Opus No.4, so lautet die Bezeichnung des Musik-Servers aus dem Hause Olive. Der kalifornische Hersteller bietet mit diesem Gerät einen sehr flexibel, völlig ohne PC oder Mac einsetzbaren Audio-Streaming-Server an, der durch einfache Bedienung und hervorragende Klangqualität überzeugt. Zu einem Musik-Server gehört aber auch ein Audio-Streaming-Client. Mit dem Melody No.2 hat Olive das passende Gerät im Angebot.
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Von Michael Holzinger (mh) 06.08.2009 |
Olive konzipierte den Melody No.2 als überaus schickes Pultgerät. Das vollständig aus Metall gefertigte Gerät weist eine abgeschrägte Front- bzw. in dem Fall besser gesagt Oberseite auf, die aus gebürstetem Aluminium ist. Diese Aluminium-Abdeckung geht nahtlos in die Rückseite über, was dem Melody No.2 eine wirklich sehr edle, wenn auch etwas außergewöhnliche Design-Linie beschert.
Angeboten wird der Olive Melody No.2 in den Farben Schwarz sowie Silber, wobei es uns persönlich überaus schwer fallen würde, einer der beiden Farbgebungen den Vorzug zu geben. Beide Varianten sehen überaus schick aus.
Gleichgültig ob Schwarz oder Silber, in beiden Fällen ziert die Oberseite ein bunter Mix aus Musik-Stilbezeichnungen, die in die Aluminium-Abdeckung eingeätzt sind und somit ein wunderbares Muster ergeben.
Da das Gerät primär nicht als zentrales Abspielgerät, sondern vielmehr als Audio-Streaming-Client für Nebenräume konzipiert ist, ist der Melody No.2 auf Grund seiner kompakten Abmessungen sowie der speziellen Formgebung perfekt auf einem Sideboard oder in einem Regal aufgehoben. Sollte man den Client dennoch in einem klassischen HiFi-Rack platzieren wollen, so sollte er einen Platz möglichst weit oben, und sehr einfach zugänglich erhalten.
Denn das Gerät kommt mit vergleichsweise wenigen Bedienelementen aus. So finden sich auf der Frontseite lediglich die wichtigsten Tasten für die Steuerung der Wiedergabe. Darüber befindet sich ein sehr großzügig bemessenes Touchscreen-Display, das als primäres Bedienelement dient sowie fünf weitere Tasten rechts daneben, um durch die übersichtliche Menüstruktur des Olive Melody No.2 zu navigieren.
Das Farb-Touchscreen-Display weist eine Bilddiagonale von 4,3 Zoll auf und liefert eine Auflösung von 480 x 272 Bildpunkten. Hier werden nicht nur die teils farblich kodierten Menüs sowie Informationen über Playlisten und Songtitel angezeigt, natürlich bietet der Melody No.2 von Olive auch die Anzeige von Cover-Artwork. Mehr noch, der Anwender kann in gewohnter Weise anhand der CD-Cover in seiner Musik-Bibliothek stöbern. Da die Spezies Mensch ohnedies ein eher visuelles Wesen ist, ist eine derartige Darstellung sowie ein Tocuhscreen-Display wohl die bestmögliche Art und Weise, eine direkte und dennoch flexible und komfortable Bedienung direkt am Gerät zu realisieren.
Selbstverständlich liefert Olive das Gerät mit einer passenden Infrarot-Fernbedienung aus, die sich sehr wuchtig ausgefallen ist, dafür aber mit wirklich großen Tasten aufwarten kann. Olive arbeitet außerdem derzeit an einer Applikation für Apple iPod touch sowie iPhone, mit der nicht nur der Opus No.4, sondern auch die Streaming-Clients Melody No.2 problemlos und einfach gesteuert werden können. Diese Applikation ist derzeit noch in der Beta-Phase, soll aber in Kürze kostenlos über Apples App Store erhältlich sein.
Ein Audio-Streaming-Client kann seinen Dienst nur dann verrichten, wenn er in ein Netzwerk integriert wird. Denn der Olive Melody No.2 verfügt selbst über keinerlei Speicherkapazitäten für Audiodaten und auch über kein CD-Laufwerk. Daten muss er also von einem oder mehreren Datenlieferanten im Netzwerk beziehen.
Um den Olive Melody No.2 ins heimische Netzwerk einzubinden stehen zwei Möglichkeiten zur Verfügung. Da wäre zunächst eine Gigabit-Ethernet-Schnittstelle um das Gerät mittels Kabel ins Netz zu integrieren. Die elegantere Lösung ist natürlich ein drahtloses Netzwerk, wobei der Melody No.2 Wireless LAN nach IEEE 802.11 b/g unterstützt und hierbei auch die Verschlüsselung der Daten nach WEP und WPA mit 64- und 128 Bit sowie WPA2 anbietet.
Ist der Melody No.2 von Olive erstmal im Netz eingebunden und kann darüber auch aufs Internet zugreifen, so stehen dem Anwender bereits zig tausende Internet-Radio-Stationen zur Verfügung. Aber dies ist nur eine Möglichkeit, schnell in den Genuss von Musik zu kommen.
