Die unabhängige Musikwiedergabe in bis zu 15 Zonen gleichzeitig, ein komplett eigenständiges System, das zwar auch mit anderen Netzwerk-Komponenten zusammenspielen kann, diese aber nicht benötigt und herausragende Audio-Eigenschaften, all das verspricht der US-amerikanische Hersteller Olive für sein Audio-Streaming-System.
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Von Michael Holzinger (mh) 03.08.2009 |
Begonnen hat der Boom der Audio-Streaming-Lösungen mit Systemen von Unternehmen, die sich überwiegend mit Netzwerk-Produkten auseinander setzen. Und so waren die ersten Systeme auch sehr IT-lastig konzipiert. So erinnerte das Design der Komponenten eher an Netzwerk-Lösungen wie Router, Hubs, und Switches und auch die Bedienung entsprach nicht den einfachen, übersichtlichen Bedienkonzepten, die man aus der Unterhaltungs-Elektronik gewöhnt ist. Auch die Audio-Qualität konnte nicht immer überzeugen. Kein Wunder also, dass derartige Lösungen zu Beginn im HiFi-Lager keinen allzu guten Ruf genossen und eher als Spielzeug für technikaffine Zeitgenossen abgetan wurden.
Doch diese Zeiten sind längst vorbei. Nicht nur, dass die Pioniere auf diesem Gebiet inzwischen wirklich sehr gute Lösungen anbieten, die auch aus klangtechnischer Sicht überzeugen können und einen hohen Bedienkomfort bieten, zunehmen tummeln sich auch immer mehr Unternehmen aus dem klassischen HiFi-Segment in diesem Marktsegment, aber auch das ein oder andere neue Unternehmen belebt mit innovativen Lösungen das Angebot.
Auch wenn es auf Grund der Vergangenheit der Firmengründer nicht ganz zutrifft, eines dieser neuen Unternehmen ist doch irgendwie auch Olive.
Das kalifornische Unternehmen Olive wurde im Jahr 2005 von Dr. Oliver Bergmann und Robert Altmann gegründet und befasst sich seitdem mit der Entwicklung von ganz besonderen Audio-Streaming-Lösungen, die nunmehr - dank der Wiener Firma Audio Tuning Vertriebs GmbH - auch in Österreich erhältlich sind.
Die Motivation für die Entwicklung von Audio-Streaming-Lösungen sei laut Olive, dass die Unternehmensgründer nicht nur fasziniert von Technologie seien, sondern vor allem auch leidenschaftliche Musikliebhaber. Aus diesem Grund sei man besonders von den neuen Möglichkeiten fasziniert gewesen, wie man Musik in digitaler Form erwerben und überall genießen könne.
Die Möglichkeit, mit mobilen Audioplayern tausende Stunden Musik immer und überall mit dabei zu haben, nach allen erdenklichen Parametern sortieren und suchen zu können begeisterte die Unternehmensgründer von Olive besonders.
Allerdings sahen auch sie einen großen Nachteil in dieser neuen Entwicklung. Die „digitale Revolution“ der Musikindustrie ging lange Zeit mit einem Verzicht auf Qualität einher. Die Möglichkeiten, tausende Musikstücke auf einen mobilen Audioplayer zu packen oder mit Audio-Streaming-Lösungen im gesamten Haus zur Verfügung zu stellen wurde zumeist auf der Basis von verlustbehaftet komprimierten Audiofiles im z.B. MP3-Format realisiert. Nicht weiter erstaunlich also, dass dies für begeisterte Musikliebhaber natürlich nicht der Weisheit letzter Schluss sein konnte. Robert Altmann und Dr. Oliver Bergmann gründeten daher Olive Media Products und entwickelten Lösungen, bei denen die einfache Bedienung selbst bei Mediatheken mit tausenden Audiofiles, die flexible Erweiterbarkeit, aber eben auch eine erstklassige Klangqualität ohne Kompromisse im Vordergrund stehen sollten.
Ganz grob umrissen gibt es zwei unterschiedliche Lösungs-Ansätze bei der Realisierung von Audio-Streaming-Lösungen. Da wären zunächst Systeme, die sich eher an der IT-Welt orientieren und als Basis die hier übliche Infrastruktur nutzen. Derartige Lösungen bestehen zumeist aus Audio-Streaming-Clients, die als Datenquelle einen PC oder Mac, oder aber einen zentralen Datenspeicher im Netzwerk wie eine NAS nutzen. CDs werden also mit einem PC oder Mac eingerippt und die Daten auf einem zentral zugänglichen Speicherplatz abgelegt. Die Streaming-Clients sind dabei nicht viel mehr als ein Netzwerk-Device, das über eine möglichst hochwertige Audiosektion die Daten aus dem Netzwerk abspielt.
