, dies zeigt allein das bereits angesprochene Gewicht des Marantz CD6003 von stolzen 7 kg. Das stabile Netzteil sorgt für eine stets hohe Leistungsfähigkeit der digitalen und analogen Schaltungen. Ein nicht unwesentlicher Punkt ist natürlich der Energieverbrauch. Der Hersteller gibt für den Marantz CD6003 eine Leistungsaufnahme von 19 Watt an. Im Standby-Modus „verbrät“ der CD-Player bescheidene 0,3 Watt.
Eine sehr aufgeräumt wirkende Fernbedienung, die zudem gut in der Hand liegt und nach kurzer Zeit „blind“ bedient werden kann, ist natürlich im Lieferumfang des Marantz CD6003 enthalten.
Auch beim Marantz PM6003 haben sich die Entwickler nicht mit einem rein oberflächlichen Facelifting begnügt, sondern alles daran gesetzt, dem Nachfolger des PM6002 noch mehr an Klangqualität zu entlocken. Doch beginnen wir auch hier mit einer ganz banalen Betrachtung des neuen Designs.
Wie bereits einleitend angeführt, der Marantz PM6003 ist sicher kein Leichtgewicht. Wie der Marantz CD6003 präsentiert sich auch der Vollverstärker mit einem sauber verarbeiteten Metallgehäuse mit einer eher schlichten, aber dafür sehr edel wirkenden, aufgeräumten Frontpartie, die an den Seiten leicht abgerundet ist und natürlich ebenfalls aus Metall, genauer gesagt aus Aluminium, gefertigt ist. Auch der Lautstärkeregler sowie der als gerasteter Drehknopf ausgeführte Eingangswahlschalter sind aus Aluminium gefertigt, wodurch eine erstklassige, hochwertige Haptik erreicht wird. Diese beiden Bedienelemente flankieren quasi die Frontpartie mit wenigen, aber allen nötigen Tastern und Reglern. Ein Display findet sich natürlich nicht, dafür eine Reihe von blau erstrahlenden Status-LEDs, die den jeweils aktiven Eingang anzeigen.
Vier weitere Taster sowie drei Regler - Bass, Höhen und Balance - sind alles, was es braucht, um den Marantz PM6003 jederzeit voll im Griff zu haben. Natürlich liegt dem Gerät auch eine entsprechende Infrarot-Fernbedienung bei. Hierbei handelt es sich aber um eine so genannte System-Fernbedienung, die nicht nur den PM6003, sondern auch weitere Geräte von Marantz, etwa den zuvor beschriebenen CD6003 steuern kann. Einzige Vorraussetzung hierfür: die Geräte müssen über den bereits beim Marantz CD6003 beschriebenen D-Bus mittels ebenfalls im Lieferumfang enthaltener Chinch-Kabel verbunden werden.
Auch hier steht an der Frontseite ein Kopfhörerausgang zur Verfügung, allerdings bietet der Marantz PM6003 keinen separaten Lautstärkeregler für diesen Anschluss. Auf der Rückseite stehen insgesamt sechs Audioeingänge zur Verfügung. Mit einem davon richtet sich Marantz an Freunde der Vinyl-Dreher, die somit einen passenden Anschluss finden, wenn auch nur in Form eines MM-Eingangs, aber immerhin. An Ausgängen findet man zwei Chinchbuchsen-Pärchen, aber leider keinen zusätzlichen Pre-Out, wenngleich diese Forderung angesichts der Preisklasse ohnedies ein wenig vermessen wäre. Viel wichtiger ist da schon, dass der Verstärker von Marantz sehr stabil wirkende, vergoldete Lautsprecher-Anschlüsse bietet, die als Schraubanschlüsse ausgeführt sind und auch Kabel mit größeren Querschnitten problemlos aufnehmen. Außerdem sind diese Anschlüsse auch für Bananas geeignet.
Wer auf Bi-wiring zur Klangoptimierung setzen will, der kann dies auch bei diesem Verstärker, denn Marantz spendierte dem PM6003 gleich zwei Paar dieser hochwertigen Boxenanschlüsse.
