Foto © SAE Schunk Audio Engineering GmbH & Co. KG

Accustic Arts Player ES MK 2 im Test – Die zweite Generation…

Der Audio CD-Player Accustic Arts Player ES MK 2 läutet Runde zwei bei den Quellgeräten der Accustic Arts Evolution Serie ein, und offeriert die Möglichkeit, weitere Quellen an der Wandler-Technologie teilhaben zu lassen. Ob nun für einen SAT-Receiver, eine ältere liebgewonnene digitale Quelle, oder gar via asynchronem USB-Anschluss für einen PC oder Mac, und die nahezu minimalistische Anlage ist mit einem feinen Verstärker, etwa dem Accustic Power ES, und einem passenden Lautsprecher-System bereits fertig konfiguriert.

Kurz gesagt...

Accustic Arts erlaubt mit der Accustic Arts Evolution Serie vollwertige Einblicke in die Welt der Gebrüder Schunk und deren Vorstellungen von einem repräsentativen Ingenieurswesen „Made in Germany“. Hier beginnt der wirklich feine Klang, welcher viel Spaß und Freude an der Musik zum Ausdruck bringt.

Wir meinen...

High-end zum Kampfpreis, anders kann man dies hier nicht ausdrücken, selbst wenn dies wohl kaum die Intension des Unternehmens ist. Komplett in Deutschland hergestellt, vereint der Accustic Arts Player ES MK2 feinste Musik-Wiedergabe von Audio CD mit einem D/A-Wandler, der ebenso über USB 2.0 und einen koaxialen Digitaleingang zugänglich ist. Jederzeit klanglich absolut überzeugend, mit ausgeprägter Klangfarbenstärke, aber ebenso einer wohltuenden Analytik im positivsten Sinne, sodass Akkuratesse mit dem entsprechenden Schmelz perfekt kombiniert wird.
Hersteller:SAE Schunk Audio Engineering GmbH & Co. KG
Vertrieb:Walter Kircher HiFi
Preis:ab € 3.490,-

Von Juergen Weber-Rom
21.12.2015

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Accustic Arts mausert sich zu einem veritablen High-end-Schreck. Dabei darf man nicht übersehen, dass dieses feine schwäbische Unternehmen aus dem schönen Lauffen am Neckar eben jenen Anspruch bereits für sich beansprucht. Accustic Arts präsentiert sich über drei Qualitätslinien, wobei das hier vorstellige Klassenansuchen auf den „Einsteiger“-Bereich abzielt. Dass der Begriff „Einsteiger“ wohl auch gleichzeitig für den einen oder anderen Musikliebhaber ein eindeutiges „Angekommen“ bedeuten kann, unterstreicht einmal mehr den universellen Anspruch der Gebrüder Schunk. Also doch keine eindeutige Zuordnung in ein vorgefertigtes Klischee, oder gar eine einfache Einteilung in Unten oder Oben!

Auch wenn die hauseigene Konkurrenz elitär und nachvollziehbar die Hierarchie zementiert, gibt es klangvolle Gründe, einen (gerne auch sehr langen) Zwischenstopp in der Evolution Serie einzulegen. Die sogenannte ES-Serie besteht aus drei Komponenten. An vorderster Front steht natürlich die angemessene Verstärkung in Gestalt des Accustic Arts Power ES Stereo Vollverstärkers. Auf der Seite der Quellgeräte steht ein topmoderner Streaming Client am Start - der Accustic Arts Streamer ES, und zuguterletzt unser Testproband, der kürzlich modernisierte Audio CD-Player Accustic Arts Player ES MK 2, welcher den famosen Digital/Analog-Wandler mittels zweier Schnittstellen nun auch für weitere Geräte verfügbar macht.

Der interessierte Musikliebhaber kann nun neben der meist sehr umfangreichen CD-Sammlung auch via Laptop oder Stand-PC über die asynchron arbeitende USB 2.0 Schnittstelle die auf der Festplatte gespeicherte Musik komfortabel genießen. Die Wandlung wird hierbei mit 24 Bit und 192 kHz bewerkstelligt. Erwähnenswert sei hierbei die Tatsache, dass alle Formate, ausgenommen DSD, verarbeitet werden. Da hierfür für kein spezieller Treiber benötigt wird, fällt das Wandler-System unter den Begriff „Plug & Play“. Lobenswert, denn nicht jeder möchte vor der ersten Inbetriebnahme tief in die IT-Struktur der ausgebenden PC-Anlage eingreifen. Accustic Arts verweist explizit auf eine Premium-Wandler-Technologie, welche das digitale Signal zur internen Verarbeitung auf 24 Bit und 192 kHz upsampelt. Die gute alte CD (16 Bit und 44,1 kHz, PCM-Format) wird hierbei gleichwertig wie das eingehende USB-Signal behandelt.

