„Ich hab‘ ein Tonband, das ich nun spielen will...“ mit diesen Worten betritt David Byrne die Bühne und eröffnet mit „Psycho killer“ ein Konzert, dessen Mitschnitt nach wie vor als einer der besten Konzert-Filme überhaupt gilt und auf besonders beeindruckende Art und Weise verdeutlicht, dass für imposante Bilder Kreativität entscheidend ist, und nicht der technische Aufwand.
|
Von Michael Holzinger (mh) 22.02.2011 |
|
Mit dem Film „Stop making sense“ sowie dem gleichnamigen Album schufen die Talking Heads ein audiovisuelles Gesamt-Kunstwerk, das Maßstäbe setzte und bis heute als einer der besten Konzert-Filme schlechthin gilt.
„Stop making sense“, eine Textzeile aus dem Song „Girlfriend is better“ ist ein geradezu perfekter Titel für diesen Konzert-Mitschnitt, denn die Talking Heads brachen mit nahezu allen (ungeschriebenen) Regeln, die nach wie vor für derartige Projekte gelten. Für die Umsetzung dieses Vorhabens erarbeitete Band-Leader David Byrnes gemeinsam mit dem Regisseur Jonathan Demme (Das Schweigen der Lämmer, Philadelphia) ein außergewöhnliches Konzept. Es sollte allein die Band und die Performance im Mittelpunkt stehen. Bis auf wenige Szenen ist vom Publikum rein gar nichts zu sehen. Auch wenn der Film selbstverständlich vor Publikum aufgezeichnet wurde, und zwar an insgesamt drei Abenden im Jahr 1983 im Rahmen einer Promotion-Tour für das seinerzeit aktuelle Album „Speaking in tongues“ der Talking Heads.
Die Intension dahinter war, dass der Zuseher durch rein gar nichts abgelenkt werden sollte. Nicht durch üppige Bühnenaufbauten, nicht durch eigentlich belanglose Details wie etwaige auf der Bühne herumstehende Getränke-Flaschen, und auch nicht vom anwesenden Publikum, sodass selbst der Applaus nur sehr dezent hinzugemischt wurde. Erst im Song „Take me to the river“, der den Abschluss der regulären Set-List bildet, zeigt eine Totale, dass da tatsächlich Menschen vor der Bühne stehen. Bis dahin gleicht der Mitschnitt in nahezu allen Belangen fast einem perfekt inszeniertem Musik-Video. Der Fokus des Betrachters wird stets durch eine geradezu meisterhaft inszenierte Licht-Komposition im Zusammenspiel mit der Kameraführung auf den Mittelpunkt des Geschehens gelenkt.
Dies beginnt bei der bereits erwähnten Anfangs-Sequenz zum Song „Psycho killer“, den Byrnes in diesem Fall komplett im Alleingang, nur von einer Drum-Machine unterlegt, bestreitet. Schon hier wird klar, es ist vor allem die überaus quirlige Darbietung Byrnes, die das Programm trägt. Doch selbst wenn Byrnes einem Hochleistungs-Sportler gleich nicht eine Sekunde still steht, sondern mitunter fast wie vom Wahnsinn getrieben über die Bühne rennt und dazu mit teils abstrusesten Grimassen und Verrenkungen die Songs vorträgt, man hat zu keinem Zeitpunkt das Gefühl, als wäre dies zu überzeichnet, zu übertrieben oder gar unpassend. Im Zusammenspiel mit den teils nicht weniger quirlig, aber natürlich bei weitem nicht so charismatisch agierenden Musikern der Band, die Song für Song ebenfalls die Bühne betreten - erst beim sechsten Titel „Burning down the house“ steht die gesamte Band samt Begleitmusiker tatsächlich auf der Bühne - ergibt sich ein Schauspiel, das nur wenig Zeit zum durchatmen lässt. Und genau diese Intension ist es, die David Byrnes und Jonathan Demme erzielen wollten!
Auch aus technischer Sicht setzte der Film neue Maßstäbe, denn er gilt als erstes Werk dieses Genres, bei dem der Ton komplett digital und mit immensen Aufwand aufgezeichnet wurde. Somit ist natürlich die beste Grundlage für eine Aufbereitung des Materials für die hohen Ansprüche der Blu-ray gegeben. Allerdings enthält die Blu-ray zwei völlig unterschiedliche Abmischungen. Die erste Variante basiert auf dem original Film-Soundtrack, der von Jonathan Porath in Zusammenarbeit mit David Byrnes im Jahr 1999 in den Sony Music Studios remastert wurde. Diese Abmischung soll ein sehr unmittelbares Konzert-Erlebnis erlauben, bei dem der Zuseher irgendwo in der ersten Reihe direkt vor der Bühne platziert wird und somit einen sehr intensiven Eindruck erhält.
Die zweite Version wurde ebenfalls im Jahr 1999 erstellt, und zwar von Eric Thorngren, der auch bereits für die Original-Abmischung des gleichnamigen Albums im Jahr 1983 verantwortlich zeichnete. In Zusammenarbeit mit dem Keyboarder und Gitarristen der Talking Heads Jerry Harrison erstellte Thorngren anhand der originalen Mehrspur-Bänder einen ausgewogeneren „Studio-Mix“, der zwar nicht die Intensität der Live-Abmischung bietet, aber über den gesamten Film doch die etwas ausgewogenere Variante darstellt.
