High End 2013: Wie bereits im Vorfeld angekündigt präsentierte iRiver im Rahmen der High End den neuen Astell & Kern AK 120." /> Sempre Audio

Astell & Kern AK 120 - Studio Master-Qualität in WAV, AIFF, FLAC und DSD für unterwegs

High End 2013: iRiver Limited sorgte mit dem so genannten Astell & Kern AK 100 für viel Aufsehen, ein mobiler Audio-Player, der nicht weniger als Studio Master-Qualität auch unterwegs versprach, und dieses Versprechen ohne Abstriche einhielt. Nun folgt der nächste Streich, der Astell & Kern AK 120, der mit den letzten Unstimmigkeiten des Vorgängers aufräumt und noch ein Schäuflein nachlegt...

Von Michael Holzinger (mh)
13.05.2013

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MP3, AAC oder WMA sind die Grundlage der Musik-Wiedergabe unterwegs, sofern man dafür etwa auf ein Smartphone setzt, was ja immer mehr Kunden tun. Wahre Musikliebhaber, oder gar Feinspitze wollen sich damit aber keinesfalls begnügen. Vielfach verweigert so mancher audiophile Anwender diese Format sogar gänzlich, was durchaus zu verstehen ist. Denn auch wenn viele meinen, man kann den Unterschied ohnedies nicht wahrnehmen, mit entsprechend hochwertigen Kopfhörern, und nichts anderes sollte man seinen Ohren antun, ist dieser sehr wohl klar zu bemerken und gar nicht so klein, wie man hinlänglich denkt.

Natürlich könnte man bei so manchem Smartphone oder mobilen Audio-Player auch auf nicht verlustbehaftete Formate setzen, wobei hier die Apple-Welt mit Apple Lossless und der direkten Unterstützung beim Apple iPhone, iPod touch und natürlich der kompletten iPod-Familie klar im Vorteil ist. Das „Konkurrenz-Format“ FLAC bedarf eigener Apps, die dieses auch unterstützen. Allerdings ist auch dann bei der üblichen „CD-Qualität“ das Ende der Fahnenstange erreicht.

Dabei geht auch unterwegs deutlich mehr, wie etwa der Astell & Kern AK 100 aus dem Hause iRiver Limited auf durchaus eindrucksvolle Art und Weise demonstriert. So verspricht das Unternehmen nicht weniger als Studio Master-Qualität auch unterwegs, und somit immer und überall, und dieses Versprechen ist, wie unser Test des Astell & Kern AK 100 beweist, kein leeres.

Es waren demnach auch nur wenige Punkte, die so mancher potentielle Kunde dieser Lösung zu bekritteln hatte, etwa die fehlende Option eines so genannten gapless Playback, also einer unterbrechungsfreien Wiedergabe bei Alben der Klassik, Live-Mitschnitten oder Konzept-Alben. Gerade für die Zielgruppe, die iRiver Limited mit dem Astell & Kern AK 100 im Fokus hat, ein nicht unwesentliches Ausstattungsmerkmal

Zudem wurde gelegentlich der maximale Speicher des Geräts als nicht immer ausreichend als Nachteil angeführt. Klar, wenn man Audio-Daten im FLAC-Format mit Auflösungen bis zu 24 Bit und 192 kHz nutzt, da können die 32 GByte interner Speicher, und die durch microSD Cards erzielbaren maximal 96 GByte des Astell & Kern AK 100 durchaus etwas knapp werden.

All dies hat sich iRiver Limited zu Herzen genommen und stellt nunmehr, wie bereits im Vorfeld erwartet, mit dem Astell & Kern AK 120 eine weitere Version des mobilen Players vor.

Die Familienbande zwischen Astell & Kern AK 100 und Astell & Kern AK 120 ist gleich auf den ersten Blick zu sehen, denn die beiden Produkte unterscheiden sich rein äußerlich nur durch wenige Details. So setzten die Entwickler auch beim neuen Gerät auf ein tadellos verarbeitetes Gehäuse aus Aluminium, dessen Oberfläche überaus elegant gebürstet und Schwarz eloxiert ist. Dies sorgt nicht nur für Robustheit, ein geringes Gewicht, sondern zudem eine erstklassige Haptik. Da merkt man allein durchs Angreifen, dass man wirklich etwas hochwertiges in der Hand hält.

