Apple iPod nano - Musik an, Film ab...

Er sei der weltweit beliebteste Musikplayer, verkündet Apple stolz, und das dies auch weiterhin so bleibt, beließ es der kalifornische Hersteller bei der neuesten Generation nicht nur bei Detailverbesserungen sondern stattet den Apple iPod nano mit einigen neuen Funktionen aus. So bietet der Apple iPod nano nicht nur einen FM-Tuner, der kleine Player bekam auch eine Kamera verpasst.

Von Michael Holzinger (mh)
02.10.2009

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Trotz neuer Funktionen, an der Größe des iPod nano hat sich nichts geändert. Wobei, Größe ist hier völlig das falsche Wort. Denn der Apple iPod nano ist - nomen est omen - nach wie vor eine echte flache Flunder. Man möge uns diesen Vergleich nachsehen, aber nichts beschreibt die überaus kompakten Abmessungen dieses mobilen Audioplayers aus dem Hause Apple besser.

Auf nüchterne Zahlen herunter gebrochen heisst das, dass der Apple iPod nano mit einer Höhe von 90,7 mm und einer Breite von 38,7 mm wirklich sehr, sehr klein ausgefallen ist. Wirklich erstaunlich aber ist die geringe Tiefe von lediglich 6,2 mm. Dieser schlanke Eindruck wird zudem durch die ovale Formgebung im Querschnitt, des aus Aluminium gefertigten Gehäuses, verstärkt. Mit einem Gewicht von lediglich 36,4 Gramm ist der kleine Player von Apple zudem überaus leicht. Dieser Player passt somit wirklich in jede Tasche, ja, es fällt sogar gar nicht auf, dass man ihn z.B. in der Jackentasche hat.

Schon bisher setzte Apple beim iPod nano auf verschiedenfarbige Modelle. Nunmehr ist der Apple iPod nano in insgesamt neun verschiedenen Farben erhältlich, wobei die Farbpalette bei Silber beginn und über Schwarz, verschiedene Blau- und Rot-Töne bis hin zu Grün reicht. Natürlich findet sich nach wie vor ein (PRODUCT)RED Modell im Angebot. Gleichgültig welche Farbe, alle sehen wirklich überaus schick und stylish aus. Dafür sorgt das auf hochglanzpolierte und in der jeweiligen Farbe eloxierte Aluminiumgehäuse.

Auf der Frontseite findet sich lediglich ein, mit 2,2 Zoll Bilddiagonale, gemessen an den Abmessungen des Players, überaus großzügig bemessenes Display, das eine Auflösung von 240 x 376 Bildpunkten bei 204 ppi aufweist. Dieses Display wird durch eine Abdeckung aus echtem Glas geschützt, die natürlich deutlich resistenter gegen Kratzer und Schrammen ist, als eine Abdeckung aus Kunststoff. Darunter steht das gewohnte Click Wheel zur Verfügung, das als Sensor-Feld mit Drucktaster ausgelegt ist und eine einfache, intuitive Bedienung erlaubt. Ein „Hold“-Wahlschalter an der Oberseite, der 3,5 mm Stereo Mini-Klinkenanschluss für Kopfhörer sowie der übliche Dock-Anschluss an der Unterseite komplettieren die Ausstattung an Bedienelementen und Schnittstellen.

Am Bedienkonzept hat sich natürlich nichts geändert. Mit Hilfe des Click Wheels scrollt man durch die eigene Mediathek, gleichgültig ob Audiodaten, Podcasts, Fotos oder Videos. Nette Animationen, wie etwa beim Punkt Musik ein „Laufband“ mit CD-Covers oder bei Fotos mit den entsprechend auf dem iPod nano abgelegten Bildern lockert dabei die Darstellung auf. Da der iPod nano von Apple mit Bewegungssensoren ausgestattet wurde, ändert der kleine Player die Darstellung natürlich entsprechend, je nachdem, ob er horizontal oder vertikal gehalten wird. So gelangt man z.B. bei der Musikauswahl in die überaus schicke Cover Flow-Ansicht, in der man anhand der abgebildeten CD-Cover in der in der Mediathek gustieren und seine Auswahl treffen kann. Und auch Fotos werden automatisch gedreht, je nachdem, wie man den iPod nano hält. Nur Videos werden immer im Querformat und somit bildschirmfüllend dargestellt.

