Rückblick: musik.sehen | bild.hören Februar 2010
Einmal mehr war es unserem Chefredakteur Michael Holzinger eine große Freude, interessierte Zuhörer im Rahmen eines Händler-Events auf eine kleine musikalische Reise zu begleiten. Um dem eher trüben, nasskalten Wetter an diesem Samstag Mitte Februar zu entfliehen, standen diesmal eher südliche Gefilde auf dem Reiseplan, die teils sehr beschwingt, in jedem Fall aber sehr emotional die Zuhörer begeistern sollten.
Ausgangspunkt der Reise war diesmal die portugiesische Hauptstadt Lissabon. Anhand zweier Aufnahmen konnten sich die Mitreisenden von der Lebendigkeit des Fado überzeugen. Es sind junge Musiker, die zwar tief in den Traditionen dieser, für die portugiesische Metropole mit ihrem ganz speziellen Charme so typische Musikgattung verwurzelt sind, gleichzeitig aber mit neuen Stilmitteln neue Akzente setzen.
Den Anfang machte die Sängerin Mariza mit ihrem Album im Jahr 2008 veröffentlichten Album Mariza "Terra". Sichtlich begeistert zeigten sich die Zuhörer auch von dem Album Cristina Branco „Kronos“
, das im Jahr 2009 veröffentlicht wurde und ebenso wie das eben erwähnte Album von Mariza das aktuelle Album der Künstlerin ist. Beide sind sehr gute Beispiele dafür, dass man auch in ein derart traditionelles Musikgenres mit Kreativität moderne Stilmitteln einfließen lassen und so neue Zielgruppen erschießen, und die Musikgattung mit frischen Inhalten am Leben erhalten kann.
Auch wenn es die beiden vorgestellten Alben wert wären, in ihrer Gesamtheit genossen zu werden, war es Zeit, die Reise fortzusetzen. Wobei wir noch für ein weiteres Musik-Beispiel auf der iberischen Halbinsel verweilten, aber nun nach Spanien wechselten.
Mit dem wirklich wunderbaren Album von Bebo & Cigala „Lágrimas Negras“ spielte hier aber eine gehörige Portion kubanischer Rhythmen mit. Denn dieses Album des in Madrid geborenen Flamenco-Sängers Diego Ramón Jiménez Salazar, oder kurz El Cigala entstand im Jahr 2003 gemeinsam mit dem kubanischen Jazz-Pianisten Bebo Valdés. Auf dieser Aufnahme treffen sich also zwei herausragende Künstler, die eine einzigartige Mischung schufen. Die herzergreifende Leidenschaft in El Cigala‘s Gesang und das virtuose Klavierspiel Bebo Valdés, angereichert durch eine kleine, aber umso hochkarätigere Schar weiterer Musiker machen dieses Album zu einer wahrhaft spannenden, sehr emotionalen Aufnahme. Dies ist umso erstaunlicher, da Der ehemalige musikalische Direktor des legendären Nachtclubs Tropicana in Havanna Valdés bei dieser Aufnahme bereits 85 Jahre alt war.
Michael Holzinger lies es sich auch diesmal nicht nehmen, bei einem kurzen Abstecher nach Italien den Musiker Gianmaria Testa entsprechend zu würdigen. Diesmal stand das Album Gianmaria Testa „Altre Latitudini“ auf der Liste, das bereits im Jahr 2003 entstand und ein weiteres exzellentes Beispiel für die Virtuosität des italienischen Liedermachers ist, der bis ins Jahr 2007 als Bahnhofsvorsteher im kleinen italienischen Ort Cuneo dafür sorgte, dass Züge planmässig auf ihre Reise gingen.
Unsere Reise führte uns weiter nach Frankreich, und zwar in die Bretagne. Hier gilt der Sänger Louis Capart als der National-Barde schlechthin, der in seinen Liedern über das Land, das Meer, die Menschen und deren Träume und Hoffnungen singt. Im Jahr 2008 produzierte das deutsche Label Stockfisch Records gemeinsam mit Louis Capart und dem Duo Balance das Album „Voyage - D‘une île à l‘autre“. Das Duo Balance, besser gesagt das Ehepaar Christine Maringer-Tries und Hans-Peter Tries aus Berlin verbindet eine langjährige Freundschaft mit Louis Capart, und das hört und spürt man vor allem bei jedem Stück auf diesem wirklich einfach nur schönen Album, das noch dazu auch nach audiophilen Gesichtspunkten das Herz (und Ohr) erfreut. Es ist wie ein geselliger Abend, an dem sich Freunde Geschichten und Episoden aus ihrem Leben erzählen, und bei denen man still dabei sitzt, ein Glas Wein in der Hand, und begeistert zuhört.
