Foto © AVID HiFi

AVID HiFi Sequel SP im Test - Solid as a rock…

Bei der Entwicklung von Schallplattenspielern verfolgen renommierte Hersteller teils gänzlich unterschiedliche Ansätze, lassen sich nicht selten auch durch Intuition leiten, natürlich untermauert durch akribische und aufwendige Tests. AVID HiFi hat sich ganz klar der Technologie verschrieben, strebt technische Perfektion an, um letztlich durch eine präzise Wiedergabe auf höchstem Niveau die Leidenschaft zu wecken.

Kurz gesagt...

Perfektion, nicht weniger als das strebt die englische HiFi-Schmiede AVID HiFi mit ihren Laufwerken an, die man durchaus als Präzisionswerkzeuge verstehen darf, wie der Test des AVID HiFi Sequel SP zeigt.

Wir meinen...

Mit dem AVID HiFi Sequel SP bietet die englische HiFi-Schmiede AVID HiFi Perfektion in der Konstruktion und im Aufbau, und diese führt zu Perfektion in der Wiedergabe. Somit kann der englische Hersteller seiner eigenen Vorgabe, nichts anderes zu bieten als „The truth, nothing more, nothin less“, vollends gerecht werden.

Von Michael Holzinger (mh)
21.12.2015

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Ein ganz wesentlicher Punkt der Faszination für Schallplattenspieler insgesamt besteht für mich darin, dass es in diesem Bereich, wie in wenigen anderen, eine immense Vielfalt gibt. Und zwar in vielerlei Hinsicht. Etwa schon bei der grundlegenden Konstruktion eines Laufwerks. Gerade bei Schallplattenspielern ist es doch so, dass sich Entwickler wirklich frei entfalten können, scheinbar jeder für sich seinen eigenen Weg einschlagen kann. Selbst wenn es zumindest prinzipielle Konstruktionsprinzipien gibt, so unterscheiden sich die verschiedenen Lösungen am Markt teils erheblich dadurch, wie das eigentliche Ziel, eine möglichst begeisternde Klangwiedergabe, erzielt wird.

Das ganz besonders Spannende hierbei ist, dass sich so mancher Lösungsansatz von denen anderer nicht nur in wesentlichen Aspekten unterscheidet, sondern sich diese teils gar scheinbar widersprechen. Dennoch, die Ergebnisse geben den Entwicklern zumeist recht, und es steht eine immens „bunte“ Vielfalt in diesem Marktsegment zur Verfügung, sodass letztlich jeder ambitionierte Vinyl-Liebhaber das für ihn perfekte Produkt findet.

Ein Unternehmen, das seine speziellen Lösungsansätze sehr konsequent über eine längst sehr breit aufgestellte Produktpalette verfolgt, ist die englische HiFi-Schmiede Avid HiFi.

Bis vor kurzem hätte man AVID HiFi noch als reinen Produzenten von Schallplatten-Spielern bezeichnen können, längst hat man jedoch das Sortiment auch auf feinste Elektronik erweitert. Dies sei aber nur am Rande erwähnt, denn auch diese neue Elektronik-Range dient letztlich nur dazu, das volle Potential, das man mit den eigenen Laufwerken ermöglicht, über die ganze Kette hinweg zur Geltung zu bringen.

AVID HiFi residiert, wie so viele andere Unternehmen der hochwertigen HiFi, im Herzen von England. Es ist geradezu erstaunlich, welch immense Dichte an Unternehmen aus dem gehobenen HiFi-Segment hier zu finden sind, und diesem Umstand ist es wohl zu einem Gutteil auch geschuldet, dass hier mit besonderer Leidenschaft und Hingabe allerfeinste Lösungen entwickelt und gefertigt werden. Schließlich befruchten sich die Entwickler hier gegenseitig, spornen sich gegenseitig an, und es kann auf eine Personal- und somit Wissensresource zurückgegriffen werden, von der letztlich alle profitieren.

Und AVID HiFi im Speziellen ist ein Unternehmen, bei dem modernste Technologie und Fertigungstechnik auf höchstem Niveau eine immens wichtige Rolle in der gesamten Unternehmensphilosophie einnimmt. Treibende Kraft aber ist vor allem ein Mann, nämlich Conrad Mas. Conrad Mas ist im positivsten Sinne des Wortes ein Getriebener, und zwar von seinem Ziel, nicht weniger als die perfekte Musikwiedergabe zu ermöglichen, und dies natürlich basierend auf der Musikwiedergabe mittels Schallplatte.