Mit einer Ausnahme: wurden diese im Hochformat aufgenommen, so werden sie natürlich auch in diesem Portrait-Modus abgespielt. Womit wir schon bei einer der wohl spektakulärsten Neuerungen des aktuellen iPod nano Modells angelangt wären, der integrierten Videokamera.

Schon im Vorfeld wurde darüber spekuliert, ob Apple die neuen iPod-Modelle eventuell mit einer Digitalkamera ausrüsten würde. In der Fangemeinde galt es als sicher, dass der iPod touch über ein derartiges Ausstattungsmerkmal verfügen würde, zumal dessen „Zwilling“, das Apple iPhone ja bereits seit Jahr und Tag mit einer, wenn auch nicht sonderlich hochwertigen integrierten Kamera ausgestattet ist. Nun gibt es tatsächlich eine Kamera, aber nicht im iPod touch, sondern im iPod nano. Ausgerechnet der kleinste Vertreter der klassischen iPod-Familie bekam in der neuesten Auflage eine Kamera spendiert, aber nicht zum Knipsen, sondern um Videos aufzuzeichnen.

Die im iPod nano nunmehr an der Rückseite integrierte Digitalkamera liefert Videos im Format H.264 und mit VGA-Auflösung, also 640 x 480 Pixel und zwar mit bis zu 30 Bilder pro Sekunde, versehen mit AAC-Audio. Diese Eckdaten lassen schon erahnen, dass es hier nicht ernsthaft darum geht, mit dem iPod nano herkömmliche digitale Camcorder abzulösen, sondern vielmehr eine kompakte Lösung für all die Situationen zur Hand zu haben, wo man eben keine „richtige“ Kamera dabei hat, dennoch aber rasch eine Szene festhalten will. Hier steht also vor allem der Spassfaktor im Vordergrund.

Dazu passt auch, dass die aufgezeichneten Videos nicht nur direkt am iPod nano betrachtet und natürlich auch mit zahlreichen Effekten versehen werden können, nach der Synchronisation mit einem PC oder Mac können diese unmittelbar per Email versandt, oder über YouTube, Facebook sowie den kostenpflichtigen MobileMe-Dienst von Apple mit anderen geteilt werden.

Dass der iPod nano nun über derartige Funktionen verfügt, ist auch die Grundlage einiger weiterer neuen Ausstattungsmerkmale. So können über das nunmehr integrierte Mikrofon natürlich auch Sprachnotizen aufgezeichnet werden, die, ebenso wie Musik oder der Ton bei Videos, über den ebenfalls integrierten Lautsprecher wiedergegeben werden können. Allerdings sollte man sich von dem natürlich nur winzigen Speaker nicht allzu viel erwarten...

Unterwegs aufgezeichnete Sprachnotizen werden, ebenso wie Videos, über Apples Medienverwaltungs-Software iTunes mit dem PC oder Mac synchronisiert und finden sich danach in der persönlichen Mediathek.

Ebenfalls neu ist, dass der iPod nano nun endlich über einen integrierten FM-Tuner verfügt. Dieser wurde lange gefordert und das fehlen dieser Funktion diente dem Mitbewerb bislang als willkommenes Argument für die eigenen Produkte. Dies fällt nun weg, denn Apple beließ es nicht dabei, einfach nur einen Radio zu integrieren, sondern stattete diesen mit ein paar netten Zugaben aus. So kann das laufende Programm pausiert und danach nahtlos fortgesetzt werden. Darüber hinaus lassen sich Radioprogramme kennzeichnen. Durch dieses so geannte iTunes Tagging wäre es prinzipiell möglich, einen Musiktitel zu markieren, um diesen - nach der nächsten Synchronisation mit dem Mac oder PC - über den Apple iTunes Store zu erwerben. Allerdings bedingt diese Funktion, dass die Radiostationen auch die entsprechenden Informationen bereit stellen. In unserem Test konnten wir diese Funktion mit keinem der gängigen österreichischen Radio-Stationen nutzen. Diese Funktion ist nach Informationen von Apple derzeit nur auf die USA beschränkt.

