Pro-Ject Box Design - HiFi à la carte dank flexiblem Baukasten-System

Pro-Ject Box Design - HiFi à la carte oder: Darf‘s ein wenig kleiner sein?

Einmal mehr ist die Welt der HiFi im Umbruch und die Industrie als auch der Fachhandel müssen sich mit frischen Ideen und Konzepten den neuen Herausforderungen stellen. Ein besonders innovativer Lösungsansatz stammt aus Österreich: Box Design by Pro-Ject Audio Systems. Damit steht edle HiFi auf höchstem Niveau in Form eines flexiblen Baukasten-Systems zur Verfügung.

Von Michael Holzinger (mh)
14.11.2010
Stellen Sie sich bitte einfach mal Ihre ganz persönliche Traum HiFi-Anlage vor. Wir sind uns sicher, dass die meisten unter Ihnen, werte Leser, nun ein prall gefülltes HiFi-Rack vor Augen haben, wundervolle Plattenspieler, die Krönung der Feinmechanik, edle CD-Player mit massiven Gehäusen, noble Vorverstärker und massive, leistungsstarke Endstufen.

Dies alles mag ja wunderbar sein, aber worum geht‘s beim Thema HiFi wirklich? Um möglichst teure Hardware, oder ganz einfach um Musik in bestmöglicher Form dargereicht? Denn teure Hardware können wir Ihnen im folgenden nicht bieten, dafür aber ein System, das überaus flexibel ist und mit erstklassigem Klang aufwarten kann. Darüber hinaus ist es wirklich absolut günstig und somit für ausnahmslos jedermann erschwinglich.

Das System nennt sich schlicht und einfach Box Design und stammt von der österreichischen Firma Pro-Ject Audio Systems. Ein Unternehmen, das von Heinz Lichtenegger vor nun fast 20 Jahren gegründet wurde, und nicht weniger ist als der unangefochtene Weltmarktführer bei Plattenspielern. Und wer nun glaubt, dass es sich hier um einen unwichtigen Nischenmarkt handelt, der liegt absolut falsch und hat die Renaissance der Vinyl-Scheiben in den letzten Jahren schlicht und einfach ignoriert.

Denn schon seit Jahr und Tag gelten die in den achtziger Jahren des vorigen Jahrhunderts bereits für tot erklärten Tonträger wieder zu den bevorzugten Medien, wenn es um wirklich audiophilen Musikgenuss auf höchstem Niveau geht. Erstaunlicherweise aber eben nicht nur für einen kleinen Kreis von ewig gestrigen Freaks, sondern zunehmend auch für eine junge Generation, die von Kindesbeinen an mit CDs, und in jüngster Zeit auch MP3s, aufgewachsen ist.

Mitverantwortlich für diese Entwicklung ist unter anderem eben auch Pro-Ject, die mit kompromisslos günstigen, gleichzeitig aber überaus hochwertigen Plattenspielern dafür sorgten, das „alte Hasen“ sich wieder einen Plattenspieler zulegten, um ihre wertvollen Schätze wieder nutzen zu können, aber auch Neueinsteiger Lust auf die Schallplatte bekamen. Denn Musik genießen hat durchaus sehr viel mit Fühlen, mit Erleben zu tun. Und eine Schallplatte mit all ihren „Fehlern“ ist nunmal viel sinnlicher als ein paar MByte auf der Festplatte.

Und bei Einstiegspreisen von nicht mehr als € 200,- überlegt man nicht lange, vor allem dann nicht, wenn man dafür einen herausragenden Abspieler für die Schätze auf Vinyl erhält, die bislang im Regal ungenutzt verstaubten.

Bewährtes Konzept, neuer Markt

Das bei Plattenspielern also überaus erfolgreiche Konzept will Firmengründer Heinz Lichtenegger nun auf ein gänzlich neues Umfeld erweitern. Diesmal hat Pro-Ject Audio Systems all jene im Visier, an die normale HiFi-Produzenten eigentlich am wenigsten denken: eine junge Klientel, die mit iPod, Handy und PC aufgewachsen ist.