Dabei stammen derartige Systeme längst nicht mehr nur von Unternehmen, deren Wurzeln in der IT-Welt liegen, wie etwa Logitech. Selbst Edel-HiFi-Schmieden wie der schottische Hersteller Linn oder der deutsche Anbieter T+A setzen auf derartige Konzepte.
Die zweite Herangehensweise bei der Konzeption von Audio-Streaming-Lösungen ist die, dass ein völlig eigenständiges System angeboten wird, dass nicht nur aus reinen Clients für die Musikwiedergabe besteht, sondern gleichzeitig auch als zentraler Datenspeicher für die Musikdaten dient, mit dem im einfachsten Fall auch direkt Musik von CD eingespielt wird.
Genau diesen Weg verfolgt Olive und bietet nicht nur Streaming-Clients an, sondern auch den passenden Musik-Server, der die Datenerfassung, Aufbereitung, Speicherung und natürlich auch Verteilung auf die Clients übernimmt.
Das System von Olive ist also eine völlig eigenständige Lösung. Im Mittelpunkt steht dabei der Musik-Server Olive Opus No.4. Dabei handelt es sich im wahrsten Sinne des Wortes um eine echte Schaltzentrale für die Verwaltung, Speicherung, Archivierung als auch den einfachen Zugriff von bzw. auf Musikdaten.
Olive konzipierte den Opus No.4 im Stil eines CD-Players, den man einfach nach und nach mit CDs „füttert“ und diese eben nicht nur abspielt, sondern vielmehr auf die interne Festplatte des Geräts überträgt. So lassen sich tausende Alben archivieren, natürlich verlustfrei, und mit allen relevanten Informationen über das Album und den Interpreten bis hin zum CD-Cover versehen, sodass man selbst in großen Mediatheken stets die Übersicht behält.
Der Musikserver kann in diesem Fall nicht nur als Datenliefererant für Streaming-Clients dienen, er ist bereits selbst ein Abspiel-Device und damit bestens im HiFi-Rack im Wohnzimmer aufgehoben. Hier kann er nicht nur seiner Aufgabe als Schaltzentrale für das Audio-Streaming-Netzwerk übernehmen, sondern auch als sehr vielseitiger Player fungieren, der den direkten Zugriff auf die komplette Audio-Bibliothek erlaubt.
Die Bedienung erfolgt dabei über ein Farb-Touchscreen-Display, dass nicht nur durch eine übersichtliche Menü-Struktur verfügt, sondern auch die einfache Suche z.B. anhand einer Cover-Darstellung erlaubt. Auch während der Wiedergabe werden alle relevanten Daten des Stücks - auch natürlich mit Cover - am Display dargestellt. Für die Wiedergabesteuerung liegt natürlich auch eine Fernbedienung bei.
Olive bietet den Opus No.4 in verschiedenen Konfigurationen an, wobei sich die Geräte allein durch die Speicherkapazität der internen Festplatte unterscheiden. In diesem Fall wird aber immer nur eine Festplatte verbaut. Datensicherheit ist also ein wichtiger Punkt, denn schließlich will man sich die doch zeitaufwendige Arbeit des CD Rippens nur einmal antun, bzw. stellt eventuell Online gekaufte Musik einen beachtlichen Wert dar, der entsprechend nachhaltig geschützt sein sollte.
Für die Erstellung von Daten-Sicherungen, so genannter Back-Ups, bietet der Olive Opus No.4 über eine USB-Schnittstelle für externe Festplatten einen sehr einfachen und kostengünstigen Weg an.
Übrigens, das Laufwerk im Olive Opus No.4 kann auch Daten- als auch Audio-CDs brennen, sodass man ohne zusätzlich einen PC oder Mac bemühen zu müssen, auf die Schnelle eine persönliche Best-Of Zusammenstellung auf einen Rohling brutzeln kann.
Für die Audio-Wiedergabe in anderen Räumen bietet Olive den Streaming-Client Olive Melody No.2 an. Dieser widmet sich nur der Aufgabe, Musik übers Netzwerk von einem Server zu empfangen und in bestmöglicher Form wiederzugeben. Bis zu 15 derartige Clients können in einem System genutzt werden, die zentral auf einen Server zugreifen. Selbst in größeren Anwesen kann mit diesem System von Olive also eine perfekte Multi-Room Audiolösung realisiert werden.