Interessanter ist daher eine weitere Neuerung: der iPod nano verfügt nun über die Funktion Genius Mixes, die automatisch bis zu zwölf endlose und stilistisch passende Musikmixe aus den Musiktitel der eigenen iTunes Musikbibliothek erstellt. Auf diese Art und Weise entdeckt man die eigene Musik-Sammlung mitunter gänzlich neu, denn es werden dadurch auch Titel in die Wiedergabeliste aufgenommen, die man nicht so oft hört, oder in Anbetracht der schieren Menge an Musikstücken eigentlich schon vergessen hatte.

Ebenfalls neu ist, dass der iPod nano nun nicht nur wie bisher über das optional erhältliche Nike + iPod Sport Kit als kleiner Fitness-Trainer genutzt werden kann, sondern zudem über ein Pedometer verfügt, das zurückgelegte Schritte zählt und anhand des eingegeben Körpergewichts verbrannte Kalorien „berechnet“.

Außerdem bekam der Apple iPod nano eine Funktion verpasst, die bislang nur im iPod shuffle zu finden war, und zwar Voice Over. Damit kann man sich Informationen über den gerade abgespielten Musiktitel ansagen lassen, also Interpret und Titel. Aktiviert wird diese Funktion entweder direkt über das Click Wheel des iPod nano oder über die Steuerung des optional erhältlichen Apple Earphones mit Fernbedienung und Mikro. Die Sprachausgabe basiert auf einem internationalen Voice Over Kit für Apple iTunes, das je nach Songtitel die passende Sprache auswählt und die nötigen Informationen auf den iPod nano überträgt. Somit werden nicht nur englische Titel und Interpreten sehr gut verständlich angesagt, sondern auch deutsche, französische, italienische, spanische usw.

Apple gibt für den iPod nano eine Akkulaufzeit von bis zu 24 Stunden bei reiner Musikwiedergabe an. Videos können bis zu fünf Stunden angesehen werden, bevor der iPod nano wieder ans Ladekabel muss. Dieses ist natürlich im Lieferumfang ebenso enthalten wie die üblichen Apple In-Ear Kopfhörer. Ein Netzteil gibt‘s nur als optionales Zubehör, sodass man den iPod nano einfach am USB-Port des PCs oder Macs auflädt. Über eine Schnelllade-Funktion ist der Akku des iPod nano übrigens bereits nach 1,5 Stunden zumindest bis zu 80 Prozent geladen. Der komplette Ladevorgang ist nach drei Stunden vollzogen.

Mit dem Apple iPod nano der neuesten Generation dürfte Apple die Grundlage dafür geschaffen haben, dass dieses Modell auch weiterhin einer der beliebtesten mobilen Audioplayer ist und sich als wahrer Topseller behaupten kann. Apple nahm nicht nur kluge Detailverbesserungen vor, der kalifornische Hersteller erweiterte den Funktionsumfang des iPod nano zudem um teils lang geforderte Funktionen wie etwa den integrierten FM-Tuner. Die nunmehr ebenfalls gebotene digitale Videokamera ist eine nette Zugabe, die sicher vor allem von Kids eifrig genutzt werden wird, aber kein essentielles Ausstattungsmerkmal darstellt.

Vielmehr werden auch weiterhin Vorzüge wie die überaus kompakten Abmessungen, das geringe Gewicht und die überaus einfache, intuitive Bedienung die ausschlaggebenden Kriterien sein.

Apple bietet den iPod nano in zwei Versionen an, die jeweils in den genannten neun Farben verfügbar sind. So hat der Kunde die Wahl zwischen Modellen mit 8 oder 16 GByte Speicherkapazität. Wer wirklich ausreichend Platz für Musik, Fotos und Videos unterwegs benötigt, greift also zum Apple iPod nano mit 16 GByte zum Preis von € 179,- All jene, die mit der halben Speicherkapazität auskommen müssen für den iPod nano mit 8 GByte nur € 149,- budgetieren.

Michael Holzinger

Auf den Punkt gebracht

Mit dem Apple iPod nano der neuesten Generation dürfte Apple die Grundlage dafür geschaffen haben, dass dieses Modell auch weiterhin einer der beliebtesten mobilen Audioplayer ist.

7,0 (Sehr gut)

The Good

  • Intuitive Bedienung
  • elegantes Design
  • integrierter FM-Tuner mit Time-Shift Funktion
  • integrierte Videokamera
  • Sprachnotizen

The Bad

  • Ist komplett auf Apples iTunes ausgerichtet

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Keywords: Apple, iPod, iTunes, Audio, MP3, AAC, mobil