Befasst man sich ein wenig mit der Geschichte der Unternehmen, gewinnt auch nur einen kleinen Einblick in die Art und Weise, wie Produkte insbesondere im gehobenen HiFi-Sektor tatsächlich entstehen, so ist es zumeist so, dass dahinter letztlich eine Person mit besonderer Leidenschaft, mit besonderer Hingabe und zumeist sehr hohen Ambitionen steckt, und genauso jemand ist Conrad Mas.

Über nunmehr Jahrzehnte hinweg verfolgt Conrad Mas das Ziel, das perfekte Laufwerk zu kreieren, wobei Technologie dabei eine ganz wichtige Rolle einnimmt. So gleicht sein Unternehmen in Kimbelton in der Nähe von Huntingdon in Cambridgeshire einem Fertigungsunternehmen im Maschinenbau höchster Güte und Präzision. Man könnte zunächst meinen, hier werden Industrieprodukte im Bereich Feinmechanik auf höchstem Niveau gefertigt, was das Unternehmen aufgrund seiner über die Jahre hinweg in der Produktionstechnik gewonnenen Qualität und Erfahrung auch tut, etwa für andere Unternehmen der Unterhaltungselektronik, im Automotive-Bereich, der Medizintechnik und vielen mehr, aber auch dies sei nur am Rande erwähnt.

Und im Prinzip sind ja Schallplattenspieler, wenn man all die Emotionen beiseite lässt, ja auch nichts anderes. Und wahrscheinlich ist es genau dieser auf den ersten Blick ganz nüchterne Lösungsansatz, die ganz pragmatische, auf perfekte Technik ausgelegte Herangehensweise von Conrad Mas, die das Unternehmen AVID HiFi letztlich auszeichnet. Denn hier wird nicht emotional vorgegangen, hier wird nüchterne Technologie auf höchstem Niveau dazu genutzt, um Produkte in Perfektion zu entwickeln, die letztlich aufgrund ihrer tadellosen Eigenschaften in der Lage sind, zutiefst emotionale Reaktionen auszulösen. Emotion wird hier also über technische Perfektion erzielt, getreu dem Ziel des Entwicklers Conrad Mas, aus einer Schallplatte wirklich alle Details herauszuholen, die diese zu bieten hat, und genau nur diese zu Gehör zu bringen, wirklich nur diese, und nicht das Laufwerk selbst.

Dass es genau dieser technologie-orientierte Ansatz ist, den Conrad Mas verfolgt, zeigt sich etwa darin, dass man im Gespräch mit ihm wirklich auf jede Frage seine Laufwerke betreffend, und sei sie auch noch so unbedeutend, eine absolut fundierte Antwort erhält. Überspitzt formuliert, Conrad Mas weiß genau, welch Schraube an welcher Stelle sitzt, und warum sie genau an dieser Stelle, und keinen Millimeter weiter links oder rechts sitzt. Er kann über jedes Bauteil Auskunft geben, über dessen Material, über dessen Form und Position, ja selbst über dessen Oberflächenbehandlung, denn diesbezüglich wird bei AVID HiFi nichts dem Zufall überlassen, wird nichts allein aus „kosmetischen“ Gründen gemacht, sondern trägt letztlich einen Teil, klein oder groß, zum Gesamtergebnis bei.

Muss an dieser Stelle noch ausdrücklich erwähnt werden, dass der Unternehmensgrundsatz schlicht lautet: „The truth, nothing more, nothin less“

Diesem Ansatz entsprechen alle Laufwerke aus dem Hause AVID HiFi, beginnend beim „Einsteiger“-Modell, dem AVID HiFi Ingenium, über den AVID HiFi Diva II SP, AVID HiFi Volvere SP, bis hin zum AVID HiFi Acutus SP und AVID HiFi Reference SP. Und natürlich gilt dies auch für unser aktuelles Testmodell, den AVID HiFi Sequel SP Turntable.

Der AVID HiFi Sequel SP stellt ein besonderes Produkt im Sortiment der Engländer dar, denn es ist das erste Laufwerk, bei dem wirklich alle Aspekte zu finden sind, die der Philosophie des Unternehmens entsprechend auf dem neuesten Entwicklungsstand für ein wirklich herausragendes Ergebnis erforderlich sind.

