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Audioquest DragonFly Red im Test - Don´t leave home without it…

Foto © sempre-audio.com - Michael Holzinger

Es gibt gewisse Dinge, die sollte man stets mit dabei haben, natürlich in erster Linie Musik, Musik und nochmals Musik. Etwa auf einem Smartphone, dazu die „richtigen“ Kopfhörer, und eine Lösung, die das Potential hochwertiger Kopfhörer auch tatsächlich nutzen kann. Etwa eine Lösung wie den neuen Audioquest DragonFly Red…

Kurz gesagt...

Nicht größer als ein herkömmlicher USB-Speicherstick liefert der neue Audioquest DragonFly Red als USB DAC, Preamp und Kopfhörer-Verstärker famosen Klang für Notebooks, Smartphones und Tablets.

Wir meinen...

Der Audioquest DragonFly Red spielt überaus feinsinnig und detailreich, liefert Dynamik im stets richtigen Maß und macht Musik damit zum wahren Genuss. Er sorgt dafür, dass es sich wirklich lohnt, auch unterwegs auf hochwertige Kopfhörer zu setzen, und die dürfen in diesem Fall sogar etwas anspruchsvoller sein, denn an mangelnder Leistung wird es beim Audioquest DragonFly Red nicht mangeln. Für den Audioquest DragonFly Red gilt es somit eine klare Empfehlung auszusprechen: don´t leave home without it!
Hersteller:Audioquest
Vertrieb:Audio Tuning Vertriebs GmbH
Preis:€ 199,-

Von Michael Holzinger (mh)
05.06.2016

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Smartphones, aber auch Tablets, kurz auch als so genannten Mobile Devices bezeichnet, haben sich längst als ständige Begleiter etabliert. Hand aufs Herz, man würde diese Teile doch vermissen, wenn man sie nicht stets mit zur Hand hat. Für viele von uns stellen diese ja längst wahre Universal-Lösungen für die verschiedensten Aufgaben dar. Und ja, auch für Musik, die immer und überall mit dabei ist.

Ähnlich verhält es sich mit Notebooks, die längst herkömmliche Desktop-Systeme ersetzt haben. Performance ist hier längst nicht mehr das Thema, für nahezu alle Aufgaben bieten Notebooks mehr als ausreichend Leistung, und erlauben es, diese nahezu überall zu erledigen. Und wer Musik in digitaler Form nutzt, wird ohnedies einen PC oder Mac als zentrale Verwaltung heranziehen.

Eins muss aber ganz klar festgehalten werden: Notebooks, Smartphones und Tablets zeichnen sich hinlänglich nicht durch eine besonders ansprechende Musik-Wiedergabe aus. Man könnte fast sagen, das ist ihr wahrer Schwachpunkt, denn deren D/A-Wandler, aber insbesondere deren Ausgangsstufen sind schlichtweg nicht dafür ausgelegt, Musik in bestmöglicher Qualität darzubieten. Eine hochwertige Audio-Lösung ist also für Musik-Enthusiasten schlichtweg unumgänglich.

Für diese durchaus sehr diffizile Aufgabe gibt es ja längst ein großes Angebot an unterschiedlichsten Lösungen in den verschiedensten Preis- und Qualitätsklassen, zudem für die verschiedensten Einsatzzwecke. Eine besonders elegante, flexible, sehr kompakte und zudem preislich attraktive Lösung stellt der US-amerikanische Kabelspezialist Audioquest in Form des Audioquest DragonFly zur Verfügung.

Der erstmals im Jahr 2012 präsentiere Audioquest DragonFly entwickelte sich rasch zu einem wahren Top-Seller für Audioquest, wobei man 2014 mit dem Audioquest DragonFly v1.2 einen Nachfolger mit dezenten Detailverbesserungen nachreichte. Nun aber steht die neueste Generation in Form des Audioquest DragonFly Black sowie Audioquest DragonFly Red zur Verfügung, die erstmals zur CES 2016 zu Beginn des Jahres präsentiert, und nun jüngst zur High End 2016 hierzulande am Markt eingeführt wurde, und die sich zwar an den Tugenden der ersten Generation orientiert, allen voran beim neuen Audioquest DragonFly Red aber sehr spannende neue Funktionen und eine erneut nochmals verfeinerte Signalverarbeitung mit sich bringt.

Natürlich haben die Entwickler von Audioquest rein gar nichts am Formfaktor des Audioquest DragonFly Red gegenüber seinen Vorgängern geändert. Nach wie vor präsentiert sich dieser als besonders winzige Lösung, die gerade einmal so groß ist, wie ein herkömmlicher USB-Speicher-Stick. 12 mm in der Höhe, 19 mm in der Breite, und lediglich 62 mm in der Länge, so präsentiert sich der Audioquest DragonFly Red. Das überaus solide ausgeführte Gehäuse präsentiert sich nunmehr in strahlendem Rot. Der kleine Bruder, der ebenfalls neue Audioquest DragonFly Black, ist im Vergleich dazu in bewährter Art und Weise in mattem Schwarz gehalten, sodass man diese beiden aktuellen Lösungen aus dem Hause Audioquest nunmehr auf den ersten Blick unterscheiden kann.