Als zentrale „Schnittstelle“ für die Bedienung steht auch hier ein Display zur Verfügung, das eine Auflösung von 320 x 240 Bildpunkten bei einer Diagonale von 2,4 Zoll bietet, und als IPS Touchscreen-Display ausgeführt ist. Ein Hauptschalter an der Oberseite, drei Taster an der linken Seite, sowie ein Drehgeber an der rechten Seite stehen ebenso zur Verfügung. Das Drehrad weist auch hier eine geriffelte Oberfläche auf, ist also perfekt zu bedienen, zumal es eine Rasterung von immerhin 150 Stufen bei der Kontrolle der Lautstärke erlaubt. Zudem ist das Gehäuse rund um den Drehgeber nun so gestaltet, dass man diesen nicht mehr so einfach verstellt, sobald man das Gerät etwa in den Hosensack oder eine Jackentasche packt. Und das fällt nicht schwer, schließlich misst der Astell & Kern AK 120 lediglich 59,2 x 89 x 14,4 mm und wiegt nur 143 g. Damit ist er nur unwesentlich größer und ganz dezent schwerer ausgefallen, als der Astell & Kern AK 100.

Wenig geändert hat sich natürlich bei den unterstützen Audio-Formaten. Selbstverständlich kann der Astell & Kern AK 120 auch MP3-Daten abspielen, versteht sich auf die Wiedergabe von AAC ebenso wie auf WMA, Ogg Vorbis und APE, die wahre Stärke aber liegt in der Unterstützung von WAV, AIFF und vor allem FLAC-Dateien mit bis zu 24 Bit und 192 kHz. Neu ist, und das wird wohl viele wahre Feinspitze überaus erfreuen, dass der Astel & Kern AK 120 demnächst sogar Daten im DSD-Format wiedergeben kann. Das entsprechende Update wird iRiver Limited noch im Laufe des Mai 2013, und somit rechtzeitig zur breiten Verfügbarkeit des Astell & Kern AK 120 nachreichen.

Dementsprechend hochwertig gestaltet sich auch die Signalverarbeitung, für die maßgeblich zwei Wolfson WM8740 24 Bit DACs im Verbund mit einem Telechips TCC 9201 verantwortlich sind. Das Gerät weist somit einen strickten Dual Mono-Aufbau auf, und zwar bis hin zur Ausgangsstufe, die qualitativ in keinster Weise mit jenen Minimallösungen zu vergleichen ist, die man etwa in Smartphones oder selbst den meisten anderen mobilen Audio-Playern findet. Dies gilt natürlich auch für den integrierten Kopfhörer-Verstärker, der selbst hochwertige Modelle problemlos antreibt und ihnen Musik in bestmöglicher Qualität darreicht. Diesbezüglich findet man eine Impedanz von 3 Ohm sowie eine maximale Ausgangsspannung von 1,5 V RMS als Angaben im Datenblatt.

Die Signalverarbeitung des Astell & Kern AK 120 lässt also keine Wünsche offen, somit wäre es schade, wenn man diese nicht auch für andere Quellen nutzen kann. Natürlich hat iRiver Limited, ebenso wie beim Astell & Kern AK 100 auch an diese Möglichkeit gedacht, geht diesbezüglich beim AK 120 aber ebenfalls einen Schritt weiter. So steht nicht nur ein optischer TOS-Link Eingang zur Verfügung, der Astell & Kern AK 120 kann zudem auch direkt an einem PC oder Mac als externes Audio-Interface genutzt werden, sobald er mit diesem über USB verbunden ist. Dafür steht eine Micro USB-Schnittstelle zur Verfügung. Natürlich können - sobald das bereits erwähnte Update verfügbar ist - auch auf diesem Weg Audio-Daten im DSD-Format wiedergegeben werden.

Und wer den Astell & Kern AK 120 nicht nur unterwegs nutzen will, der wird sich wohl über den digitalen Ausgang freuen. Mittels optischem TOS-Link kann der ansich mobile Player ebenso als Quelle an einem HiFi-System genutzt werden.

Nicht neu, denn dieses Ausstattungsmerkmal bot bereits das kleinere Modell, ist ein integriertes Bluetooth 3.0 Modul, das auch etwa die Nutzung entsprechender Kopfhörer, aber auch die drahtlose Anbindung an einen PC oder Mac erlaubt.

