Einmal mehr bewegt sich die Musik des Sohnes der samtenen Ratte auf dem neuen Album „Animals“ irgendwo zwischen alternativem Folk, Blues, Rock und ein wenig Country, mischt aber diesmal auch ein wenig Chanson hinzu, und dient in bewährter Weise als Grundlage für Georg Altzieblers melancholische, vielschichtige Texte.
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Von Michael Holzinger (mh) 09.04.2009 |
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„Tiere also“, so Georg Altziebler. „Warum? Weil sie immun sind gegen die Sehnsucht. Das Leben lebt sie. Ohne Vorwarnung. Wir können nicht sein wie sie, aber wir wissen warum: die Sehnsucht ist ein zartes Gift. Wer sein Fell nicht ablegt, wird nichts spüren. Wer seine Haut retten will, soll sich warm anziehen.“
Entstanden ist auch das neue Album in Nashville, Tennessee. Wie bereits „Loss & Love“ und „Gravity“ wurde „Animals“ im Studio von Georg Altzieblers Freund Ken Coomer aufgenommen. Coomer, vormals Schlagzeuger bei Wilco, saß auch bei den Aufnahmesessions zu „Animals“ an den Drums. Darüber hinaus übernahm er die Aufgabe des Produzenten.
Das Umfeld des Westwood Studio dürfte nicht nur auf Grund seiner langjährigen Tradition als ehemaliges Gospel-Aufnahmestudio mit holzgetäfeltem Aufnahmeraum und einem breiten Repertoire an klassischen Instrumenten - Gitarren, diverse E-Pianos oder Hammond-Orgeln - die richtige Atmosphäre für die Aufnahmesessions von Son Of The Velvet Rat gewesen sein.
Auch das alte Neve-Mischpult und entsprechende Studio-Equipment war hörbar mitverantwortlich für den ganz speziellen, für ein Album eines österreichischen Künstlers gar nicht typischen Sound des neuen Tonträgers. Die Regler an der Neve-Konsole bediente Charlie Brocco. Den finalen Feinschliff beim Mastering hat Rupert Metnitzer in Graz vorgenommen.
War auf „Loss & Love“, aber vor allem auch auf „Gravity“, der lokale Einfluss der amerikanischen Musikszene bei den Arrangements klar erkennbar, so fehlt dieser auch auf „Animals“ nicht, allerdings tritt dieser nicht so in den Vordergrund wie bei den älteren Alben bzw. wurde geschickt um neue Elemente verfeinert.
So sind es nicht mehr allein Gitarren, die akustisch oder elektrifiziert gespielt, die Stücke tragen, sondern ein teils ziemlich drahtig klingendes, dann wieder in Hallfahnen gehülltes Klavier, analoge Keyboards oder gar ein Akkordeon, eine Mandoline oder Bouzouki erfüllen die Stücke auf „Animals“ mit Leben.
„Die Besetzung ist, anders als bei den bisherigen Alben, tendenziell europäisch.“, sagt Altziebler dazu. „Was ich den Musikern von Anfang an gesagt habe, war, dass ich keine ,Americana‘-Platte will.“
„Animals“ umfasst elf neue Lieder, deren Spektrum von sanfter Ballade mit geradezu gebrochen vorgetragenem Sprechgesang bis hin zu leichtgängig und flott aus den Lautsprecher tönenden Rock-Nummern reicht, wobei Georg Altzieblers vielschichtige, durchaus melancholische, vielleicht schwermütige, aber niemals von Depressionen getragenen Texte hierzu einen schwarzgefärbten Kontrastpunkt setzen.
Es ist auch auf „Animals“ einmal mehr die markante Stimme Altzieblers, die bei allen Titeln im Mittelpunkt steht. Sein rauchiges, fast gequält klingendes Timbre unterstreicht überaus eindrucksvoll die in allerbester Songwriter-Tradition verfassten Texte und verleiht ihnen Authentizität.
Besonders gelungen ist auch der Aufbau eines Spannungsbogens. Die schwermütigen „Sand mountain“ und „Perfect picture still“ empfangen den Zuhörer, ziehen ihn geradezu in ein tiefes Loch, aus dem er erst wieder mit „Same monkey (In a different zoo)“, einem der wohl besten Stücke des Albums, herausgeholt wird. Und dies nur, um gleich wieder mit „Dumb bird“ an das dem Album zugrunde liegende Thema Sehnsucht erinnert zu werden. Aus diesem Auf und Ab der Gefühle wird der Zuhörer nicht einmal durch die auf dem Album enthaltenen drei Bonus-Tracks herausgerissen.
Dies sind neben „Hotel Song Nr.2“, das bereits auf „Gravity“ als Bonus-Track zu finden war, das Stück „Do you love me“, ebenfalls von „Gravity“, nun aber in einer viel sanfter interpretierten Version. Diese entstammen einer Berliner Session im Juli 2008. „Wir haben drei Tage im Studio von Element of Crime-Drummer Richard Pappik aufgenommen. Richard hat Schlagzeug gespielt, Kristof Hahn, der jetzt Les Hommes Sauvages macht, Lapsteel und Gitarre. Außerdem dabei waren - und das ist mir wichtig - Albrecht Klinger an der Gitarre, Christian Eitner am Bass und Heike Binder an der Orgel und als Background-Gesang von meiner Liveband.“. In Berlin entstand auch „Straight ahead“, eine Cover-Version von Greg Sage.
„Animals“ ist ein erneuter Beweis dafür, dass Son Of The Velvet Rat derzeit sicher mit zu dem Besten zählt, was die österreichische Musikszene abseits von Einheitsbrei und Superstar-Marketingmaschinerie zu bieten hat.
Son Of The Velvet Rat liefern mit „Animals“ ein packendes Album ab, das in dunklen Farben wunderbare Gefühlslandschaften zaubert, durch die Georg Altziebler den Zuhörer mit seinen poetischen Texten und seiner markanten, dem Vortrag Glaubwürdigkeit verleihenden Stimme führt.

| Album: | Animals |
| Künstler: | Son Of The Velvet Rat |
| Komponist: | Georg Altziebler |
| Label: | monkey.music |
| Jahr: | 2009 |
| Format: | Audio-CD |
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Son of the Velvet Rat „Better days“ Single Wenn sich ein Künstler wie Georg Altziebler eine sanfte Ballade eines Kollegen vornimmt, dann kann das nur zu einem wunderbaren Ergebnis führen. |
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