High End 2013: Gemeinsam mit PacketVideo präsentierte Buffalo Technology eine NAS-Lösung, die Audio-Daten im DSD-Format über UPnP bzw. dlna streamen kann." /> Sempre Audio

Buffalo Technology und PacketVideo streamen Audio-Daten über dlna im DSD-Format

High End 2013: Der Spezialist für Speicher- und Netzwerklösungen Buffalo Technology hat nun endgültig audiophile Musikliebhaber als potentielle Kundenschicht erkannt und bedient diese gleich mit einer besonders außergewöhnlichen Lösung. Gemeinsam mit PacketVideo demonstriert man erstmals eine NAS-Lösung, die Audio-Daten im DSD-Format über UPnP und dlna streamen kann.

Von Michael Holzinger (mh)
13.05.2013

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Moderne Streaming-Lösungen, gleichgültig, in welcher Preis- und Qualitätsklasse, setzen eine wesentliche Komponente geradezu zwingen voraus, und zwar eine Datenquelle, die zentral im Netzwerk zugänglich ist. Als system- sowie herstellerübergreifender Standard hat sich hier UPnP durchgesetzt, wobei das Industrie-Konsortium Digital Living Network Alliance, kurz dlna genannt, diesen Standard als Basis für die eigene Richtlinie heranzog, die sich dem reibungslosen Datenaustausch und der problemfreien Steuerung zwischen Geräten der IT, der Unterhaltungselektronik, und nicht zuletzt auch mobilen Devices widmet.

Nahezu alle Netzwerk-Speichersysteme, kurz auch als NAS bezeichnet, setzen seit Jahr und Tag sowohl auf UPnP als auch auf dlna und können somit als Basis für multimediale Netzwerklösungen dienen, sei es nun eine möglichst günstige Streaming-Lösung für Audio, Video und Foto und eine möglichst breite Kundenschicht, oder aber ein ausgewiesenes High-end Produkt für besonders anspruchsvolle Musikliebhaber, die sich allein auf die Wiedergabe von Audio-Daten konzentriert.

Welche Art von multimedialen Daten tatsächlich über UPnP übertragen werden können, wird durch die jeweilige Software, in diesem Fall den Server, und natürlich auch den Client, also die Streaming-Lösung selbst vorgegeben. Die meisten Lösungen etablierter Hersteller zeigen sich auf Server-Seite hierbei recht flexibel, sodass es eher eine Frage des Clients ist, was nun tatsächlich abgespielt werden kann.

Wenn es ums Thema Audio geht, verstehen sich alle relevanten Server-Lösungen nicht nur auf MP3, WMA, AAC, Ogg Vorbis, sondern ebenso auf WAV, AIFF, Apple Lossless und FLAC-Dateien, und dies bis hin zu hochauflösenden Daten. Auch wenn es also längst NAS-Lösungen einiger Spezialanbieter eigens entwickelt für ambitionierte HiFi-Freunde gibt, so reicht aus rein technischer Sicht nahezu jedes NAS-System.

Selbstverständlich haben etablierte Hersteller derartiger Systeme längst erkannt, dass ihnen mit modernen Streaming-Lösungen eine völlig neue Zielgruppe erwächst. Vor allem dann, wenn es um die Wiedergabe hochauflösender Daten geht, denn gerade in diesem Fall ist ausreichend Speicherplatz, eine möglichst hohe Performance des Speicher-Systems, und nicht zuletzt ein tunlichst lautloser, zuverlässiger Betrieb gefragt. Hier entwickelt sich also aus Sicht der Hersteller ein Markt, der mitunter deutlich anspruchsvoller ist, als der normale „Endkunde“, der lediglich seine persönlichen Daten, etwa Fotos, Dokumente und ähnliches möglichst einfach zentral sichern möchte, und auch anspruchsvoller, als so mancher Business-Kunde.

Einer dieser Hersteller nimmt nunmehr ganz gezielt uns audiophile Musikliebhaber ins Visier, und bietet ein geradezu maßgeschneidertes System an. So war in diesem Jahr erstmals der japanische Netzwerk- und Speicherspezialist Buffalo Technology auf der High End in München vertreten, und zwar mit einer Ansich recht einfach anmutenden NAS-Lösung, die man in dieser Form bei jedem Computer-Fachhändler erstehen kann. Die Besonderheit aber, die verbirgt sich in diesem Fall in der Software.