Denn auch wenn Apples iPod oder PCs bislang nicht unbedingt den Ruf hatten, audiophilen Ansprüchen gerecht zu werden, eins haben MP3-Player jedweder Art, aber eben allen voran Apple, geschafft: noch nie wurde soviel Musik von derart vielen Menschen überall und an jedem Ort genutzt.

Und genau hier will Lichtenegger mit seinen neuesten Produkten ansetzen. Wenn schon der iPod oder aber auch ein PC der wichtigste Datenlieferant für Musik ist, dann sollte die Wiedergabe in bestmöglicher Form geschehen. Geht es nach den Vorstellungen des passionierten HiFi-Enthusiasten, so soll die Welt der IT den möglichst einfachen, komfortablen Einstieg in eine audiophile Welt erlauben. Dazu muss man nach Ansicht Lichteneggers nur das richtige Umfeld bieten. Und genau das sollen die Produkte der Box Design-Serie gewährleisten.

Mini-HiFi System für die Generation iPod

Im Gegensatz zu halbherzigen Implementierungen der IT-Welt sind die Geräte aus der Box Design-Serie perfekt auf den iPod sowie moderne IT-Lösungen abgestimmt. Dies bedeutet in erster Linie auch, dass es sich hierbei nicht nur um sehr kompakte, sondern wirklich winzige Komponenten handelt.

So sind die meisten Komponenten des Box Design-Systems nicht viel größer als eine Zigarettenschachtel. Die Idee dahinter ist ebenso einfach wie logisch. Nach Ansicht der Entwickler will niemand, der es gewohnt ist, kleine flexible Devices wie den iPod oder Handys zu nutzen, eine ausgewachsene HiFi-Anlage als Erweiterung für die Welt der IT im Wohnzimmer aufstellen.

Zumal, sieht man sich normale HiFi-Komponenten im unteren oder mittleren Preisbereich genauer an, so hat man es in vielen Fällen ohnedies mit einem zwar großen, aber defakto leeren Gehäuse zu tun. Irgendwo in dem 44 Zentimeter breiten Standard-HiFi-Kistchen schlummert eine kleine Platine. Der Rest ist mit Luft gefüllt. Eine teure Verpackung, für eigentlich nichts.

Demzufolge reduzierte Pro-Ject die einzelnen Komponenten auch auf das wirklich absolut Nötigste. An den Geräten finden sich zumeist nicht mehr als ein, zwei Bedienelemente, wenn überhaupt. Keineswegs gespart wurde aber bei der Wahl der Materialien, der Verarbeitung sowie den klangbestimmenden Bauteilen. Dieses Erfolgsrezept klappte, wie bereits erwähnt, bei den Plattenspielern von Pro-Ject Audio Systems perfekt, und dürfte auch einer der wichtigsten Erfolgsgaranten bei der neuen Serie sein. Um es in einem Satz zusammen zu fassen: die Geräte sollen klein, elegant und funktionell im Design, einfach zu bedienen und preisgünstig, aber niemals billig sein.

Im Gespräch mit sempre-audio.at betonte Heinz Lichtenegger, dass man bei Pro-Ject Box Design die ansonst übliche Kalkulation bei Komponenten der Unterhaltungselektronik einfach umgedreht hat. Denn während bei normalen CD-Playern und ähnlichen Geräten aus Fernost im Prinzip circa 70 Prozent des Preises für die Gehäuse der Geräte verwendet werden, fließen bei den meisten Komponenten der Box Design-Reihe rund 80 Prozent in die klangbestimmenden Komponenten, also die Elektronik selbst. Dies bedeutet aber keineswegs, dass die Gehäuse der Geräte billig gefertigt sind, ganz im Gegenteil.

Die Gehäuse sind aus einem Aludruckgußstück gefertigt und mit einer gebürsteten Alu-Front versehen. Es kommt hier keinerlei Plastik zum Einsatz, die Gehäuse sind also vollständig resonanzarm und überaus stabil. Bei der Elektronik wählt das Unternehmen Bauteile nach klanglichen Gesichtspunkten aus, und nicht in erster Linie nach dem Preis. Im Platinenaufbau wird intensiv moderne SMD-Technik eingesetzt, um Signalwege möglichst kurz zu halten. Und natürlich werden alle Steckverbindungen ebenfalls nur mit hochwertigen Elementen realisiert, also mit vergoldeten Anschlüssen angeboten.