Beide Abmischungen liegen auf der Blu-ray natürlich in exzellenter Qualität in dts HD Master Audio 5.1 vor.
Eine PCM 2.0 Tonspur, ebenfalls remastered von Jonathan Porath rundet das Angebot ab.
Das Bildmaterial wurde ebenfalls vom Original-Filmmaterial übernommen und präsentiert sich in guter Qualität, wenngleich es die Möglichkeiten von HD schon in Anbetracht des Alters nicht wirklich ausreizt.

Wir haben für Talking Heads „Stop making sense“ noch keine Kommentare. Sein Sie der Erste, der einen Kommentar schreibt.
Home | Blog | News | Tests | Reports | CD-Reviews | Hörbücher | Audio und Video | Foto | Mobil | Netzwerk | Events | Klasse A | Händler | Impressum
![]() |
Im Test - Acoustic Preference Gracioso 2.0 Standlautsprecher Satte Klangfarben gepaart mit einer stabilen Abbildung und Räumlichkeit. Im Grunde braucht der engagierte Musik Fan nicht mehr, wäre hier nicht auch noch eine besondere Verarbeitung im Pflichtenheft. Dermaßen beleumundet, sind wir natürlich neugierig geworden und haben uns diesen Lautsprecher zum Test geordert. |
![]() |
Spectral Cocoon im Test - Versteckspiel im HiFi- und AV-Gerätepark Ein TV-Möbel, das nicht nur in den verschiedensten Farben und Varianten geliefert wird, sondern vor allem neben einem TV-Gerät auch Platz für weitere Elektronik, ja selbst hochwertige Lautsprecher bietet, findet man mit dem Spectral Cocoon. |
![]() |
Im Test - Thinkflood RedEye Universal Remote Control für Apple iOS und Google Android Wie verwandelt man ein Apple iPhone oder Smartphone mit Google Android in eine universelle Fernbedienung? Ganz einfach mit Hilfe der eleganten Lösung Thinkflood RedEye. |
![]() |
Manger Reference Studio Monitor MSMc1 und Reference Active System MSMs1 im Test Als aktives Lautsprecher-System, das zudem mit dem so genannten Manger Schallwandler auf ein durchaus außergewöhnliches Konzept setzt, präsentiert sich der Manger Reference Studio Monitor MSMc1 sowie das Manger Reference Active System MSMs1. |
![]() |
HFX RipAmp 2.1 im Test - Das Ende von DACs? Nicht weniger als das Ende der D/A-Wandler verkündet HFX, denn beim neuen HFX RipAmp 2.1 setzt man auf die so genannte PurePath Digital Technology, die aus jedem PC oder HFX RipNAS einen audiophilen Netzwerk-Player machen soll. |
![]() |
Audio Pro Living LV2 im Test - Es funkt im Kompakt-Segment... Ein kleines aktives Lautsprecher-System, das einfach über Funk Audio-Signale im gesamten Haus empfangen kann, noch dazu sehr schick aussieht und erstaunlich gut klingt, so lässt sich das Audio Pro Living LV2 umschreiben. |
![]() |
JBL On Air Wireless im Test - Lautsprecher-Dock mit Apple AirPlay Das kompakte Audio-System JBL On Air Wireless spielt Musik von Apples iPhone und iPod ab, unterstützt Apple AirPlay und verfügt zudem über einen integrierten UKW-Tuner. |
![]() |
Canton Chrono SL 530.2 im Test - Mehr als die Summe der Details... Wenn‘s um die Abmessungen geht sehr kompakt, wenn‘s um ihren Vortrag geht sehr erwachsen, so präsentiert sich die Canton Chrono SL 530.2 im Test. |
![]() |
Dali FAZON F5 im Test - Wenn Lautsprecher zur Skulptur werden... Es fällt nicht einfach, den Charakter der Dali FAZON F5 in einem Satz zu beschreiben. Audiophile Klang-Skulptur trifft es wohl am besten... |
![]() |
Accustic Arts Power ES und Player ES im Test - Schwäbisches Traum-Paar... Eleganz strahlt diese Kombination schon durch ihr makelloses Design aus. Und das erlaubt in diesem Fall durchaus Rückschlüsse auf die Darbietung, denn Power ES und Player ES aus dem Hause Accustic Arts widmen sich mit Hingabe jedem musikalischem Detail. |
![]() |
Bose MIE2i Mobile Headset im Test Bose liefert mit dem MIE2i Mobile Headset eine Lösung, die durchaus auch für Anwender interessant sein könnte, die mit In-ear Kopfhörern eigentlich nichts anzufangen wissen. |
![]() |
mo°sound Speaker im Test - Dynamischer Klang im Porzellan-Laden... Ein Werkstoff mit minimaler Eigenschwingung, die ideale geometrische Form, ein elegantes, sehr reduziertes Design, dies sind die wesentlichen Merkmale der mo°sound Speaker. |
![]() |
