Audio-Restaurierungs-Software Diamond Cut 8.01

Will man wertvolle Schätze wie etwa von einer Schallplatte oder einer Tonbandaufnahme digitalisieren, so benötigt man nicht nur ein erstklassiges Audio-Interface und viel, teilweise sehr viel Zeit, sondern auch das richtige Werkzeug in Form einer entsprechenden Software. Ein derartiges Tool ist die Software Diamond Cut, die nunmehr in einer neuen, stark erweiterten Version angeboten wird.

Von Michael Holzinger (mh)
09.06.2010

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Die Software-Schmiede Diamond Cut Productions hat sich der Entwicklung von Audio-Restaurierungs-Software spezialisiert und zählt seit Jahr und Tag zu einem der führenden Unternehmen in diesem Segment. Bereits seit 1994 bietet man mit der Software Diamond Cut ein Werkzeug an, mit dessen Hilfe Aufnahmen von störenden Artefakten und Fehlern zu säubern, diese somit zu restaurieren und mit diversen Tools eine deutliche Klangverbesserung zu erzielen.

Die Software wurde für die Microsoft Windows-Plattform entwickelt und zeichnet sich durch einen immensen Funktionsumfang, eine einheitliche, komplett in Deutsch gehaltene Benutzeroberfläche sowie eine komfortable, intuitive Bedienung aus. So wurde auch bei der neuesten Version viel Sorgfalt darauf gelegt, dass die komplette Software fast ausschließlich per Tastaturkürzel und damit ohne Maus bedient werden kann. Dies mag zunächst kompliziert wirken, erleichtert und vor allem beschleunigt den Arbeitsablauf aber immens.

Da Audio-Restauration mitunter ein sehr komplexes Thema sein kann und man bei falscher Handhabung schon mal mehr Schaden anrichtet, als verbessert, ist eine ausführliche, ebenfalls komplett in Deutsch gehaltene Online-Hilfe eine willkommene Zugabe. Darüber hinaus legt die Software-Schmiede aus dem deutschen Oberursel ein immerhin 464 Seiten starkes gedrucktes Handbuch mit ins Paket.

Diamond Cut unterstützt eine Vielzahl an unterschiedlichen Formaten. So werden mit der neuesten Version die Audioformate WAV, MP3, AIFF, WMA, BWF, OGG, FLAC sowohl für den Import als auch für den Export, sowie innerhalb der Songbibliothek unterstützt. Zum Import und der Audioextraktion unterstützt Diamond Cut 8 die Videoformate AVI, ASF, MPG, MPEG. CD Brenner und CD Ripper unterstützen die Playlistenformate WLS, XML, M3U, wobei der Ripper sich sowohl manuell als auch automatisch mit der CDDB Datenbank verbinden kann, um Albeninformationen den gerippten Dateien hinzuzufügen. An Metatags unterstützt die Software ID3V2 Tags für Songtitel und Interpret bei MP3, OGG, FLAC und WMA Dateien.

Die Ergebnisse der Arbeit lassen sich direkt auf Audio CD oder als reines Backup als Daten CD bzw. Daten DVD brennen, wobei bei Audio CDs auch CD Text unterstützt wird.

Zu den bereits bisher zahlreich vorhandenen Werkzeugen zur Säuberung bzw. Restaurierung von Audio-Aufnahmen kommen in der neuen Version zahlreiche Tools und Filter hinzu bzw. wurden bestehende Module erweitert und überarbeitet.

Als neues Modul steht nun unter anderem der so genannte Big Click Filter zur Verfügung, der speziell für die Bearbeitung von sehr großen Knacksern und Rumplern entwickelt wurde. So sollen auch Fehler korrigiert werden können, die z.B. durch sehr stark zerkratzte Schallplatten entstehen oder bei Klebestellen bei Tonbändern auftreten.

Neben einer großen Anzahl an Bearbeitungswerkzeugen für die Zeitebene bietet die neue Version 8 von Diamond Cut nun auch eine Reihe von Werkzeugen für die Frequenzebene. Dazu zählt unter anderem die Direct Spectral Editing Funktion, kurz DSE genannt. Hier kann man anhand der Spectogramm-Ansicht Audio-Signale bearbeiten um z.B. breitbandige Störgeräusche zu entfernen wie sie unter anderem bei Live-Konzerten durch Publikumsgeräusche auftreten. Sei es nun das Rücken von Stühlen, Husten, Pfeifen und Johlen usw., all das soll sich mit diesem Werkzeug entfernen lassen.

Auch die ebenfalls bereits in der Vergangenheit bestens bestückte Effektsektion kann einige Neuzugänge aufweisen. Dazu zählt etwa ein Subharmonic und Overtone Synthesizer. Der Subharmonic Synthesizer kann Aufnahmen einen Subbass hinzufügen, indem er den Bassbereich des Spektrums auswertet, diese Frequenzen durch den Faktor 2 dividiert und das Ergebnis dem Ausgangs-Mix hinzufügt. Der Overtone Synthesizer ist für den oberen Bereich des Audio-Spektrums zuständig, wobei er das Original-Signal in diesem Frequenzspektrum mit dem Faktor 2 multipliziert und das Ergebnis dem Ausgangs-Mix hinzufügt. So erhalten Aufnahmen bislang fehlende Höhen und somit Brillianz sowie ein volleres unteres Frequenzspektrum.

Die neueste Version von Diamond Cut bietet zudem eine so genannte Scrub Audio Funktion. Diese Funktion erlaubt mittels des Mauszeigers einen bestimmten Teil einer Wave-Datei in der Geschwindigkeit und Richtung proportional zur Mausbewegung abzuspielen. Diese "Schrubber" Funktion sei eine gute Methode, um bestimmte Punkte in einer Wave-Datei zu finden, ohne dabei mühsam mit den Play und Pause Tasten zu hantieren, so der Hersteller. Auch ist diese Arbeitsmethode beim Transkribieren nützlich, da per Mausbewegung die Abspielgeschwindigkeit und Abspielrichtung mühelos variiert werden kann.

Ebenfalls erweitert wurde die Verwaltungs-Funktion der Software, die so genannte DC Songbibliothek. Hier wurden die Möglichkeiten in der Erstellung von Playlisten erweitert und zudem die Option verbessert, verschiedenste Audio-Daten zu einer Playlist zusammen zu fügen und diese unabhängig voneinander mit verschiedenen Filtern und Effekten in Echtzeit zu bearbeiten, sodass eine einheitliche, in Pegel als auch Klang abgestimmte Compilation realisiert werden kann.

Außerdem wurde die neue Version um die Option erweitert, verschiedene Bildschirmthemen einzusetzen und somit den persönlichen Vorlieben anzupassen. Dieses wohl eher nebensächliche Feature sei laut Hersteller ein von vielen Anwender geäußerter Wunsch gewesen, den man nunmehr umsetzte.

Diamond Cut in der aktuellen Version 8.01 ist unter anderem ab sofort direkt auf der Webseite von Digital Broadcast Systems TV-Studio Vertriebs GmbH erhältlich. Der Hersteller gibt für die neue Version einen Verkaufspreis von € 199,- an. Bestehende Kunden können bis Ende Juni zu einem besonders günstigen Upgrade-Preis auf die neueste Version umsteigen.

Michael Holzinger

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