Audio Research Reference DAC - 24 Bit D/A Wandler und UPnP Netzwerk Streaming-Client

Was verbindet Audio Research mit Pro-Ject Audio Systems, Musical Fidelity und Accustic Arts? Ein Streaming-Client auf der Basis einer Referenz-Plattform aus Österreich, denn diese findet man nunmehr auch im neuesten Audio Research Reference DAC, mit dem die renommierte HiFi-Schmiede nicht nur einen weiteren DAC auf höchstem Niveau präsentiert, sondern gleichzeitig den ersten UPnP Streaming-Client. Als „Sahnehäubchen“ kommt hier zudem eine Röhren-Ausgangsstufe zum Einsatz.

Von Michael Holzinger (mh)
19.08.2012

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Das US-amerikanische Unternehmen Audio Research gilt als eine der renommiertesten HiFi-Schmieden, wobei dem Hersteller mitunter nachgesagt wird, dass man eher konservative Ansätze verfolgt und zumeist auf bewährte Technologien setzt, um Lösungen auf allerhöchstem audiophilem Niveau zu realisieren. Doch wer sich ein wenig mit den Produkten des Unternehmens befasst, der weiss längst, dass die Entwickler im Hause Audio Research keineswegs Berührungsängste gegenüber modernsten Lösungen haben, sondern vielmehr ohne Scheu auch sehr innovative Wege einschlagen, diese durchaus mit klassischen Technologien kombinieren, wenn es nur dem einen einzigen Ziel dient, ein selbst höchsten Ansprüchen gerecht werdendes Ergebnis zu erzielen.

So gelten etwa D/A-Wandler aus dem Hause Research seit Jahr und Tag als erstklassige Lösungen, die zwar in durchaus gehobener Preisklasse zu finden sind, aber eben auch mit der entsprechenden Qualität aufwarten können.

Es überrascht daher keineswegs, dass die Amerikaner auch beim neuesten D/A-Wandler von Audio Research angeben, dass es sich hierbei um einen Wandler der superlativen High-end Liga handelt, erstaunlich ist aber dann doch, dass das neueste Produkt aus deh Hause Audio Research, der neue Audio Research Reference DAC weit mehr ist, als ein weiterer D/A-Wandler. So handelt es sich bei diesem Gerät um einen UPnP Streaming-Client, der zwar aus Plymouth, Minnesota stammt, aber dennoch ein Herz aus Österreich, genauer gesagt aus Wien aufweist.

So präsentiert sich der D/A-Wandler bzw. Streaming-Client im bekannten Design der Audio Research Reference-Serie, weist also ein durchaus als sehr massiv zu bezeichnendes Gehäuse aus solidem Metall auf. Immerhin 48 x 17,8 x 39,4 cm misst das gute Stück, und zwar ohne die für Audio Research geradezu typischen Griffe an der Front. Auch das Gewicht des Geräts ist mit immerhin 14,5 kg nicht zu verachten und lässt durchaus Rückschlüsse auf die solide Verarbeitung, aber auch ein besonders hochwertiges Innenleben zu.

Die Front des Audio Research Reference präsentiert sich recht aufgeräumt, obwohl doch eine Menge an Bedienelementen hier zu finden sind. Da wäre zunächst ein Volume-Regler als auch Eingangswahlschalter, in der Mitte ein 3,5 Zoll Display, das in Anbetracht der doch recht wuchtigen Front ein wenig verloren wirkt, aber dennoch ausreichend groß dimensioniert sein dürfte, um alle relevanten Informationen stets klar ablesen zu können. Unter dem Display finden sich eine Reihe von Tastern sowie ein USB-Anschluss. Auch an der Rückseite steht ein USB-Port zur Verfügung, darüber hinaus eine Reihe an digitalen Schnittstellen, denn schließlich handelt es sich ja auch um einen D/A-Wandler. So findet man nicht nur eine optische TOS-Link und eine koaxiale S/PDIF-Schnittstelle, auch eine AES/EBU- als auch BNC-Buchse steht zur Verfügung. Desweiteren kann man das Gerät direkt an einen PC oder Mac anschließen, und zwar über eine entsprechende weitere USB-Schnittstelle.

Neben den in dieser Klasse üblichen Schnittstellen wie RS232 und 12 V Remote Trigger findet man hier natürlich auch eine Netzwerk-Schnittstelle, den Anschluss für eine WiFi Antenne und natürlich analoge Ausgänge, wobei neben einem Cinch-Buchsenpärchen auch ein Paar XLR-Buchsen als symmetrische Ausgänge zur Verfügung stehen.

