Musik-Tipp - Tanita Tikaram „Ancient heart“
Es gibt nur wenige Künstler, denen es auf Anhieb gelingt, mit ihrem Debüt-Album nicht nur international überaus erfolgreich zu sein, sondern gleichzeitig ein zeitloses Werk zu schaffen. Der englischen Sängerin Tanita Tikaram gelang dies mit dem 1988 erschienenen „Ancient heart“.
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Von Michael Holzinger (mh) 22.03.2011 |
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Tanita Tikaram wurde eigentlich im August 1969 in Deutschland geboren, zog mit ihrer malaysischen Mutter und dem von den Fidschi-Inseln stammenden Vater aber im Alter von 12 Jahren nach Basingstoke in der Grafschaft Hampshire an der Südküste Englands. Wie so viele andere junge Menschen entschloss auch sie sich dazu, Musikerin zu werden. Ein Wunsch, der schon sehr bald mit Erfolg gekrönt wurde, denn bereits im Alter von nur 19 Jahren veröffentlichte Tanita Tikaram ihr Debüt-Album "Ancient heart"
Es war vor allem der ganz besondere Reiz ihrer Stimme mit dunklem Timbre, aber auch die in bester Singer/Songwriter-Tradition verfassten Werke, die allen voran die Single „Twist in my sobriety“ in die internationalen Charts stürmen lies, und die sich weltweit über 4 Millionen mal verkaufte. Doch selbst wenn es sich bei diesem Song um eine wunderbar melancholische Ballade handelt, so darf das Album „Ancient heart“ keinesfalls allein darauf reduziert werden. Mit Liedern wie „Good tradition“, „World outside my window“ oder „Cathedral song“ finden sich zahllose weitere Glanzstücke und zeitlos schöne Werke auf diesem Album.
Zudem zeichnet sich "Ancient heart" durch seine wirklich perfekte Produktion aus. Die vor allem mit dezenten Arrangements aufgebauten Stücke wurden auf erstklassige Art und Weise von Simon Hurrel im Red House Studio zwischen April und Juli 1988 aufgenommen und von Hurrel, Peter van Hooke und Rod Argent abgemischt und gemastert. Ihnen gelang es, eine ganz besonders intime Atmosphäre einzufangen und die warme, überaus sensible Stimme Tanita Tikarams in den Mittelpunkt zu rücken. So ist nicht zuletzt "Twist in my sobriety" ein perfektes Beispiel dafür, mit wie wenig Instrumenten man ein überaus spannendes Arrangement aufbauen kann, bei dem Instrumente nur Akzente setzen, in Summe aber ein ganzes Lied tragen können. Die spärliche Percussion, eine dezente Synth-Fläche und eine Oboe, die im Dialog mit dem Gesang steht... einfach wunderbar!
Allerdings war Tanita Tikaram selbst nicht allzu glücklich über „Ancient heart“. Sie wäre viel zu sehr von ihrem Entdecker und Manager Paul Charles sowie den Produzenten in eine Richtung gedrängt worden, die nicht ihre sei, so Tikaram über das Album. Dennoch fungierten auch auf ihren späteren Alben Peter van Hooke und Rod Argent als Produzenten, allerdings auch Tanita Tikaram selbst. Dennoch half es wenig, und alle in wohl viel zu kurzer Zeit nachgereichten Alben kamen nichtmal annähernd an den Erfolg, aber auch nicht an die Qualität des Debüt-Albums „Ancient heart“ heran. Zu sehr glichen Alben wie etwa "Everybody's angel" oder "The sweet keeper" dem Erstlingswerk, drehten sich nahezu ausschließlich um die gleichen Inhalte, sodass rückblickend wohl nur „Ancient heart“ als zeitloses Werk von Tanita Tikaram im Gedächtnis bleiben wird. Dieses Album allerdings sollte in keiner Musik-Sammlung fehlen.
Michael Holzinger

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