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Bluesound International vermarktet BluOS als eigenständige Plattform

Foto © NAD Electronics International

BluOS, das Betriebssystem auf dem alle Lösungen des Unternehmens Bluesound International basieren, wird wohl künftig vom Mutterkonzern Lenbrook Group als eigenständige Plattform und damit als Premium Multi-room Music Software vermarktet. NAD Electronics International, Bluesound International und auch Dali Speaker A/S werden damit als erste Partner angeführt.

Kurz gesagt...

Bislang war BluOS klar mit den Lösungen aus dem Hause Bluesound International verbunden. Künftig will die Lenbrook Group BluOS als eigenständige Plattform vermarkten.

Wir meinen...

Was vor einigen Jahren als High-end Audio-Streaming-Lösung aus dem Hause NAD Electronics International begann, entwickelte sich rasch zu einer vielseitigen Plattform, beginnend mit Consumer-orientierten Lösungen der Marke Bluesound International, bis hin zu HiFi-Systemen der NAD Classic Series und High-end Lösungen der NAD Masters Series. Grundlage für all dies war stets das Betriebssystem BluOS samt zugehöriger Controller Apps für verschiedenste Plattformen. Dieses BluOS wird nun offensichtlich als eigenständiges „Produkt“, als eigenständige Plattform vermarktet. Als erste Partner wird neben NAD und Bluesound auch der dänische Lautsprecher-Spezialist Dali Speaker A/S angeführt. Zahlreiche weitere sollen folgen, die auf BluOS ready oder BluOS enabled Devices setzen.

Von Michael Holzinger (mh)
08.06.2017

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Es begann alles vor ein paar Jahren, als die renommierte kanadische HiFi-Schmiede NAD Electronics International erstmals im Rahmen der exquisiten NAD Masters Serie erste Streaming-Lösungen präsentierte, die NAD Masters Digital Music Suite bestehend aus NAD Masters M50, NAD Masters M51 und NAD Masters M52. Das war im Jahre 2013, wobei zu diesem Zeitpunkt noch keiner ahnen konnte, was mit diesen Lösungen seinen Ausgang fand und welch System sich daraus entwickeln würde.

Allerdings war bereits damals klar, dass den Spezialisten von NAD Electronics International mit diesen Lösungen ein wirklich großer Wurf gelungen war, und zwar nicht nur auf Grund der gewohnt tadellosen Darbietung der Produkte, denn davon durfte man, es waren schließlich Systeme der NAD Masters Serie, nahezu ausgehen. Es war allen voran die Flexibilität auf höchstem Niveau, die dieses System bot, und zwar in Verbindung mit einer App, die zu dieser Zeit allen voran im High-end HiFi-Segment neue Maßstäbe beim Komfort setzte, die so genannte NAD 50 Remote, die man hier zunächst allein für Apple iOS, dann auch für Google Android anbot.

Ein Jahr später wurde klar, dass man bei NAD Electronics International schon von Anbeginn an weiter dachte und eben nicht allein eine Streaming-Lösung im ausgewiesenen High-end Segment realisieren wollte, sondern vielmehr an einer möglichst breit aufgestellten Plattform arbeitete. Erstmals tauchte da nämlich die Bezeichnung BluOS als zugrunde liegendes Betriebssystem auf, und zwar bei der Präsentation des neuen Bluesound Multi-room Audio-Streaming-Systems.

Erstmals präsentierte man somit die Produktreihe Bluesound bestehend aus dem zentralen Musik-Server inklusive CD-Ripper Bluesound VAULT, dem Streaming-Client Bluesound NODE, dem Streaming-Client mit integriertem Verstärker Bluesound POWERNODE, sowie den All-in-One Speakern Bluesound PULSE und der Kombination aus einem Stereo Speaker-System samt Subwoofer Bluesound DUO.