Laut Marantz war es das erklärte Ziel der Entwickler, dem PM6003 nicht ein mehr an Leistung zu verpassen, sondern die Qualitäten des Vorgängers noch weiter zu verfeinern. Der Fokus lag also ganz klar darauf, eine noch ausgewogenere Klangwiedergabe zu erzielen, also das richtige Gleichgewicht von Bässen, Höhen und Mitten für eine harmonische, detailreiche und dynamische Wiedergabe zu finden.
Hierfür setzt man bei diesem in Stromgegenkopplungs-Technologie arbeitenden Verstärker auf einen neuen Ringkern-Transformator mit sehr niedriger Impedanz sowie speziell verfeinerte Hauptkondensatoren. Diese sollen ihre hohen Leistungsreserven besonders schnell abgegeben können. In Verbindung mit ebenfalls neuen Hochleistungs-Endstufentransistoren, die auf einem neu entwickelten Aluminium-Kühlkörper thronen, soll erreicht werden, dass höhere Ströme verarbeitet werden und so eine bessere Kontrolle selbst „schwieriger“ Lautsprecher erreicht wird.
Sprechen wir also von Zahlen: Der Marantz PM6003 liefert eine Nennleistung von zweimal 45 Watt an 8 Ohm bzw. zweimal 60 Watt an 4 Ohm.
Für die Verrichtung seiner Dienste genehmigt sich der Verstärker von Marantz eine Leistung von 150 Watt. Im Standby-Modus liegt die Energieaufnahme bei bescheidenen 0,4 Watt.
Marantz Intension war es, mit dem Gespann CD6003 und PM6003 ein ausgezeichnetes Klangpaket für Musikliebhaber zusammen zu stellen. Und dies ist den Entwicklern des japanischen HiFi-Spezialisten in perfekter Art und Weise gelungen.
Die beiden Komponenten können bereits jede für sich allein in jedweder Beziehung überzeugen. Zusammen aber laufen sie zur wahren Höchstform auf. Mit einem empfohlenen Verkaufspreis von € 449,- für den CD6003 als auch den PM6003 spielen die beiden Komponenten von Marantz zwar den Preis betreffend im guten Einsteiger-Segment, die tatsächliche Leistungsfähigkeit des Duos platziert das Gespann aber locker eine Klasse höher.
Gemeinsam spielen sie überaus, nun, am besten drückt es wohl der Begriff musikalisch auf. Im Test musste sich das Gespann von Marantz zunächst an Vienna Acoustics Schönberg beweisen, danach schlossen wir die bei diesem Test genutzten Kabel von Audioquest an unsere Triangle Genèse Lyrr an. In beiden Fällen glänzte die Kombination aus PM6003 sowie CD6003 mit einem sehr mitreissenden Vortrag. Überaus dynamisch, mit sattem, aber kontrolliertem Bass, prägnanten mittleren Lagen und sauberen Höhen. Man sollte diesen beiden Komponenten von Marantz also durchaus hochwertige Lautsprecher zur Seite stellen, damit diese ihr wahres Potential auch tatsächlich voll ausspielen können und so ihren stolzen Besitzer in den Bann ziehen und mit erstklassigem Klang verwöhnen. Und zwar unabhängig vom Genre, denn dieses Duo von Marantz glänzte im Test bei feiner Kammermusik ebenso wie bei großen Orchesterklängen, sanftem Folk, groovendem Blues oder fetzigen Rock-Sounds und energiegeladenen Elektro-Beats.
Marantz bietet mit der Kombination aus dem Vollverstärker PM6003 sowie dem CD-Player CD6003 ein perfekt aufeinander abgestimmtes Duo an, das vor allem aufgrund des überaus günstigen Preises ein wahres Highlight im mittleren Einstiegssegment darstellt. Besser gesagt, zum Preis einer Stereo-Kombi aus dem Einsteigersegment erhält der Käufer mit dem Marantz PM6003 und dem CD6003 ein Gespann, das selbst gehobenen Ansprüchen gerecht werden kann und daher diese Kombination in die Oberliga spielt.
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