Apple Lossless Audio Codec ist nun Open Source

Standardmässig setzt Apple in der Medien-Verwaltungssoftware iTunes auf das so genannte AAC-Format und somit ein verlustbehaftetes Kompressionsformat. In diesem Format werden auch Audio-Daten im Apple iTunes Store angeboten, wobei Apple in diesem Zusammenhang selbst immer von „CD-Qualität“ spricht. Dabei gäbe es mit Apple Lossless Audio Codec tatsächlich ein Format, das eine 1:1 Kopie ohne Qualitätseinbussen erlauben würde.

Von Michael Holzinger (mh)
31.10.2011

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In der Welt von Apple gilt das so genannte AAC-Format als Standard. Setzt man Apples Medien-Verwaltungssoftware iTunes für Apple MacOS X sowie Microsoft Windows ein, so findet man dort als Grundeinstellung das so genannte Apple iTunes Plus bei den Import-Einstellungen für Audio CDs. Dahinter verbirgt sich nichts anderes, als AAC mit einer Datenrate von 256 kBit/s. In diesem Format bietet Apple auch Musik im iTunes Online Store an und behauptet, dass dieses Format mit „CD-Qualität“ gleichzusetzen sei. Dies ist natürlich nicht der Fall, denn Eingeweihte, die einen direkten Vergleich wagen, werden wissen, dass es einen immensen Unterschied macht, ob man Audio-Daten tatsächlich 1:1 von Audio CD auf Festplatte kopiert, oder ob man dafür einen verlustbehafteten Kompressionsalgorithmus einsetzt. Und nichts anderes ist AAC. Wie bei MP3 werden auch hier gewisse Signal-Anteile herausgerechnet, um eine möglichst geringe Datenmenge zu erzielen. Ein Unding, denn Speicherkapazität ist selbst bei mobilen Devices kein Thema mehr und sicher kein Grund, sich mit schlechter Audio-Qualität zu begnügen.

Denn selbst Apple bietet ein Format an, dass zwar ebenfalls eine Datenreduktion erlaubt, dabei aber dennoch alle Informationen des Originals abspeichert, und zwar Apple Lossless Audio Codec, der bereits seit der Version 4.5 fester Bestandteil von Apple iTunes und somit nur einen Mausklick entfernt ist.

Oft wurde darüber spekuliert, ob Apple das Angebot im iTunes Store um dieses Format erweitert, denn prinzipiell würde dieses Format auch größere Auflösungen als die typische „CD-Qualität“ mit 16 Bit und 44,1 kHz erlauben. Damit wäre der Weg frei, für ein auf breiter Front verfügbares Audio-Angebot in HD. Nun, bislang gibt es keinerlei Anzeichen für eine derartigen Schritt. Allerdings setzt Apple nunmehr, durchaus überraschend, auf Open Source und verzichtet somit künftig auf Lizenzgebühren, wenn es um Apple Lossless Audio Codec oder kurz ALAC geht.


Auch ALAC basiert auf AAC bzw. Advanced Audio Coding und somit dem MP4-Format. Im Vergleich zum normalen AAC im iTunes Store erfolgt hier aber, wie bereits erwähnt, keine Datenreduktion, sondern lediglich eine ausgefeilte Kompression, sodass Originalsignale, trotz geringerem Speicherplatzverbrauch, 1:1 erhalten bleiben. Dieses Format konkurriert also mit dem immer mehr verbreiteten FLAC-Format, dem Free Lossless Audio Codec, der seit Anbeginn an unter Open Source entwickelt und damit ohne Lizenzkosten eingesetzt werden kann. Dieses Format erlangt inzwischen auch im audiophilen Bereich immer mehr an Bedeutung. Offensichtlich will Apple dieser Entwicklung entgegen wirken und dem eigenen Format größere Bedeutung zuteil werden lassen und wird künftig ALAC sowohl für kommerzielle als auch nicht-kommerzielle Zwecke freigeben.

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