Adler verleiht Aida ihren optischen Glanz...

Bei Lautsprecher-Systemen der absoluten Referenz-Klasse ist mitunter tatsächlich jedes Detail entscheidend. Auch solche, an die man wohl vielfach am wenigsten denkt, etwa die Behandlung und Veredelung des Holzes, das die Lautsprecher ziert. Denn dessen Eigenschaften sind nicht nur optisch wesentlich, sie tragen auch maßgeblich zum Klang bei.

Von Michael Holzinger (mh)
20.11.2012

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Bei der Entwicklung von Lautsprecher-Systemen gibt es nahezu so viele meist gänzlich unterschiedliche Design-Konzepte, wie Hersteller selbst. Nahezu jeder Entwickler verfolgt ganz eigene Konzepte und Ideen, wobei man keinesfalls behaupten könnte, dieses oder jenes sei das einzig richtige. Denn das Ziel, das alle verfolgen, ist ohnedies das gleiche, nämlich ein Lautsprecher-System zu entwickeln, das eine bestmögliche Wiedergabe von Musik erlaubt. Abgesehen davon, dass allein die Auslegung, ob dieses Ziel erreicht wurde, oder nicht, wiederum völlig subjektiv ist, spielen für Musik- und HiFi-Liebhaber natürlich viele andere Faktoren eine ebenso entscheidende Rolle bei der Auswahl, sodass man sich nicht nur für ein bestimmtes Modell, sondern damit auch für eine grundlegende Design-Philosophie entscheidet.

Ein Lautsprecher-Produzent, der seit Anbeginn an eine sehr klare Design-Philosophie wählte, und diese nach wie vor verfolgt, ist das italienische Unternehmen Sonus Faber. Das in Vicenza beheimatete Unternehmen begann seine Erfolgsgeschichte im Jahr 1983 als kleiner Handwerksbetrieb, der für die Entwicklung von Lautsprecher-Systemen stets einen unmittelbaren Bezug zur Musik selbst herstellte. Diese direkte Verbindung zur Musik wird derart konsequent verfolgt, dass selbst das neue Firmengebäude sich an der Form klassischer Instrumente orientiert. Diese Philosophie findet man aber natürlich ebenso in nahezu jedem Lautsprecher-System des international renommierten Herstellers. Selbst die Namen der Produkte stellen einen Bezug zur Musik her, aber ebenso deren Form und somit ist es nicht erstaunlich, dass die Entwickler jeden Lautsprecher auch als Instrument ansehen.

So trägt etwa das neueste Flaggschiff der Italiener den vielsagenden Namen Sonus Faber Aida, ein direkter Bezug zur großartigen Oper aus der Feder von Giuseppe Verdi.

Normalerweise ist es ja so, dass Entwickler sehr sparsam mit tiefergehenden Informationen umgehen, und sich bei ihrer Schilderung der Eigenschaften auf zumeist ohnedies mehr oder weniger offensichtliche Merkmale beschränken. Schlussendlich will man sich ja nicht allzusehr in die Karten blicken lassen, schon gar nicht, wenn es um gewisse Fertigungsprozesse geht.

Im Fall der Aida von Sonus Faber durfte aber nun ein Zulieferer ein wenig mehr verraten, und zwar einer, an den man vielleicht nicht sofort denkt, wenn es um edle Lautsprecher-Systeme geht, selbst wenn sein Beitrag tatsächlich sofort für jeden ersichtlich wäre. Und zwar der Lieferant des Lacks.

Im Fall der Sonus Faber Aida ist dies etwa das österreichische Unternehmen Adler Werk Lackfabrik Johann Berghofer GmbH & Co KG aus Schwaz in Tirol.

Mit Stolz verkündet das Traditionsunternehmen aus Tirol, dass man nicht nur die Lacke für die Veredelung der Holzoberflächen nach Vicenza liefere, sondern ebenso Beizen, um das Holz für dieses Lautsprecher-System richtig zu behandeln.

Eine überaus diffizile Angelegenheit, denn die Sonus Faber Aida spielt in einer Klasse, wo jedweder Hersteller tatsächlich auf jedes noch so unscheinbare Detail achtet, und gerade die Behandlung des Holzes bis hin zum Lack ist mitunter gar eine sehr philosophische, gar nicht so sehr eine rein handwerkliche und materialtechnische Frage.

So war es etwa das Ziel des Entwicklers Livio Cocuzza, der Sonus Faber Aida die Form einer antiken Leier zuteil werden zu lassen. Allerdings kommen hier bekanntermaßen zahlreiche Materialien zum Einsatz, die durchaus sehr modern und somit nicht direkt „klassisch“ sind. Die beiden Flügel jedoch sind aus feinstem Holz, sehr aufwendig gefertigt, und zwar aus zehn Okoumé-Furnierblätter, die der Maserung entsprechend, übereinander gelegt und anschließend in die geschwungene Form gebracht werden. Für die richtige „Farbgebung“ sorgen besagte Beizen von Adler, und auch der Lack stammt aus Tirol. Immerhin sieben Schichten werden hier sorgfältig aufgetragen und auf Hochglanz poliert.

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