Maximiliano Martín konnte sich binnen kürzester Zeit einen exzellenten Ruf als vielseitiger und charismatischer Klarinettist erarbeiten. Neben seinem Engagement als erster Klarinettist beim Scottish Chamber Orchestra widmet sich der junge Spanier immer wieder Solo-Projekten. Gemeinsam mit dem Pianisten Scott Mitchell widmete er sich außergwöhnlichem Repertoire für Klarinette europäischer Komponisten.
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Von Michael Holzinger (mh) 09.07.2009 |
Die Aufnahme gleicht daher eher einer Rundreise durch Europa, denn die beiden Musiker verbinden auf dieser neuen CD von Linn Records Werke gänzlich unterschiedlicher Komponisten wie Miguel Yuste, Henri Rabaud, Antonio Romero, John McCabe, Charles-Marie Widor und Carl Maria von Weber zu einem Gesamtwerk, das in seiner Gesamtheit dann aber dennoch ein erstaunlich abgerundetes Bild ergibt.
Maximiliano Martín, geboren in Teneriffa, studierte zunächst am Conservatorio Superior de Musica auf seiner Heimatinsel, bevor er nach Barcelona übersiedelte und dort sein Studium fortsetzte. Danach zog es den jungen Klarinettisten nach London an das Royal Collage of Music, wo er sein Studium abschloss und mit dem Frederick Thurston und Golden Jubilee Price erste Auszeichnungen erhielt. Zu seinen Lehrern zählten unter anderem Joan Enric Lluna, Richard Hosford und Robert Hill.
Bereits im Jahr 2002 engagierte ihn das auch international renommierte Scottish Chamber Orchestra, zudem gewann er im selben Jahr die Young Artists Platform Competition und debütierte als Solo-Künstler in der Londoner Wigmore Hall. Konzerte in der Queens Hall in Edinburgh, der Glasgow Royal Concert Hall, der Bridgewater Hall in Manchaster sowie Auftritte beim Brighton und Newbury Festival folgten.
Im Laufe seiner jungen Karriere arbeitet Maximiliano Martín bereits mit zahlreichen renommierten Dirigenten zusammen, darunter Claudio Abbado, Colin Davis und natürlich Sir Charles Mackeras. Er war Mitglied des nationalen spanischen Jugendorchester und des Gustav Mahler Jugendorchester.
Martín unterrichtet unter anderem an der Royal Scottish Academy of music an Drama und leitet Meisterklassen in Spanien. Er wirkte im Rahmen seiner Orchester-Engagements bei zahlreichen Aufnahmen mit, hat aber bereits auch erste Solo-Aufnahmen zu verzeichnen, darunter das vielbeachtete Album „Fantasia“, auf dem er sich vor allem der Musik von Miguel Yuste und Antonio Romero, also seiner spanischen Heimat widmete.
Der Schotte Scott Mitchell zählt zu einem der renommiertesten Pianisten seiner Heimat und gilt auch international als wahrer Kenner und erstklassiger Interpret von Kammermusik. Neben zahlreichen nationalen und auch internationalen Konzerterfolgen - darunter das Edinburgh International Festival und das Festival Wiener Klassik - ist Scott Mitchell als Lehrer an der Royal Scottish Academy of music and Dram in Glasgow tätig und ist eines der Gründungsmitglieder des Cantilena Festivals, das jährlich auf der Insel Islay abgehalten wird.
Mit Maximiliano Martín bestritt Scott Mitchell schon des öfteren Konzertabende, nun aber fanden sich die beiden Ausnahmekünstler für eine ganz besondere, überaus spannende Aufgabe zusammen. Denn ausgehend von Martíns letztem Solo-Album, dem bereits erwähnten „Fantasia“ galt es diesmal, von Spanien ausgehend auch andere Länder Europas zu entdecken und diese zu einem Gesamtwerk zu verbinden.
Eröffnet wird das Album also mit einem Werk von Miguel Yuste, und zwar dem Vibraciones del Alma, Op. 45, das der Aufnahme auch ihren Namen gab, gefolgt von Henri Rabaud‘s Solo de Concous, Op. 10. Auch mit Antonio Romeros Primer Solo de Concierto para Clarinete bleibt da Duo in der iberischen Welt, bevor man sich mit John McCabe einem zeitgenössischen englischen Komponisten widmet. Die Komposition Three Pieces for Clarinet and Piano, Op. 26 ist in sich schon eine sehr bunte Stilmischung, die mit zu den spannendsten Werken dieser Aufnahme zählt. Weiter geht die Reise mit Charles-Marie Widor und dessen Introduction et Rondo, Op. 72. Den Abschluss bildet das Grand Duo Concertant, Op- 48 in Es-Dur von Carl Maria von Weber.
Aufgenommen wurde dieses Album in der Royal Scottish Academy of Music and Drama im September 2008 von Philip Hobbs, der auch die Abmischung und das Mastering übernahm. Ihm gelang es perfekt, eine überaus dichte Atmosphäre einzufangen, die sowohl in der Stereo- als auch in der Surround-Abmischung dieser als Hybrid-SACD angebotenen Aufnahmen voll und ganz überzeugt. Er ließ der Klarinette Martíns und dem Klavier Mitchells viel Raum sich zu entfalten, ist aber dennoch nah genug an den Instrumenten, um jedes Detail einzufangen, die den intimen Rahmen der Werke positiv unterstreichen und diese Aufnahme zu einem ganz besonderen Hörgenuss machen.
Mit „Vibraciones del Alma“ präsentieren Maximiliano Martín und Scott Mitchell eine sehr spannende Klangreise durch Europa, wobei die besondere Faszination in der bunten Zusammenstellung der Werke liegt. Der Spannungsbogen reicht von den in der spanischen Folklore verwurzelten Werken von Yuste, Rabaud und Romero, geht über zeitgenössische Werke von McCabe und Widor, und schließt sich mit von Weber.

| Album: | Vibraciones del Alma |
| Künstler: | Maximiliano Martín & Scott Mitchell |
| Komponist: | Yuste, Rabaud, Romero, McCabe, Widor, von Weber |
| Label: | Linn Records |
| Jahr: | 2009 |
| Format: | Hybrid-SACD, HDCD, Download |
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