Foto © Michael Holzinger - sempre-audio.at

Andy Schöfmann und Sebastian Kurz Stadlblues Chill Out Gaisruck 2014

Um den Blues-Nachwuchs muss man sich wirklich keine Sorgen machen, dies bewiesen Andy Schöfmann und Sebastian Kurz bei ihrem Auftritt, der den diesjährigen Stadlblues Chill Out in Gaisruck eröffnete.

Von Michael Holzinger (mh)
07.07.2014

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Der tatsächliche Sinn diverser Casting-Formate ist ja eher fraglich. Allen voran die TV-Sender kommen hier vergleichsweise günstig zu Sendematerial, das oftmals auch eine hohe Reichweite erzielt, aber dies zumeist auf Kosten der Beteiligten, die hier vielfach schlichtweg vorgeführt werden, zur Belustigung des genau danach gierenden Zusehers.

Viel wertvoller, weil erwiesenermaßen nachhaltiger ist es da, wenn sich junge Künstler live einem möglichst breitem Publikum präsentieren können. Nichts gekünstelt, nichts bewusst arrangiert, sondern genau so, wie sie sind. Fairerweise muss man sagen, dass es viel zu wenige Gelegenheiten gibt, bei denen dies möglich ist. Das Blues-Festival Stadlblues Chill Out in Gaisruck ist so eine Gelegenheit, denn die Verantwortlichen für dieses Event sind stets bemüht, neben internationalen und nationalen Größen auch dem Nachwuchs eine entsprechende Plattform zu bieten.

In diesem Jahr wurde das Festival etwa von Andy Schöfmann und Sebastian Kurz eröffnet, wobei es keineswegs eine Premiere war, dennoch lieferten die beiden auch diesmal einen mehr als beeindruckenden Auftritt ab, ebenso wie im letzten Jahr, ebenda.

Andy Schöfmann (Gitarre) und Sebastian Kurz (Gesang) bei ihrem Auftritt im Jahr 2013

Geradezu auf das Wesentliche reduziert, Gitarre und Gesang dazu, präsentierten sich die beiden den zahlreich in die kleine Gemeinde in der Nähe von Stockerau gepilgerten Besuchern mit einer routinierten Darbietung, die keine Wünsche offen ließ, und das Publikum perfekt auf das einstimmte, was da noch kommen wird.

Zwar begnügen sich die beiden jungen Künstler derzeit noch auf die Interpretation von Songs aus fremder Feder, machen hier einen bunten Streifzug durch Folk, Blues, Rock und Pop, aber dies bereits mit einem hohen Maß an Eigenständigkeit und selbstbewusster Interpretation, dass es wohl nur eine Frage der Zeit ist, bis man sich tatsächlich an eigene Werke heranwagt. Ebenso dürfte es nur noch eine Frage der Zeit sein, bis dann der erste Tonträger ansteht. Andy Schöfmann und Sebastian Kurz sind ganz klar auf dem richtigen Weg… Gratulation! Ihr wart beeindruckend!

Es wäre schön, wenn mehr Veranstalter diesen Mut beweisen, und jungen Künstlern eine entsprechende Plattform in derartigem Rahmen bieten!