Mit AirPlay erweitert Apple nicht nur die mobile Produkt-Range um eine wirklich überaus interessante Funktion. Damit ist es möglich, Musik, Videos und Fotos direkt von einem iPhone, iPod touch, iPad oder natürlich über Apples Medienverwaltungs-Software iTunes über WiFi auf entsprechend ausgestattete Geräte einfach und komfortabel zu übertragen.
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Von Michael Holzinger (mh) 01.12.2010 |
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Und damit zurück zu AirPlay... Mit dem Update auf iOS 4.2 führte Apple diese neue Produktbezeichnung ein, und das aus sehr gutem Grund. War AirTunes, wie bereits erwähnt, allein auf Audio beschränkt, so können mit AirPlay nun auch Videos und Fotos sehr simpel und ohne umfangreiche Setup-Prozeduren über drahtlose Netzwerke verteilt werden. Sehen wir uns also einmal an, wie AirPlay funktioniert und was damit alles möglich ist.
Die Funktion Apple AirPlay ist natürlich in erster Linie auf Lösungen aus dem Hause Apple zugeschnitten. Das bedeutet, das Quellgerät ist immer irgendeine Lösung aus dem Hause Apple. In erster Linie stellt Apples Medienverwaltungs-Software iTunes für Microsoft Windows sowie Apple MacOS X die zentrale Schnittstelle dar. Voraussetzung ist hier Apple iTunes ab Version 10.1, die erstmals mit der Unterstützung von Apple AirPlay aufwartet.
Darüber hinaus können nunmehr aber auch eine Vielzahl an mobilen Geräten als Quellgeräte genutzt werden, wie etwa das Apple iPhone, der Apple iPod touch sowie das Apple iPad. Als Voraussetzung muss iOS ab Version 4.2.1 installiert sein.
Nicht geeignet sind diverse NAS-Lösungen, die über einen so genannten iTunes-Server verfügen. Auf deren Daten kann zwar Apple iTunes zugreifen, mehr aber ist damit nicht möglich!
Wie bereits angedeutet ist man bei den Abspielgeräten aber nicht mehr allein auf Apple angewiesen. Natürlich stehen aber auch hier Produkte des kalifornischen Herstellers aus Cupertino an erster Stelle. Da wäre zunächst die Netzwerk-Lösung Apple Airport Express. Dieser Wireless LAN Access Point weist eine Audio-Schnittstelle für analoge als auch digitale Signale auf und ist somit allein auf die Wiedergabe von Audio beschränkt. Gleiches gilt vorerst für das Apple TV der ersten Generation. Dieses Gerät setzt auf eine abgespeckte Version des Desktop-Betriebssystems MacOSX, weist eine interne Festplatte auf und wird mit Apples iTunes synchronisiert, um Daten auf die Settop-Box zu übertragen. Auch dieses Gerät kann für AirPlay eingesetzt werden, unterstützt allerdings ebenfalls nur die Wiedergabe von Audio-Daten.
Ganz anders sieht es beim neuesten Apple TV aus. Das nunmehr deutlich kleinere Gerät weist keine interne Festplatte mehr auf und setzt mit iOS auf das gleiche Betriebssystem, wie Apple iPod touch, iPhone und iPad. Damit können multimediale Inhalte nicht auf dem kleinen Gerät abgespeichert werden, sondern werden ausschließlich mittels AirPlay übertragen, also gestreamt. Somit kann Apple TV ab der zweiten Generation nicht nur Audio-Daten, sondern auch Fotos und Videos über AirPlay empfangen.
Bereits unmittelbar zur Vorstellung von Apples AirPlay kündigten zudem weitere Hersteller der Unterhaltungselektronik ebenfalls kompatible Lösungen an, allen voran natürlich Micromega. Der Micromega AirStream WM-10 ist natürlich ebenfalls für AirPlay gerüstet, wenngleich allein auf die Wiedergabe von Audio-Daten beschränkt. Dies gilt auch für die neuen Produkte des französischen Herstellers, den Vollverstärker Micromega IA-400 sowie den Vollverstärker AS-400.
Auch Denon und Marantz haben bereits entsprechende Lösungen für Apple AirPlay angekündigt, wobei auch deren Produkte allein auf die Wiedergabe von Audio-Daten beschränkt sind. Dies gilt auch für Lösungen, die voraussichtlich zur CES 2011 erstmals zu sehen sein werden, wie etwa aus dem Hause Bowers & Wilkins, Klipsch, und vielen mehr.
Als Basis für AirPlay dient ein ganz normales drahtloses Netzwerk, in das alle Komponenten integriert sind. Es sind also keinerlei zusätzliche Investitionen in eine Infrastruktur erforderlich und auch auf komplexe Setup-Prozeduren ist man nicht angewiesen. Im einfachsten Fall benötigt man nahezu keine zusätzlichen Setup-Routinen.
Apple setzt bei AirPlay auf die Netzwerk-Technologie Bonjour, die fester Bestandteil des Betriebssystems Apple MacOS X ist und für Microsoft Windows als kostenloser Download angeboten wird, wobei diese Komponenten bei der Installation von iTunes für Windows automatisch mit installiert werden. Ohne allzusehr ins Detail gehen zu wollen sei angeführt, dass Apple Bonjour dafür sorgt, dass Netzwerkdienste automatisch erkannt werden und keine zusätzliche Konfiguration erforderlich ist.