Auch dieses Gerät bietet ein großzügig dimensioniertes Farb-Touchscreen-Display, das die gleiche Menüstruktur wie der Musik-Server Olive Opus No.4 aufweist und ebenfalls alle relevanten Informationen anzeigt und die einfache Auswahl der Musiktitel erlaubt. Selbstverständlich wird auch der Client Olive Melody No.2 mit einer passenden Fernbedienung ausgeliefert.
Opus Lösungsansatz ist also perfekt für all jene geeignet, die ihre Musik lieber nicht einem PC anvertrauen wollen, aus welchen Gründen auch immer. Einzige Voraussetzung für den Betrieb dieses Systems ist ein Netzwerk. Hier kann man auf eine altbewährte Vernetzung mittels Kabel setzen, oder aber auf ein Wireless LAN, da sowohl der Musik-Server Olive Opus No.4 als der Streaming-Client Melody No.2 über ein entsprechendes Modul verfügt.
Man muss sich also nicht mit irgendwelchen Programmen auf dem PC beschäftigen, nur um die Audio-Streaming-Lösung mit Musik zu bestücken oder gar zu steuern. All dies kann direkt am Gerät erfolgen. Dennoch zeigt sich das System sehr flexibel für die Kontaktaufnahme mit der Außenwelt.
Das schöne an diesem System also ist, dass man zwar nichts anderes für den reibungslosen Betrieb benötigt, aber durchaus andere Komponenten mit einbinden kann. Und zwar auf einfachste Art und Weise.
Setzen andere Hersteller auf eigene Programme für Microsoft Windows XP, Vista oder Windows 7 bzw. Apple MacOS X, so verzichtet Olive auf all das. Die Audio-Streaming-Lösung von Olive sind, und da dies ein besonderes Merkmal ist sei es nochmals ausdrücklich erwähnt, vollständig autarke Systeme. Dennoch setzten die Entwickler auf Industriestandards wie UPnP (Universal Plug and Play) und dlna für die Kommunikation zwischen dem Medienserver Olive Opus No.4 sowie den Clients Olive Melody No.2.
Daher ist es natürlich problemlos möglich, auch andere Datenquellen anzuzapfen. Wer also einen PC oder Mac mit entsprechender Software nutzt - im einfachsten Fall reicht schon der Windows Media Player in der aktuellen Version - der kann natürlich auch direkt auf darauf abgelegte Daten zugreifen. Ebenso kann eine NAS-Lösung als Datenlieferant für die Geräte von Olive dienen.
Darüber hinaus kann man auf den Medienserver Olive Opus No.4 wie auf ein normales Netzwerk-Device - etwa ein Netzwerk-Drucker, eine NAS usw. - von einem PC oder Mac zugreifen. So lassen sich Audiodaten direkt vom PC oder Mac übers Netzwerk auf den Medienserver übertragen. Zudem können die Daten, die auf dem Olive Opus No.4 abgelegt sind, bearbeiten, also Metadaten wie Titel, Interpret und zahlreiche weitere Informationen editieren. Ebenso können Playlisten erstellt und bearbeitet werden.
Alles, was man dazu benötigt, ist ein Webbrowser wie Microsoft Internet Explorer, Firefox oder Apple Safari. Über die Eingabe der IP-Adresse des Olive Opus No.4 - diese kann man sich am Display des Geräts anzeigen lassen - wird eine aufgeräumte „Webseite“ der so genannten Maestro-Systemsoftware am Display des PCs oder Macs präsentiert. So lassen sich noch komfortabler Metadaten editieren, alternatives Alben-Artwork einfügen und Playlisten erstellen.
Doch es muss nicht unbedingt ein PC oder Mac sein, im Prinzip kann jedes Device, dass über einen Webbrowser verfügt, als Steuergerät für die Systeme von Olive genutzt werden. Also auch ein Apple iPhone, ein Apple iPod touch oder ein anderes Mobiltelefon oder PDA, dass bzw. der über Wireless LAN Zugriff auf das heimische Netzwerk hat und über einen Webbrowser verfügt.
Natürlich bieten die Lösungen von Olive auch die Möglichkeit, auf das immer interessantere Angebot an Internet-Radio Stationen zuzugreifen, sofern die Geräte über das heimische Netzwerk auch Zugriff auf das Web haben. So lassen sich nicht nur die lokalen Radiosender des ORF sowie der österreichischen privaten Radiostationen auch übers Web abrufen, man hat zudem die schier unüberschaubare Auswahl eines internationalen Repertoires, das wirklich für jeden Geschmack zahllose Angebote bereit hält.