Der Auslesevorgang wird mit einem audiophilen, speziell für Audio-Anwendungen entwickelten, und antivibrationsgelagerten Laufwerk bewerkstelligt. Der Lademechanismus des Frontladers gleitet seidenweich und leise mittels polierten Edelstahlstangen heraus. Die feine Aluminium-ABS-Compound Schublade mit edler verchromter Schubladenblende aus massivem Messing ist ein haptischer Hochgenuss und unterstreicht den hohen Anspruch der Schwaben.

Seit geraumer Zeit werden nur mehr vereinzelt und in vorwiegend sehr kostspieligen CD-Playern reine Audio-Laufwerke zum Einsatz gebracht. Das liegt nicht zuletzt an der weiten Verbreitung sogenannter Multiformat-Player wie DVD-Abspielgeräte oder moderner Blu-ray Player. Bekannterweise „schlucken“ die Alleskönner jegliches Disc-Format, verleiden aber den musikalischen Hochgenuss und bieten lediglich die erweiterte Funktionalität. Aber Hand aufs Herz, uns auf Stereo fokussierten Musikliebhaber erreicht diese Geräteklasse nicht. Somit mutiert ein reines Audio-Laufwerk zu einer Rarität, zeichnet sich aber im Gesamtkonzept Accustic Arts Player ES MK 2 zu einem wesentlichen Teil mitverantwortlich für die herausragenden klanglichen Eigenschaften. Aber den feinen Teil heben wir uns natürlich für den Schluss auf.

Auch wenn man es bei Betrachtung der Spezifikationen, das Gerät wiegt im Gegensatz zu manchen Metallburgen lediglich (vernünftige) 7 kg, eher mit einem Leichtgewicht zu tun hat, so verfügt das Innere der Komponente bei einem 48er Rastermaß mit 48,2 cm in der Breite, 37 cm in der Gehäusetiefe und einer Bauhöhe von lediglich 9,6 cm über immerhin vier getrennte Netzteile. Die Entwickler legten weiters großen Wert auf die strikte Trennung der Stromversorgung für die wichtigen Baugruppen des Players. Die Laser-Steuerung sowie die Display-Versorgung werden von der Signalverarbeitung ebenso getrennt wie die gesamte klanglich hochrelevante D/A-Wandler-Sektion. Ein bemerkenswerter Aufwand, welcher sich in der immensen Siebkapazität des Netzteiles von immerhin 70.000 µF fortsetzt. Ein Wert, welcher sogar den so mancher Verstärker weit in den Schatten stellt. Dabei darf nicht unerwähnt bleiben, dass neben der rigorosen Stromversorgung auch eine räumliche Trennung der einzelnen Baugruppen konsequent umgesetzt wurde, und somit die Grundlage für beste Messwerte darstellt. Der Hersteller verweist auf einen Gesamt-Klirrfaktor von beinahe nicht messbaren 0,0014%, bei einer Übersprech-Dämpfung von 121 dB auf die digitale Null bezogen.

Der digitale Datentransfer vom PC wird über die bereits erwähnte USB 2.0 Schnittstelle hergestellt. Der zweite Digitaleingang präsentiert sich als sogenannter koaxialer 75 Ω RCA (Cinch-) Eingang. Als Einsatzbereich ist hier die Wandlung der digitalen Signale eines SAT-Receivers oder einer vergleichbaren Komponente angedacht. Nach der Wandlung wird über eine ausgeklügelte Ausgangsstufe der Line-In eines Verstärkers kontaktiert. Die Bedienung erfolgt wahlweise über eine Fernbedienung oder über die edlen Tasten auf der Frontplatte. Wie es sich für einen High-end CD-Player geziemt, ist die Frontansicht nicht mit zahlreichen Schaltern übersät. Linksseitig wählt der Besitzer die Grundfunktionen, wie den etwa USB Eingang, den koaxialen Digitaleingang, oder die CD Wiedergabe, aus.

Gegenüber, unter dem edlen verspiegelten Display, darf man die feine Lade öffnen, die Wiedergabe starten und diese selbstverständlich auch wieder anhalten. Das war es dann aber auch. Spartanisch, wohl wahr, aber definitiv ausreichend. Ein Feedback erhält man neben dem aus der Ferne noch relativ gut lesbaren Display, über die Auswahl des digitalen Einganges via kleiner blauer LED-Indikatoren, aber auch über eine rote Signallampe, sobald der D/A-Wandler einen Fehlerwert erzeugt. Der harte Netzschalter befindet sich auf der Rückseite und signalisiert ein klares No-Go für eine Standby-Schaltung. Während sehr viele Mitbewerber um die Kundengunst auf die Sparsamkeit der Ferneinschaltungsbauteile verweisen, geht Accustic Arts den wohlweislich sparsamsten Weg - ein klarer Verzicht auf jegliche Standby-Schaltungen.