Somit ist sicher gestellt, dass iTunes, aber auch iPhone, iPod touch oder iPad etwaige Apple AirPlay kompatible Clients im Netzwerk automatisch erkennen und unmittelbar nutzen können.
Beginnen wir bei Apple iTunes für Windows oder MacOS X. Findet sich ein AirPlay-kompatibles Device im Netzwerk, so taucht automatisch am rechten unteren Fensterrand eine Auswahl-Option auf. Hier kann die Ausgabe von iTunes direkt auf das entsprechende Gerät geroutet werden.
Ob es nun nur Audio-, oder aber auch Video-Daten sein können, definiert sich natürlich über die Art des Geräts auf das der Datenstrom geschickt werden soll. So steht bei der Videowiedergabe ein Airport Express erst gar nicht zur Auswahl zur Verfügung, da das Gerät ohnedies nichts damit anfangen könnte. Das klappt eben nur mit einem neuen Apple TV.
Zudem kann man nicht nur ein Device mit Daten versorgen, sondern auch mehrere gleichzeitig. So kann z.B. das Audio-Signal mittels mehrere Apple Airport Express, Apple TV oder Lösungen anderer Hersteller gleichzeitig in mehrere Räume gesendet werden. Dazu wählt man einfach die Option „Mehrere Lautsprecher“ und markiert die entsprechenden Geräte.
Fotos können derzeit leider nur über Apple iTunes für Apple TV freigegeben, aber etwa nicht über Apple iPhoto direkt als Diashow ebenfalls gestreamt werden.
Sehen wir uns nun die Funktionsweise von Apple AirPlay auf mobilen Devices an. Wie bereits beschrieben, als Quellgerät kann nun ein Apple iPhone, iPod touch oder iPad genutzt werden. Mit dem Update auf iOS 4.2.1 steht AirPlay in einigen Applikationen zur Verfügung.
Dies beginnt natürlich in der iPod App, also dem Musik-Player von iPhone, iPod touch und iPad. Hier findet sich nun ebenfalls ein AirPlay Auswahl-Menü, sobald ein kompatibles Gerät im Netzwerk gefunden wird. Ähnlich wie in iTunes am PC oder Mac wählt man einfach ein Gerät aus, auf das das Audio-Signal über Wireless LAN gestreamt werden soll. Das bedeutet, es können alle Musikdaten, die sich im Speicher des mobilen Device befinden, direkt über das HiFi- oder AV-System wiedergegeben werden. Die Steuerung erfolgt dabei in gewohnter Weise direkt am iPod touch, iPhone oder iPad, so, als würde man die Musik über den Kopfhörer genießen.
Die Funktion AirPlay beschränkt sich aber auch bei den mobilen Lösungen nicht allein auf Audio. Ebenso können Videos gestreamt werden, wobei auch hier einfach eine Auswahl des entsprechenden Quellgeräts reicht. Zudem ist man nicht allein auf die Wiedergabe von Videos aus dem Apple iTunes Store beschränkt. Auch die YouTube App des iPhone, iPod touch und iPad weist nunmehr das Apple AirPlay Auswahl-Menü auf. Ebenso verhält es sich bei Fotos. Diese können nunmehr, sogar als Diashow mit Musikuntermalung, direkt vom iPhone, iPod touch und iPad auf ein Apple TV der zweiten Generation über Wireless LAN übertragen werden.
Während man beim Streamen direkt vom iPod touch, iPad oder iPhone die Steuerung ohnedies unmittelbar über das mobile Device erledigt, können all die angeführten Geräte von Apple auch zur Steuerung des PCs oder Macs genutzt werden, wenn Apple iTunes die Quelle darstellt.
Dazu bedient man sich einfach der kostenlos von Apple angebotenen App Remote, die es für Apple iPhone, iPod touch als auch das iPad gibt. Man kann zwar einzelne Geräte wie iTunes oder Apple TV direkt mit dieser App verknüpfen, der einfachste Weg stellt aber die so genannte Privatfreigabe dar, die man sowohl in Apple iTunes als auch Apple Remote eingeben kann. Anhand eines Account im Apple iTunes Online Store dürfen alle Geräte miteinander kommunizieren, sodass in der App Remote automatisch alle iTunes Mediatheken, Apple TV und AirPlay-kompatible Lösungen beliebiger Anbieter auftauchen und gesteuert werden können. Es handelt sich dabei um eine so genannte bidirektionale Fernbedienung. Das bedeutet, man sieht natürlich unmittelbar alles direkt auf dem Display des mobilen Geräts. Man stöbert also in seiner Mediathek anhand von Cover-Artwork, kann auf Playlisten zugreifen und diese auch erstellen bzw. bearbeiten, und nach allen erdenklichen Kriterien im Datenbestand suchen.
Da dürfte vielmehr die intuitive, absolut unkomplizierte Handhabung und Vernetzung verschiedenster Produkte und die flexiblen Einsatzmöglichkeiten im Mittelpunkt stehen. Und genau dafür steht Apple AirPlay als geradezu perfektes Beispiel. Kein Wunder also, dass bereits etliche Unternehmen ebenfalls entsprechende Produkte im Angebot haben und noch viel mehr folgen werden. Andere Anbieter in diesem Marktsegment werden es daher künftig noch schwerer haben, mit ihren teils propriäteren Lösungen gegen die natürlich ebenfalls nicht immer heile „vernetzte Welt“ Apples zu bestehen.
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