So beschreibt der Hersteller den AVID HiFi Sequel SP selbst als wahre High-end-Lösung, die unmittelbar von den Entwicklungen der Referenz-Modelle profitierte. Selbst wenn der AVID HiFi Sequel SP also auf den ersten Blick dem AVID HiFi Volvere SP recht ähnlich sieht, so ist der AVID HiFi Sequel SP letztlich mehr als ein Upgrade des kleinen Bruders, denn er profitiert von einer ausgeklügelteren Stromversorgung und Motorsteuerung, sowie weiterer konstruktiver Maßnahmen, die den direkten Ergebnissen der Entwicklung besagter Modelle entstammt, die über dem AVID HiFi Sequel SP angesiedelt sind.

Grob gesagt, entspricht der AVID HiFi Sequel SP einer klassischen Subchassis-Konstruktion, wobei man gleich anführen muss, dass dieses Prinzip hier wirklich bis ins letzte Detail konsequent umgesetzt wurde. Der AVID HiFi Sequel SP kann somit geradezu als Paradebeispiel für dieses Konstruktionsprinzip gelten.

Als Subchassis-Konstruktion bezeichnet man hinlänglich einen Aufbau mit zwei Chassis, die möglichst so kombiniert werden, dass sie sich gegenseitig in keinster Weise beeinflussen. Ein derart aufgebautes Laufwerk weist damit den immensen Vorteil auf, dass es vergleichsweise unkritisch in der Aufstellung ist, da es einen besonders „soliden Unterbau“ gleich mitbringt.

Das Erstaunliche beim AVID HiFi Sequel SP ist, und das gilt im Prinzip auch für alle anderen Produkte aus dem Hause AVID HiFi, dass es sich eigentlich um ein sehr massives Laufwerk handelt, zumindest anhand der rein technischen Daten, das Design aber ein überaus graziles ist. So misst etwa der AVID HiFi Sequel SP 425 x 370 x 205 mm, und bringt es damit auf ein Gewicht von immerhin nicht weniger als 12,6 kg. Allein, diese Masse „sieht“ man nicht, vielmehr präsentiert sich das Laufwerk als besonders schlankes, geradezu elegantes und fast schon fragil anmutender Schallplattenspieler. Aber seien Sie gewiss, fragil ist hier rein gar nichts, vielmehr handelt es sich um eine geradezu solide Konstruktion, die durch nahezu nichts zu erschüttern ist.

Es ist eben dieser einleitend schon skizzierten akribischen Entwicklungsarbeit von AVID HiFi zu verdanken, dass hier auf höchstem technischen Niveau gearbeitet wird, eine in allen Bereichen bis ins letzte Detail optimierte Konstruktion zum Einsatz kommt.

So ist etwa das eigentliche Chassis, in diesem Fall das Subchassis, aus einem Aluminium-Gussteil gefertigt, das für sich allein geradezu futuristisch anmutet, und sich vor allem dadurch auszeichnet, dass hier bei geringstem Materialaufwand eine enorme Stabilität und Festigkeit erzielt wird. Dieses Gehäuse stellt die absolut solide Basis für das Plattenteller-Lager sowie die Tonarmbasis dar. Wie bereits erwähnt, wurde hier nichts dem Zufall überlassen, allein über die spezielle Formgebung dieses Gehäuses kann Conrad Mas - überspitzt formuliert - stundenlang referieren, und die hier getätigten Maßnahmen zur optimalen Ableitung von letztlich klangschädigenden Resonanzen und Vibrationen in all ihren Details beschreiben. Ebenso verhält es sich mit dem nicht minder massiv ausgeführten Lager, das für sich allein schon ein Meisterwerk der Feinmechanik darstellt, und über eine solide Verbindung der Schallplatte mit dem Plattenteller mittels einer Schraubklemme ein in sich geschlossenes System darstellt.

Besonders massiv geht es auch mit dem Grundgerüst des AVID HiFi Sequel SP weiter, das sich einmal mehr als überaus robuste Konstruktion präsentiert, und somit schon auf den ersten Blick ganz klar verdeutlicht, dass hiermit die beste Grundlage für das Laufwerk zur Verfügung steht. Drei Sockel bilden die Basis für die über Federn realisierte Subchassis-Konstruktion, und auch der Motor findet hier seinen Platz.