Einen zentralen Punkt möchten wir noch gerne hervorheben. Es geht um die Entwicklung und Fertigung in Deutschland. Nicht ohne Stolz verweist der Hersteller auf das Prädikat „Made in Germany“. Heute werden Produktionen zugunsten der Gewinnmaximierung in Länder verlagert, in denen aus den unterschiedlichsten Gründen günstiger produziert wird. Wir müssen gestehen, der heutige Gerätemarkt sähe deutlich anders aus, wenn es die sogenannte Fernost-Produktion nicht gäbe. Umso wohltuender empfinden wir natürlich die Preisgestaltung der Schwaben, die ihre sprichwörtliche Sparsamkeit auch dem Kunden zugute kommen lassen.

Da die klanglichen Fähigkeiten einer Komponente perse nicht unbedingt nur dem Produktionsort zuzuschreiben ist, sondern maßgeblich dem Können der Entwickler, ist die nötige Sensibilität bei der Auswahl der Produktionsschritte und der Materialauswahl höchsten Respekt zu zollen. Dazu gesellt sich der hohe Qualitätsanspruch bei der Auswahl und Kontrolle der angelieferten Bauteile. Wie bei Accustic Arts üblich, durchlaufen die Bauteilelieferungen mehrere strenge Kontrollen. Selbst während der Produktion der Komponenten wird auf die Einhaltung aller Toleranzvorgaben geachtet, und endet in einem finalen Testlauf, bei dem nochmals alle Messwerte kontrolliert werden. Ein für den Endkunden unsichtbarer Prozess, der die Planung der Produktionskosten nicht unbedingt vereinfacht. Trotzdem realisiert Accustic Arts für einen noch verträglichen Betrag an der Ladentheke ein hochwertiges Gerät, welches auch aus preislicher Sicht und dem Produktionsstandort Deutschland zu überzeugen weiß. Dass dabei auch noch feinste Verbindungsschnittstellen mittels WBT-Schraubbuchsen budgetiert werden können, lässt den technikbegeisterten Musikliebhaber beinahe kleine Luftsprünge vollführen. Zumindest erging es uns so. Das darf auch mal gesagt sein.

Nun ist es aber an der Zeit, das eigentliche Thema zu behandeln. Nach dem Auspacken sollte sich der Accustic Arts Player ES MK 2 erst einmal ein paar Tage warm spielen, um jedweder Diskussion diesbezüglicher Art vorzubeugen. Bereits der allererste Soundcheck holte mich aber schnell auf den Boden der Tatsachen zurück. Im Allgemeinen stehe ich dem Einspielen einer mit Transistoren bewaffneten Komponente eher skeptisch gegenüber. Jeder Elektrotechniker wird mir hier auf weiten Strecken zustimmen, und dennoch halten sich hartnäckig manche Meinungen zu den immensen Klanggewinnen, welche sich durch eine ausgedehnte Einspielphase erzielen lassen.

Aber ich habe auch einen zweiten, sehr wichtigen Grund, um eventuelle Gedankengänge dieser Art hinten weit anzustellen. Es ist die Praxis des Kunden. Nach dem Auswahlverfahren und der hoffentlich zahlreichen Vergleiche bei den Händlern des Vertrauens steht die neuerworbene Komponente alleine bar jeglicher Vergleichsmöglichkeit in den eigenen Räumen und erfüllt ihren Zweck – nämlich, Musik auf dem gewünschten Niveau wiederzugeben.

Das Gerät muss zuverlässig seinen Dienst verrichten. Wo kämen wir denn hin, wenn sich zeigen würde, dass die Komponente höchst unterschiedlich auf den vielfältigen Untergründen spielen würde, oder gar der allerletzte Meter Kabel nach der Wand den ultimativen Kick beschert. Ohne weiter auf das höchst strittige Thema einzugehen, behaupte ich, dass der Accustic Arts Player ES MK 2 eine solche Aufwartung gar nicht nötig hat. Der feine edle Player kann frisch aus dem Karton geschält selbst den größten Skeptiker vollends überzeugen. Dazu trägt der penible und sauberste Aufbau bei. Die Wandler-Technik ist der Preisklasse entsprechend vorbildlich durchentwickelt und klingt mit jeglichem Material ausgezeichnet.

Natürlich habe ich meine immer wiederkehrenden Musikstücke, welche es mir erlauben, die klanglichen Fähigkeiten in eine Relation zu dem Gerätepreis zu setzen. Allen voran interessierte aber die neu implementierte Möglichkeit - die Wandlung für externe Zulieferer. Und so musste mein Laptop als Datenquelle dienen. Mittels USB-Kabel wurde also der Signaltransfer zur USB-Buchse hergestellt.

