Aus und vorbei - Niedermeyer ist Geschichte...

Wie von Insidern bereits vermutet, scheiterten die Gespräche rund um die Fortführung der insolventen Niedermeyer GmbH. Nunmehr stehe nur noch eine geordnete Liquidation des Unternehmens als letztes Kapitel aus.

Von Michael Holzinger (mh)
29.05.2013

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Niedermeyer ist nun endgültig Geschichte. Wirklich überraschend kommt dieser Schritt für Branchen-Insider keinesfalls: in einer ersten Stellungnahme gab die Niedermeyer GmbH nunmehr das Scheitern mehrwöchiger Verhandlungen mit potentiellen Investoren bekannt. Das in Insolvenz geratene Unternehmen konnte keinen überzeugenden Plan für eine Fortführung vorlegen, sodass selbst bei verkleinertem Filialnetz an eine Fortführung der Fachhandelskette nicht zu denken ist.

Bereits die Anfang April erfolgte die Einleitung eines so genannten Sanierungsverfahrens ohne Eigenverwaltung, und dies kam nicht wirklich überraschend. Schon seit geraumer Zeit war klar, dass dem Unternehmen insgesamt eine stringente, eigenständige Linie fehle, und die bislang verfolgte Strategie wohl kaum erfolgsversprechend sein könne. Somit sahen sich viele bestätigt, als mit der Einleitung besagtem Sanierungsverfahrens klar wurde, welch Misere tatsächlich bei der Niedermeyer GmbH herrschte und binnen weniger Tage immerhin 53 Filialen in ganz Österreich geradezu blitzartig geschlossen werden mussten und rund 280 Angestellte ihren Job verloren.

Selbst da zeigte sich, dass trotz massiver Preisreduktionen im Zuge des Abverkaufs die bislang verfolgte Preis- als auch Produktpolitik alles andere als erfolgsversprechend ist, auch wenn zumeist vor allem das schwierige Umfeld und nicht zuletzt die Konkurrenz im Online-Segment als Begründung herhalten musste. Zahlreiche erfolgreiche Beispiele zeigen, dass man auch in einem durchaus härteren Umfeld überaus erfolgreich wirtschaften kann, sofern die Unternehmensstrategie passt. Bei Niedermeyer war dies offensichtlich wohl nicht der Fall.

So wurde immer wieder eine völlig verfehlte Preispolitik bekritelt, wobei das Unternehmen in jüngster Zeit selbst einen maßgeblichen Anteil dazu beitrug, indem man etwa "Internet-Preise" versprach, diese aber nicht wirklich bieten konnte. Auch eine komplett verfehlte Strategie bei der Produktauswahl wurde über lange Zeit von Kundenseite angeführt. So fehlte etwa völlig ein Alleinstellungsmerkmal, da man schlicht versuchte, alles irgendwie abzudecken, dabei aber in den einzelnen Produktgruppen ein viel zu kleines, vielfach nicht einmal aktuelles Angebot offerierte. Auch die mangelnde Fachberatung passte da für viele ins Bild.

Insofern war absehbar, dass es nur schwer möglich sein wird, Investoren für einen Neustart zu finden. Nunmehr musste der Masseverwalter Georg Freimüller und der Geschäftsführer sowie Mehrheitseigentümer der Niedermeyer GmbH, Werner Weber eingestehen, dass tatsächlich keine potentiellen Partner gefunden werden konnten und die mehrwöchigen Verhandlungen als gescheitert angesehen werden.

Dies bedeutet laut Unternehmensangaben, dass nun auch die übrigen 45 Filialen geschlossen werden und weitere 300 Jobs verloren gehen. Es fehle lediglich die gerichtliche Genehmigung für die Betriebsschließung, also nur noch ein formeller Akt, um das letzte Kapitel bei Niedermeyer endgültig abzuschließen, und eine geordnete Liquidation des Unternehmens durchzuführen.

Zumindest ab diesem Freitag werden wohl so manche Filialen wieder sehr gut besucht sein, denn da startet - derzeit vorliegenden Informationen - der Abverkauf.

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