Bereits im Jahr 1999 präsentierten die Firmen Sony und Philips mit der Super Audio-CD den aus ihrer Sicht optimalen Nachfolger der Audio-CD.
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Von Michael Holzinger (mh) 09.02.2009 |
Die Audio-CD, ebenfalls von Sony und Philips entwickelt, hatte bereits zu diesem Zeitpunkt seit ihrer Einführung im Jahr 1979 eine wahre Erfolgsgeschichte hingelegt. Die SACD trat also ein schweres Erbe an.
Erschwert wurde die Einführung der SACD durch einen Format-Streit mit der in etwa gleichzeitig vorgestellten DVD-Audio, die ebenfalls als Nachfolger für die Audio-CD gehandelt wurde. Rückblickend betrachtet war dieser Streit sicher ein wesentlicher Grund dafür, dass beide Formate scheiterten bzw. sich nicht im Massenmarkt durchsetzen konnten.
Denn im Gegensatz zur DVD-Audio, die inzwischen überhaupt keine Bedeutung mehr hat, gilt die SACD in audiophilen Kreisen noch immer als überaus beliebtes Format, auf das engagierte Labels nach wie vor setzen und somit für kontinuierlichen Nachschub sorgen.
Die wohl wichtigsten Vorteile der SACD gegenüber der normalen Audio-CD sind eine deutlich höhere Auflösung, eine größere Dynamik sowie die Option, neben dem Stereosignal auch Mehrkanal-Abmischungen zu erlauben. Um dafür ausreichend Platz zu bieten, handelt es sich, auch wenn die SACD nicht kompatibel zur DVD ist, bei diesem Datenträger ebenfalls um eine spezielle Form der DVD.
Auf einer Audio-CD sind die Daten mit einer Auflösung von 16 Bit und einer Abtastfrequenz von 44,1 kHz im PCM-Format (Pulse Code Modulation) abgelegt. Bei Super Audio-CDs liegt das Audiosignal im sogenannten DSD-Format (Direct-Stream-Digital) mit einer Wortbreite von lediglich 1 Bit, aber einer 64fach höheren Abtastrate von 2,8224 MHz vor. Während mit einer herkömmlichen Audio-CD eine Dynamik von 96 dB erreicht wird, liegt die SACD bei 120 dB. Das Frequenz-Spektrum reicht bei SACDs bis zu 100 kHz, während normale Audio-CDs Signale bis maximal 20 kHz abbilden können. Bei einer normalen Audio-CD liegt das Audiosignal in Stereo vor. Dies ist auch bei Super-Audio CDs der Fall. Jede SACD muss eine Stereo-Abmischung enthalten, kann zusätzlich aber auch eine Mehrkanal-Abmischung bieten. Bei SACDs stehen für Surround-Sound bis zu sechs diskrete Kanäle zur Verfügung.
Zu Beginn gab es vor allem reine SACDs, die entsprechende Hardware voraussetzten. Denn SACDs sind, wie bereits erwähnt, im Prinzip eine DVD. Somit können sie von einem normalen CD-Player nicht gelesen werden. Aber auch DVD-Laufwerke können mit einer SACD nichts anfangen. Dafür sorgt ein sehr effizienter Kopierschutz, der aus mehreren Bestandteilen besteht.
Die erste Stufe stellt hierbei eine Art digitales Wasserzeichen dar. Es nennt sich Pit Signal Processing und wird bereits beim Mastering-Prozess erstellt. Ausgelesen wird das PSP von einem Hardware-Baustein im SACD-Player. Darüber hinaus sind die Daten auf einer SACD per Content Scrambling kodiert. Der für die Dekodierung erforderliche Schlüssel ist ebenfalls direkt in der Hardware des SACD-Players integriert. Zudem ist der Lead-In einer SACD nochmals verschlüsselt. Das Medium wird in einem normalen Laufwerk also überhaupt nicht erkannt.
Erst sogenannte Hybrid-SACDs können auch auf normalen CD-Playern wiedergegeben werden, denn diese Medien verfügen zusätzlich zu den HD-Layern über einen voll Redbook-kompatiblen CD-Audio Layer, der unterhalb des SACD-Layers liegt, und auf dem die Daten in 16 Bit und 44,1 kHz im PCM-Format zu finden sind. Diese Medien sind auch die einzigen SACDs, die in einem PC oder Mac genutzt werden können.
Auf die hochauflösenden Daten des SACD-Layers hat man aber auch hier keinen Zugriff. Man kann lediglich den CD-Layer, wie bei jeder anderen normalen Audio-CD, auslesen, um die Daten zu archivieren bzw. für mobile Audioplayer sowie Streaming-Lösungen nutzen zu können. Inzwischen ist es üblich, dass jede SACD als Hybrid-SACD veröffentlicht wird.
Zählte die SACD zu Beginn vor allem auf Grund der Hardware-Preise zu einem sehr exklusiven Vergnügen, so hat sich die Situation über die Jahre grundlegend geändert. So boten diverse Hersteller - allen voran Pioneer und Denon - sogenannte Combi-Player an, die neben Audio-CDs, DVD-Video auch Audio-DVDs und SACDs wiedergeben konnten. Hier hatte man eine vergleichsweise große Auswahl in den unterschiedlichen Preis- und Qualitätsklassen.
Diese Player werden nunmehr mit dem Wechsel von DVD auf Blu-ray nicht mehr angeboten, da die Hersteller nahezu ausschließlich auf das neue Medium setzen. Allerdings zeigt sich in den letzten Monaten ein neuer Trend. So setzen immer mehr Anbieter auch im Kompakt- und Stereo-Segment auf SACD. So bieten unter anderem Denon, Magnat oder Pioneer sehr hochwertige kompakte Systeme im Preisbereich zwischen € 1.000.- und € 2.000,- an, die sich auch auf die Wiedergabe von SACDs verstehen - wenn auch nur in Stereo, und nicht mit Mehrkanal.
Dazu gibt es natürlich ein breites Angebot an sehr hochwertigen SACD-Playern - in Stereo als auch Mehrkanal - von etablierten HiFi-Komponentenherstellern wie Yamaha, Pioneer, Marantz, Sony bis hin zu Accuphase und so weiter...
Wie eingangs erwähnt, war die SACD als Nachfolger für die Audio-CD konzipiert. Doch daraus wurde nichts. Mit diesem Vorhaben sind die Verfechter der SACD kläglich gescheitert. Kein Wunder also, dass inzwischen sogar die „Erfinder“ Sony und Philips ihr Format gar nicht mehr oder nur sehr halbherzig unterstützen. Nichtsdestotrotz zählt die SACD immer noch zu einem wichtigen Medium, auch wenn die Unterstützung der großen Labels inzwischen nahezu gänzlich fehlt. So sucht man in den aktuellen Release-Listen von Sony BMG, Universal oder EMI zumeist vergeblich nach neuen Veröffentlichungen auf SACD.
Es sind vielmehr kleinere Labels, die für stetigen Nachschub an SACDs sorgen. So werden nahezu alle Veröffentlichungen beim schottischen Label Linn Records, dem norwegischen Label 2L, dem deutschen Anbieter Stockfisch, Pentatone, Opus 3 oder aber auch viele Veröffentlichungen von Harmonia Mundi als Hybrid-SACD angeboten. Unsere Aufzählung zeigt aber ganz klar, dass die SACD sicher nicht mehr als ein Nischenprodukt bleiben wird. Denn anspruchsvolle Aufnahmen aus dem Klassik, Jazz, Blues oder Folk-Segment zielen ganz sicher nicht auf den Massenmarkt ab.
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