Selbstverständlich sind diese beiden Docking-Lösungen primär als Bestandteil eines aus Komponenten der Pro-Ject Box-Design-Serie aufgebauten Mini HiFi-Systems konzipiert. Sie eignen sich aber ebenso als universelle Lösung, um einen iPod zum Bestandteil einer HiFi-Anlage zu machen.
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Von Michael Holzinger (mh) 06.04.2010 |
Pro-Ject beschreitet hier seit geraumer Zeit einen etwas anderen Weg. Natürlich sind auch die neuesten Versionen der sogenannten Dock Box primär als Bestandteil eines Mini HiFi-Systems bestehend aus weiteren Komponenten der Pro-Ject Box-Design-Serie konzipiert, diese Lösungen können jedoch mit jedem beliebigen HiFi-System genutzt werden. Mehr noch, sie sind durch ihre durchdachten Konzepte den meisten anderen derartigen Lösungen überlegen und liefern, wie unser Test zeigte, exzellente Ergebnisse.
Zunächst sei aber noch ein durchaus interessantes Detail in diesem Zusammenhang erwähnt. Die Dock Box war mit das erste Gerät der sogenannten Pro-Ject Box-Design Serie. Oder vielmehr, die Grundidee dieser überaus vielseitigen, und auf Grund ihrer kompakten Abmessungen bei gleichzeitig erstklassiger Leistungsdaten, auch für anspruchsvolle Anwender interessanten Geräteserie wurde durch die Dock Box begründet. Denn die Zielsetzung war es, rund um den mobilen Audio-Player von Apple ein möglichst vielseitiges, auch hohen Ansprüchen gerecht werdendes, überaus kompaktes Mini HiFi-System zu realisieren.
So präsentiert sich die Pro-Ject Dock Box auch in der neuesten Version als überaus kleines und eigentlich sehr schlichtes Gerät, das entweder in Schwarz oder Silber angeboten wird. Das Gehäuse ist nach wie vor aus solidem Metall gefertigt und misst gerade einmal 103 x 38 x 141 mm. Durch die solide Verarbeitung bringt es das kleine Kistchen aber dennoch auf ein vergleichsweise beachtliches Gewicht von immerhin 585 Gramm, und zwar ohne Netzteil. Das also durchaus massive Metallgehäuse soll die Elektronik effektiv vor Vibrationen und Einstreuungen schützen.
Die Frontseite präsentiert sich im wahrsten Sinne des Wortes sehr aufgeräumt, denn Bedienelemente sucht man auf der aus gebürstetem Aluminium gefertigten Frontpartie vergebens. Die braucht‘s auch nicht, denn die komplette Steuerung erledigt man entweder direkt am iPod bzw. iPhone, oder mittels der im Lieferumfang enthaltenen Fernbedienung. Einzig eine blau erstrahlende Leuchtdiode zeigt die Betriebsbereitschaft der Pro-Ject Dock Box an.
An der Oberseite findet man den 30 Pin-Connector für den iPod. Pro-Ject setzt hier nicht auf diverse Einsätze für die unterschiedlichen iPod-Modelle, sondern ein einheitliches System, bei dem der iPod oder das iPhone von einem verstellbaren Aluminium-Winkel gehalten wird. So kann ein iPod oder iPhone auch mit einer Schutzhülle oder Cover in die Dock Box gesteckt werden. Allein, ein Schutzüberzug des Aluminium-Winkels würden wir uns wünschen, sodass die Rückseite des mobilen Audio-Players nicht Gefahr läuft, zerkratzt zu werden.
An der Rückseite steht neben dem Anschluss für das externe Netzteil ein analoger Audio-Ausgang in Form eines Chinchbuchsen-Pärchens sowie ein S-Video-Ausgang und ein USB-Anschluss zur Verfügung. Somit lässt sich die Pro-Ject Dock Box nicht nur an weitere HiFi-Komponenten anschließen, auch ein TV-Gerät kann zur Anzeige etwaiger Videoinhalte genutzt werden und der mobile Audio-Player von Apple kann auch dann mit einem PC oder Mac synchronisiert werden, wenn er in der Dock Box von Pro-Ject steckt.
Die neueste Version der Pro-Ject Dock Box ist in zwei Varianten erhältlich. Sowohl die Dock Box Vi als auch die Dock Box Fi sind nunmehr mit allen iPod-Modellen mit 30 Pin-Connector kompatibel, also inklusive dem aktuellen iPod nano, dem iPod touch erster und zweiter Generation und dem iPhone 3G sowie iPhone 3GS. Ein „Made for iPod“ Logo garantiert diese Kompatibilität. Demzufolge kann der mobile Audio-Player natürlich auch geladen werden, während er in der Dock Box von Pro-Ject steckt.