An der Rückseite des Geräts findet man eine USB 2.0 Schnittstelle. An diese Schnittstelle kann man z.B. einen Apple iPod über die im Lieferumfang des mobilen Audioplayers enthaltene Docking-Station anschließen und Musik, die auf dem iPod abgelegt ist, über den Olive Melody No.2 wiedergeben.
Sein volles Leistungspotential aber entfaltet der Olive Melody No.2 aber erst, wenn er auf einen möglichst üppigen Datenbestand zugreifen kann. Und hier zeigt sich der Melody No.2 keineswegs wählerisch. Die kalifornische Entwicklerschmiede setzt für die Kommunikation mit anderen Geräten im Netzwerk auf das UPnP-Protokoll (Universal Plug and Play) sowie den dlna-Standard. Damit kann der Olive Melody No.2 auf jeden ebenfalls dlna-zertifizierten Datenlieferanten zugreifen, sei es nun im einfachsten Fall ein PC oder Mac mit entsprechender Software, eine zentrale Netzwerk-Speicherlösung wie eine NAS, oder aber natürlich der Musik-Server Olive Opus No.4.
Der Melody No.2 kann Audiodateien in den Formaten MP3, FLAC sowie AAC wiedergeben. Natürlich unterstützt er darüber hinaus auch Linear-PCM und somit das AIF sowie WAV-Format.
Ausgegeben werden die Audiosignale entweder auf analogem Wege über ein Chinchbuchsen-Pärchen oder eine optische sowie koaxiale Digitalschnittstelle. Nutzt man die überaus hochwertigen, wirklich erstklassig klingenden D/A-Wandler des Melody No.2, so ist man bei der Wiedergabe von Audiofiles auf Daten mit 16 Bit und maximal 96 kHz beschränkt. Reicht man die Signale allerdings über die digitalen Schnittstellen an einen AV-Receiver oder einen externen D/A-Wandler weiter, so kann man auch hochauflösende Audiodaten mit 24 Bit und 96 kHz abspielen, wie man sie z.B. bei einigen Online-Anbietern wie Linn Records, dem Label von Naim oder dem norwegischen Label 2L erwerben kann.
Olive spendierte dem Melody No.2 das ein oder andere überaus interessante zusätzliche Feature. So bietet das Gerät nicht nur einen Sleep-Timer, sondern kann zudem auch als „Wecker“ missbraucht werden, sodass man früh morgens von der ganz persönlichen Lieblingsmusik möglichst sanft aus dem Traumland zurück in den Alltag geholt wird.
Auch wenn der Melody No.2 wie bereits erwähnt jeden dlna-zertifizierten Server als Datenlieferant nutzen kann, konzipiert wurde das Gerät natürlich in erster Linie als perfekter Partner für den Musik-Server Olive Opus No.4. Im Zusammenspiel mit dieser Schaltzentrale für das Audio-Streaming-Netzwerk können bis zu 15 Streaming-Clients gleichzeitig genutzt werden, um in wirklich jedem Raum auf die Musik des Servers zugreifen zu können.
Auf Grund des einheitlichen Bedienkonzepts über das Touchscreen-Display merkt man dann auch keinen Unterschied, gleichgültig, ob man nun direkt am Server, dem Olive Opus No.4, oder aber einem der Clients in Form des Melody No.2 bedient.
Ein kleiner Nachteil fiel uns aber leider im Rahmen unseres sehr ausführlichen Tests auf. Mit der aktuellen Version der Firmware unterstützt die Kombination aus Opus No.4 und Melody No.2 noch keinen so genannten Party-Modus. Die gleichzeitige Wiedergabe ein und des selben Musikstücks in mehreren Räumen ist somit - derzeit zumindest - nicht möglich.
Auch wenn Olive den Melody No.2 natürlich in erster Linie als kongenialen Partner für den Musik-Server Olive Opus No.4 konzipierte, der kleine Audio-Streaming-Client macht auch mit anderen Datenquellen eine sehr gute Figur. Er überzeugt vor allem durch seine intuitive Bedienung über das Touchscreen-Display und die wirklich exzellente Audioqualität der D/A-Wandler. Zudem ist das Gerät äußerst kompakt und auf Grund seiner speziellen Formgebung der perfekte Client in der Küche, im Arbeitszimmer, im Schlafzimmer oder in irgend einem anderen Raum des Hauses, indem man nicht auf die Wiedergabe von zentral abgelegten Musikdaten verzichten möchte. Sein volles Potential kann er aber natürlich im Zusammenspiel mit dem Musik-Server Olive Opus No.4 ausspielen. Denn hier kann das System von Olive die einheitliche Bedienung sowie die völlig autarke Arbeitsweise ohne zusätzliche Peripherie - abgesehen natürlich von einem Netzwerk - in die Waagschale werfen.
Unser abschließendes Resümee ist daher, dass Olive mit der Kombination aus dem Musik-Server Opus No.4 und den Audio-Streaming-Clients Melody No.2 ein wirklich überaus interessantes Konzept anbietet, das sich vor allem an jene richtet, die zwar die volle Funktionsvielfalt und den Komfort einer Audio-Streaming-Lösung suchen, dafür aber rein gar nichts mit PC oder Mac zu tun haben wollen.
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