Diese Lösungen sorgten für viel Aufsehen, denn damit stand das erste Multiroom Audio-Streaming-System im Consumer-Segment zur Verfügung, dass als eigenständige, in sich autarke Lösung konzipiert war, und von Beginn an für Inhalte in Hi-Res Audio ausgelegt wurde. Für Komfort bei der zentralen Steuerung sorgte auch hier eine App, die natürlich verblüffende Ähnlichkeiten zur bereits bekannten App von NAD aufwies, allerdings als Bluesound Controller angeboten wurde.

Interessanterweise wurde diese Lösung aber eben nicht unter der Marke NAD Electronics International oder dem ebenfalls zur Lenbrook Group gehörenden und an der Entwicklung ebenfalls beteiligten Lautsprecher-Spezialisten psb Speakers vermarktet, vielmehr entschied man sich, dafür ein neues Unternehmen zu gründen, und zwar Bluesound International.

Nach und nach erweiterte man die Funktionalität des Bluesound Systems durch immer neue Updates, im Herbst des gleichen Jahres präsentierte NAD Electronics International zudem die neuesten Lösungen der NAD Masters Serie, und damit die nach wie vor aktuelle Generation in Form des NAD Masters M12 Direct Digital Preamplifier DAC und NAS Masters M22 Stereo Power Amplifier, wobei damit erstmals eine Lösung zur Verfügung stand, die mit einem optionalen Modul, dem NAD MDC DD-BluOS Module um Multiroom Hi-Res Audio-Streaming erweitert werden konnte. Wie der Name bereits verrät, handelte es sich dabei natürlich ebenfalls um eine Lösung basierend auf BluOS.

Nun, inzwischen steht ja bereits die zweite Generation des Bluesound Wireless Multiroom Audio-Streaming-Systems zur Verfügung, das Sortiment wurde mit dem Bluesound PULSE Mini und der Bluesound PULSE Soundbar und dem Bluesound PULSE Sub erweitert, NAD liefert verschiedenste Produkte der NAD Masters Serie (NAD Masters M50.2 Digital Music Player  sowie NAD Masters M32 Direct Digital Amplifier) und NAD Classic Serie, die entweder direkt ab Werk für BluOS gerüstet sind oder sich mit besagtem Modul erweitern lassen, ja sogar spezielle Custom Installation Lösungen, die allein auf BluOS setzen, wie etwa der NAD CI 720 Network Stereo Zone Amplifier oder den NAD CI 580 BluOS Network Music Player.

Überhaupt stand relativ rasch das Thema Custom Installation im Fokus, wenn es um die stetigen Verbesserungen und Erweiterungen des gesamten Bluesound Wireless HiFi Systems durch zahllose Updates von BluOS als Basis ging. So entwickelte man etwa gemeinsam mit führenden Custom Installation-Experten Schnittstellen zur direkten Integration in deren Systeme, wie etwa Control4, Crestron und weiteren renommierten Unternehmen in diesem Bereich. Nicht ohne Grund gilt das Bluesound Wireless HiFi System damit längst als führende Lösung ihrer Art im Custom Installation Segment.

Blickt man also heute auf die bisherige Entwicklung rund um BluOS zurück, so erscheint es geradezu als logische Konsequenz, dass der Mutterkonzern Lenbrook Group nunmehr eine durchaus radikale Neuausrichtung vornimmt und BluOS künftig als eigenständige Plattform vermarkten wird.

Diesen Schritt vollzog man bereits im Rahmen der High End 2017 in München, allerdings wahrlich still und leise, denn eine Ankündigung im großen Stil gab es hierzu nicht.

Vielmehr war es eine eher beiläufig getätigte Ankündigung zur neuen Kooperation mit dem dänischen Lautsprecher-Spezialisten Dali Speaker A/S, die offenbarte, was da im Hintergrund tatsächlich im Gange ist.

So gab Lenbrook Group gemeinsam mit Dali Speaker A/S bekannt, dass man an neuen Multiroom Audio-Lösungen aus dem Hause Dali Speaker A/S arbeite, die als Basis BluOS einsetzen. Wirklich allzu viele Informationen gab es nicht, man verriet nur, dass es sich um die so genannte Dali Callisto Serie an Aktiv-Lautsprecher-Systemen handeln solle. So stellte man mit Dali Callisto 2 Active Loudspeaker und Dali Callisto 6 Active Loudspeaker zwei Lösungen in Aussicht, wobei der Dali Callisto Sound Hub als zentrale Schnittstelle fungiere.