Eins muss an dieser Stelle ausdrücklich hervorgehoben werden, der AVID HiFi Sequel SP ist mit Sicherheit kein Laufwerk, das für absolute Neueinsteiger in die Materie konzipiert wurde, zumindest nicht, wenn es um den Aufbau des Laufwerks geht. Der AVID HiFi Sequel SP ist nunmal aufgrund seiner durchaus komplexen Konstruktion kein Produkt, das man aus der Packung nimmt, aufstellt, und binnen weniger Augenblicke in Betrieb nehmen kann. Hier ist etwas Vorarbeit zu leisten, um letztlich mit bestmöglichen Ergebnissen belohnt zu werden. Im Zweifelsfall ist hierbei natürlich der Fachhandel der richtige Partner, wenngleich man mit etwas Geduld und der entsprechenden Sorgfalt problemlos auch allein zurechtkommt, zumal eine ausführliche „Schritt für Schritt-Anleitung“ dabei sehr hilfreich ist.

So beginnt der Aufbau des AVID HiFi Sequel SP nicht etwa bei der eigentlichen Basis, sondern direkt beim Subchassis.

Wie bereits erwähnt, handelt es sich hierbei um ein Aluminiumguss-Chassis in Leichtbauweise, das durch besonders ausgeführte Verstrebungen optimal stabilisiert und extrem steif ist, und eine spezielle Beschichtung aufweist, die mit dazu beiträgt, dass Resonanzen optimal abgeleitet werden. Es stellt im Prinzip die Grundlage für den kompletten Aufbau dar.

Hier gilt es also zunächst, den Tonarm zu montieren, wobei der Hersteller diesbezüglich selbst verschiedenste Optionen anbietet, allen voran Tonarme aus dem Hause SME, wobei für andere Lösungen entsprechende Adapter angeboten werden. Unser Testmuster etwa war mit einem feinen SME IV Tonarm ausgestattet, der, wie sich zeigte, sehr gut mit dem Laufwerk harmoniert.

Der Hersteller empfiehlt als nächsten Schritt das Einsetzen des invertierten Lagers, beginnend bei der Montage des aus Wolfram-Karbit-Kügelchens auf dem aus Edelstahl konisch gefertigten Lagerdorns. Hier wird danach das Hauptlager aufgesetzt, das einen Saphier-Lagerspiegel aufweist. Dies ist einer der heikelsten Montage-Schritte, entsprechende Sorgfalt ist hier geboten. Dies gilt auch für das Aufsetzen des immerhin 6,7 kg schweren Plattentellers, dem nächsten Schritt bei der Montage des Laufwerks. Auch hier erleichtert eine konische Form des Hauptlagers das Aufsetzen des Plattentellers. Der Plattenteller weist einen durchaus markanten Gummiring auf, der als zusätzliche Bedämpfung dient, und daher derart massiv ausgeführt ist. Zudem findet man im Lieferumfang eine Korkmatte, die fester Teil der Konstruktion ist. Dies wird bereits beim nächsten Montage-Schritt offensichtlich.

Als nächsten Schritt sollte man nämlich eine Schallplatte zur Hand nehmen, diese mit der im Lieferumfang enthaltenen Korkmatte sowie Schraubklemme fixieren. Diese Schraubklemme stellt eine absolut stabile Verbindung des gesamten Systems Schallplatte, Plattenteller, und Lager dar, und ist für diese Aufgabe ganz besonders aufwendig konstruiert. So wird zunächst beim Anschrauben der äußere Gummiring der Schraubklemme genutzt, der eine feste Verbindung zwischen Schallplatte und Korkmatte bzw. Plattenteller herstellt. Beim weiteren Festschrauben kommt ein zusätzlicher innerer Ring zum Einsatz, der somit letztlich eine direkte, ebenso feste Verbindung mit dem Lager selbst herstellt.

Doch zurück zur Montage des Laufwerks, es gilt nun, das Tonabnehmersystem zu montieren, und somit den Tonarm ausrichten. Ein Arbeitsschritt, der eigentlich den Abschluss darstellt, hier aber aufgrund der speziellen Konstruktion besonders komfortabel auf einem entsprechenden Arbeitsplatz, eventuell fernab des HiFi-Systems, in aller Ruhe und mit der entsprechenden Präzision vorgenommen werden kann.

Ist dies erledigt, nimmt man den Plattenteller wieder ab, legt das Subchassis „kurz“ zur Seite, und widmet sich der Basis.