Bislang haben wir uns vorwiegend mit dem prinzipiellen Aufbau des Systems sowie der Bedienung beschäftigt, aber noch nicht wirklich mit der wohl wichtigsten Frage: wie sieht es mit der Klangqualität aus?
Nun, diese Frage ist sehr einfach zu beantworten, und zwar mit einem Wort: hervorragend! Zumindest, wenn man die Standard-Einstellung beim Rippen der CDs des Olive Opus No.4 beibehält, denn die lautet FLAC, also eine nicht verlustbehaftete Kompression, die eine optimale Basis für hervorragende Klangqualität darstellt.
Erstklassige D/A-Wandlerbausteine sowohl im Olive Opus No.4 sowie im Olive Melody No.2 sorgen dafür, dass diese Qualität auch tatsächlich perfekt zur Geltung kommt.
Natürlich könnte man Daten auch im MP3-Format abspeichern, aber wer will das schon? Schließlich soll es eine derartige Audio-Streaming-Lösung nicht nur hohen Komfort und Flexiblität bieten, sondern auch eine erstklassige Klangqualität und somit ein wahrer audiophiler Genuss sein. Die Komponenten von Olive erfüllen diese Aufgabe mit Bravour.
Um diesen groben Überblick über das Multi-Room Audio-Streaming-System von Olive abzuschließen, sei noch erwähnt, dass auch das ganz besondere Design der Geräte ein weiterer Pluspunkt dieser Lösung ist. Die Geräte sehen wirklich sehr schick aus und sind zudem besonders hochwertig verarbeitet. Das aus Aluminium gefertigte Gehäuse ist entweder in Silber oder Schwarz erhältlich und präsentiert sich nicht im üblichen eher langweiligen Design. Vielmehr setzen die Entwickler von Olive auf ein eigenes Designkonzept, dass wohltuend aus der Masse heraussticht. Dennoch passt der Olive Opus No.4 perfekt ins jedes HiFi-Rack. Der Audio-Streaming Client Olive Melody No.2 hingegen ist eher als Pultgerät konzipiert und kann somit probemlos auf einem Sideboard, einem Kästchen oder in einem Regal platziert werden und benötigt auf Grund seiner kompakten Abmessungen auch nur sehr wenig Platz.
Olive verfolgt mit der Multi-Room Audio-Streaming Lösung bestehend aus dem Musik-Server Olive Opus No.2 sowie dem Audio-Streaming Client Olive Melody No.4 ein sehr interessantes Konzept. Man liefert dem Kunden ein autarkes System, dass lediglich ein Netzwerk - im einfachsten Fall einen Router, wie man ihn im Prinzip ohnedies für den zentralen Zugang ins Web hat - als Infrastruktur benötigt.
Die Daten werden direkt am Gerät über CD eingerippt und weitgehend selbstständig mit den wichtigen Metadaten versehen und auf der internen Festplatte des Musik-Server abgespeichert. Hierfür benötigt man keinen PC, muss sich mit keinerlei Software herumquälen und muss selbst für die Installation kein IT-Fachwissen aufweisen. Der Server selbst ist bereits ein tadelloser Player und stellt zudem den Clients alle Musikdaten zur Verfügung.
Darüber hinaus zeigt sich das System von Olive aber dennoch offen für Erweiterungen und kann auf andere Datenquellen zugreifen bzw. von jedem internetfähigem Device einfach per Webbrowser genutzt werden. Die Bedienung ist durch das Touchscreen-Display aber auch direkt am Gerät wirklich vorbildlich einfach gelöst, sodass die Manipulation der Daten über einen Webbrowser ein willkommenes zusätzliches, nicht aber essentielles Ausstattungsmerkmal ist.
Die Wiedergabe von Internet-Radio Stationen ist ebenfalls sehr interessant, die Ausstattung an Audioausgängen ist bei beiden Geräten tadellos und die Klangqualität schlicht hervorragend.
Olive liefert mit dem Musik-Server Opus No.4 und dem Musik-Streaming Client Melody No.2 wirklich erstklassige Geräte, die besonders für all jene interessant sein dürften, die nichts mit PCs zu tun haben wollen, wenn es um ihr Hobby Musik und HiFi geht. Eine Lösung also, die alle Vorzüge eines Audio-Streaming-Systems bietet, sich aber als normales HiFi-System präsentiert und die IT-Welt zwar einbinden kann, diese aber nicht wirklich für den tadellosen Betrieb mit hohem Bedienkomfort und flexibler Nutzung voraussetzt.
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