Klipsch Image S4A im Test - In-ear Headset für Google Android-Smartphones Erstmals widmet sich der US-amerikanische Lautsprecher-Hersteller Klipsch mit dem Headset Klipsch Image S4A einer Lösung für Smartphones mit Google Android. |
![]() |
Pro-Ject Juke Box im Test - Das All-in-One-System für Vinyl-Freunde Warum sollten Vinyl-Freunde nicht ebenfalls ein kompaktes All-in-One System ihr Eigen nennen, das nicht nur für Schallplatte, sondern auch alle anderen Quellen bestens gerüstet ist? |
![]() |
NAD Viso 1 Wireless Digital Music System im Test Eleganter als das NAD Viso 1 Wireless Digital Music System könnte sich ein Audio-System für Apples iPod und iPhone nicht präsentieren. |
![]() |
Pure Dynamics Keramix und Tiefton-Erweiterung Keramix 3 im Test Das kleine, aber feine Unternehmen Pure Dynamics, ansässig in Wildon in der Nähe von Graz, geleitet von Dipl. Ing. Georg Ruppert, baut Röhrenverstärker, Plattenspieler und eben Lautsprecher. Und bietet diese auch als Bausatz an... |
![]() |
Cambridge Audio Azur 651BD im Test - Universal-Player mit audiophilen Tugenden aus England Die englische HiFi-Schmiede Cambridge Audio erweitert das Angebot an Universal-Playern um den Azur 651BD, der sich im Line-up unterhalb des überaus erfolgreichen Cambridge Audio 751BD einreiht. |
![]() |
System Audio SA Mantra 60 im Test - Ganz nah an der Musik? Musik, ganz besonders intensiv zu erleben, das sei das Mantra der Entwickler von System Audio, das sie im gleichnamigen Lautsprecher-System SA Mantra 60 umsetzten. |
![]() |
Denon DNP-720AE - Netzwerker der Extra-Klasse? Erstmals präsentierte Denon auf der High End 2011 in München den neuesten Netzwerk-Audio-Player DNP-720AE. Nun wird das Gerät an den Fachhandel ausgeliefert. |
Thorens TD 2015 und TD 2035 - Die neue Acryl Serie
High End 2012: Einmal mehr tritt Thorens mit den Modellen Thorens TD 2015 und TD 2035 den Beweis an, dass Schallplatten-Spieler keineswegs bieder und langweilig, sondern elegant und modern gestaltet sein können.
Musical Fidelity M8-700 - Wenn‘s ein paar Watt mehr sein dürfen...
Mit dem Musical Fidelity M8-700 liefern die Engländer eine Mono Endstufe ab, die nicht nur ein Klang-Schwergewicht sein soll und wahrlich nicht mit Leistung geizt.
KEF präsentiert Lautsprecher der R-Serie in strahlendem Weiss
High End 2012: Für die so genannte KEF R-Serie verspricht der englische Spezialist Technologien der KEF Blade für Klangqualität auf Niveau der Reference-Serie und offeriert diese nun auch in strahlendem Weiss.
KEF LS50 - Sondermodell zum 50jährigen Jubiläum
High End 2012: Anlässlich des 50jährigen Firmenjubiläums präsentiert der englische Lautsprecher-Spezialist des Studio-Monitors KEF LS50.
musikbox von interlübke und Linn - Audiophile Wohnkultur...
Wenn die schottische HiFi-Schmiede Linn mit interlübke kooperiert, so kann das Ergebnis nur ein Möbel mit der Bezeichnung musikbox sein.
Denon PMA-520AE und DCD-520AE - Neue Generation der Advanced Evolution Stereo-Komponenten
High End 2012: Sie waren bereits im Rahmen der High End 2012 zu sehen, aber erst einige Tage nach der Messe folgen nunmehr die offiziellen Informationen rund um das neue Stereo-Gespann von Denon, den PMA-520AE sowie DCD-520AE.
Pro-Ject Audio Systems Phono Box RS - Stufenlos regelbar...
High End 2012: Es wäre ja nicht Pro-Ject Audio Systems, wenn nicht auch die neue so genannte Reference Serie aus der Box Design-Linie nicht eine Phono-Vorstufe wie die Pro-Ject Audio Systems Phono Box RS aufzubieten hätte.
Pro-Ject Audio Systems Amp Box RS - Referenz Stereo Hybrid Power Amplifier
High End 2012: Den krönenden Abschluss einer Stereo-Kette stellt bei der neuen Reference Serie der Pro-Ject Audio Systems Box Design-Serie die Pro-Ject Audio Systems Amp Box RS dar.
Pro-Ject Audio Systems Pre Box RS - Röhren-Vorstufe der Referenz-Klasse
High End 2012: Die Pro-Ject Audio Systems Pre Box RS stellt die zentrale Schnittstelle in der neuen Reference Serie der so genannten Box Design-Produktlinie dar.
Burmester 113 D/A Converter - Mit Bluetooth und USB...
High End 2012: Einen D/A-Wandler auf höchstem High-end Niveau verspricht Burmester mit dem 113 D/A Converter im Angebot zu haben.