Auf der Basis einer so genannten Filterless Non-Oversampling Technik soll der neueste Spross der Box Design by Pro-Ject Audio-Linie eine besonders lebensnahe, warme und vollmundige Musikwiedergabe erlauben. Der kleine D/A-Wandler soll zudem zu einem besonders günstigen Preis im Fachhandel erhältlich sein.
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Von Michael Holzinger (mh) 05.10.2009 |
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Eigentlich in guter und bewährter Unternehmenstradition verließ man sich bei der Entwicklung der neuen DAC BOX FL nicht auf gängige Lösungen, sondern versuchte auch hier, ein wirklich herausragendes Produkt anbieten zu können. Getreu der Philosophie des Unternehmensgründers Heinz Lichtenegger - weniger ist oft mehr - verzichtet man bei der DAC BOX FL ganz bewusst auf die Unterstützung der ohnedies noch sehr seltenen hochauflösenden Digitalsignale und konzentriert sich stattdessen allein auf die möglichst erstklassige Wandlung von Signalen mit 16 Bit und 44,1 kHz.
Daher kann man auf den Einsatz von den zumeist verwendeten Hoch-Bit-Mehrfach-Oversampling Wandlern verzichten und auf ein Null-Oversampling-Design ohne jeden Digitalfilter setzen. Damit, so das Unternehmen in der Produktbeschreibung, soll ein möglichst analoger sowie warmer und vollmundiger Klang erzielt werden, der sich deutlich von dem, von vielen als seelenlos und kalt eigestuften Ergebnissen von Hoch-Bit-Wandlern unterscheiden soll.
Die in Filterless Non-Oversampling Technik konzipierte DAC BOX FL ist rein auf das Format der Audio-CD mit 16 Bit und 44,1 kHz und einer oberen Grenzfrequenz von 20 kHz ausgelegt. Als Basis für die DAC BOX FL dienen vier TDA 1543T Wandlerbausteine im Parallelbetrieb (Dual Differential Mode), die eine höchstmögliche Genauigkeit bei sehr niedrigen Verzerrungen im Hörbereich bis 20 kHz aufweisen sollen.
Der Hersteller zieht als Verdeutlichung für die spezielle Betriebsart der in der DAC BOX FL genutzten Schaltung die klassische Röhrentechnologie heran. Ebenso wie dort soll es erst ab 20 kHz verstärkt zu Verzerrungen kommen, was aber für den normalen Hörbereich unterhalb dieser Grenze laut Pro-Ject nicht maßgeblich ist.
Die Ausgangsstufe der DAC BOX FL ist direkt an die Wandler gekoppelt und in SMD-Bauweise ausgeführt. Laut Pro-Ject erreichen die hier eingesetzten Baugruppen erst bei höheren Temperaturen ihr klangliches Optimum, sodass vergleichsweise große Kühlkörper zur Ableitung der ständig zugeführten Wärme erforderlich sind und daher einen Großteil des Platzes im Inneren der kompakten Box aus Metall einnehmen. Allerdings sei so gewährleistet, dass auf zusätzliche, dem Klang nicht unbedingt zuträgliche Filterstufen verzichtet werden kann. Dies sei zwar aus meßtechnischer Sicht keineswegs ideal, so Pro-Ject, allein es ist der Klang der entscheidet. Und der soll deutlich stressfreier, natürlicher sowie detailreicher und mit ausdrucksstarkem Bass sein, als mit herkömmlichen Schaltungskonzepten.
Die Pro-Ject DAC BOX FL weist einen optischen (TOS-Link) als auch koaxialen S/PDIF-Digital-Eingang sowie einen analogen Ausgang auf, der als Cinchbuchsen-Pärchen ausgeführt ist. Mit Abmessungen von lediglich 103 x 38 x 105 mm passt die in Schwarz als auch Silber erhältliche, komplett aus Metall gefertigte kleine Box natürlich die in der Box Design-Reihe üblichen Abmessungen auf und wird von einem externen Netzteil mit Strom versorgt.
