Responsive image Audio

Azur Klangleuchte im Test - Musik in leuchtender Transparenz

Foto © Azur - Kunst & Technik e.U.

Wie kann man Musik auf tunlichst elegante Art und Weise in einen Wohnraum zaubern, und zwar mit beeindruckender Qualität, aber gänzlich ohne herkömmlichen Lautsprecher? Nun, diese Frage beantwortet Azur - Kunst & Technik e.U. und klangzone.at in Form der Azur Klangleuchten, die, so die Entwickler, Musik in leuchtender Transparenz darbieten.

Kurz gesagt...

Eine Kombination aus Licht, ästhetischer Formensprache und Musik, dies bildet die Azur Klangleuchte, entwickelt von Azur - Kunst & Technik e.U. sowie klangzone.at.

Wir meinen...

Die Azur Klangleuchte ist in jeder Beziehung ein wahres Kunstwerk, das verschiedenste Disziplinen auf kongeniale Art und Weise zu vereinen weiß. Zunächst ist sie ein stilvolles Wohnaccessoire, bereichert insbesondere durch die LED-Beleuchtung jeden Raum. Als reines Lautsprecher-System betrachtet kann sie natürlich im einfachsten Fall mit einer bestehenden HiFi-Anlage genutzt werden, entfaltet ihr volles Potential aber wirklich erst dann, wenn man sich für die aktive Variante entscheidet, denn damit steht ein modernes Aktiv-Lautsprecher-System zur Verfügung, das mittels DSP optimal an den Raum angepasst werden kann und damit hervorragende Ergebnisse liefert.
Hersteller:Azur - Kunst & Technik e.U.
Vertrieb:Azur - Kunst & Technik e.U.
Preis:Aktive Version € 1.935,-
Passive Version € 1.525,-

Von Michael Holzinger (mh)
05.07.2018

Share this article


Es gibt kaum ein Segment der Unterhaltungselektronik, das derart vielseitige, zum Teil gänzlich unterschiedliche Konzepte hervorbringt, wie Lautsprecher-Systeme. Dies betrifft einerseits bis zu einem gewissen Grad das zugrundeliegende Konzept selbst, aber konkret die eingesetzte Technik, und ganz speziell das Design. Der Markt hält hier seit Jahr und Tag eine unglaubliche Vielfalt bereit, sodass man meinen könnte, es gibt nichts, was es nicht gibt…

Dennoch finden engagierte Entwickler immer wieder aufs Neue Lösungen, die in dieser Form bislang noch nicht verfügbar waren, die komplett neue Wege einschlagen und damit versuchen, in dem umfangreichen Angebot eine weitere Nische zu besetzen.

Bereits vor vielen, vielen Jahren konnten wir etwa über den so genannten Azur LuxLike Soundframe berichten, ein überaus spannendes Projekt von Azur - Kunst & Technik e.U. schon der Name legt nahe, dass hier zwei Bereiche kombiniert werden, die in dieser Unmittelbarkeit normalerweise nicht zusammen spielen. Hinter Azur - Kunst & Technik e.U. stehen die Künstlerin Regine Haunschmidt und Dietmar Haunschmidt, der für die technische Komponente verantwortlich zeichnet.

Besagte Lösung, der Azur LuxLike Soundframe konnte auch als Klangbild bezeichnet werden, denn auf den ersten Blick war es eine Fotografie, die wie jedes andere Bild zunächst vergleichsweise unscheinbar in den Raum gehängt werden kann. Ihren vollen Reiz entfaltete diese Lösung aber, wenn man die integrierte LED-Beleuchtung aktivierte, sodass das Kunstwerk im wahrsten Sinne des Wortes erstrahlte. Als Motiv wählte Regine Haunschmidt zumeist Natur-Aufnahmen, wobei diese im konkreten Fall auf eine Acryl-Platte aufgetragen wurden. Dies erlaubte es auch, verschiedenste Veredelungen vorzunehmen, etwa Akzente mit Flockfasern, Granulat aus Stein oder Metall und Glas, teils gar Edelsteine zu setzen, die die Wirkung durch das Licht nochmals verstärkten.

Doch auch dies war noch nicht alles, denn zum Klangbild fehlte noch… der Klang.

Die Azur LuxLike Soundframe dienten als Lautsprecher, wobei das Bild selbst die Membran bildete, somit den Klang erzeugt. Erzielt wurde dies durch so genannte Exciter, die direkt auf dem Acryl montiert sind, der Azur LuxLike Soundframe bildete somit einen Biegewellenlautsprecher mit all seinen Vorteilen, wie etwa einer sehr homogenen, gleichmässigen Darbietung im ganzen Raum.