Auch diese präsentiert sich, wie bereits angedeutet, überaus schlank, aber dennoch massiv, wobei drei Metallzylinder mit eingesetzten Federn die Basis für die Subchassis-Konstruktion des AVID HiFi Sequel SP darstellen. Hier gilt es, in die Ausnehmungen der Zylinder an der Oberseite die im Lieferumfang enthaltenen O-Ringe einzusetzen, deren Aufgabe sich gleich erschließen wird. Zunächst sei aber noch erwähnt, dass auf dieser Basis auch der Motorblock des Laufwerk befestigt ist. Dieses Main Chassis ruht auf höhenverstellbaren Füssen, die eine optimale Grundlage für die absolut waagrechte Aufstellung des AVID HiFi Sequel SP bieten.

Nun kommt endlich alles zusammen, was letztlich zusammen gehört, nämlich die Basis sowie das Subchassis, wobei Dornfortsätze am Aluminium-Subchassis exakt in die Federn der Metallzylinder des Main Chassis eingeführt werden. Auch dieser Arbeitsschritt ist mit entsprechender Sorgfalt auszuführen, wobei man durchaus ein wenig Druck aufwenden sollte, um die Konstruktion korrekt einzurasten.

Die bereits erwähnten O-Ringe der Zylinder werden nun über die entsprechenden Verankerungen am Subchassis gestülpt, sodass eine sichere, aber dennoch nicht feste Verbindung zwischen Basis und Subchassis hergestellt wird. Dieser besondere Kunstgriff sorgt etwa dafür, dass das Subchassis nicht zu sehr schwingt, Bewegungen, verursacht etwa durch das Auflegen der Platten und dem Hantieren mit dem Tonarm, das Laufwerk also nicht in unkontrollierte Schwingungen versetzen, sondern diese unmittelbar austariert werden, gleichzeitig aber keinerlei klangschädigenden Schwingungen und Vibrationen von der Basis auf das Subchassis übertragen werden, somit eine nach wie vor optimale Entkopplung garantiert ist. Stöße und Vibrationen von Außen stellen somit nahezu kein Problem für das Laufwerk dar, es ist sichergestellt, dass man den AVID HiFi Sequel SP vergleichsweise flexibel und ohne allzugroße Anforderungen an den „Untergrund“ platzieren kann.

Auf den Punkt gebracht handelt es sich beim AVID HiFi Sequel SP somit um ein Laufwerk mit Dreipunkt Federlagerung für vertikale, und durch O-Ringe gegen laterale Schwingungen gelagerte Konstruktion, wobei man derart präzise vorgeht, dass die vertikale Lagerung für 3,2 Hz (variabel), und die laterale für 4,5 Hz ausgelegt ist.

Die wirkliche Geduldsprobe bei der Montage des Laufwerks stellt das nunmehr finale Aufsetzen des Plattentellers sowie die Anbringung des Antriebsriemens dar, zumal es sich um einen sogenannten Doppelriemen handelt.

Dazu bedient man sich eines Pins, der als Montagehilfe dient, und in eine entsprechende Bohrung an der Unterseite des Plattentellers eingeschraubt wird. Einerseits legt man nun den Riemen um den Subteller, andererseits um diesen Pin, dreht den Plattenteller um, und legt ihn so auf das Laufwerk, dass der Pin zwischen Motorblock und dem linken vorderen Zylinder der Grundplatte liegt. Somit kann man mit „spitzen Fingern“ den Riemen über den Pulley des Motors ziehen. Ist dies erledigt, ja nicht auf die Entfernung des Pins im Plattenteller vergessen…

Nun kann man das Laufwerk an seinem Bestimmungsort aufstellen, und die Justage für eine waagrechte Aufstellung vornehmen. Ebenso gilt es, die Motorsteuerung bzw. das Netzteil anzuschließen, die beim AVID HiFi Sequel SP in einem separaten Gehäuse untergebracht sind.

Dieses Gehäuse misst 250 x 215 x 95 mm und weist neben einem Hauptschalter auch zwei Tasten zur Drehzahlsteuerung auf. Auf Knopfdruck wird somit die Drehzahl auf 33 1/3 bzw. 45 Umdrehungen pro Minute festgelegt.

Die Motorsteuerung setzt auf eine DSP-basierte Kontrolle der Drehzahl, um Vibrationen auf ein absolutes Minimum zu reduzieren und eine präzise Drehzahl zu garantieren. Der Hersteller spricht hierbei von einer DSP Vari-Speed Steuereinheit, die den in Handarbeit gefertigten 24 V Wechselstrom-Motor des AVID HiFi Sequel SP kontrolliert.

