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Beocreate 4 Channel Amplifier - Open Source DIY-Produkt für Bang & Olufsen Vintage-Lautsprecher

Foto © HiFiBerry

Als flexibler DSP, DAC sowie Verstärker, alles gepackt auf eine Platine, soll sich der neue Beocreate 4 Channel Amplifier präsentieren, den Bang & Olufsen gemeinsam mit HiFiBerry entwickelte und der Vintage-Lautsprecher-Systemen im wahrsten Sinne des Wortes neues Leben einhauchen soll.

Kurz gesagt...

Gemeinsam mit HiFiBerry präsentiert Bang & Olufsen die DYI-Lösung Beocreate 4 Channel Amplifier um passiven Vintage-Lautsprecher-Systemen neues Leben einzuhauchen.

Wir meinen...

Auch wenn das gemeinsame Projekt von Bang & Olufsen und HiFiBerry in erster Linie für Vintage-Lautsprecher-Systeme aus dem Hause Bang & Olufsen entwickelt wurde, steht damit eine überaus interessante Lösung für so manch Vintage Lautsprecher-System verschiedenster Hersteller zur Verfügung. Allen voran ist hier jedoch entsprechende Bereitschaft gefragt, sich mit der Materie rund um ein Open Source Do-it-yourselfe-Projekt auseinander zu setzen.
Hersteller:HiFiBerry
Vertrieb:HiFiBerry
Preis:€ 159,-

Von Michael Holzinger (mh)
19.02.2018

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Zugegeben, es mag zunächst ein wenig sonderbar klingen, wenn ausgerechnet ein derart traditionelles, allen voran auf High-end Lösungen fokussiertes Unternehmen wie Bang & Olufsen plötzlich auf so genannte DYI-Lösungen setzt, schließlich steht dieser Begriff für nichts anderes als „Do it yourself“ und ist zumeist mit bewusst sehr günstigen, alternativen Lösungen verbunden. Und genauso verhält es sich auch mit dem neuen Beocreate 4 Channel Amplifier, den Bang & Olufsen nunmehr präsentiert. Was also steckt hinter dieser neuen Lösung, die zudem als Open Source-Projekt propagiert wird?

Entwickelt wurde besagter Beocreate 4 Channel Amplifier also als Open Source DIY-Produkt, und zwar gemeinsam mit der Entwickler-Schmiede HiFiBerry, die sich - Nomen es Omen - allen voran mit Lösungen rund um die Plattform Raspberry Pi im Zusammenspiel mit HiFi befassen. Ziel war es, eine Lösung für Bang & Olufsen Vintage-Lautsprecher zu entwickeln, die diese auf die heutigen Wireless-Standards aufrüsten. Und zwar auf besonders simple und zudem kostengünstige Art und Weise.

Der neue Beocreate 4 Channel Amplifier ist somit letztlich eine sehr schlanke, kompakte Platine, die sowohl als „Stand-alone“-Lösung, aber in erster Linie im Verbund mit einem Raspberry Pi Miniatur-PC eingesetzt werden kann und als Aufrüstung für passive Lautsprecher-Systeme von Bang & Olufsen konzipiert ist.

Der Beocreate 4 Channel Amplifier vereint dabei einen DSP, einen D/A-Wandler, sowie einen Vierkanal-Verstärker.

Zunächst stellt somit ein Vierkanal-DAC die Basis dar, wobei die Signalverarbeitung mit 24 Bit und 192 kHz erfolgt. Herzstück aber ist ein DSP, der für eine optimale Ansteuerung und als Frequenzweiche fungiert, gefolgt von einem Vierkanal-Verstärker. Hierbei kommen Module in Class D zum Einsatz, die eine Leistung von insgesamt 180 Watt entfalten, wobei sich dies auf zweimal 30 Watt plus zweimal 60 Watt aufteilt, und Lautsprecher-Systeme mit 4 bis 8 Ohm betrieben werden können. Die Module mit zweimal 60 Watt seien zudem in der Lage, auch Lautsprecher-Systeme mit lediglich 2 Ohm Impedanz zu betreiben, so der Hersteller.

Für den Anschluss der Lautsprecher stehen Schraubklemmen zur Verfügung, die Stromversorgung erfolgt mittels externem Netzteil, wobei das 12 bis 24 V Netzteil sowohl den Beocreate 4 Channel Amplifier selbst, als auch einen optionalen Raspberry Pi versorgen kann.

Übrigens, besagter Raspberry Pi kann direkt mit dem Beocreate 4 Channel Amplifier verbunden werden, und zwar über den entsprechenden Multipin-Anschluss direkt auf der Platine.

Wozu benötigt man aber nun den Rasperry Pi? Nun, dieser ist dafür zuständig, den beim Beocreate 4 Channel Amplifier implementierten DSP zu programmieren, wobei dafür die Beocrate Software Suite zuständig ist. Grundlage dafür ist Raspbian Lite und ein DSP Toolkit, das im Verbund mit SigmaStudio am PC eingesetzt wird. Der Raspberry Pi sorgt zudem für die versprochene Wireless-Funktionalität, etwa Musik-Streaming mittels Apple AirPlay, aber auch den Zugriff auf Spotify inklusive Spotify Connect oder im einfachsten Fall Bluetooth.

Über den Raspberry Pi stehen natürlich zahllose weitere Möglichkeiten offen, wobei die beiden Hersteller - Bang & Olufsen und HiFiBerry - selbst so manch weiteres Feature in Aussicht stellen, IT-affine Anwender aber auch selbst nach Belieben Hand anlegen und experimentieren können.

“Bang & Olufsen is known for our design, sound and craftsmanship, virtues that never really go out of style. And our speakers from the 70’s and 80’s represent this just as much as our current product portfolio. But with technology changing rapidly a lot of vintage speakers are stored away not being used or even thrown away. We wanted to change that, and this initiative is all about empowering our customers to bring those products back to life themselves with modern day features.” - Anders Buchmann, Chief Intrapreneur von Bang & Olufsen

Letztlich ist der Beocreate 4 Channel Amplifier im Verbund mit einem Raspberry Pi also nur eine offene Hardware-Plattform samt DAC, DSP und Verstärker, die überaus flexibel eingesetzt werden kann.

„Our company has always been dedicated to high quality DIY audio. Working in cooperation with Bang & Olufsen is not only a huge pleasure, it also gives us the possibility to implement our hardware to design classics we love. Seeing a company opening up for the idea of DIY audio and upcycling is more than exciting and we are very proud to be part of this process.” - Daniel Matuschek, Gründer von HiFiBerry

Der Beocreate 4 Channel Amplifier kann ab sofort direkt auf der Webseite von HiFiBerry geordert werden. Der Vollständigkeit wegen sei an dieser Stelle angeführt, dass sich dieser natürlich nicht allein für Lautsprecher-Systeme aus dem Hause Bang & Olufsen eignet, sondern ebenso für nahezu beliebige Lautsprecher-Systeme anderer Hersteller. Zudem sei ausdrücklich angeführt, dass es sich um ein Produkt handelt, dass sein volles Potential erst dann entfaltet, wenn man ein wenig von der Materie versteht und bereit ist, ein wenig Zeit dafür aufzuwenden und über die entsprechende „Bastelleidenschaft“ verfügt.

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