Dass man dabei auf Kabel verzichtete, natürlich abgesehen vom Stromkabel, machte den Azur LuxLike Soundframe zu einer Pionier-Lösung, denn die eigentliche Signalübertragung erfolgte allein über Funk. Es handelte sich somit um einen Aktiv-Lautsprecher, wie sie heutzutage immer populärer werden.

Auch beim neuesten Projekt von Azur - Kunst & Technik e.U. spielt die Verbindung aus Kunst und Technik eine wichtige Rolle, denn es handelt sich einmal mehr um eine Kombination aus einem Kunstwerk, Licht und Klang, allerdings in gänzlich anderer Form.

Ein Kunstwerk in Form einer Klangsäule...

Das neueste Projekt von Azur - Kunst & Technik e.U. nennt sich Azur Klangleuchte, und weist damit schon recht klar darauf hin, um welche Lösung es sich hierbei handelt.

Grundlage für dieses Projekt sind einmal mehr Kunstwerke von Regine Haunschmidt, wobei es sich diesmal jedoch um Skulpturen handelt, die aus Acryl gefertigt sind. Schlanke, geradezu grazile Formen sind es, die sich hier präsentieren, eben eine Säule, die ihren besonderen Reiz daraus bezieht, dass es sich um organische Formen handelt, die hier abgebildet werden. Zudem weist das Acryl je nach Ausführung verschiedenste Ausfräsungen in der Oberfläche auf, oder aber ist mit bewusst verursachten „Störungen“ in der transparenten Struktur versehen, Gaseinschlüsse, die durch eine ganz spezielle Behandlung entstehen, und die bei den Skulpturen durch eine jeweils in den Sockel integrierte LED-Beleuchtung einen ganz speziellen Zauber entfalten. Nahezu wie Kristalle funkeln diese Einschlüsse, wohingegen die glatten Kanten der Acryl-Flächen das Licht in klaren Linien widerspiegeln.

Dass die Säulen natürlich in verschiedensten Farben erstrahlen können, versteht sich als Selbstverständlichkeit, sodass diese schon für sich alleine eine einmalige Lösung für den Wohnraum darstellen.

Allerdings fehlt da ja noch etwas, denn abgesehen davon, dass Azur - Kunst & Technik e.U. besagte Säulen aus Acryl als so genannte Licht-Säulen offeriert, entwickelte man zudem, wie bereits erwähnt, die Azur Klangleuchten, es fehlt also noch der „gute Ton“.

Für diese Aufgabe kooperierte Dietmar Haunschmidt mit Thomas Huber von klangzone.at, einem ausgewiesenen Spezialisten für Treiber ganz spezieller Technik, und zwar einmal mehr in so genannter Biegewellenwandlertechnik, diesmal aber nicht aus Acryl, sondern aus Holz.

Betrachtet man die Azur Klangleuchten, so fällt recht rasch eine Komponente auf, die sich zwar optisch perfekt in das Gesamtkunstwerk einfügt, aber doch ein wenig hervor sticht, eben der hier eingesetzte Treiber in Biegewellenwandlertechnik. Denn während die gesamte Lichtsäule aus Acryl gefertigt ist, kommen hier verschiedenste Holzvarianten zum Einsatz, genauer gesagt dünne Blättchen, die nahezu frei schwebend in die Lichtsäule integriert wurden.

Lediglich dünne Drähte führen zu diesen Holzblättchen, schließlich verbergen sich an deren Rückseite so genannte Exciter, die diese in Schwingung versetzen. Diese Technik verbirgt sich vor dem Betrachter allerdings weitestgehend, man muss schon recht genau hinsehen, um dies zu entdecken, wenn man die Azur Klangleuchten von vorne betrachtet.

Dabei ist es nicht alles, was hier an Technik für den „guten Ton“ verborgen ist, vieles verbirgt sich etwa in den Standfüssen der Azur Klangleuchten.

So fein und detailreich nämlich ein Biegewellenwandler auch spielt, so sehr man den Vorzug einer gleichmässigen Abstrahlung in den Raum genießen kann, eins kann er leider nicht so wirklich leisten, nämlich eine dynamische Abbildung im untersten Frequenzbereich, speziell dann nicht, wenn es sich um einen derart „kleinen“ Treiber mit vergleichsweise geringer Fläche handelt, wie er hier zum Einsatz kommt.

Schließlich war es das oberste Ziel der Entwickler, das Kunstwerk Lichtsäule tunlichst nicht zu verändern, vielmehr galt es, die reine „Technik“ möglichst im Verborgenen zu realisieren, sodass letztlich für Dietmar Haunschmidt und Thomas Huber dem Spielraum im wahrsten Sinne des Wortes sehr enge Grenzen gesetzt waren. Dennoch, trotz dieser begrenzten Möglichkeiten sollte nicht auf exzellente Technik verzichtet werden, sollte ein tadelloser Klang erzielt werden.