Ausdrücklich weist Pro-Ject darauf hin, dass auf Grund des hohen Materialaufwands für Wandlerbausteine, Ausgangsstufe und Kühlung der Preis höher ist, als bei vergleichbaren Produkten mit herkömmlichen Schaltungs-Konzepten. Allerdings - und auch diesen Hinweis kann sich Pro-Ject völlig zu Recht nicht verkneifen - ist die DAC BOX FL wesentlich günstiger, als Produkte anderer Hersteller mit gleichem Funktionsprinzip. So beträgt der empfohlene Verkaufspreis DAC BOX FL vergleichbar bescheidene € 199,-. Ob dieser Preis gerechtfertigt ist, sollte ein ausführlicher Test zeigen.
Und tatsächlich, im Praxistest konnte die neue Pro-Ject DAC BOX FL dann zeigen, was in ihr steckt. Und eins kann man als Fazit schon vorwegnehmen: man soll sich nicht von den überaus kompakten Abmessungen des unscheinbaren schwarzen Kästchens in die Irre führen lassen. Die kleine Box kann eine Menge, vor allem so richtig musikalisch aufspielen, wenn sie mit dem richtigen Material „gefüttert“ wird.
So diente das kleine Kästchen als Erweiterung einer Apple TV, die ja prinzipiell eine durchwegs geniale Lösung darstellt, wenn es um einfache Synchronisation und komfortable Bedienung geht. Aber in einem anderen, sehr wesentlichen Punkt kann die Streaming-Lösung von Apple ganz sicher nicht voll überzeugen, und zwar bei der Qualität der D/A-Wandler. Genau die richtige Aufgabe also für die Pro-Ject DAC BOX FL. Angeschlossen an den optischen TOS-Link Digitalausgang der Apple TV sowie über Audioquest G-Snake NF-Chinch-Kabel an einen analogen Eingang des Primare I30 Vollverstärker unserer Referenz-Anlage, konnte das kleine schwarze Kästchen zeigen, was in ihm steckt.
Gleichgültig, welches Genre auch immer wir anspielten, immer tönte es im Vergleich zu den internen D/A-Wandlern der Apple TV viel harmonischer, viel runder und auch deutlich feiner aufgelöst aus unsern Triangle Genèse Lyrr. So richtig zur Geltung kam die kleine Box von Pro-Ject aber vor allem bei allen Titeln aus dem Jazz- oder Singer/Songwriter-Bereich, also Musiktitel, die vor allem durch relativ einfache Arrangements mit kleiner Besetzung, dafür umso mehr Feinheiten bei den einzelnen Instrumenten glänzen. Hier kamen Basslinien über die Pro-Ject DAC BOX FL viel prägnanter, wärmer und und präziser zur Geltung und auch akustische Gitarren klangen authentischer, voller und mit mehr Akzenten in den Höhen, jedoch ohne dabei scharf und spitz zu klingen. Dies galt auch für die Highhat oder Becken eines Schlagzeugs, ja selbst eine Snare erhielt mehr Volumen, mehr Akzente und das mitunter überzeichnete Scheppern wurde entschärft.
Ähnlich das Ergebnis bei Klassik, die mitunter leider viel zu oft etwas „scharf“ und „spitz“ klingt, vor allem dann, wenn es sich um ältere CD-Aufnahmen handelt, aber auch so manches Remaster legendärer Aufnahmen. Auch hier konnte die Pro-Ject DAC BOX FL ihre Vorzüge voll ausspielen und mit weichem, ja, man muss diese Klischee an dieser Stelle fast bemühen, analogem Sound aufwarten.
Einziger „Nachteil“ ist natürlich, dass diese Lösung ausschließlich auf das Format 16 Bit und 44,1 kHz beschränkt ist. Den ambitionierten Musikliebhaber wird dies aber nicht wirklich stören, vor allem in anbetracht des günstigen Preises.
Weitere Informationen erhalten Sie im Fachhandel sowie beim österreichischen Vertrieb, der Wiener Firma Audio Tuning Vertriebs GmbH.
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