Foto © Michael Holzinger - sempre-audio.at

Big Daddy Wilson bei den 7. Bluestagen Leibnitz

Drei Musiker, die den Blues geradezu zelebrieren, und dabei eine Energie entfalten, die das Publikum unweigerlich in den Bann zieht, so geschehen bei den Leibnitzer Bluestagen im April 2016, als niemand geringerer als Big Daddy Wilson in der südsteirischen Metropole gastierte.

Von Michael Holzinger (mh)
17.04.2016

Share this article


„Good evening Ladys and Gentlemen! Thank you for coming along. We got some Blues for you, some Spirituals, some Folk… My name is Wilson, they call me Big Daddy!“

Fast schon eine Art Ritual ist diese Begrüssung zum Beginn des Konzert-Abends, umrahmt von einer geradezu genialen Version des Klassikers „John the Revelator“, die auch den Anfang des Gastspiels im Rahmen der Bluestage in Leibnitz bildete.

Big Daddy Wilson, der aus der kleinen Stadt Edenton im US-Bundesstaat North Carolina stammt, aber viele, viele Jahre in Europa verbrachte, allen voran im Norden Deutschland, sodass seine Vita eigentlich gar nicht so sehr dem typischen Klischee eines Blues-Musikers entspricht. Erwiesenermaßen weiss er als Songwriter viel zu erzählen, hat den Blues von allen Größen des Genres geradezu verinnerlicht, und kombiniert dies auf eindrucksvolle Art und Weise in seinen Songs. Dies stellte er einmal mehr an diesem Abend in Leibnitz mehr als eindrucksvoll unter Beweis.

Big Daddy Wilson hatte sich für diesen Abend zwei hervorragende Mitstreiter geladen, mit denen er bereits seit Jahr und Tag Erfolge feiert. Während er selbst allen voran Gesang und - durchaus außergewöhnlich für dieses Genre - Percussion beisteuerte, glänzte am Bass Paolo Legromandi. An der E-Gitarre begeisterte Big C, besser gesagt Cesare Nolli, der das Big Daddy Wilson Trio komplettierte.

Gemeinsam bestritten sie ein überaus breit gestreutes Programm aus ganz traditionellem Blues und verschiedensten Spirituals, angereichert mit zahlreichen Kompositionen von Big Daddy Wilson. Gleichgültig, welcher Titel aus der Set-List, jeder Song überzeugte dabei allen voran durch die überaus prägnante Stimme des Sängers, der für seine Mitstreiter auch stets den richtigen Groove auf der Percussion legte, sodass diese sich auf wunderbare Art und Weise richtig entfalten konnten.

Zu der hervorragenden Stimmung, die an diesem Abend herrschte, trug zu einem Gutteil auch die Location selbst bei, denn was könnte den würdigeren Rahmen für derartige Musik bilden, als ein altehrwürdiges Kellergewölbe…

Dadurch wurde ein besonders intimes Umfeld geschaffen, in dem die Musik des Big Daddy Wilson Trios seine ganze Energie entfalten und zur Wirkung bringen konnte.