Die ersten Klänge versöhnten die Schmach, die ich mit der so gut gemeinten Einspielphase erlitten hatte. Neben feinstem Hi-Res Musikstücken wurde die Finesse des Wandlers natürlich auch mit FLAC-Material in „CD-Qualität“ ergründet. Hier zeigt sich die breitbandige Leistungsfähigkeit der Up-sampling Funktion. Christophe Beck mit seinem genialen Werk „The Pink Panther“ aus der Neuverfilmung des gleichnamigen Filmklassikers verdeutlichte die Vielschichtigkeit der ausgezeichneten Aufnahme, und ließ den Zuhörer durch die virtuelle Klangkulisse schlendern. Jederzeit wusste ein stabiles erdiges Klangbild mit viel Substanz und Fundament zu überzeugen. Die feinen Attacken der bisweilen sehr moderat eingesetzten Blechbläser weichten zu keiner Zeit auf, und ließen an Dramatik und Dynamik nichts vermissen. Ein Wechselbad der Gefühle. So turbulent unterhaltsam der Film anmutet, so überzeugend eigenständig besteht das Werk. Nicht zuletzt auch ein Verdienst des Players. Ein Unterschied zur Audio CD ließ sich nur mit größter Mühe detektieren. Allenfalls kleinste Pinselstriche auf der virtuellen 3D-Akustikleinwand zeugten von der minimalen Unterlegenheit des Formates.

Ein überzeugender Klangauftritt, den dieser Filius der Accustic Arts Familie hinlegt. Probeweise wurde auch über die TV-Box gehört. Immerhin wirbt der Hersteller mit einem Klangtuning mittels Upsampling. Hier erinnere ich mich mit großem Respekt an den Test des Reference-Wandlers Accustic Arts Tube DAC. Ein bemerkenswertes Attribut dieses Überwandlers präsentierte sich in der Wandlung der digitalen Signale eines TV-Senders. Geradezu magisch mutete die Plastizität der Sprecherstimme an, welche doch formatbehaftet keinen Qualitätsanspruch erleben durfte. Nun, diese ultimative Souveränität und empfundene Natürlichkeit stellte sich nur zum Teil ein, und doch profitiert ein SAT-Receiver von der externen Signalverarbeitung über den Player ES. Dies gilt natürlich auch für diverse günstige Streaming-Clients, die mit Hilfe des Acccustic Arts Player ES MK2 ebenfalls aufgewertet werden können, in dem man ihre zumeist schlechten Wandler schlichtweg umgeht.

Unser Fazit zu der Erweiterung des Audio CD-Players Accustic Arts Player ES mit zwei hochwertigen Digitaleingängen auf die Version MK 2 liest sich beinahe wie eine Liebeserklärung. Auch wenn naturgemäß die klanglichen Finessen des Reference-Wandlers nicht erreicht werden, bedenken Sie bitte, dass die Weiterentwicklung auf die nächste Klangstufe made by Accustic Arts mindestens das 3,578-fache von Ihrem Konto abverlangt. Damit sind wir auch beim Preis, welcher der Händler bei konkretem Interesse höflich zur Überweisung auffordert. Der Accustic Arts Player ES MK2 kostet in der silbernen Ausführung € 3.490,-. Sollte das edel anmutende Schwarz auf der Wunschliste stehen, so werden hierfür € 3.690,- aufgerufen. Für welche Gehäusevariante Sie sich auch entscheiden, es ist eine schicke Systemfernbedienung mit im Paket. Diese erlaubt auch die Steuerung des Vollverstärkers und des Streaming Clients aus der gleichen Serie.

Auf den Punkt gebracht

Die Reduzierung auf die wirklich wichtigen Themen wie klangliche Leistung und eine grundsolide Ausstattung, ebenso eine Fertigung in Deutschland inklusive einem Bilderbuch-Qualitätsmanagement, welches bei der Auswahl des Trafos fürs Netzteil beginnt, sich über alle Komponenten hinweg erstreckt, und bei der versenkten Schraube links hinten nicht Halt macht, Klangreinheit und Akkuratesse auf höchstem Niveau, all dies zeichnet den Accustic Arts Player ES MK2 aus. Feindbild: die hauseigenen Referenzen – aber wen mag das verwundern?

8,0 (Exzellent)

The Good

  • tolle Verarbeitung
  • spartanische aber sehr sinnvolle Ausstattung
  • hervorragender Klang mit jedem Format
  • Systemfernbedienung

The Bad

  • Keine optische S/PDIF-Schnittstelle (TOS-Link)
8 Klang
6 Bedienung
8 Design
8 Preis/Leistung

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