„Made in Europe“

Ein ebenfalls nicht unwesentlicher Aspekt ist, dass die Geräte nicht aus Fernost importiert werden, sondern allesamt „Made in Europe“ sind - und zwar komplett. Die Entwicklung findet zum überwiegenden Teil natürlich direkt in Wien statt, aber auch in Tschechien und der Slowakei, wo Pro-Ject Audio Systems die Geräte fertigt.

Dieser Punkt ist dem Unternehmen aus mehreren Gründen sehr wichtig. In erster Linie erlauben die kurzen Wege natürlich eine reibungslose Entwicklung, aber auch die Produktion der Geräte auf stets hohem Qualitätsniveau durch qualifizierte Fachkräfte. Zudem kann man dadurch rasch auf Entwicklungen am Markt reagieren und neue Ideen der Ingenieure nahezu sofort umsetzen. Außerdem sichert die Produktion in Europa wertvolle Arbeitsplätze und nicht zuletzt sind kurze Transportwege in Zeiten hoher Energiepreise schlicht und einfach wirtschaftlicher und auch natürlich umweltfreundlicher.

Günstige Grundausstattung, flexible Erweiterbarkeit

Das wirklich Spannende an dem System ist die Flexibilität. Da das System aus Einzelkomponenten besteht, kann man sich sein eigenes Wunschsystem völlig individuell zusammenstellen und jederzeit erweitern. Dies eröffnet eine Vielzahl an Möglichkeiten. So kann man sehr günstig mit einer Minimal-Ausstattung beginnen und nach und nach das System erweitern. Oder aber, man realisiert sich einen sehr, sehr feinen, aber in diesem Fall eben auch wirklich kleinen Aufbau, der mit herkömmlichen Komponenten bei gleicher Qualität überaus kostspielig sein würde.

Die Geräte aus der Box Design-Serie kosten im Schnitt nicht mehr als € 200,-. Somit ist der Einstieg in eine wirkliche audiophile Klangwelt bereits mit sehr geringen Investitionen möglich. Und muss man normalerweise in diesem Segment sagen, dass es nach oben hin keinerlei Grenzen gibt, so wird es selbst sehr anspruchsvollen Zeitgenossen in diesem Fall schwer fallen, ein noch sinnvolles System zusammen zu stellen, das ihre finanziellen Grenzen überschreitet.

Die Basiskonfiguration

Im Mittelpunkt der Pro-Ject Box Design-Serie steht mit der sogenannten Stereo Box der wohl kleinste High-end Stereo-Vollverstärker der Welt. Dieser hat auf einer Handfläche Platz und liefert dennoch eine erstklassige Klangqualität und mehr als ausreichend Leistung, um einen Raum mit rund 25 m2 problemlos auszuspielen. Mit lediglich zwei Bedienelementen - Eingangswahl und Lautstärke-Regler - sowie einer erstklassigen Verarbeitung erfüllt er perfekt alle Vorgaben der Pro-Ject Box Design Serie.

Die Stereo Box ist aber nichts anderes als die hochintegrierte Version der separat erhältlichen Pre Box sowie Amp Box, also der klassischen Vorverstärker- und Endverstärker-Kombination. Denn selbstverständlich lässt sich auch dies mit den Komponenten der Box Design Serie realisieren. Mehr noch, die Leistungsverstärker Amp Box gibt es auch als „Mono“-Blöcke...