Als weitere Änderung stehen beim Astell & Kern AK 120 gegenüber dem AK 100 nicht nur 32, sondern 64 GByte interner Speicher zur Verfügung. Mittels Micro SD-Cards lässt sich der Speicher auf bis zu 192 GByte erweitern. Dafür stehen wie gehabt zwei Slots zur Verfügung, die aber jeweils bis zu 64 GByte aufnehmen. Daten wandern einfach mittels Drag & Drop vom PC oder Mac in den Speicher des Players, sodass keine speziellen Tools erforderlich sind. Selbstverständlich können auch Playlists erstellt und verwaltet werden, und über das großzügige Display werden alle relevanten Informationen bis hin zum Cover-Artwork dargestellt.

Ebenfalls neu ist ein so genannter Touch-EQ, der die Vorzüge des Displays zu nutzen versteht und somit eine intuitive Anpassung der Frequenzkurve erlaubt.

Für einen ausreichend langen Betrieb sorgt ein integrierter Li-Polymer-Akku mit 2.350 mA und 3,7 V. Immerhin bis zu 16 Stunden soll damit die Wiedergabe fernab der Steckdose möglich sein, wobei die tatsächlich erzielbare Spieldauer nicht nur von der Lautstärke, sondern vor allem vom Datenmaterial und dessen Auflösung abhängt. Selbstverständlich bedarf die Wiedergabe hochauflösender Daten deutlich mehr Performance und zehrt somit mehr an den Ressourcen des Akkus. Der Akku soll, dies sei der Vollständigkeit wegen nicht verschwiegen, binnen rund 5 Stunden wieder voll geladen sein.

Mit Fug und Recht kann man also behaupten, dass der Astell & Kern AK 120 ein wahrer High-end Player der Referenz-Klasse ist. Der Hersteller iRiver Limited hat zügig auf Kundenwünsche reagiert, und diese direkt beim Astell & Kern AK 120 umgesetzt. Mehr noch, mit der Option, selbst DSD-Dateien abspielen zu können, sowie den mobilen Player nunmehr auch als erstklassiges Audio-Interface direkt am PC oder Mac einsetzen zu können, legt das Unternehmen einmal mehr die Messlatte in dieser Klasse deutlich höher. Zunächst wird der Astell & Kern AK 120 wohl in einer schwarzen Ausführung erhältlich sein. Auf der Webseite des Herstellers sind aber bereits Abbildungen des Geräts in Silber sowie Gold zu finden, sodass es wohl nur eine Frage der Zeit ist, bis man hier eine größere Auswahl hat. In jedem Fall kann man sich in Bälde auch mit passenden Covers wahre Farbenpracht rund um den Astell & Kern AK 100, aber auch den Astell & Kern AK 120 gönnen. Entsprechende Produkte waren bereits im Rahmen der High End 2013 in München in großer Anzahl am Stand von iRiver Limited bzw. dem deutschen Vertrieb Robert Ross Audiophile Produkte GmbH zu bestaunen. In Österreich übernahm die Betreuung des Astell & Kern AK 100 und AK 120 bekanntermaßen Audio Tuning Vertriebs GmbH.

Der Astell & Kern AK 120 wird dieser Tage zum empfohlenen Verkaufspreis von € 1.299,- im Fachhandel erhältlich sein. Im Lieferumfang ist nicht nur ein passendes USB-Datenkabel, das auch zum Laden des Akkus dient, sondern ebenso eine Ledertasche enthalten.

Auf den Punkt gebracht

Wer hochauflösende Audio-Daten auch unterwegs in bestmöglicher Qualität genießen will, der ist hier richtig. Zumal mit dem Astell & Kern AK 120 nun auch die gapless Wiedergabe unterstützt wird und als Krönung sogar Daten im DSD-Format wiedergegeben werden können. Auch die Möglichkeit den Player als Audio-Interface zu nutzen, und nicht "nur" als D/A-Wandler wie den AK 100, zeichnen den neuen Astell & Kern AK 120 aus.

9,0 (Herausragend)

The Good

  • Im Vergleich zum AK 100 wird nun auch gapless Playback unterstützt
  • mehr Speicher ab Werk und micro SD-Cards mit bis zu 64 GByte als Erweiterung
  • DSD-Wiedergabe
  • kann als externes Audio-Interface mit PC und Mac genutzt werden
  • nochmals optimierte Bedienung

The Bad

  • Doch eine etwas kostspielige Angelegenheit
  • aber dafür erhält man einen Player der Referenz-Klasse.

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