Nahezu gleichzeitig mit dieser Ankündigung ging eine neue Webseite online, die sich ausschließlich BluOS widmet, und die zahlreichen Vorzüge dieser Plattform in den verschiedensten Bereichen auflistet, sei es allen voran die intuitive Bedienung, die breite Unterstützung aller relevanter Formate bis hin zu Hi-Res Audio, die direkte Integration zahlreicher Online-Angebote, und natürlich die direkte Implementierung in Custom Installation-Systeme.

Zudem wird hier natürlich auf die verschiedensten Hardware-Lösungen eingegangen, die auf BluOS basieren. Spannend dabei ist allerdings, dass nunmehr nicht nur NAD Electronics International als auch Dali Speaker A/S als so genannte Partner angeführt werden, sondern auch Bluesound International. Dies ist wohl das deutlichste Indiz dafür, dass man BluOS nunmehr vom eigentlichen System abkoppelt, und künftig wohl massiv als eigenständige Plattform vermarkten will.

Interessant ist zudem, dass man hier nun von BluOS enabled Devices sowie BluOS ready Devices spricht und dafür jeweils eigene Logos als Erkennungszeichen anführt.

BluOS enabled soll dabei alle Lösungen ausweisen, die bereits ab Werk mit BluOS ausgestattet sind, und damit nahtlos in das nunmehr vom Hersteller als Premium Multi-room Audio Streaming Solution bezeichnete System eingebunden werden können.

Die Bezeichnung BluOS ready hingegen soll für jene Lösungen zum Einsatz kommen, die optional für BluOS gerüstet werden können. Diese Systeme sollen, so der Hersteller, ein modulares Design aufweisen, um jederzeit und diese Beschreibung ist bemerkenswert, eine BluOS Card sowie einen USB Input aufweisen, um ein Upgrade Kit nutzen zu können. Was darunter genau zu verstehen ist, für welche Lösungen dies möglich sein wird, das werden wohl erst die nächsten Monate zeigen, wenn entsprechende Produkte tatsächlich verfügbar sind.

Klingt doch ein wenig nach der Struktur, die etwa auch die US-amerikanische Software-Schmiede Roon LLC. für ihre Partner vorsieht, oder? Nun, wir können uns durchaus vorstellen, dass der Erfolg, den Roon Labs LLC. mit seiner Lösung in den letzten Monaten verbuchen kann, mit dazu beigetragen hat, dass man sich bei der Lenbrook Group zu dem nunmehr erfolgten Schritt entschlossen hat. Dies ist aber, wie gesagt, nicht mehr als eine Vermutung.

Übrigens, passend zu den Neuerungen im „Hintergrund“ hat sich auch das Front-end von BluOS dieser Tage komplett neu herausgeputzt. So steht nicht nur eine neue Firmware-Version für alle BluOS-Systeme, sei es nun aus dem Hause Bluesound selbst, aber auch NAD, zur Verfügung, ebenso eine neue Version des BluOS Controller für alle verfügbaren Plattformen.

Auffallend dabei ist, dass mit diesem Update die Performance drastisch verbessert, und die Oberfläche der App nochmals deutlich übersichtlicher gestaltet wurde.

Bedenkt man zudem, dass die Entwickler von BluOS schon bislang immer sehr darauf bedacht waren, dass ihre Lösung tunlichst alle relevanten Formate und Standards unterstützt, möglichst viele Online-Angebote direkt integriert, so dürfte die Neustrukturierung auch aus Sicht der bestehenden Anwender großes Potential für noch viele, viele Neuerungen in der Zukunft bieten. Schließlich will man nunmehr nicht nur Produkte, sondern gleich eine gesamte Plattform bestmöglich vermarkten…

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