Nichts geändert hat sich auch daran, dass am Audioquest DragonFly Red selbst keinerlei Bedienelemente zu finden sind. Einzig und allein das Libellen-Symbol auf dem DragonFly Red dient natürlich nach wie vor als Anzeige für den Betriebszustand, indem es in unterschiedlichen Farben erstrahlt, je nachdem, welche Auflösung das Signal aufweist. Rot steht für den Standby-Modus, Grün symbolisiert 44,1 kHz, Blau 48 kHz, Orange signalisiert 88,2 kHz, und Magenta zu guter Letzt zeigt an, dass Signale mit 96 kHz anliegen.

Damit ist auch bereits gesagt, dass der neue Audioquest DragonFly Red sich für die Musikwiedergabe von Audio-Daten mit bis zu 24 Bit und 96 kHz eignet. Diese „Beschränkung“ habe man bewusst beibehalten, gibt Audioquest zu Protokoll, denn damit sei sichergestellt, dass der Audioquest DragonFly stets komplett ohne spezielle Treiber und Software eingesetzt werden kann, und dies auf möglichst vielen Devices. Der Audioquest DragonFly Red kann somit mit Fug und Recht als echte Plug & Play-Lösung bezeichnet werden.

Der USB-Port weist nunmehr vergoldete Kontakte auf, der analoge Audio-Ausgang ist nach wie vor als 3,5 mm Stereo Mini-Klinkenbuchse ausgelegt.

Der Audioquest DragonFly Red erlaubt verschiedenste „Spielarten“, und zwar an verschiedensten Devices. Er kann zunächst als USB-DAC an einem PC oder Mac eingesetzt werden, wobei er als Preamp für den Anschluss an ein HiFi-System, aber ebenso als Kopfhörer-Verstärker dient.

Wie bereits erwähnt, klappt dies komplett ohne Treiber, und zwar sowohl unter Microsoft Windows sowie unter Apple OS X. Anstecken, in den Systemeinstellungen auswählen, und schon ist der Audioquest DragonFly Red einsatzbereit.

Im Vergleich zu bisherigen Versionen des Audioquest DragonFly ist die neueste Generation zudem so konzipiert, dass sie auch an einem Tablet oder gar Smartphone ihre Dienste verrichten kann, da die Entwickler rund um Gordon Rankin sowohl beim Audioquest DragonFly Red als auch Audioquest DragonFly Black auf den Microchip PIC32MX Micro-Controller setzten, der einen deutlich geringeren Stromverbrauch aufweist. Die Leistungsaufnahme soll in der neuesten Generation um stolze 77 Prozent geringer sein, als mit dem bisherigen Texas Instruments TAS1020B, so Audioquest. Noch dramatischer fällt ein Vergleich mit den vielfach für stationäre Lösungen eingesetzten XMOS-Lösungen aus. Im Vergleich zu diesen soll die Leistungsaufnahme beim Audioquest DragonFly Black und Audioquest DragonFly Red gar um 95 Prozent geringer sein.

Der Audioquest DragonFly Red kann somit problemlos an nahezu jedem aktuellen Smartphone und Tablet mit Google Android eingesetzt werden, sofern dieses im USB Host Mode genutzt, und isonchronous USB Audio sowie USB OTG (On the go) unterstützen. Alles, was es dann noch benötigt, ist ein entsprechender Adapter, und zwar ein 5-Pin USB Micro to 4-Pin USB A Adapter, wie ihn etwa Audioquest selbst in Form des Audioquest DragonTale for Android Devices anbietet.

Für Apple iPhone und Apple iPad ist der so genannte Apple Lightning to USB Camera Adapter oder der Apple iPad Camera Connection Kit 30 Pin erforderlich.

Die nunmehr eingesetzte 32 Bit Architektur des Controllers sowie dessen Ultra-low-noise Power Supply soll zudem klare Vorteile bei der Klangqualität mit sich bringen, zeigt sich Audioquest überzeugt, und führt zudem die Möglichkeit, zukünftig Upgrades durchführen zu können, als weitere Vorteile an. Letzteres soll gar vom Anwender selbst bewerkstelligt werden können. Das entsprechende Tool steht bereits für Apple OS X sowie Microsoft Windows zur Verfügung, und zwar in Form der Audioquest Desktop Device Manager Application. Hiermit kann man sich vergewissern, stets die aktuellste Firmware für den Audioquest DragonFly Red zu nutzen.