Im Inneren des Audio Research Reference DAC werkt, wie aufmerksame Leser wohl längst erkannt haben, die Streaming-Client Referenz-Plattform Stream700 des Spezialisten StreamUnlimited Engineering GmbH aus Wien. Somit sind natürlich auch bereits einige der wesentlichen Eckdaten des Streaming-Clients bekannt. Ins Netzwerk wird dieser entweder über Kabel oder WiFi eingebunden, wobei man in dieser „Gewichtsklasse“ wohl besser den Weg übers Kabel wählt, da so auch hochauflösende Daten wiedergegeben werden können. WLAN ist hier nach wie vor zuwenig, um Daten bis zu 24 Bit und 192 kHz stets reibungslos zu übertragen, selbst wenn anderer Datenverkehr das Netzwerk in Beschlag nimmt.

Natürlich kann der Audio Research Reference DAC Audio-Daten übers Netzwerk im FLAC-Format mit bis zu 24 Bit und 192 kHz wiedergeben, und zwar von jedem UPnP bzw. dlna-zertifizierter Netzwerk-Speicherlösung. Außerdem verarbeitet diese Lösung auch MP3, AAC, WAV, WMA9 sowie Ogg Vorbis und selbst Apple Lossless-Daten. Audio-Daten können aber nicht nur übers Netzwerk wiedergegeben werden, auch USB-Speichermedien können als Quelle dienen, wobei, wie bereits erwähnt, dafür gleich zwei entsprechende Ports zur Verfügung stehen. So empfiehlt sich etwa jener an der Front für USB Sticks, der an der Rückseite für eine externe Festplatte. Diese USB Ports können aber auch für mobile Geräte aus dem Hause Apple eingesetzt werden, wobei die Audio-Daten natürlich in digitaler Form übertragen werden.

Über den Dienst vTuner kann auch auf abertausende Internet Radio-Stationen zugegriffen werden und selbst On-demand Musik-Dienste bzw. Abo-Dienste stehen zur Verfügung.

Audio Research setzt für die Signalverarbeitung beim Streaming eigenen Angaben zufolge auf eine eigene Kernel-Streaming-Software, die ein besonders akkurates Ergebnis erlauben soll. So soll die Signalverarbeitung extrem wenig Jitter und Rauschen aufweisen, wobei dies auch dann gilt, wenn man das Gerät lediglich als D/A-Wandler einsetzt. Ebenso dann, wenn es über den bereits erwähnten USB-Port als Audio-Interface für einen Mac oder PC genutzt wird, denn selbstverständlich fungiert das integrierte Interface als asynchrones USB-Interface, das selbst den Takt vorgibt und diese subtile Aufgabe nicht der IT-Welt überlässt.

Audio Research setzt beim neuen Audio Research Reference DAC auf eine nicht invertierte Ausgangsstufe sowie einer Schaltung auf der Basis von vier Doppeltrioden des Typs 6H30, einem Glaskolben 6550C und einer weiteren 6H30 in der Ausgangsstufe. Zudem kommt ein 104 stufiger, und somit sehr exakter Lautstärke-Regler zum Einsatz. Das bereits erwähnte recht stolze Gewicht dieses guten Stücks ist, wie ebenfalls bereits angedeutet, nicht allein auf das massive Gehäuse zurück zu führen, sondern zu einem nicht unwesentlichen Teil einer besonders hochwertigen Stromversorgung, wobei die Ingenieure von Audio Research auf mehrfachstabilisierte Hoch- und Niedervolt-Netzteile setzen.

Die Bedienung des Audio Research Reference DAC erfolgt in erster Linie mit Hilfe der im Lieferumfang enthaltenen Infrarot-Fernbedienung. Darüber hinaus stehen natürlich zahllose Apps für Smartphones und Tablets zur Verfügung, die auf Basis von UPnP bzw. dlna funktionieren, also etwa das allseits bekannte PlugPlayer, aber auch die von der englischen Software-Schmiede Bookshelf Apps Limited für den Stream700 entwickelte App für Apple iOS SongBook. Audio Research stellt zudem eine eigene, speziell an die Möglichkeiten des Audio Research Reference DAC angepasste App in Aussicht, gibt aber diesbezüglich noch keinerlei Details preis, wann und für welche Plattform diese App konzipiert sein wird.

Nach Angaben des österreichischen Vertriebs Audio Tuning Vertriebs GmbH soll der neue Audio Research Reference DAC bereits dieser Tage im Fachhandel erhältlich sein. Man kann sich dabei zwischen einer Ausführung in Schwarz sowie Silber entscheiden.

Es handle sich, wie bereits einleitend erwähnt, um eine Lösung auf absolutem High-end Niveau. Man spricht gar vom Weltbesten D/A-Wandler bzw. Netzwerk-Spieler. Insofern wird wohl niemand der ausgerufene Preis erstaunen: € 17.500,- steht auf dem Preisschild des neuen Audio Research Reference DAC.

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