Bis hierher wäre also nur das überaus solide Gehäuse der Pro-Ject Dock Box ein Ausstattungsmerkmal, das diese Lösung von den meisten anderen am Markt unterscheidet. Der wirklich wesentliche Unterschied aber verbirgt sich im Inneren der Box.
Die Dock Box sei die Lösung, um einen iPod zum Bestandteil eines audiophilen HiFi-Systems zu machen, beschreibt Pro-Ject selbst den hohen Anspruch, dem die kleine Box gerecht werden soll.
Pro-Ject setzt bei der Dock Box Vi sowie Fi auf SMD-Bauteile, um kürzeste Signalwege zu erzielen. Außerdem weisen die beiden Lösungen einen diskreten Audiopuffer auf und präsentieren sich dem Apple iPod oder iPhone als extrem einfache Last. Dadurch kann das Audiosignal möglichst verzerrungsfrei vom mobilen Audio-Player übertragen werden. Eine Verstärkerstufe mit extrem niedriger Ausgangsimpedanz von weniger als 15 Ohm sorgt im Anschluss dafür, dass das Signal problemfrei an weitere Komponenten übertragen wird. Bei der Konzeption der Schaltung achteten die Entwickler von Pro-Ject zudem auf einen möglichst linearen Frequenzgang über den gesamten Bereich von 20 bis 20.000 Hz.
Die beiden neuen Lösungen unterscheidet vor allem ein Ausstattungsmerkmal: so ist die Pro-Ject Dock Box Vi mit einem regelbaren Vorverstärker ausgestattet, dessen Ausgangspegel mittels Fernbedienung gesteuert werden kann. Dadurch ist es möglich, die Dock Box Vi direkt mit einem Endverstärker, wie etwa einer Pro-Ject Amp Box Stereo einzusetzen, und so ein wirklich sehr, sehr kompaktes und noch dazu sehr günstiges Audio-System mit dennoch sehr guten Leistungsdaten zu realisieren. Natürlich kann man die Dock Box Vi aber auch einfach nur mit Aktiv-Boxen betreiben, wenngleich hier ihr volles Potential zumindest bei kostengünstigen Lösungen nicht ausgeschöpft wird.
Die Pro-Ject Dock Box Fi kommt ohne geregelten Audio-Ausgang und ist somit als echte audiophile Lösung konzipiert. Um in der Welt der Pro-Ject Box-Design-Serie zu bleiben, sie kann mit einer Pro-Ject Pre Box, Pre Box SE plus entsprechender Leistungsverstärker, oder der ebenfalls neuen Pro-Ject Receiver Box betrieben werden. Aber natürlich verrichtet die Pro-Ject Dock Box Fi auch an jedem anderen HiFi-System erstklassige Dienste.
Denn im Test begeisterte die Lösung von Pro-Ject tatsächlich mit einem überaus detailreichen, sehr ausgewogenen Vortrag, den man so von einem iPod nicht erwarten würde.
Zumindest nicht von einer Lösung, die derart günstig ist wie die beiden Komponenten von Pro-Ject. Denn selbstverständlich gibt es bereits durchaus sehr interessante Produkte, die einem Apple iPod auch nach audiophilen Maßstäben ansprechende Klänge entlocken können. Allerdings sind diese zumeist schon für sich allein genommen in gänzlich anderen Preisregionen angesiedelt und setzen zudem auf eine digitale Signalübertragung, erfordern also zusätzlich einen hochwertigen D/A-Wandler oder entsprechende Eingänge am HiFi-System.
Pro-Ject aber bietet mit der Dock Box Fi sowie der Dock Box Vi völlig autarke Lösungen an, die flexibel einsetzbar sind und ebenfalls höchsten Ansprüchen gerecht werden. Ob es nun ein wirklich kleines HiFi-System auf der Basis der Dock Box Vi oder ein etwas umfangreicheres, aber nichtsdestotrotz kompaktes HiFi-System rund um die Dock Box Fi mit weiteren Komponenten aus der Pro-Ject Box-Design-Serie ist, in jedem Fall hat ein derartiges System einen ganz besonderen Reiz. Und auch als reine Docking-Station mit „ausgewachsenen“ HiFi-Komponenten kann die Pro-Ject Dock Box Fi voll überzeugen. Die Pro-Ject Dock Box Vi ist zum Preis von € 149,- und die Pro-Ject Dock Box Fi zum Preis von € 119,- im Fachhandel erhältlich.
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