Darüber hinaus erweiterte Pro-Ject die Box Design-Serie sukzessive um eine Vielzahl an Quellgeräten, sodass längst eine breite Auswahl an allen weiteren Komponenten einer „klassischen“ HiFi-Anlage bis hin zu Lautsprechern angeboten wird. Dies beginnt bei einer Lösung, um Apples iPod als ernstzunehmendes Quellgerät integrieren zu können, der sogenannten Dock Box Fi oder Dock Box Vi. Auch D/A-Wandler stehen in den verschiedensten Varianten zur Verfügung, um etwa aus jedem noch so günstigen Notebook problemlos eine hochwertige und gleichzeitig flexible Zuspiel-Quelle machen zu können. Zudem dienen D/A-Wandler wie die DAC Box USB oder die DAV Box FL auch dazu, um TV-Geräte, SAT-Receiver oder ähnliches in bestmöglicher Qualität einbinden zu können.

Natürlich dürfen klassische Elemente einer HiFi-Anlage nicht fehlen, etwa ein FM-Tuner in Form der Tuner Box. Wer‘s ganz kompakt haben will, der findet übrigens mit der Receiver Box den kleinsten Receiver der Welt, der eine Kombination aus Tuner Box und Stereo Box darstellt.

Völlig zu Recht spricht das Unternehmen bei der Pro-Ject CD Box vom kleinsten CD-Player der Welt, der selbst höchsten Ansprüchen gerecht wird. Wirklich audiophil spielt die Pro-Ject CD Box SE auf, die als Quellgerät der sogenannten Pro-Ject Box Design SE-Serie dient. Mit dieser SE-Serie liefert Pro-Ject Audio Systems die Erweiterung der bereits erstklassigen Standard-Ausführung in einer herausragenden audiophilen Variante. Hier stehen nicht nur eine Pre Box SE, sondern natürlich auch die entsprechenden Leistungsverstärker in Form der Amp Box SE sowie Amp Box SE Mono zur Verfügung, die wahre Leistungsmonster auf kleinsten Raum darstellen und selbst absolute High-End Speaker problemlos antreiben und stets kontrollieren.

Abgerundet wird sowohl die Standard- als auch die SE-Serie von Phono-Vorstufen, Kopfhörer-Verstärkern und Erweiterungen wie etwa eine Bluetooth Box, ein Medien-Server oder eine Streaming-Lösung scharren bereits in den Startlöchern...

Ebenfalls nicht uninteressant sind die Gehäuse aber auch Racks, die Pro-Ject Audio Systems als optionales Zubehör für die Box Design-Serie anbietet. Dabei handelt es sich entweder um einfache, aber sehr schicke Rahmen, oder eben richtige HiFi-Racks, die sogar beleuchtet werden können und die in verschiedenen Farben und Größen angeboten werden. Auch Drittanbieter, wie etwa Ton Möbel Martin Kafka bieten maßgeschneiderte Lösungen an, um die kleinen Geräte zu einem eleganten System zusammen zu fügen.


Richtig kombiniert

Aus dem breiten Angebot der Pro-Ject Box Design-Serie kann der Kunde somit nach Belieben und eigenen Vorstellungen bzw. Bedürfnissen eine im wahrsten Sinne des Wortes stets kleine, aber nichtsdestotrotz überaus feine HiFi-Anlage zusammen stellen. Zudem sollte man sich keineswegs von den kompakten Abmessungen dieses Systems täuschen lassen. Klein, aber oho trifft es nur ansatzweise. Es ist vielmehr schlicht und einfach faszinierend, welche Klangwelten man aus einem derart winzigen System kitzeln kann. Wählt man die passenden Lautsprecher-Boxen, so wird man mit einem Klang verwöhnt, der schlicht und einfach verzaubert. Mit Fug und Recht kann man also von einem audiophilen System sprechen, dass zudem absolut zukunftssicher und somit wertbeständig ist und mit einfachster Bedienung aufwarten kann. Zudem kauft man aufgrund des „Baukasten-Systems“ ausschließlich jene Komponenten, die man wirklich braucht. Dennoch steht einer künftigen Erweiterung natürlich ebenfalls nichts im Wege. Edle HiFi-Komponenten à la carte...

Michael Holzinger


Keywords: Pro-Ject Audio Systems, Box Design, High-end, Vorverstärker, Verstärker, Amp, Pre-Amp, UKW, Tuner
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