Olive Opus No.4

Olive Opus No.4 im Test

Das kalifornische Unternehmen Olive beschäftigt sich seit dem Jahr 2005 mit der Entwicklung von Audio-Streaming-Lösungen und setzt dabei nicht nur auf eine überaus einfache und komfortable Bedienung, man ist auch bestrebt, Geräte mit erstklassiger Audioqualität anzubieten. Der Olive Opus No.4 ist der neueste Musik-Server der Entwicklerschmiede, der nicht nur für sich genommen ein überaus flexibles Gerät darstellt, sondern gleichzeitig die Schaltzentrale im Netzwerk ist.

Von Michael Holzinger (mh)
05.08.2009
Olive bezeichnet den Opus No.4 als audiophilen Musik-Server, der den schnellen und direkten Zugriff auf tausende Musikstücke erlauben soll. Im Gegensatz zu vielen anderen Streaming-Lösungen setzt die kalifornische Entwicklerschmiede dabei nicht auf bestehende Infrastruktur in einem Netzwerk auf, sondern liefert mit dem Opus No.4 ein autarkes System. Der Opus No.4 dient somit zum Erfassen der Musikdaten, er speichert diese auf seiner internen Festplatte ab und kann sie nicht nur direkt selbst wiedergeben, er stellt seinen Datenbestand auch gleichzeitig anderen Streaming-Clients im Netzwerk zur Verfügung. Somit benötigt man in diesem Fall überhaupt keinen PC oder Mac, weder fürs Setup, nicht zur Datenerfassung und auch nicht zur Verwaltung. Selbst auf einen zentralen Datenspeicher im Netz, wie z.B. eine NAS, kann in diesem Fall verzichtet werden. Dies alles erledigt man direkt am Gerät bzw. bietet der Opus No.4 selbst.

Ein Netzwerk ist die einzige Voraussetzung

Einzige Voraussetzung für den Betrieb einer Audio-Streaming-Lösung von Olive ist ein normales Netzwerk, was die meisten von uns ohnedies bereits nutzen. Ein zentraler Router mit eventuell integriertem Wireless LAN Access-Point stellt den zentralen Zugang zum Internet her, den mehrere PCs oder Notebooks gemeinsam nutzen.

Hat man ein Wireless LAN im Einsatz, so braucht es nicht einmal eine Kabelverbindung zu Olives Musik-Server Opus No.4, denn das Gerät wird mit einem integrierten WLAN-Modul ausgeliefert und so ganz einfach ins Netz integriert.

Kurzcharakteristik

Der Olive Opus No.4 ist zunächst ein ganz normaler CD-Player. Allerdings kann er Audio-CDs nicht nur abspielen, sondern deren Daten auch auslesen und auf seiner internen Festplatte abspeichern. Sind die Musikdaten einmal auf der Festplatte des Opus No.4, so können sie natürlich auch direkt am Gerät abgespielt werden. Allerdings kann der Musik-Server von Olive diese Daten auch anderen Audio-Streaming-Clients im Netzwerk zur Verfügung stellen. Da das Laufwerk in diesem Fall ein CD-Brenner ist, kann man, ebenfalls direkt am Gerät, ohne viel Aufwand eine persönliche Best-of Zusammenstellung brennen. Darüber hinaus hat man mit dem Opus No.4 auch Zugriff auf tausende Internet-Radio-Stationen.

Olive Opus No.4 Seitenansicht

Und nun zu den Details...

Nachdem wir Ihnen nun kurz einen Überblick der prinzipiellen Funktionsweise gegeben haben, beginnen wir damit, uns das Gerät etwas genau anzusehen.

Olive bietet den Opus No.4 in den Farbgebungen Schwarz und Silber an. In beiden Fällen sticht das Gerät mit seiner etwas anderen Designlinie durchaus positiv aus dem üblichen Angebot heraus. So ist der Opus No.4 von Olive zwar recht tief, durch seine vergleichsweise geringe Bauhöhe und vor allem die nach hinten abgeschrägte Frontseite fällt dies aber keineswegs stören auf.

Das komplette Gehäuse ist natürlich aus Metall gefertigt, wobei die Oberseite nahtlos in die Frontpartie übergeht und aus gebürstetem Aluminium besteht. Auf dieser Oberseite bilden eingeätzte Schriftzüge, eine bunte Ansammlung an Musikstilbezeichnungen, eine wunderbare Struktur, sodass man den Olive Opus No.4 nicht verstecken, sondern bewusst an oberster Stelle im HiFi-Rack platzieren sollte.


Vorbildliche Bedienung dank Touch-Screen-Display

Aber auch aus einem viel wichtigeren Grund sollte man das Gerät möglichst gut zugänglich im HiFi-Rack platzieren. Denn im Mittelpunkt des Bedienkonzepts von Olive steht ein wirklich sehr großzügig bemessenes Farb-Touchscreen-Display.

Dieses Display weist eine Bilddiagonale von 4,3 Zoll und eine Auflösung von immerhin 480 x 272 Bildpunkten mit einer sehr guten Darstellungsqualität auf. Da es, wie bereits erwähnt, als Touchscreen-Display ausgeführt ist, stellt es das zentrale Bedienelement des Olive Opus No.4 dar.

Dazu gibt es noch ein paar Tipptaster, wobei diese vor allem der Wiedergabe-Steuerung dienen und unterhalb des Laufwerk-Slots zu finden sind. Fünf weitere Tipptaster direkt neben dem Display dienen zur Navigation in den Menüs.


