Foto © AURALiC Limited

AURALiC Ltd. stellt fest: Vorerst kein MQA bei aktuellem Produktsortiment

AURALiC Ltd. zählte zu den ersten Unternehmen, die ihre Lösungen für das neue MQA rüsten wollten, und auch eine erste Demonstration präsentierten. Dann war aber plötzlich alles anders… In einem Statement erläutert AURALiC Ltd. nunmehr, warum man vorerst auf MQA verzichten werde.

Kurz gesagt...

In einem Statement erklärt AURALiC Ltd. nunmehr, dass man die geplante Unterstützung von MQA vorerst nicht implementieren werde.

Wir meinen...

Manchmal hat man das Gefühl, dass so manch Unternehmen in der Welt der HiFi etwas planlos agiert. So etwa MQA, die seit Jahr und Tag ihr gleichnamiges Format möglichst vielen Herstellern in der Branche schmackhaft machen wollen. Das dabei keineswegs alles wie gewünscht über die Bühne geht, zeigt das Verwirrspiel, dass man dem renommierten Hersteller AURALiC Ltd. bereitet, der nunmehr ganz offiziell die Konsequenzen daraus zieht, und von einer Implementierung von MQA Abstand nimmt - vorerst zumindest.
Hersteller:AURALiC Ltd.
Vertrieb:audioNEXT GmbH

Von Michael Holzinger (mh)
10.10.2016

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Bereits Vorfeld der CES 2016 kündigte AURALiC Ltd. an, dass man die eigene AURALiC Lightning Streaming Plattform für das neue Format MQA rüsten werde, und dass man in Las Vegas erstmals eine entsprechende Präsentation plane. Und tatsächlich gab es in Las Vegas im Rahmen der Consumer Electronics Show die Präsentation zu bestaunen, wenngleich man zu diesem Zeitpunkt noch völlig offen lies, wann das entsprechende Update auch tatsächlich für alle Streaming-Lösungen aus dem Hause AURALiC Ltd. tatsächlich verfügbar sein werde. Ziel war es, die entsprechende Implementierung mit dem nächsten großen Update einzuführen, zu diesem Zeitpunkt also AURALiC Lightning Streaming Plattform Firmware 3.0.

Tatsächlich war das entsprechende Update nur wenige Tage später erhältlich, und hielt eine Vielzahl an Verbesserungen und Neuerungen bereit, etwa die Unterstützung der Software von Roon Labs LLC., aber auch eine Überraschung. Die versprochene Implementierung von MQA fehlte nämlich.

Auf die zahllosen Anfragen von Kunden reagierte AURALiC Ltd. umgehend mit einem Statement, das letztlich mehr Fragen aufwarf, als es beantwortete. So habe MQA im Rahmen der CES 2016 erkannt, dass die Lösungen aus dem Hause AURALiC Ltd., die über keinen integrierten D/A-Wandler verfügen, und damit allein als so genannte Streaming Bridge fungieren, einen gänzlich anderen Ansatz erfordern, wenn es um die Implementierung von MQA gehe. MQA sei, so Xuanqian Wang, President und CEO von AURALiC Ltd., bislang für derartige Devices noch nicht vorbereitet. Daher könne man die Unterstützung von MQA vorerst nicht wie geplant anbieten.

Mit Verlaub, eigentlich eine Art Armutszeugnis für MQA, schließlich sollte man meinen, dass man im Vorfeld abklärt, welche Lösungen Partner vorweisen können, und wie da die eigene Produktstrategie bzw. Technologie dazu passt…

Doch damit nicht genug! Nachdem nun Monate verstrichen sind, sieht sich AURALiC Ltd. zu einem erneuten Statement veranlasst, um etwas Licht in die Sache zu bringen, warum die Implementierung von MQA noch immer nicht vollzogen wurde.

Es scheiterte bislang an technischen Faktoren, so die prinzipielle Aussage des entsprechenden Blog-Eintrags, und zwar auf Grund von Konflikten zwischen den Vorgaben von MQA und den Möglichkeiten der AURALiC Lightning Streaming Platform.

AURALiC Ltd. habe erste Präsentationen im Rahmen der CES 2016 mit AURALiC ARIES und AURALiC ARIES Mini mit MQA Unterstützung gezeigt, und da habe MQA erkannt, dass es sich beim AURALiC ARIES um eine Lösung ohne DAC handle, und das AURALiC Mini einen digitalen Ausgang parallel zum DAC I2S Signal aufweise, sodass sich MQA dazu veranlasst sah, dieses Projekt zu stoppen.

MQA sei überzeugt, dass der komplette MQA Prozess ein End-to-end Prozess zu sein habe, und der DAC selbst für MQA optimiert werden müsse, und alles andere nicht akzeptabel sei.

Laut Stellungnahme von AURALiC Ltd. akzeptiere MQA keinerlei Eingriff in die digitale Signalkette. So dürften weder durch den Anwender beeinflussbare DAC Filter zum Einsatz kommen, noch dürfe DSD Upsampling erfolgen, es dürfen keinerlei Raum-Korrektur-Maßnahmen ermöglicht werden, oder Cross Fader, und auch ein Mix Down verschiedener Input Signale sei nicht zulässig.

Das Problem sei nun aber, dass all dies Funktionen sind, die AURALiC Ltd. als großen Vorteil seiner AURALiC Lightning Streaming Platform ansieht, die große Vorteile für den Kunden mit sich bringen, und man garantiert darauf nicht verzichten werde.

Daher habe man sich bei AURALiC Ltd. entschlossen, auf die Implementierung von MQA zu verzichten.

Wörtlich klingt das dann so:

MQA is still in pending status for AURALiC due to technical conflict with Lightning streaming platform.

AURALiC has done a live demo during CES 2016 for MQA on ARIES and ARIES MINI. It is however after MQA realized that ARIES does not have any DAC built-in and ARIES MINI has a digital output in parallel connection of its DAC I2S signal, they pulled it back immediately. They believe the MQA process is end to end and the DAC has to be optimized for MQA playback, so any digital output of fully decoded signal is unacceptable.

MQA may recently updated their specification which allows limited content to be delivered from digital output (Bluesound implement) but some signal process is still not allowed through MQA signal chain such as:


• Customize and upgradeable DAC filter
• DSD upsampling
• Room correction
• Cross fader
• Mix down of various of input signal

Since the above features are exactly what AURALiC working on or have done, to imply MQA means AURALiC has to drop the unique features of Lightning streaming. After carefully consideration, the team has decided not to imply MQA into existing streaming product at right moment.

Für Verfechter von MQA bleibt also wohl nur ein kleiner Funken Hoffnung, dass irgendwann MQA auch bei AURALiC Ltd. wieder zum Thema wird, sobald man sich mit MQA darauf verständigen kann, dass die aufgezählten Funktionen eventuell doch von Vorteil für den Kunden sein können, und der Implementierung von MQA nicht im Wege stehen…

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