Wir sind ganz bewusst derart detailliert auf nahezu jeden Schritt der Montage des AVID HiFi Sequel SP eingegangen, da dadurch die ganze Detailliebe, die zahllosen konstruktiven Maßnahmen, die die Entwickler rund um Conrad Mas hier aufbrachten und einsetzten, um ein letztlich famoses Laufwerk zu realisieren, vollends zur Geltung kommen.

Das Schöne dabei ist, dass diese allesamt vom Anwender selbst direkt „erlebbar“ sind, wenn er sein eben erworbenes Prunkstück Stück für Stück aufbaut. Insofern ist der durchaus recht komplexe, aber letztlich doch problemlos zu bewerkstelligende Aufbau keineswegs als negativ zu verstehen, ganz im Gegenteil. Ein derartiger Aufwand, wie er hier von AVID HiFi aufgeboten wird, ist geradezu unerlässlich, um wie hier, tatsächlich perfekte Resultate zu erzielen.


Und genau dies kann der AVID HiFi Sequel SP bieten, Perfektion in der Konstruktion und im Aufbau führt hier zu Perfektion in der Wiedergabe, und somit kann der englische Hersteller seiner eigenen Vorgabe, nichts anderes zu bieten als „The truth, nothing more, nothin less“ vollends gerecht werden.

Wir wollen Ihnen, werte Leser, daher an dieser Stelle eine Offenlegung unserer persönlichen Musikauswahl ersparen, denn letztlich ist es völlig unerheblich, welche Scheiben für uns im Test offenbarten, dass der AVID HiFi Sequel SP dem Tonabnehmersystem erlaubt, genau das mit Bravour aus der Rille kitzeln, was dort an Informationen hinterlegt ist. Einzig und allein entscheidend ist, dass er dies tut. Und das können wir ihm ohne Zweifel bescheinigen.

Explizit wollen wir auch darauf verweisen, dass der AVID HiFi Sequel SP das Zeug dazu hat, die speziellen Eigenschaften verschiedenster Tonabnehmersysteme zur Geltung zu bringen, und zwar mit Bravour. Derart markante Unterschiede, die allein auf die Wahl des Tonabnehmersystems zurückzuführen sind, haben wir selten erlebt. Ein Indiz mehr dafür, dass sich dieses Laufwerk der Neutralität verpflichtet fühlt, mit der nötigen Ruhe und Zurückhaltung zu Werke geht, die einem untrüglichen Präzisionswerkzeug eigen ist. Und genau als solches versteht Conrad Mas seine Laufwerke, darum stehen bei seinen Lösungen, also auch beim AVID HiFi Sequel SP, eine bis ins letzte Detail ausgefeilte Konstruktion und eine Fertigungstechnik auf höchstem Niveau im Mittelpunkt.

Auf den Punkt gebracht

Unser ausführlicher Test des AVID HiFi Sequel SP zeigte letztlich nur ein einziges Problem: Laufwerke, wie der AVID HiFi Sequel SP, entwickelt auf derart erstaunlich hohem Niveau, mit einer derart souveränen, präzisen Spielweise, vermitteln fast schon den Eindruck, dass da nicht mehr geht, das es genau so tönen soll, wie es klingt, das man vielleicht gar am Ende einer vielfach langen Suche nach dem perfekten Laufwerk angelangt ist. Gut also, dass der AVID HiFi Sequel SP sich selbst stets dezent zurück hält, und bei den Tonabnehmer-Systemen ausreichend Spielraum für weitere Experimente lässt. Denn selbstverständlich ist es letztlich nicht mehr, und nicht weniger als ein Werkzeug zur perfekten Musik-Wiedergabe, aber ein wenig Raum für Experimente sollte doch noch bleiben…

9,0 (Herausragend)

The Good

  • Überaus bemerkenswerte Konstruktion
  • faszinierende Detaillösungen
  • absolut stabiler und robuster Aufbau
  • überaus elegantes Design
  • bemerkenswert flexibel in der Aufstellung
  • erstaunlich präzise Wiedergabe
  • erlaubt Experimente mit verschiedensten Tonarmen und Tonabnehmer-Systemen

The Bad

  • Kein Nachteil ersichtlich
9 Klang
8 Bedienung
9 Design
9 Preis/Leistung

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