Im Lieferumfang ist zudem eine Infrarot-Fernbedienung enthalten, die wirklich mächtig ausgefallen ist und sehr große Taster aufweist. Hier findet man ebenfalls alle nötigen Taster für die Steuerung der Wiedergabe sowie etliche Funktionstasten, um die wichtigsten Funktionen des Olive Opus No.4 auch hiermit steuern zu können.


Los geht‘s...

Um den Olive Opus No.4 mit anderen Komponenten des HiFi-Fuhrparks verbinden zu können steht zunächst ein analoger Audioausgang in Form eines Chinch-Buchsen-Pärchens zur Verfügung. Darüber hinaus bietet das Gerät sowohl eine optische TOS-Link als auch eine koaxiale S/PDIF-Schnittstelle, sodass Audiosignale auch auf digitaler Ebene an andere Komponenten weiter gereicht werden können.

Für die Integration ins Netzwerk nutzt man idealer Weise das Wireless LAN Modul, das auf der Basis von IEEE 802.11 b/g funkt und neben WEP auch WPA mit 64 und 128 Bit Verschlüsselung und natürlich WPA2.

Als Alternative bietet der Olive Opus No.4 natürlich auch eine klassische Gigabit-Ethernet-Schnittstelle in Form einer RJ-45 Buchse, sodass man das Gerät auch einfach per Netzwerkkabel einbinden kann.

Die paar nötigen Arbeitsschritte, um den Opus No.4 ins Netzwerk einzubinden sind in wenigen Augenblicken erledigt, wobei der Anwender alle Informationen in einem Menüpunkt zusammengefasst vorfindet.

Weltempfänger der anderen Art

Erstmal ins Netzwerk integriert und ein Zugang ins Internet hergestellt, stehen sofort Internet-Radio Stationen zum Abruf bereit. Was eigentlich mehr oder weniger nur ein Zusatz-Feature ist, entpuppt sich bei genauerer Betrachtung als wirklich überaus vielseitiges Angebot. Denn das Angebot an hochwertigen Audio-Streams wächst nahezu täglich in allen erdenklichen Genres. So ist man nicht nur auf die heimischen Radio-Stationen beschränkt, die man natürlich ebenfalls über diesen Weg „empfangen“ kann, sondern hat per Tastendruck ein weltweites Angebot zur Verfügung. Olive bzw. der österreichische Vertrieb Audio Tuning Vertriebs GmbH füttert den Olive Opus No.4 zwar bereits mit einer Vielzahl an Presets, diese können aber vom Anwender jederzeit mit eigenen Angeboten erweitert werden. Dank des Touchscreen-Displays kann man ja selbst längere Adressen problemlos eingeben.

Datensammler

Und dann ist der Olive Opus No.4 natürlich auch ein erstklassiger CD-Player. Dank Slot-In Laufwerk gleiten die CDs sanft in das Laufwerk des Geräts und können im einfachsten Fall ganz normal abgespielt werden. Mehr Spass macht‘s aber, wenn man die Daten gleich auf die interne Festplatte des Opus No.4 verfrachtet und ihm so erlaubt, seiner eigentlichen Aufgabe als Musik-Server gerecht zu werden.

Hier gilt es natürlich zunächst festzulegen, in welchem Format und, einhergehend damit, in welcher Qualität die Daten abgelegt werden. Hier würde sich natürlich das MP3-Format anbieten, wobei man zwischen mehreren Kompressionsstufen bzw. Datenraten zwischen 128 kbit/sec und 320 kbit/sec wählen kann. Auch das ebenfalls verlustbehaftete Kompressionsverfahren AAC wird unterstützt.

Warum aber sollte man sich mit einem minderwertigen Format begnügen, zumal das Gerät natürlich auch das völlig verlustfreie Kompressionsformat FLAC unterstützt. Wer die Daten seiner Audio-CDs überhaupt keinem Kompressionsalgorithmus überlassen will, der kann auch Linear-PCM im WAV oder AIF-Format wählen. Allerdings passen dann nur in etwa halb soviele Musik-Titel auf die Festplatte. Das völlig verlustfrei arbeitende FLAC-Format sollte also daher die erste Wahl sein.

Selbstverständlich rippt der Opus No.4 die Daten einer Audio-CD nicht nur einfach, er versieht die Audiodateien auch gleich mit den wichtigen Metadaten wie Album-Titel, Titelname, Interpret und Cover-Artwork. Dabei greift das Gerät auf eine von Olive zur Verfügung gestellte Datenbank zu, die, wie unser Test zeigte, selbst eher seltene Alben einwandfrei erkannte und alle relevanten Daten anbot.

Interessant dabei war, dass selbst Cover-Artwork bei nahezu allen Alben im Test angeboten wurde, wobei dieses nicht immer dem Original-Cover entsprach, aber immer im direkten Bezug zum Künstler stand. Und gleichgültig, wie gut die Datenbank ist, natürlich ist man nicht immer mit den zur Verfügung gestellten Daten einverstanden. Dies betrifft vor allem die Genre-Zuordnung einzelner Künstler bzw. Alben. Hier kann man ja dann ohnedies problemlos selbst nach eigenem Ermessen nachbessern.

Das Einlesen von Audio-CDs geht übrigens überaus flott von statten. CD einlegen und schon wird das Album erkannt und dem Anwender ein Dialog auf dem Display präsentiert, ob nun das Album einfach abgespielt, oder aber die Daten auf die Festplatte übertragen werden sollen. Ein paar Minuten später wird die Audio-CD wieder „ausgespuckt“ und die Daten stehen, feinsäuberlich mit allen Informationen versehen, auf der Festplatte des Olive Opus No.4 zur Verfügung.


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