Apple erweitert Ping um Playlists

Mit großen Ambitionen startete Apple Anfang September 2010 den Dienst Ping. Es sollte ein Social Network werden, in dessen Mittelpunkt allein Musik steht. Nun erweitert Apple den Funktionsumfang von Ping durch die Option Playlists. Mitglieder des Netzwerks können damit ihre eigenen Wiedergabelisten erstellen und mit anderen teilen.

Von Michael Holzinger (mh)
13.12.2010

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Apples CEO Steve Jobs kündigte mit Ping im September 2010 das nach eigenen Vorstellungen perfekte Social Network für Musikenthusiasten an. Im Gegensatz zu anderen sozialen Netzwerken sollte sich hier alles rund um Musik drehen und so nicht nur Musikliebhaber untereinander vernetzen, sondern zudem in direkten Kontakt mit Künstlern bringen. Durch die direkte Integration in Apples iTunes Online-Store könne man zudem auf eine immens große Anwenderzahl bauen, die den neuen Dienst binnen kürzester Zeit zu einem durchschlagenden Erfolg machen solle. Soweit die Theorie...

Tatsächlich konnte Apple nur zwei Tage nach dem Start von Ping mit Stolz verkünden, man habe bereits über eine Million registrierter Kunden gewinnen können. Doch mit dieser Meldung war die Geschichte auch schon erledigt. Seitdem gab es keinerlei Veröffentlichungen mehr, wie denn nun die neuesten Mitgliedszahlen bei Ping aussehen würden. Kein Wunder, denn es wären eben nicht die üblichen Erfolgsmeldungen.

Beobachtet man ein wenig die einschlägigen Foren, so ist das einzige, was rund um Apples Ping diskutiert wird, die Frage, wie man es wieder los wird. Wahrlich keine gute Grundlage für eine Erfolgsgeschichte...

Nachdem Apple offensichtlich eine direkte Zusammenarbeit mit Facebook plante, damit aber noch vor der Ankündigung scheiterte, implementierte man in den letzten Wochen eine Verknüpfung mit Twitter, was aber unterm Strich auch nicht wirklich zum Erfolg führte, zumindest nicht bisher.

Nun versucht man mit einem weiteren Schritt, die Attraktivität des Dienstes zu steigern und bietet die Option von Playlists an. Registrierte Anwender können somit eigene Playlists erstellen und diese veröffentlichen. Optional können Freunde die Playlists erweitern und diese Listen ebenfalls veröffentlichen. Allerdings ist auch diese Funktion allein auf Titel beschränkt, die über den iTunes Store erhältlich sind. Somit ist Apples wahre Intension bei Ping auch diesmal allzu offensichtlich und schränkt somit die Flexiblität des Dienstes einmal mehr stark ein.

Insofern wird die neue Option auch nicht wirklich dazu geeignet sein, die Akzeptanz der Anwender zu erhöhen. Apple Ping dürfte somit auch weiterhin nicht mehr als eine bei den meisten Anwendern von Apples iTunes nicht aktivierte Funktion bleiben. Zumindest schaffte es Apple Ping bei den US-amerikanischen Kollegen von Business Insider in die Top-Ten der größten IT-Flops des Jahres 2010...

Michael Holzinger

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Keywords: Apple, iTunes, Ping, Facebook, Twitter