Gemeinsam mit dem Spezialisten für UPnP Server-Lösungen PacketVideo, immerhin jenes Unternehmen, deren so genannter Twonky Media Server mit zu den beliebtesten Lösungen in diesem Segment zählt, entwickelte man eine NAS, die in der Lage ist, Audio-Daten im DSD-Format über UPnP und dlna im Netzwerk für alle Streaming-Clients bereit zu stellen.

Diese Lösung war nun erstmals im Rahmen der High End 2013 zu bestaunen, wenngleich die Anordnung am Stand des Unternehmens recht unspektakulär wirkte. Basis der Tech-Demo war nämlich eine einfache NAS-Lösung aus dem aktuellen Programm von Buffalo Technology, und zwar eine Buffalo Technology LinkStation LS400. Diese versteht sich, wie gehabt, natürlich auf die Wiedergabe von MP3, AAC, WAV, AIFF, Apple Lossless sowie FLAC, und zwar auch mit Daten im hochauflösenden Format. Dafür sorgt Twonky Media Server 7, der nunmehr aber auch Daten im DSD-Format unterstützt.

DSD, das steht für Direct Stream Digital und ist das native Format der Super Audio CD. Im Vergleich zu etwa hochauflösenden FLAC-Dateien, bei denen Audio-Daten mit etwa 24 Bit oder 32 Bit und 96 kHz, 192 kHz oder gar 384 kHz zur Verfügung stehen, setzt DSD auf ein 1-Bit Verfahren und eine Abtastrate von 2,8224 MHz und zudem die so genannte Noise-Shaping-Quantisierungstechnik, die dafür Sorge tragen soll, dass das systembedingte Wandlungsrauschen in unhörbare Ultraschall-Frequenzbereiche verschoben wird. Ziel ist auch hier eine deutlich höhere Dynamik und eine klarere Feinzeichnung durch einen breiteren Frequenzbereich.

Während sich hierzulande zumindest Musik Download-Angebote mit hochauflösenden FLAC-Dateien etablieren konnten, ist das Angebot an Downloads im DSD-Format doch noch überschaubar. Dies könnte sich aber alsbald ändern, denn in anderen Märkten, etwa im asiatischen Raum, allen voran Japan, ist DSD durchaus bereits ein relevantes Thema. Nicht umsonst ist es ausgerechnet ein japanisches IT-Unternehmen, das dieses Format erstmals für sich entdeckt.

Die gemeinsam mit PacketVideo von Buffalo Technology entwickelte Server-Lösung kann 2,8 MHz/ 5,6 MHz DSF/ DFF-Dateien (DSDIFF), kurz Daten im DSD-Format bereit stellen. Wesentliche Grundlage dafür ist natürlich ausreichend Performance des NAS-Systems, im konkreten Fall sorgt ein ARMADA3730-Prozessor mit 1,2 GHz dafür, dem 512 MByte DRAM bei der Buffalo LinkStation der LS400-Serie zur Seite stehen. An Speicherplatz mangelt es auch nicht, denn hier können Kapazitäten zwischen 1 TByte und 8 TByte mit einer, zwei und vier Festplatten realisiert werden. Zudem bedarf es natürlich eines entsprechenden Clients, denn dieser muss in der Lage sein, DSD-Dateien auch zu verarbeiten. Für die Demonstration in München nutzte Buffalo Technology einen AV-Receiver der Referenz-Klasse für diese Aufgabe, und zwar den Pioneer LX-SC86.

Ziel beider Unternehmen ist es, möglichst viele weitere Unternehmen für diese Möglichkeiten zu gewinnen. So gibt Buffalo Technology an, das spezielle NAS-System und Interoperatibilitäts-Support für alle Audio-Hersteller zur Verfügung zu stellen, die an der Entwicklung von DSD-fähigen AV-Receivern und Netzwerk Audio-Playern Interesse zeigen und diesbezüglich eine Zusammenarbeit mit dem japanischen Unternehmen wünschen.

„Mit dieser Technologie ist ein Quantensprung im High-end Audio-Segment in greifbarer Nähe. DSD über dlna verspricht zu Recht den ultimativen Hörgenuss in den eigenen vier Wänden“, wird Masakazu Araki, Global Product Marketing Department bei Buffalo Technology in einer Aussendung zitiert. Mal sehen, wann diese Lösungen tatsächlich auf breiter Front angeboten werden, und ob sich dann DSD als Alternative zu hochauflösenden FLAC-Dateien etablieren kann.

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