Somit „verpackte“ man alles in besagten Standfuss, in den Sockel, der den Azur Klangleuchten somit auch gleich den soliden Stand garantiert.

Biegewellenwandler plus Subwoofer

Im Standfuss findet sich somit zuallererst ein Bass-Chassis, das der Azur Klangleuchte die entsprechende Souveränität im untersten Frequenzbereich verleiht, wobei die Hohe Kunst der Entwickler allen voran darin bestand, dass sich ein nahtloser Übergang zwischen diesem Bass-Chassis und dem Lautsprecher-Panel aus Holz direkt in der Azur Klangleuchte ergab und somit in Summe ein harmonisches, in sich stimmiges Klangbild garantiert ist, das tatsächlich alle Nuancen der Musik abbilden kann. Die Übergangsfrequenz gibt der Hersteller mit 600 Hz an und gibt zu Protokoll, dass man hierfür auf rein analog setzte. Das Bass-Chassis strahlt hier nach oben hin ab, bei genauerer Betrachtung sieht man dieses Chassis somit an der Oberseite des wahlweise in Schwarz, Weiss oder in Holz-Ausführung gehaltenen Standfusses, der hier als Subchassis fungiert.

Man bietet hier zwei Varianten an, und zwar einerseits eine rein passive Azur Klangleuchte, die tatsächlich als mehr oder weniger „normales“ Lautsprecher-System fungiert und in bewährter Art und Weise mit einem bestehenden HiFi-System verbunden wird.

Die viel spannendere Ausführung aber ist die aktive Säule, denn hier konnten die Entwickler tatsächlich aus dem Vollen schöpfen und ihre Expertise vollends zur Geltung bringen.

DSP für individuelle Anpassung an den Raum

Die aktive Version der Azur Klangleuchte umfasst nämlich eine integrierte Endstufe in Class D, die pro Kanal eine Leistung von 100 Watt entfaltet. Dies allein ist aber noch nicht die Besonderheit, die findet sich in der ebenfalls implementierten DSP-basierten Signalverarbeitung. Dieser erlaubt es nämlich, die Klangcharakteristik der Azur Klangleuchte individuell an den Raum bzw. der jeweiligen Position der Azur Klangleuchte im Raum anzupassen.

An Anschlüssen stehen hier ein analoger Eingang in Form eines Cincbuchsen-Pärchens, ebenso eine digitale Schnittstelle ausgeführt als koaxiale S/PDIF-Buchse, zudem auch ein USB-Port zur Verfügung. Natürlich kann an eine aktive Azur Klangleuchte eine passive Azur Klangleuchte angeschlossen werden, um ein herkömmliches Stereo-Pärchen zu bilden. Ebenso ist es aber möglich, allein eine aktive Azur Klangleuchte einzusetzen, denn bereits damit erzielt man einen erstaunlich raumfüllenden Klang.

Erstrahlt in allen Farben

Ach ja, es sei nicht vergessen zu erwähnen, dass natürlich auch die Lichtsteuerung in dem Standfuss implementiert ist, und zwar sowohl in der aktiven als auch passiven Version, schließlich soll die Azur Klangleuchte in jedem Fall in bestem Lichte erstrahlten. Hierbei handelt es sich um einen WLAN RGB-Controller, sodass die Steuerung etwa per kostenloser App für Apple iOS und Google Android erfolgen kann.

Eine Besonderheit der Azur Klangleuchte besteht natürlich darin, dass es sich jeweils um Unikate handelt, der individuellen Ausführung also in weiten Teilen der Gestaltung keine Grenzen gesetzt sind. Allerdings entschied man sich bei Azur - Kunst & Technik e.U. dazu, zumindest als Basis eine Standard-Version anzubieten, die als Grundlage für individuelle Anpassungen dienen kann.

Hierbei misst die eigentliche Lichtsäule 1.850 mm in der Höhe, 180 mm in der Breite, und lediglich 20 mm in der Tiefe. Hinzu kommt natürlich das Gehäuse für den Subwoofer, das 460 x 340 x 210 mm misst. Als aktive Ausführung bringt es die Azur Klangleuchte auf 28 kg, in der passiven Version ist sie einen Deut leichter und bringt damit 27 kg auf die Waage.