Die Signalverarbeitung erfolgt beim Audioquest DragonFly Red über einen 32 Bit ESS 90016 DAC mit Minimum-phase Filter, der damit eine besonders natürliche, detailreiche und dynamische Abbildung erlauben soll. Zudem nutzen die Entwickler dessen 64 Bit Bit-perfect Digital Volume Control, die somit keinerlei Einbussen in der Klangqualität mit sich bringen soll, und damit aus Sicht des Herstellers die eleganteste Art und Weise darstellt, diese Funktion abzubilden.

Wie bereits erwähnt, kann der Audioquest DragonFly Red im einfachsten Fall als USB-DAC und Preamp eingesetzt werden, um diesen also an ein HiFi-System anzuschließen. Zudem fungiert er als Kopfhörer-Verstärker, und hier ist es ganz wesentlich, dass der neue Audioquest DragonFly Red eine wirklich vergleichsweise satte Ausgangsleistung liefert. Nicht weniger als 2.1 V steht über die Direct-coupled, im wahrsten Sinne des Wortes High-output Ausgangsstufe zur Verfügung, die mühelos jeden Kopfhörer antreibt. Nur zum Vergleich, der Audioquest DragonFly v1.2 lieferte 1,8 V, der neue Audioquest DragonFly Black liefert 1,4 V.

Wie dramatisch sich dieser Unterschied bemerkbar macht, wurde direkt bei unserem ersten Test des Audioquest DragonFly Red klar, und zwar an einem Apple iPhone im Zusammenspiel mit dem hervorragenden Kopfhörer Audioquest NightHawk. Mit Hilfe des beschriebenen Apple Lightning to USB Camera Adapter an das mobile Device von Apple angeschlossen, kann bereits ohne auch nur einen einzigen weiteren Schritt die Musik-Wiedergabe in gewohnter Art und Weise direkt gestartet werden. Aber Vorsicht, man sollte zunächst die Lautstärke deutlich reduzieren, denn selbst bei hochwertigen Kopfhörern, die durchaus Leistung benötigen, reicht plötzlich ein Bruchteil des ansonst erforderlichen Pegels, um eine bemerkenswert satte, kräftige Wiedergabe zu erzielen.

Dass der Audioquest DragonFly seit jeher erstaunliche Resultate liefert, ist für uns nun nichts Neues, schließlich setzen wir den Audioquest DragonFly, aber ebenso den Audioquest DragonFly v1.2 bereits seit jeher ein, wenn es um die Musikwiedergabe direkt vom Notebook geht. Und zwar sowohl als reiner USB-DAC und Preamp, aber ebenso in Verbindung mit Kopfhörern. Dass somit die neueste Generation in Form des Audioquest DragonFly Red hier nur noch feiner aufspielen wird, davon gingen wir auf Grund unserer bisherigen Erfahrung eigentlich aus. Dies gilt, um dies ausdrücklich zu betonten, sowohl für die direkte Verbindung mit einem HiFi-System als auch für die Wiedergabe über Kopfhörer.

Der direkte Vergleich bei einem Smartphone mit und ohne Audioquest DragonFly Red ist da ungleich dramatischer. Es ist wirklich beeindruckend festzustellen, dass etwa auch ein Apple iPhone richtig gut aufspielen kann, wenn man die wirklich heiklen Aufgaben nicht dem Device von Apple überlässt, sondern dafür den Audioquest DragonFly Red nutzt. Ja, selbst verlustbehaftet komprimierte Audio-Daten aus dem Apple iTunes Store oder direkt gestreamt von Spotify klingen plötzlich richtig gut, wenngleich man damit umso mehr den das entscheidende Quäntchen Mehr an Qualität wahrnimmt, wenn man stattdessen auf verlustfrei komprimierte Audio-Daten aus der eigenen Mediathek im Apple Lossless-Format (ALAC) setzt.

Auf den Punkt gebracht

Und genau das ist es wohl, was eine wirklich hervorragende Audio-Lösung ausmacht, sie zeigt klar diese feinen, aber eben letztlich entscheidenden und wesentlichen Unterschiede auf. Der Audioquest DragonFly Red spielt überaus feinsinnig und detailreich, liefert Dynamik im stets richtigen Maß und macht Musik damit zum wahren Genuss. Er sorgt dafür, dass es sich wirklich lohnt, auch unterwegs auf hochwertige Kopfhörer zu setzen, und die dürfen in diesem Fall sogar etwas anspruchsvoller sein, denn an mangelnder Leistung wird es beim Audioquest DragonFly Red nicht mangeln. Für den Audioquest DragonFly Red gilt es somit eine klare Empfehlung auszusprechen: don´t leave home without it!

8,0 (Hervorragend)

The Good

  • Überaus kompakte Lösung
  • robustes Gehäuse
  • hervorragende Dynamik
  • klar abgebildete Details über das gesamte Frequenzspektrum
  • treibt problemlos alle Kopfhörer
  • Plug & Play-Lösung für Notebooks sowie Smartphones und Tablets

The Bad

  • Transport-Etui ist etwas zu eng geraten
8 Klang
8 Bedienung
8 Design
8 Preis/Leistung

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