Audio Research DSPre - Vorverstärker in Class A mit integriertem D/A-Wandler

Auch wenn der Audio Research DAC8 bereits seit einiger Zeit erhältlich ist, hat dieser D/A-Wandler der absoluten Referenz-Klasse nichts an seiner Attraktivität eingebüsst. Nach wie vor gilt dieses Bindeglied zwischen digitaler und analoger Welt als eine hervorragende Lösung. Was liegt also näher, als dessen Funktionalität mit denen einer Vorstufe zu kombinieren und in Form des Audio Research DSPre anzubieten?

Von Michael Holzinger (mh)
24.10.2011

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Lange Jahre führten D/A-Wandler ein Schattendasein. Nur wenige Hersteller beschäftigten sich mit derartigen Lösungen und das Interesse der Kunden, ja selbst im Kreise ausgewiesener audiophiler Musikfreunde, war eher gering. Nachdem in den letzten Jahren aber immer mehr IT-Lösungen Einzug in die Welt der HiFi fanden und Streaming-Systeme sich selbst im High-end Segment nach und nach als ernstzunehmende Alternative bei Quellgeräten etablierten, kommt D/A-Wandlern eine essentielle Bedeutung zu. Denn sie sind es letztendlich, die wohl neben alten „Größen“ wie Verstärkern und Lautsprecher-Systemen mit am meisten die tatsächliche Qualität einer Kette bestimmen.

Das US-amerikanische Unternehmen Audio Research bietet seit Jahr und Tag mit dem DAC8 einen D/A-Wandler an, der der absoluten Referenz-Klasse zuzuordnen ist und im High-end Segment einen tadellosen Ruf genießt. Es ist also naheliegend, dass die HiFi-Schmiede diese Basis nutzt, um mit dem Audio Research DSPre eine überaus spannende Kombination aus D/A-Wandler und analoger, vollsymmetrischer Vorstufe zu realisieren, die nach Angaben des Unternehmens noch heuer verfügbar sein soll.

Audio Research setzt also auch beim DSPre auf eine Signalverarbeitung mit 24 Bit und 192 kHz wobei insgesamt vier DAC-Bausteine eingesetzt werden. Pro Kanal stehen somit gleich zwei DACs zur Verfügung, deren Takt über hochpräzise Oszillatoren bestimmt wird. Hierfür setzten die Entwickler auf zwei so genannte Master Oscillators, wobei einer für Signale mit einer Sample-Frequenzen von 44,1, 88,2 und 176,4kHz, der zweite für 48, 96 und 192 kHz zuständig ist. Dadurch soll ein besonders geringer Jitter erzielt und Dekodierungs- sowie Quantisierungsfehler vermieden werden. Das Ergebnis soll ein besonders großer Dynamikbereich bei gleichzeitig sehr geringem Grundrauschen sein.

Bei der Signalverarbeitung hat der Anwender die Wahl, ob eingehende Signale in der ursprünglichen Auflösung verarbeitet werden, oder die Upsampling Funktion eingesetzt wird. Eingangssignale mit 44,1 kHz können somit auf 88 oder 176 kHz, Signale mit 48 kHZ auf 96 und 192 kHz hochgerechnet werden. Zudem kann die Charakteristik des Filters in zwei Stufen bestimmt werden.

An Eingängen findet man insgesamt fünf digitale Schnittstellen in allen relevanten Formaten. Neben S/PDIF optisch als auch koaxial stehen somit AES/EBU, BNC und USB 2.0 an der Rückseite des Geräts für digitale Signale zur Verfügung. Alle diese Schnittstellen können Signale mit einer Auflösung von bis zu 24 Bit und 192 kHz verarbeiten. Dies gilt also auch für USB 2.0, wobei sowohl Macs mit MacOS X als auch Windows PCs über USB ohne spezielle Treiber Signale in der Regel nur mit maximal 24 Bit und 96 kHz ausgeben können. Daher setzt Audio Research auf ASIO-Treiber, die im Lieferumfang enthalten sind. Zudem findet die Datenübertragung über USB im so genannten asynchronen Modus statt, sodass der Audio Research DSPre stets die Hoheit über den Datentransfer und somit den akkuraten Takt behält.

Während die digitale Sektion des Audio Research DSPre in jeder Beziehung State-of-the-art ist, setzten die Entwickler der US-amerikanischen HiFi-Schmiede bei der nachgeschalteten Vorstufe auf im Vergleich dazu gerade „altmodische“, aber über Jahre bewährte Konzepte. So ist die Vorstufe des neuen Audio Research DSPre rein analog ausgelegt, und zwar in reiner Class A ohne Gegenkopplung.

Nachdem eine Vorstufe dieser „Gewichtsklasse“ natürlich nicht nur mit digitalen Signalen bedient wird, finden sich an der Rückseite neben den bereits erwähnten digitalen Schnittstellen auch analoge Eingänge. Auch hier gibt sich das Unternehmen natürlich keine Blöße und stellt mit zweimal symmetrisch und dreimal unsymmetrisch insgesamt fünf Eingänge zur Verfügung. Analoge Signale verlassen den Audio Research DSPre entweder über ein Paar Cinch-Buchsen, einen Record-Out ebenfalls in Form von Cinch-Anschlüssen, oder über symmetrische Ausgänge, ausgeführt als XLR-Buchsenpaar.

Alle Eingänge sind nach Angaben des Herstellers galvanisch getrennt sind, um etwaige Brummschleifen im Ansatz zu unterbinden.

Der Audio Research DSPre zählt zur so genannten Definition Series und präsentiert sich im typischen Design des US-amerikanischen Herstellers. Die Front ziert ein sehr großzügig ausgelegtes Display, ein Regler für den Ausgangspegel, ein Eingangs-Wahlschalter sowie eine Reihe weiterer Funktionstasten. Im Lieferumfang ist zudem eine Infrarot-Fernbedienung enthalten, die ebenfalls die wesentlichsten Funktionen zugänglich macht.

Der Audio Research DSPre ist, in Anbetracht der Kombination aus erstklassigem D/A-Wandler und Vorstufe auf Referenz-Niveau natürlich entsprechend kostspielig. Allerdings verweist der österreichischen Vertriebs Audio Tuning Vertriebs GmbH zu Recht darauf, dass diese überaus interessante Kombination aus D/A-Wandler und Vorstufe auf einem Qualitätslevel spielt, die man in dieser Form nur bei wenigen anderen Lösungen findet. Somit erscheint der empfohlene Verkaufspreis von € 7.500,- in einem gänzlich anderen Licht. Der Audio Research DSPre ist ab sofort im Fachhandel erhältlich.

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