Den Abschluss unserer Reise bildete ein ebenfalls sehr außergewöhnliches Album, dass bereits im Jahr 1997 erstmals veröffentlicht, im Jahr 2004 aber nochmals von EMI bzw. Capitol als Hybrid-SACD neu aufgelegt wurde. Charles Aznavour „Plus bleu...“ ist vor allem deshalb so außergewöhnlich, da es mit dem gleichnamigen Stück eröffnet wird, das Aznavour gemeinsam mit der Grande Dame des französischen Chansons singt, seiner „Entdeckerin“ Edith Piaf - die moderne Tonstudio-Technik macht‘s möglich.
Daher an dieser Stelle schon einmal der Hinweis auf unser nächstes Event, das ganz außergewöhnlich werden könnte, zumindest haben wir uns das vorgenommen ;)
Genaueres können und wollen wir noch nicht verraten. Etwas Spannung soll ja noch erhalten bleiben, denn Vorfreude ist bekanntlich die schönste Freude. Derzeit tun wir alles dafür, dass wir diese alte Weisheit allerdings widerlegen und auch das Event unseren Besuchern viel Freude bringt und ein in jeder Beziehung lohnendes Erlebnis wird. Zum derzeitigen Zeitpunkt sei also nur soviel verraten, dass der Termin Ende März in Wien stattfinden wird.
Alle Details geben wir natürlich rechtzeitig auf sempre-audio.at bekannt und versenden wir ebenso an alle Newsletter-Abonnenten. Sollten Sie sich also noch nicht für unseren Newsletter registriert haben, so ist dies eine sehr gute Gelegenheit, denn schlußendlich erhalten Sie damit nicht nur wöchentlich alle Informationen aus der so vielseitigen Welt des audiovisuellen Erlebens, sondern können auch aktiv mit ihren Kommentaren zu News, Reportagen, Reviews und Tests auf dieser Plattform mitwirken, und ganz nebenbei noch jeden Monat herausragende Aufnahmen gewinnen.
Es würde uns freuen, Sie spätestens Ende März wieder zu sehen.
Hochachtungsvoll, Ihr Reiseleiter
Michael Holzinger
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Bewertung von: sempre audio
aus Wien
Datum: 01.03.2010


Vielen Dank für das Lob. Diesmal ist eben nicht alles optimal gelaufen. So konnten wir z.B. viel zu spät beginnen, sodass viele schon weg mussten, obwohl sie gerne noch gelauscht hätten. Ich habe zumindest einige entsprechende Emails erhalten.
Das nächste mal sollte das aber alles besser organisiert sein, wenn wir Ende März (voraussichtlich wird es der 26. oder 27. März werden) wieder zu einem Workshop mit kleiner Klangreise laden. An diesem Tag wird einiges anders ablaufen und auch die Themen des Workshops werden breitenwirksamer, aber sicher nicht minder interessant sein. Mehr verrate ich aber noch nicht ;)
Bewertung von: Luchs7
aus Willendorf
Datum: 01.03.2010




Servus Michael!
Dein Bericht ist wie immer sehr ausführlich ausgefallen und glücklicherweise auch mit einer CD-Liste der vorgetragenen Musik. Ich könnte ja stundenlang Musik hören, insbesondere mit einer sehr guten Anlage . Diese war ja vorhanden.
Nur die Mehrheit der Besucher des Workshops sind offensichtlich nicht interessiert am Musikhören sondern diese sind ständig bemüht irgendwelche Unterschiede im Klang rauszuhöhren. Die Musikwiedergabe ist immer ein wenig anders (Abhängig von vielen Faktoren), aber sie soll nicht vom eigentlichen
Hobby ablenken = Musik geniessen
lG
Herbert
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