Wie bereits erwähnt erstrahlt die Lichtsäule in allen nur erdenklichen Farben, dies kann individuell geregelt werden, wobei auch automatisierte Verläufe und Farbwechsel möglich sind. Das Basis-Element ist in Weiss, Schwarz oder Holzausführung erhältlich, und selbst bei der Kernkomponente, dem Lautsprecher-Panel hat man die Qual der Wahl, wobei in der Standard-Ausführung Makassar zum Einsatz kommt.

sempre-audio.at Chefredakteur Michael Holzinger konnte die Azur Klangleuchte natürlich einem ausführlichen Hörtest unterziehen, wobei man gleich zu Beginn anführen muss, dass die Azur Klangleuchte bereits ohne auch nur einen einzigen Ton wiederzugeben fasziniert.

Es ist dieses Farbenspiel, das diese Lösung in den Raum zaubert, die harmonischen Formen, die begeistern, sodass man wirklich von einem Skulptur, einem Kunstwerk sprechen muss. Bis zu einem gewissen Grad hat man allein mit der Azur Klangleuchte schon eine Raumbeleuchtung, zumindest zaubert sie eine überaus effektvolle Stimmung, kann somit für eine ansprechende Atmosphäre sorgen.

Ähnliches kann man auch über den Klang sagen, denn wie bereits erwähnt, bietet das hier zugrundeliegende Konzept des Biegewellenstrahlers ganz spezielle Vorzüge. Und eins kann man mit Gewissheit sagen, den Entwickler Dietmar Haunschmiedt und Thomas Huber gelang es geradezu famos, dieses in seiner besten Form umzusetzen, und durch entsprechende Kunstgriffe die daraus erwachsenen Nachteile zu vermeiden.

So liefert die Azur Klangleuchte einen wirklich raumfüllenden Klang. Was andere Lösungen nur versprechen, wird hier in Reinkultur geboten. Es ist nahezu unmöglich, die Klangquelle zu orten, speziell dann, wenn man die Azur Klangleuchte dazu nutzt, den Raum bei dezentem Pegel mit feinstem Klang zu „fluten“. Dies sorgt dafür, dass man etwa im Wohnzimmer zwar wunderbar Musik genießen kann, diese sich aber nicht zu sehr in den Mittelpunkt rückt, man kann sich somit etwa mit Gästen nach wie vor bestens unterhalten.

Will man hingegen Musik wirklich konzentriert genießen, dann ist dies ebenfalls möglich, denn sitzt man unmittelbar vor einem Paar der Azur Klangleuchten, so liefern diese natürlich auch eine wunderbare Klangbühne, in der sich einzelne Stimmen und Instrumente perfekt orten lassen.

Das Versprechen der Entwickler, dass hier ein sehr warmer und damit sehr angenehmer Klang, gleichzeitig aber auch die nötige Präzision geliefert wird, wird vollends eingehalten.

Wer also meint, die Azur Klangleuchte eigne sich allein für eine dezente Hintergrundbeschallung, der irrt. Ja, das kann sie auch, aber bereits dabei spielt sie immens feinsinnig und detailreich, kann auch die Dynamik betreffend alle Nuancen heraus arbeiten. Dies gilt umso mehr, je mehr man sich bewusst auf die Musik-Darbietung konzentriert, wobei hier ebenso auffällt, dass die Klangquellen selbst nur schwer zu orten sind, selbst wenn man unmittelbar davor sitzt. Und ja, auch etwas höhere Pegel sind problemlos möglich, wobei man auch hier die hervorragend präzise Darbietung lobend erwähnen muss.

Auf den Punkt gebracht

Die Azur Klangleuchte ist in jeder Beziehung ein wahres Kunstwerk, das verschiedenste Disziplinen auf kongeniale Art und Weise zu vereinen weiß. Zunächst ist sie ein stilvolles Wohnaccessoire, bereichert insbesondere durch die LED-Beleuchtung jeden Raum. Als reines Lautsprecher-System betrachtet kann sie natürlich im einfachsten Fall mit einer bestehenden HiFi-Anlage genutzt werden, entfaltet ihr volles Potential aber wirklich erst dann, wenn man sich für die aktive Variante entscheidet, denn damit steht ein modernes Aktiv-Lautsprecher-System zur Verfügung, das mittels DSP optimal an den Raum angepasst werden kann und damit hervorragende Ergebnisse liefert.

8,0 (Sehr gut)

The Good

  • Hervorragender Klang
  • raumfüllende Darbietung
  • überaus detailreicher Klang
  • faszinierendes Design
  • Kunstwerk als elegantes Wohnraum-Accessoire
  • integrierte LED-Beleuchtung
  • DSP-Anpassung für den Raum in aktiver Version

The Bad

  • Kein Nachteil ersichtlich
8 Klang
6 Bedienung
10 Design
7 Preis/Leistung

Share this article

Related posts